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  3. KI-Neandertaler mit Malcolm Werchota Podcast
  4. #43 - Burger, Aknecreme und Atomkraft: Die KI verlässt das Labor
In Utah schreibt jetzt eine App Akne-Rezepte – und kein
Arzt unterschreibt. In Chicago verklagt ein Kunde McDonald's,
weil er glaubt, dass eine KI den Preis seines Burgers
mitbestimmt. Dazu: DeepSeeks Kriegskasse, Googles Atomstrom-Deal
und Versicherer, die nicht wissen, wie man außer Kontrolle
geratene KI-Agenten versichert.

Heute geht es um eine Frage: Wer trifft eigentlich die
Entscheidungen?

In dieser Folge:

McDonald's wegen eines KI-Preistools verklagt
(02:37) — laut Reuters hat Michael Thomas aus DeKalb, Illinois,
McDonald's vor einem Bundesgericht in Chicago verklagt. Rund 95
Prozent der fast 14.000 US-Restaurants werden von
Franchisenehmern betrieben, und die nutzen ein Preis-Tool von
Tiger Analytics, das Preise danach empfiehlt, was Kunden zu
zahlen bereit sind. Der Vorwurf: Wenn alle ihre Verkaufsdaten in
dieselbe Maschine füttern und dieselbe Preisempfehlung
zurückbekommen, ist das kein Wettbewerb mehr. Laut heise schlägt
das Tool eine Preiserhöhung vor, sobald ein Produkt in mindestens
30 Prozent der Standorte teurer geworden ist. Das sind Vorwürfe,
nichts davon ist bewiesen. Die große Sorge von McDonald's: eine
Sammelklage.

Utah lässt eine KI Akne-Rezepte schreiben
(07:26) — in Europa gibt es Haut-Apps längst, aber da schaut
immer noch ein Arzt drauf. Das Start-up Nolla Health, das in
Norwegen schon mehr als 50.000 Patienten behandelt hat, startet
in Utah die App Nolla Derm: Fragebogen, Gesichtsscan, und die KI
stellt das Rezept aus – ohne Arzt. Laut Firma die erste KI in den
USA, die Erstrezepte ausstellen darf, für Erwachsene mit leichter
bis mittelschwerer Akne und nur für Cremes und Gele. Die
Pilotphase kostet 4,99 Dollar im Monat. Nur etwa zehn Prozent der
Menschen in Utah mit aktiver Akne gehen überhaupt zum Hautarzt,
im Schnitt wartet man 61 Tage, und ein Besuch kostet bis zu 300
Dollar. Meine Meinung: Ärzte sind bei KI echte Nachzügler – und
es gibt nicht genug von ihnen.

DeepSeeks Kriegskasse (11:39) — laut Bloomberg
bereitet DeepSeek, das KI-Labor aus Hangzhou, einen Börsengang
für Anfang 2027 vor und sammelt schon vorher rund 12 Milliarden
Dollar ein (mindestens 80 Milliarden Yuan). Geplant waren
ursprünglich etwa 50 Milliarden Yuan, rund 7 Milliarden Dollar –
die Runde war überzeichnet. Die größten Schecks kommen von
Tencent, der Firma hinter WeChat, und von CATL, dem weltgrößten
Hersteller von Batterien für Elektroautos. Hochgerechnet verdient
DeepSeek angeblich rund eine Milliarde Dollar im Jahr und plant
ein Rechenzentrum in der Inneren Mongolei mit mehr als 160.000
KI-Chips von Huawei. Der Deal ist noch nicht abgeschlossen.

Google kauft Strom aus aufgerüsteten
Atomkraftwerken (15:06) — Google hat bei Constellation
Energy, dem größten Atomkraftwerksbetreiber der USA, 3.590
Megawatt Strom unterschrieben – rund dreieinhalb große
Kraftwerke. Etwa ein Viertel davon kommt aus dem Nachrüsten
bestehender Reaktoren in Illinois, Pennsylvania und New Jersey
(„Uprates“), mit einem 20-Jahres-Vertrag. Warum nicht neu bauen?
Ein neues Atomkraftwerk dauert zehn Jahre oder länger. Google
will dieses Jahr bis zu 205 Milliarden Dollar für Rechenzentren
und Rechenleistung ausgeben. Die Frage dahinter, gestellt von
Jack Prandelli auf X: Wenn KI-Firmen beim Atomstrom alle
überbieten – wer muss dann Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken
kaufen?

Versicherer und außer Kontrolle geratene
KI-Agenten (19:10) — laut Financial Times bereiten sich
Versicherer auf große Schadensfälle durch KI-Agenten vor. Der
Makler Aon hat sich mehr als 300 KI-bezogene Klagen und
Streitfälle angeschaut. Unklar ist, was man eigentlich versichert
– und ob Chefs wie Sam Altman und Dario Amodei persönlich haften
könnten. Reporter Leo Schwartz zitiert einen Anwalt: KI-Firmen
werden wegen außer Kontrolle geratener KI „sued up the wazoo“,
verklagt bis zum Gehtnichtmehr.

Der rote Faden (22:31) — eine Preismaschine beim
Burger, eine App, die Rezepte schreibt, und Versicherer, die kein
Preisschild auf das Risiko kleben können. Wer trifft eigentlich
die Entscheidungen?

Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904

werchota.ai

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„#43 - Burger, Aknecreme und Atomkraft: Die KI verlässt das Labor“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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