Österreich hat beschlossen, dass ein Bescheid künftig
vollständig automatisiert ergehen darf. Kein Mensch schaut mehr
drauf — und rechtsverbindlich ist er trotzdem.
Sonntags-Retro über vier Kontinente, und darunter läuft überall
dieselbe Frage: wer darf eigentlich entscheiden?
In dieser Folge:
Österreich automatisiert den Bescheid (01:53) —
am 23. September hat der Nationalrat die rechtliche Grundlage
beschlossen, mit ÖVP, SPÖ und NEOS dafür, FPÖ und Grüne dagegen.
Drei Dinge: Chatbots reichen Anträge für dich ein, bestimmte
Verwaltungsfälle dürfen vollständig automatisiert erledigt
werden, und No-Stop-Verfahren, bei denen der Staat gar keinen
Antrag mehr braucht. Der Bescheid muss ausweisen, dass er
automatisiert erstellt wurde. Ich finde das großartig.
Pentagon gegen Anthropic (07:16) — 200 Millionen
Dollar Vertrag seit Juli 2025, dann sagte Anthropic: keine
vollautonomen Waffen, keine Massenüberwachung von US-Bürgern.
Washington holte ein Gesetz aus dem Zweiten Weltkrieg hervor und
erklärte Claude zum Lieferkettenrisiko. San Francisco entschied
im August für Anthropic, das Berufungsgericht am 25. September 2
zu 1 für das Pentagon.
Der Bundestag debattiert über KI (12:14) — am
Freitag volle Debatte über KI-Sicherheit und Kontrolle. Die
Grünen wollen schärfere Aufsicht und einen 100-Milliarden-Fonds,
den niemand finanzieren kann. Mein Problem ist nicht die Debatte.
Mein Problem ist, dass kaum jemand im Raum je einen Agenten
aufgesetzt oder ein Dashboard gebaut hat.
China prüft die eigenen Rechenzentren (18:09) —
die SASAC fragt seit Wochen bei staatlichen Rechenzentren nach,
wie viel Broadcom-Technik dort steht. Antwort: bis zu 90 Prozent
der Switches. Das ist kein Verbot, das ist Austausch Komponente
für Komponente — und wo es noch kein chinesisches Teil gibt,
kauft man deutsch, japanisch, französisch. Hauptsache nicht
amerikanisch.
KI spart Zeit. Dein Chef nimmt sie dir wieder
(21:22) — McDonald's sagt, das KI-Drive-in spart 50
Mitarbeiterstunden pro Restaurant und Woche. Korn Ferry hat
16.000 Berufstätige in 11 Märkten gefragt: 52 Prozent sagen, KI
erhöht ihre Arbeitslast, 62 Prozent sagen, sie ist in zwei Jahren
schwerer geworden, 44 Prozent fühlen sich überfordert. Und 80
Prozent der Chefs sagen, die Effizienz sei gestiegen. Beide
Seiten haben recht.
Stanford löscht einen echten Studenten (26:42) —
ein echtes Foto, ohnehin divers: ein Latino, eine Asiatin, ein
Weißer. Durch die KI geschickt, um es "diverser" zu machen, war
der Latino weg und an seiner Stelle eine erfundene schwarze Frau.
Ramirez sagt, Stanford habe ihn ausradiert. Zwei Studenten haben
10.000 Fotos von 165 US-Unis analysiert: die Werbung passt nie
zur echten Studentenschaft. KI hat das nicht erfunden. KI
industrialisiert es.
Der rote Faden (30:46) — kartiert nicht eure
Tools, kartiert eure Entscheidungen. Darf Copilot genehmigen,
ablehnen, senden, kaufen? Und wenn ein Prozess sechs Stunden
spart: geht dann wirklich jemand sechs Stunden früher heim?
Sucht euch diese Woche einen Prozess, bei dem KI echte Zeit
gespart hat, und gebt diese Zeit der Person zurück, die sie
gespart hat.
Schreib Malcolm auf WhatsApp/Telegram/Signal: +43 676 6144 904
werchota.ai
KI-Neandertaler — KI-News für Menschen, nicht für Roboter. Bleib
neugierig. Bleib menschlich.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.