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Episoden
01.06.2026
39 Minuten
Warum bekommen Frauen nach Operationen oft weniger starke Schmerzmittel, obwohl sie schmerzempfindlicher sind als Männer? Und warum fällt es Männern schwerer, ihre Schmerzen anzusprechen? Das Geschlecht wird in der Medizin noch immer zu wenig mitgedacht: Auf der Intensivstation, bei der Migränediagnose, nach dem Schlaganfall. Susanne Wegener, Professorin und leitende Ärztin an der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals Zürich, erklärt, welche Rolle Hormone beim Schmerzempfinden spielen und warum Migräne bei Männern wohl häufiger unerkannt bleibt als gedacht. Caroline Gebhard, leitende Ärztin am Institut für Intensivmedizin des Stadtspitals Zürich Triemli, zeigt, wo geschlechterspezifische Unterschiede in der Intensivmedizin noch zu wenig berücksichtigt werden – und weshalb Prävention und Patient:innenverfügungen dabei eine wichtige Rolle spielen. Take Home Messages - Frauen sind schmerzempfindlicher als Männer. Ihre Schmerzen werden häufiger unterschätzt und weniger passend behandelt. - Männer haben biologisch das schlechtere Immunsystem und sind bei Infektionen stärker gefährdet. Auch deshalb lohnt es sich, wenn in Studien das Geschlecht berücksichtigt wird. - Hormone beeinflussen Schmerzen stark. Sinkende Östrogenspiegel vor der Menstruation können etwa Migräneattacken auslösen. - Männer kriegen mehr Schlaganfälle, wenn sie jünger sind, Frauen in höherem Alter. Nach einem Schlaganfall erholen sich Frauen schlechter als Männer, obwohl die Akuttherapie gleich wirksam ist. Soziale Faktoren wie Alleinleben und Pflegeverantwortung spielen dabei eine grosse Rolle. - Eine Patient:innenverfügung kann auf der Intensivstation entscheidend sein. Es wird empfohlen, eine auszufüllen und mit nahen Menschen darüber zu sprechen. - Wer Schmerzen hat, soll nicht zu lange die Zähne zusammenbeissen. Hilfe suchen kann sich lohnen.
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18.05.2026
40 Minuten
Schwangerschaft, Geburt, ein Kind – kaum ein Lebensabschnitt kann Menschen so sehr verändern. Frauen und Männer erleben diese Phase körperlich und psychisch oft auf völlig unterschiedliche Weise und werden dabei mit Erwartungen und Rollenbildern konfrontiert. Was passiert im Körper der Frau während der Schwangerschaft und wie lange braucht er danach, um sich zu erholen? Welche Risiken können auftreten und wo fehlt es noch an Forschung? Welche Fragen sollten sich Männer stellen, die Väter werden wollen? Etwa: Wie präsent will ich sein? Wie teilen wir Verantwortung von Anfang an? In dieser Folge ist Journalistin und Host Bigna Silberschmidt im Gespräch mit Nicole Ochsenbein-Kölble, Klinikdirektorin der Klinik für Geburtshilfe am Universitätsspital Zürich, und Ueli Kunz, Leiter der Fachstelle Niudad und Väterbildner. Sie reden darüber, wie der weibliche Körper in der Schwangerschaft reagiert – und inwiefern auch das Alter eine Rolle spielt. Zudem zeigen sie, in welchem Spannungsfeld sich Väter heute bewegen und warum es für diese so wichtig ist, frühzeitig Unterstützung zu suchen und auch anzunehmen. Ein Gespräch über körperliche Veränderungen, postpartale Depressionen, unausgesprochene Ängste, Rollenbilder – und darüber, was jede und jeder tun kann, damit Elternschaft leichter wird.
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04.05.2026
42 Minuten
Warum sterben zwei- bis dreimal mehr Männer durch Suizid, obwohl Depressionen bei Frauen doppelt so häufig diagnostiziert werden? Ein wichtiger Risikofaktor für Suizid ist eine Depression – und bei Männern zeigt sich diese oft anders: nicht durch Traurigkeit, sondern durch Gereiztheit, Aggressivität oder Substanzkonsum. Deshalb bleiben diese «maskierten Depressionen» häufig unerkannt. Es gibt konkrete Wege, wie die mentale Gesundheit gestärkt werden kann. In dieser Episode erklärt Prof. Dr. Andreas Walther, Psychologe und Professor für Psychotherapie-Forschung an der Universität Graz, warum Männer seltener Hilfe suchen und was es braucht, damit sie es tun. Prof. Dr. Undine Lang, Klinikdirektorin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, zeigt, wie Bewegung, Ernährung und soziale Kontakte die mentale Gesundheit aller Geschlechter stärken – und wo die genderspezifische Forschung noch Lücken hat. Ein Gespräch über hartnäckige Mythen und darüber, was jede und jeder von uns für das eigene Wohlbefinden tun kann.
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20.04.2026
42 Minuten
Schlafen klingt einfach. Augen zu, Gedanken aus, erholt aufwachen. Doch was nachts wirklich passiert – und warum das nicht für alle gleich abläuft –, ist alles andere als selbstverständlich. Frauen leiden häufiger an Schlafstörungen als Männer. Männer schnarchen öfter und haben ein höheres Risiko für Schlafapnoe. Hormone, Mental Load, gesellschaftliche Erwartungen – sie alle beeinflussen, wie gut wir schlafen. Doch wer das nicht weiss, behandelt falsch oder gar nicht. In dieser Folge taucht Bigna Silberschmidt mit Dr. habil. Christine Blume, Schlafforscherin, Psychologin und Dozentin an der Universität Basel, tief in die Welt des Schlafs ein. Warum brauchen wir überhaupt Schlaf – und wie viel davon? Was steckt hinter dem Begriff «Gender Sleep Gap»? Wie können Männer Schlafapnoe vorbeugen und warum wird die Erkrankung bei Frauen oft zu spät erkannt? Dr. habil. Christine Blume erklärt, weshalb Stress der grösste Feind unseres Schlafs ist, wie Hormone den Schlaf im Laufe des Zyklus beeinflussen und warum beim Schnarchen Hormone und Anatomie eine Rolle spielen. Sie spricht über Chronotypen – Eulen und Lerchen –, über Schlaftracker, die helfen oder stressen können, und darüber, was es mit «Sleep Divorce» auf sich hat. Und sie gibt konkrete Tipps: Was hilft wirklich bei Schlafproblemen – und wann sollte man sich professionelle Unterstützung holen? Ein Gespräch über eine wichtige Gesundheitsfrage - mit überraschend vielen Geschlechterunterschieden.
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13.04.2026
43 Minuten
Hormone steuern unseren Körper ein Leben lang – von den ersten Lebensmonaten bis ins hohe Alter. Doch sie wirken nicht bei allen gleich. Herzinfarkte, Osteoporose, Impfreaktionen – sind je nach Geschlecht unterschiedlich häufig und äussern sich anders. Wer das nicht weiss, diagnostiziert zu spät, behandelt falsch. Das kann Leben kosten. In dieser Folge erklärt Dr. med. Uchenna Kennedy, Kinderchirurgin am Universitären Kinderspital Zürich, wie bereits kurz nach der Geburt hormonelle Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sichtbar werden. Dr. med. Susanna Weidlinger, Gynäkologin und Expertin für hormonelle Gesundheit am Inselspital Bern, zeigt, warum Osteoporose gefährlicher ist als Brustkrebs – und trotzdem kaum behandelt wird. Ein Gespräch über stille Gefahren, hartnäckige Wissenslücken – und darüber, was jede und jeder von uns tun kann.
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Über diesen Podcast
«In der Medizin ist eine ungleiche Behandlung der Geschlechter oft
gesünder – sie kann sogar Leben retten» – so beginnt Journalistin
und Host Bigna Silberschmidt den Podcast. Was provokativ klingt,
ist Realität: Herzinfarkte etwa werden bei Frauen häufiger
übersehen, und physische Symptome weniger ernst genommen. Bei
Männern bleiben Magersucht und Osteoporose häufig unerkannt,
Depressionen werden spät diagnostiziert. Und Medikamente? Wirken
nicht bei allen Menschen gleich. Das kann schwerwiegende Folgen
haben. Der Podcast zeigt, wie Fortschritte erzielt werden können
und wie eine Medizin, die Unterschiede ernst nimmt, allen
zugutekommt. Habt ihr Fragen, die ihr Bigna Silberschmidt mitgeben
wollt oder eine spannende Anekdote zu erzählen? Schreibt ihr auf
Instagram: www.instagram.com/bignasilberschmidt/ oder schickt uns
ein Mail an kontakt@uebergendermedizin.ch. Dieser Wissenspodcast
ist nur möglich dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Philas
Foundation. Die Stiftung setzt sich ein für eine
geschlechtersensible Medizin. www.philas-foundation.ch Moderation
und Redaktion: Bigna Silberschmidt Eine Produktion von FatzerImbach
AG www.fatzerimbach.ch
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