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Declaration of Independence

Declaration of Independence

Hessische Landeszentrale für politische Bildung 6 Episoden Neueste vor 1 Woche

Umkämpftes Vermächtnis. Die "Declaration of Independence" als lebendige Tradition, 1776 – 2026

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Episoden

55 Minuten
Mit Blick auf den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 2026 beschäftigt sich die interdisziplinäre Reihe mit deren Wirkungsgeschichte und Aktualität – gerade auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen in den USA.

In welchem historischen und ideengeschichtlichen Kontext steht die amerikanische Unabhängigkeitserklärung? Wie verhalten sich Rechtsstaatlichkeit und Verfassungen zu den Prinzipien der »Declaration of Independence«? Wie wurden diese Prinzipien im Laufe der Zeit unterschiedlich interpretiert und politisiert und welche Rolle spielen sie in der politischen Kultur der USA heute? Wie hat die »Declaration of Independence« Demokratisierungsbewegungen weltweit inspiriert? Und schließlich: Sind die USA aktuell dabei, sich von ihren eigenen Gründungsprinzipien zu entfernen?

Die Vorträge sind in Kooperation zwischen der Hessische Landeszentrale für politische Bildung mit dem John McCloy Transatlantic Forum und der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte entstanden.

Über den Vortrag

Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung gilt gemeinhin als ein zentrales Dokument der Aufklärung, da es Naturrechte proklamiert, die Gleichheit aller Menschen behauptet und die Souveränität des Volkes fordert. Trotz ihrer rationalen Argumentation ist die »Declaration of Independence« auch ein emotional höchst aufgeladener Text – einige Emotionen werden explizit thematisiert, beispielsweise die vielzitierte »happiness«. In welchem Verhältnis stehen Rationalität und Emotionalität in diesem Gründungsdokument zueinander? Welche Rolle haben Gefühle seither in der amerikanischen Demokratiegeschichte gespielt und welche spielen sie heute? Der Vortrag wird diese Fragen aufgreifen und exemplarisch beantworten.

Redaktion: Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt

Gast: Prof. Dr. Heike Paul ist Professorin für Amerikanistik/American Studies an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und war bis 2024 Direktorin der Bayerischen Amerika-Akademie in München

Disclaimer Alle Äußerungen der Gäste geben deren eigene Auffassungen und Meinungen wieder und stellen nicht notwendigerweise die Haltung der Herausgeberin bzw. der Produzentin dar.

Timestamps 0:00:00 Begrüßung und Einleitung

0:01:00 Erläuterung Declaration of Independence (Beginn des Vortrages)

0:02:07 Erfahrungen vom eigenen Besuch der DOI in Amerika

0:03:50 Die 2 Dimensionen des Umgangs mit dem Schriftstück

0:06:20 Überblick des Vortrages

0:08:00 Die Unabhängigkeitserklärung & Ihre Bedeutung

0:09:14 Declaration of Independence als emotionales Schriftstück

0:15:07 zentrale Funktion der originären emotionalen Gefühligkeit

0:16:48 Das Gemälde „Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung“ von John Trumbull

0:18:43 „Fairwell Adress“ von Georg Washington 1796

0:21:30 Hip-Hop Musical „Hamillton“

0:24:41 Fazit 1. Teil des Vortrages

0:25:54 Wahl Trumps und die gegensätzliche Affektökonomie

0:28:30 Kamelgesellschaft

0:29:40 Verwendung sentimentaler Muster in der politischen Kommunikation

0:31:10 Beispiele aus Trumps 1. Amtszeit

0:38:40 sentimentale Codes in der Bewegung

0:42:40 2. Präsidentschaft Trumps

0:51:29 Abschluss des Vortrages

0:54:24 Abschluss
55 Minuten
Mit der Declaration of Independence vom 4. Juli 1776 feiern die USA ihre Geburtsstunde. An die Vereinigten Staaten war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht zu denken. Die unmittelbare Folge der Declaration bestand in der souveränen Staatlichkeit der britischen Kolonien in Nordamerika. Diese mussten sich nun neu organisieren, und aus dieser Notwendigkeit entstand ein Novum von welthistorischer Bedeutung: die moderne Verfassung. Um diesen Zusammenhang soll es in dem Vortrag gehen.

Redaktion: Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt

Gast: Prof. Dr. Dieter Grimm ist Professor für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Permanent Fellow und ehemaliger Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Von 1987 bis 1999 war er Richter des Bundesverfassungsgerichts.

Disclaimer Alle Äußerungen der Gäste geben deren eigene Auffassungen und Meinungen wieder und stellen nicht notwendigerweise die Haltung der Herausgeberin bzw. der Produzentin dar.

Timestamps 0:00:00 Begrüßung und Einleitung

0:00:43 Vorstellung Hr. Dr. Grimm

0:00:57 Beginn des Vortrags

0:02:24 Bedeutung der Verfassung

0:03:40 Die englische Verfassung

0:08:47 Naturrechte der Aufklärung & Theorie des Herrschaftssystems

0:14:30 Tatsächliche Auseinandersetzung zwischen englischen Soldaten & Kolonisten

0:16:30 Rebellionszustand in Amerika

0:17:15 Die Ebene innerer Verhältnisse der Kolonien

0:20:20 Thomas Pain´s Streitschrift „Common Sense“

0:22:30 Bewegungen im Continental Congress

0:24:10 Die „Declaration of Independence“ entsteht

0:33:25 Was macht eine Verfassung aus?

0:39:28 Die Rolle der Souveränität

0:44:30 Bildung eines Convents

0:46:00 Die unsichere Annahme der Verfassung

0:46:49 Die innere Souveränität

0:49:25 Die Entstehung der modernen Verfassung ist abgeschlossen

0:52:00 Fußnote

0:33:25 Abschluss
44 Minuten
Der Vortrag diskutiert die Unabhängigkeitserklärung als Kriegsdokument im Kontext globaler militärischer Auseinandersetzungen seit dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763). Demnach hatte Jeffersons philosophische Rhetorik im Kriegssommer 1776 eine durchaus strategische Funktion innerhalb kolonialer Macht- und Interessenkonflikte. Der Vortrag skizziert, wie sich der kolonial-amerikanische Protest erst spät, vor allem unter dem Einfluss von Thomas Paines Common Sense (Januar 1776), zu einem universalistischen Freiheitsdiskurs radikalisierte. Diese ideologische Wende war eng mit der Dynamik politisch-militärischer Eskalationen der 1760/70er Jahre verbunden und keineswegs von Anfang an angelegt. Zugleich bleibt die Unabhängigkeitserklärung ein ambivalentes Dokument, das zwischen politischer Propaganda, philosophischem Anspruch und siedlungskolonialer Gewalt oszilliert. Der Vortrag möchte beleuchten, wie ihr Universalismus (bis heute) sowohl emanzipatorisches Potenzial entfaltet als auch problematische politische Implikationen mit sich bringt.

Gast: Prof. Dr. Frank Kelleter ist Professor an dem John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin

Disclaimer Alle Äußerungen der Gäste geben deren eigene Auffassungen und Meinungen wieder und stellen nicht notwendigerweise die Haltung der Herausgeberin bzw. der Produzentin dar.

Timestamps 0:00:00 Begrüßung und Einleitung

0:00:35 Vorstellung Hr. Dr. Keletter & Überblick Vortrag

0:00:54 Beginn des Vortrags

0:01:54 DOI als Kriegsdokument

0:03:43 Der 7-jährige Krieg

0:06:16 Bedeutung des 7-jährigen Krieges für die DOI

0:08:22 Der Sieg Großbritannien – Gründe, Auswirkungen, Entwicklungen

0:19:25 Die Rolle von Independence

0:21:25 Die Radikalisierung des amerikanischen Diskurses

0:23:43 Thomas Pain´s Streitschrift „Common Sense“

0:34:50 Der Kampf um die Bedeutung der Revolution

0:38:10 Die Unabhängigkeitserklärung und der koloniale Widerstand gegen geltendes Recht

0:39:20 Fazit und Ende des Vortrages

0:43:22 Abschluss
53 Minuten
Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika von 1776 gilt als Gründungsdokument moderner Demokratie und als Meilenstein im Ringen um Gleichheit. Doch schon bei ihrer Entstehung war das berühmte Versprechen, »dass alle Menschen gleich geschaffen sind«, von Widersprüchen und Ausschlüssen geprägt: Gemeint waren vor allem weiße, besitzende Männer. Frauen, Indigene und versklavte Menschen blieben außen vor. Der Vortrag zeichnet nach, wie das Gleichheitsversprechen der Declaration of Independence über 250 Jahre hinweg immer wieder neu interpretiert, erweitert und zugleich begrenzt wurde – von den Revolutionen des 18. Jahrhunderts über die Expansion der US-Demokratie, die Bürgerrechtsbewegung bis hin zu aktuellen Krisenphänomenen wie Populismus und wachsender sozialer Ungleichheit unter Donald Trump.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Idee der Gleichheit historisch an die Nation gebunden wurde und wie diese Bindung bis heute als Mechanismus der Inklusion und Exklusion wirkt. Anhand historischer Anekdoten und aktueller Debatten wird gezeigt, dass Gleichheit nie selbstverständlich ist, sondern stets erkämpft, verteidigt und neu verhandelt werden muss. Der Vortrag schließt mit einem Plädoyer, das Gleichheitsversprechen der Aufklärung in einer globalisierten Welt neu zu denken und gegen seine Vereinnahmung durch exkludierende Identitätspolitik zu verteidigen.

Redaktion: Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt

Gast: Christian Lammert ist Politikwissenschaftler und Professor am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin. 2022 veröffentlichte er gemeinsam mit Boris Vormann im Campus Verlag die Studie Das Versprechen der Gleichheit. Legitimation und die Grenzen der Demokratie.

Disclaimer Alle Äußerungen der Gäste geben deren eigene Auffassungen und Meinungen wieder und stellen nicht notwendigerweise die Haltung der Herausgeberin bzw. der Produzentin dar.

Timestamps 0:00:00 Einführung und Begrüßung

0:01:22 Begrüßung durch Herr Dr. Dr. Lutz-Bachmann (Forschungskolleg Humanwissenschaften)

0:03:00 Begrüßung durch Frau Burg (HLZ)

0:04:30 Einführung in die DoI durch Herr Dr. Dr. Lutz- Bachmann

0:08:32 Vorstellung Christian Lammert

0:10:20 Beginn der Vorlesung

0:12:55 Gründungsnacht 04.07.1776

0:13:30 Bedeutung von Gleichheit

0:14:27 Jefferson über die Sklaverei

0:17:02 Darrin McMahon über Gleichheit

0:17:50 Gleichheit und Rassismus

0:21:47 Frauenrechte und Emanzipation

0:23:07 Frederik Douglass über die DoI

0:24:08 Martin Luther jr. und die DoI

0:25:00 Das Ringen um Gleichheit für das Selbstverständnis der Demokratie à 3 Säulen der demokratischen Ordnung

0:27:16 Eine neue Ära mit Beginn des 20. Jahrhunderts, Massenproduktion

0:31:55 Deindustrialisierung der 70er Jahre

0:35:10 Soziale Mobilität

0:36:40 Geburtsortenprinzip

0:38:50 Die Schwächung von Schutzmechanismen für Minderheiten

0:40:31 Democratic backsliding

0:41:28 Die Verschiebung des politischen Diskurses

0:42:50 Folgen der Instrumentalisierung der Gleichheit von Trump

0:44:35 Das 1619-Projekt der New York Times

0:46:28 internationaler Vergleich der amerikanischen Demokratie

0:47:42 Was bleibt von Philadelphia?

0:50:36 Die Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft

0:52:33 Abschluss
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Über diesen Podcast

Mit Blick auf den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 2026 beschäftigt sich die interdisziplinäre Reihe mit deren Wirkungsgeschichte und Aktualität – gerade auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen in den USA. In welchem historischen und ideengeschichtlichen Kontext steht die amerikanische Unabhängigkeitserklärung? Wie verhalten sich Rechtsstaatlichkeit und Verfassungen zu den Prinzipien der »Declaration of Independence«? Wie wurden diese Prinzipien im Laufe der Zeit unterschiedlich interpretiert und politisiert und welche Rolle spielen sie in der politischen Kultur der USA heute? Wie hat die »Declaration of Independence« Demokratisierungsbewegungen weltweit inspiriert? Und schließlich: Sind die USA aktuell dabei, sich von ihren eigenen Gründungsprinzipien zu entfernen? Die Vorträge sind in Kooperation zwischen der Hessische Landeszentrale für politische Bildung mit dem John McCloy Transatlantic Forum und der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte entstanden.
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