In Bangkok setzt die Chefin des Internationalen Währungsfonds
KI auf die Liste der großen Risiken – gleich neben Krieg, teures
Öl und Rekordschulden. In den USA hat der größte Händler der Welt
ein viel kleineres KI-Problem: Seine neuen Roboter kommen mit den
alten Kartons nicht klar.
Heute geht es um eine Frage: Was ist die echte KI-Geschichte –
die Angst ums große Geld oder der Karton, der nicht passt?
Aufgenommen in Salzburg.
In dieser Folge:
Der IWF setzt KI neben Krieg, Öl und Schulden (01:52) —
IWF und Weltbank treffen sich vom 12. bis 18. Oktober zur
Jahrestagung in Bangkok. IWF-Chefin Kristalina Georgieva nennt
drei Kräfte, die die Weltwirtschaft prägen: KI, dauerhaft hohe
Energiepreise – Öl liegt bei rund 100 Dollar pro Barrel – und
Rekordschulden. KI-Hardware und verwandte Technik machen
inzwischen mehr als ein Zehntel des weltweiten Warenhandels aus.
Ihre Sorge: Die großen Cloud-Konzerne leihen sich enorm viel Geld
für KI-Rechenzentren. Wenn das Geld nicht zurückkommt, wird es
zum Problem für die ganze Weltwirtschaft – und in Europa bauen
wir die Rechenzentren nicht einmal selbst.
Walmarts Roboter treffen auf das echte Lager (05:28) —
Walmart, der größte Händler der Welt mit mehr als 140.000
Lagermitarbeitern, automatisiert seine Lager mit einer
Robotik-Firma, an der er selbst beteiligt ist. Das Problem ist
sehr handfest: Die Roboter kommen mit alten, weichen, verbeulten
Kartons nicht zurecht. Und zu Spitzenzeiten kann die monatliche
Stromrechnung eines automatisierten Lebensmittellagers über
800.000 Dollar liegen, gegenüber rund 250.000 Dollar bei
vorwiegend manueller Arbeit. Langfristig rechnet es sich
trotzdem.
Nicolas Cage sagt Nein zu Amazons KI-Freigabe (09:38) —
auf der New York Comic Con erzählte Nicolas Cage, dass er für die
Serie „Spider-Noir“ von Sony Pictures Television und Amazon MGM
Studios keine KI-Freigabe unterschrieben hat – eine Klausel, mit
der ein Studio die Darstellung eines Schauspielers per KI
nachbauen oder verändern darf. Laut LA Times: „I am not an
AI-friendly actor, so it's like, connect those dots!“ Amazon hat
sich dazu nicht geäußert.
Schweiz: KI-Stellenanzeigen plus 32 Prozent, aber kaum Jobs
für Einsteiger (13:30) — die Hochschule Luzern (HSLU) hat in
einem Jahr fast 5.000 KI-Stellenanzeigen in der Schweiz gezählt,
32 Prozent mehr als im Vorjahr, getrieben vor allem von KMU.
Allein Zürich hat 45 Prozent davon. Der Haken: Nur 5 Prozent sind
echte Einsteigerjobs. Wo lernt die nächste Generation den Beruf?
Der rote Faden (15:57) — heute ging es ums große KI-Geld,
das langsam zum Problem für die Weltwirtschaft wird, und um
Maschinen, die in der physischen Welt noch lernen. Ihr Moment
wird kommen – vor allem auf dem Shopfloor, wo Millionen Menschen
mit ihren Händen und Rücken arbeiten. Morgen steht Malcolm bei
HOGAST vor 800 Leuten auf der Bühne, danach spricht Richard David
Precht.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib
neugierig. Bleib menschlich.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.