Podcaster
Episoden
01.07.2026
22 Minuten
Feel it all.Der sexualtherapeutische Podcast mit Miriam Pietras.
Content Note:
Diese Folge beinhaltet Themen, die möglicherweise belastend oder triggernd sein können:Sexueller Missbrauch, Machtmissbrauch, Trauma, Selbstverletzung, Suizid
In dieser Folge spreche ich darüber, was Konsens mit Trauma zu tun haben kann – und warum gerade die Einwilligung eine schwierige Erfahrung so besonders schwer machen kann.
Diese Folge ist der zweite Teil meiner Reihe über Konsens. Ich empfehle, zuerst die vorherige Folge zu hören, da ich inhaltlich auf dem dort entwickelten Argument aufbaue. Die zentrale These: Traumatische sexuelle Erfahrungen sind ungleich schwieriger zu bearbeiten, wenn sie mit Konsens assoziiert sind, wenn Betroffene also in irgendeiner Weise eingewilligt haben. Nicht obwohl, sondern gerade deshalb.
Am Fallbeispiel einer jungen Frau, die als 17-Jährige eine sexuelle Beziehung zu einem Lehrer führte, zeige ich, wie tief diese Ambivalenz reicht. Die Erfahrung war verletzend und machtungleich, und gleichzeitig in ihrer eigenen Wahrnehmung gewollt, vielleicht sogar selbst initiiert. Genau diese Uneindeutigkeit macht es so schwer, das Erlebte einzuordnen und die Deutungshoheit darüber zurückzugewinnen.
Theoretisch ordne ich das mit Foucaults Konzept der Gouvernementalität ein: Konsens ist nicht nur ein persönliches Prinzip sondern ein neoliberales Konzept. Er verschiebt die Verantwortung für sexuelle Sicherheit vom System auf das Individuum. Wer in Sex eingewilligt hat, der nicht vollständig gewollt war, gilt in dieser Logik als gescheitert. Das ist zynisch. Und es erklärt, warum so viele Betroffene die Schuld bei sich selbst suchen.
Am Ende geht es um therapeutische Orientierung: Wie lässt sich mit Betroffenen arbeiten, ohne in die Falle der Responsibilisierung zu tappen? Drei Schritte skizziere ich dabei. Vom Anerkennen des Schmerzes über das Verstehen des Kontexts bis zur langsamen Arbeit an einem greifbaren Narrativ. Denn was Betroffene brauchen, ist nicht der gut gemeinte Satz „Es war nicht deine Schuld." Was sie brauchen, ist jemand, der die Komplexität des Erlebten wirklich aushält und versteht.
Weitere Folgen und Themen findest du hier im Podcast.
Wenn du Fragen hast oder Gedanken zur Folge teilen möchtest, schreib sie gerne in die Kommentare.
Mehr über mich und meine Praxis erfährst du hier:
https://miriampietras.de/
Ich organisiere außerdem Systemische Selbsterfahrung & Yoga Retreats:
https://yoga.feel-it-all.de/
Wenn du mit mir im Kontakt bleiben möchtest, geht das über meinen Newsletter:
https://miriampietras.de/#newsletter
Keywords: Trauma, Konsens, Schuld, Scham, sexueller Missbrauch, Sexualtherapie, Responsibilisierung, Uneindeutigkeit, Deutungshoheit, Gouvernementalität, systemische Therapie, Feel it all, Miriam Pietras
Content Note:
Diese Folge beinhaltet Themen, die möglicherweise belastend oder triggernd sein können:Sexueller Missbrauch, Machtmissbrauch, Trauma, Selbstverletzung, Suizid
In dieser Folge spreche ich darüber, was Konsens mit Trauma zu tun haben kann – und warum gerade die Einwilligung eine schwierige Erfahrung so besonders schwer machen kann.
Diese Folge ist der zweite Teil meiner Reihe über Konsens. Ich empfehle, zuerst die vorherige Folge zu hören, da ich inhaltlich auf dem dort entwickelten Argument aufbaue. Die zentrale These: Traumatische sexuelle Erfahrungen sind ungleich schwieriger zu bearbeiten, wenn sie mit Konsens assoziiert sind, wenn Betroffene also in irgendeiner Weise eingewilligt haben. Nicht obwohl, sondern gerade deshalb.
Am Fallbeispiel einer jungen Frau, die als 17-Jährige eine sexuelle Beziehung zu einem Lehrer führte, zeige ich, wie tief diese Ambivalenz reicht. Die Erfahrung war verletzend und machtungleich, und gleichzeitig in ihrer eigenen Wahrnehmung gewollt, vielleicht sogar selbst initiiert. Genau diese Uneindeutigkeit macht es so schwer, das Erlebte einzuordnen und die Deutungshoheit darüber zurückzugewinnen.
Theoretisch ordne ich das mit Foucaults Konzept der Gouvernementalität ein: Konsens ist nicht nur ein persönliches Prinzip sondern ein neoliberales Konzept. Er verschiebt die Verantwortung für sexuelle Sicherheit vom System auf das Individuum. Wer in Sex eingewilligt hat, der nicht vollständig gewollt war, gilt in dieser Logik als gescheitert. Das ist zynisch. Und es erklärt, warum so viele Betroffene die Schuld bei sich selbst suchen.
Am Ende geht es um therapeutische Orientierung: Wie lässt sich mit Betroffenen arbeiten, ohne in die Falle der Responsibilisierung zu tappen? Drei Schritte skizziere ich dabei. Vom Anerkennen des Schmerzes über das Verstehen des Kontexts bis zur langsamen Arbeit an einem greifbaren Narrativ. Denn was Betroffene brauchen, ist nicht der gut gemeinte Satz „Es war nicht deine Schuld." Was sie brauchen, ist jemand, der die Komplexität des Erlebten wirklich aushält und versteht.
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18.06.2026
27 Minuten
Feel it all.Der sexualtherapeutische Podcast mit Miriam Pietras.
Content Note:
Diese Folge beinhaltet Themen, die möglicherweise belastend oder triggernd sein können: Sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch, Trauma, geschlechtsspezifische Gewalt, Femizid.
In dieser Folge spreche ich über Konsens. Ein Konzept, das in sexueller Bildung, Sexualpädagogik und sexual therapeutischen Kontexten gerade überall als Lösung für faire, gerechte und freie Sexualität gehandelt wird. Und das, wie ich finde, erstaunlich wenig hinterfragt wird.
Das ist eine Theoriefolge. Ich nehme das Konsenskonzept mit einer systemisch-kritischen Perspektive unter die Lupe. Das bedeutet: Es wird wirklich theoretisch. Sorry dafür :/
Ausgangspunkt sind drei klinische Fallbeispiele aus meiner Praxis. Menschen, die unter sexuellen Erlebnissen leiden – nicht weil sie unter Zwang oder Gewaltanwendung stattfanden, sondern obwohl sie eingewilligt haben. Oder vielleicht genauer: gerade deshalb. Diese Spannung möchte ich ernst nehmen und sie systemisch durchdenken.
Systemisch betrachtet ist Konsens kein unschuldiges Konzept. Kommunikation verläuft nicht linear, sondern zirkulär. Sexuelle Skripte – kulturelle Narrative, die tief in uns eingeschrieben sind – strukturieren, was als selbstverständlich gilt. Und Einwilligen und Nicht-Einwilligen sind keine gleichwertigen Wahlmöglichkeiten: Sie sind eingebettet in asymmetrische Machtgefälle, die reale und manchmal bedrohliche Konsequenzen haben.
Am Ende schlage ich vor, den Fokus zu verschieben: weg von Konsens als juridischer Kategorie, hin zur Frage nach sexuellem Wohlbefinden. War das Sex, der sich für mich richtig angefühlt hat? Bei dem mein Begehren tatsächlich eine Rolle gespielt hat? Das Konzept ist fragil und normativ, aber möglicherweise das Beste, was wir gerade haben.
Die zweite Folge zu diesem Thema erscheint in zwei Wochen.
Weitere Folgen und Themen findest du hier im Podcast.
Wenn du Fragen hast oder Gedanken zur Folge teilen möchtest, schreib sie gerne in die Kommentare.
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Keywords: Konsens, Sexualität, Sexualtherapie, Systemtheorie, Machtstrukturen, sexuelle Skripte, Feminismus, Sexualmoral, Begehren, systemische Therapie, Wohlbefinden, Feel it all, Miriam Pietras
Content Note:
Diese Folge beinhaltet Themen, die möglicherweise belastend oder triggernd sein können: Sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch, Trauma, geschlechtsspezifische Gewalt, Femizid.
In dieser Folge spreche ich über Konsens. Ein Konzept, das in sexueller Bildung, Sexualpädagogik und sexual therapeutischen Kontexten gerade überall als Lösung für faire, gerechte und freie Sexualität gehandelt wird. Und das, wie ich finde, erstaunlich wenig hinterfragt wird.
Das ist eine Theoriefolge. Ich nehme das Konsenskonzept mit einer systemisch-kritischen Perspektive unter die Lupe. Das bedeutet: Es wird wirklich theoretisch. Sorry dafür :/
Ausgangspunkt sind drei klinische Fallbeispiele aus meiner Praxis. Menschen, die unter sexuellen Erlebnissen leiden – nicht weil sie unter Zwang oder Gewaltanwendung stattfanden, sondern obwohl sie eingewilligt haben. Oder vielleicht genauer: gerade deshalb. Diese Spannung möchte ich ernst nehmen und sie systemisch durchdenken.
Systemisch betrachtet ist Konsens kein unschuldiges Konzept. Kommunikation verläuft nicht linear, sondern zirkulär. Sexuelle Skripte – kulturelle Narrative, die tief in uns eingeschrieben sind – strukturieren, was als selbstverständlich gilt. Und Einwilligen und Nicht-Einwilligen sind keine gleichwertigen Wahlmöglichkeiten: Sie sind eingebettet in asymmetrische Machtgefälle, die reale und manchmal bedrohliche Konsequenzen haben.
Am Ende schlage ich vor, den Fokus zu verschieben: weg von Konsens als juridischer Kategorie, hin zur Frage nach sexuellem Wohlbefinden. War das Sex, der sich für mich richtig angefühlt hat? Bei dem mein Begehren tatsächlich eine Rolle gespielt hat? Das Konzept ist fragil und normativ, aber möglicherweise das Beste, was wir gerade haben.
Die zweite Folge zu diesem Thema erscheint in zwei Wochen.
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04.06.2026
28 Minuten
Feel it all. Der sexualtherapeutische Podcast mit Miriam Pietras.
In dieser Folge spreche ich über Erektionsstörungen – eines der häufigsten und gleichzeitig meist verschwiegenen Themen, die mir in meiner Praxis begegnen. Ich beleuchte, was hinter dem Begriff der sogenannten erektilen Dysfunktion steckt und warum die rein pharmakologische Rahmung des Themas so vieles ausblendet.
Ich erkläre die physiologischen Grundlagen einer Erektion, benenne mögliche körperliche und psychische Ursachen und warum diese Trennung in der Praxis meist gar nicht so klar zu ziehen ist. Dabei gehe ich auf den klassischen Teufelskreis der Erwartungsangst ein – einen Mechanismus, den Masters & Johnson bereits in den 1970er Jahren beschrieben haben und der bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat.
Ein besonderes Augenmerk lege ich auf die gesellschaftskritische Dimension: Welche Konzepte von Männlichkeit und Potenz stecken dahinter? Warum ist das Ausbleiben einer Erektion kulturell so aufgeladen und wird zur Identitätsfrage? Und welche sexuellen Skripte – etwa die Gleichsetzung von Sex mit Penetration – tragen dazu bei, dass das Symptom überhaupt erst so viel Druck entfalten kann?
Anhand eines Fallbeispiels aus meiner Praxis zeige ich, wie sich Erwartungsangst, Schweigen und Beziehungsdynamiken gegenseitig verstärken können – und was es braucht, um den Kreislauf zu unterbrechen. Außerdem gebe ich konkrete Impulse: von der medizinischen Abklärung über das Herausnehmen von Druck bis hin zu Übungen wie Sensate Focus.
Weitere Folgen und Themen findest du hier im Podcast.
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Ich organisiere außerdem Systemische Selbsterfahrung & Yoga Retreats: Feel It All
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In dieser Folge spreche ich über Erektionsstörungen – eines der häufigsten und gleichzeitig meist verschwiegenen Themen, die mir in meiner Praxis begegnen. Ich beleuchte, was hinter dem Begriff der sogenannten erektilen Dysfunktion steckt und warum die rein pharmakologische Rahmung des Themas so vieles ausblendet.
Ich erkläre die physiologischen Grundlagen einer Erektion, benenne mögliche körperliche und psychische Ursachen und warum diese Trennung in der Praxis meist gar nicht so klar zu ziehen ist. Dabei gehe ich auf den klassischen Teufelskreis der Erwartungsangst ein – einen Mechanismus, den Masters & Johnson bereits in den 1970er Jahren beschrieben haben und der bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat.
Ein besonderes Augenmerk lege ich auf die gesellschaftskritische Dimension: Welche Konzepte von Männlichkeit und Potenz stecken dahinter? Warum ist das Ausbleiben einer Erektion kulturell so aufgeladen und wird zur Identitätsfrage? Und welche sexuellen Skripte – etwa die Gleichsetzung von Sex mit Penetration – tragen dazu bei, dass das Symptom überhaupt erst so viel Druck entfalten kann?
Anhand eines Fallbeispiels aus meiner Praxis zeige ich, wie sich Erwartungsangst, Schweigen und Beziehungsdynamiken gegenseitig verstärken können – und was es braucht, um den Kreislauf zu unterbrechen. Außerdem gebe ich konkrete Impulse: von der medizinischen Abklärung über das Herausnehmen von Druck bis hin zu Übungen wie Sensate Focus.
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21.05.2026
49 Minuten
Feel it all.Der sexualtherapeutische Podcast mit Miriam Pietras.
Content Note:
Diese Folge beinhaltet Themen, die möglicherweise belastend oder triggernd sein können: Depression, psychische Erkrankung, Suizidgedanken
In dieser Folge spreche ich über Depressionen – wie sie sich wirklich anfühlen, was sie mit Sexualität zu tun haben, warum sie entstehen und was tatsächlich helfen kann.
Depression ist weit mehr als Traurigkeit. Viele Betroffene beschreiben keine ausgeprägte Traurigkeit, sondern etwas, das sich noch schwerer anfühlt: eine alles durchdringende Leere, die Welt wie hinter Milchglas, eine Erschöpfung, die selbst das Aufstehen zur Herausforderung macht. Dinge, die früher Freude gemacht haben, kommen einfach nicht mehr im Gefühl an. Ich beschreibe in dieser Folge das subjektive Erleben von Depression – körperlich, kognitiv, emotional – und warum das Gehirn in der Depression keine verlässliche Wahrnehmung der Wirklichkeit mehr liefert.
Depression und Sexualität hängen enger zusammen als oft gedacht. Lustlosigkeit ist häufig das erste oder einzige Symptom, das Menschen in meine Praxis bringt – und erst dann zeigt sich, dass das eigentliche Thema tiefer liegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Antidepressiva Libidoverlust als Nebenwirkung haben. Der Umweg über das sexuelle Symptom führt mich deshalb nicht selten zu einem komplexeren Gesamtbild.
Was liegt hinter Depressionen? Ich beschäftige mich mit dem Zusammenhang von unterdrückter Wut und Depression – einem Phänomen, das bereits Freud beschrieb: Feindseligkeit, die eigentlich einem anderen gilt, wird gegen das Selbst gewendet. Auch Entwicklungs- und Bindungstraumata, überprotektive Erziehungsstile und Loyalitätskonflikte innerhalb der Herkunftsfamilie können depressive Erlebnisweisen begünstigen. Erich Fromm kommt hier ebenfalls zu Wort – mit seiner These, dass wer in einer zerstörerischen Gesellschaft symptomfrei funktioniert, möglicherweise die Gesündere von beiden ist.
Der zweite Teil der Folge widmet sich konkreten Schritten: Was hilft wirklich – und was eher nicht? Ich spreche über die Wirksamkeit von Bewegung, echter sozialer Verbindung und körperlichen Grundbedürfnissen. Und ich erkläre, warum Dankbarkeitstagebücher, positives Denken und das Reden über Probleme nicht nur oft wirkungslos sind, sondern manchmal das Gegenteil bewirken. Am Ende steht eine Einladung: die eigene Wut besser kennenzulernen – weil Wut das Gegenteil von depressiver Lähmung ist und genau dort in Bewegung bringt, wo alles feststeckt.
Telefonseelsorge: 0800 1110111 (kostenlos, 24/7)
Weitere Folgen und Themen findest du hier im Podcast.
Wenn du Fragen hast oder Gedanken zur Folge teilen möchtest, schreib sie gerne in die Kommentare.
Mehr über mich und meine Praxis erfährst du hier:
https://miriampietras.de/
Ich organisiere außerdem Systemische Selbsterfahrung & Yoga Retreats:
https://yoga.feel-it-all.de/
Wenn du mit mir im Kontakt bleiben möchtest, geht das über meinen Newsletter:
https://miriampietras.de/#newsletter
Keywords: Depression, Sexualität, Lustlosigkeit, Wut, Anhedonie, Bindungstrauma, Emotionsregulation, psychische Gesundheit, Antidepressiva, Einsamkeit, systemische Therapie, Sexualtherapie, Feel it all, Miriam Pietras
Content Note:
Diese Folge beinhaltet Themen, die möglicherweise belastend oder triggernd sein können: Depression, psychische Erkrankung, Suizidgedanken
In dieser Folge spreche ich über Depressionen – wie sie sich wirklich anfühlen, was sie mit Sexualität zu tun haben, warum sie entstehen und was tatsächlich helfen kann.
Depression ist weit mehr als Traurigkeit. Viele Betroffene beschreiben keine ausgeprägte Traurigkeit, sondern etwas, das sich noch schwerer anfühlt: eine alles durchdringende Leere, die Welt wie hinter Milchglas, eine Erschöpfung, die selbst das Aufstehen zur Herausforderung macht. Dinge, die früher Freude gemacht haben, kommen einfach nicht mehr im Gefühl an. Ich beschreibe in dieser Folge das subjektive Erleben von Depression – körperlich, kognitiv, emotional – und warum das Gehirn in der Depression keine verlässliche Wahrnehmung der Wirklichkeit mehr liefert.
Depression und Sexualität hängen enger zusammen als oft gedacht. Lustlosigkeit ist häufig das erste oder einzige Symptom, das Menschen in meine Praxis bringt – und erst dann zeigt sich, dass das eigentliche Thema tiefer liegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Antidepressiva Libidoverlust als Nebenwirkung haben. Der Umweg über das sexuelle Symptom führt mich deshalb nicht selten zu einem komplexeren Gesamtbild.
Was liegt hinter Depressionen? Ich beschäftige mich mit dem Zusammenhang von unterdrückter Wut und Depression – einem Phänomen, das bereits Freud beschrieb: Feindseligkeit, die eigentlich einem anderen gilt, wird gegen das Selbst gewendet. Auch Entwicklungs- und Bindungstraumata, überprotektive Erziehungsstile und Loyalitätskonflikte innerhalb der Herkunftsfamilie können depressive Erlebnisweisen begünstigen. Erich Fromm kommt hier ebenfalls zu Wort – mit seiner These, dass wer in einer zerstörerischen Gesellschaft symptomfrei funktioniert, möglicherweise die Gesündere von beiden ist.
Der zweite Teil der Folge widmet sich konkreten Schritten: Was hilft wirklich – und was eher nicht? Ich spreche über die Wirksamkeit von Bewegung, echter sozialer Verbindung und körperlichen Grundbedürfnissen. Und ich erkläre, warum Dankbarkeitstagebücher, positives Denken und das Reden über Probleme nicht nur oft wirkungslos sind, sondern manchmal das Gegenteil bewirken. Am Ende steht eine Einladung: die eigene Wut besser kennenzulernen – weil Wut das Gegenteil von depressiver Lähmung ist und genau dort in Bewegung bringt, wo alles feststeckt.
Telefonseelsorge: 0800 1110111 (kostenlos, 24/7)
Weitere Folgen und Themen findest du hier im Podcast.
Wenn du Fragen hast oder Gedanken zur Folge teilen möchtest, schreib sie gerne in die Kommentare.
Mehr über mich und meine Praxis erfährst du hier:
https://miriampietras.de/
Ich organisiere außerdem Systemische Selbsterfahrung & Yoga Retreats:
https://yoga.feel-it-all.de/
Wenn du mit mir im Kontakt bleiben möchtest, geht das über meinen Newsletter:
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Keywords: Depression, Sexualität, Lustlosigkeit, Wut, Anhedonie, Bindungstrauma, Emotionsregulation, psychische Gesundheit, Antidepressiva, Einsamkeit, systemische Therapie, Sexualtherapie, Feel it all, Miriam Pietras
Mehr
07.05.2026
36 Minuten
In dieser Episode von "Feel it all" spreche ich überdas Thema Stress und seine Verbindung zur Sexualität. Diesmal nicht allein,sondern mit der wunderbaren Paula Klisiewicz.
Ich werfe einen kritischen Blick auf die individualisierte Betrachtung von Stress und betone die Notwendigkeit, die sozialen und strukturellen Bedingungen zu berücksichtigen, die Stress verursachen. Ich diskutiere dann, wie Stress in der modernen Gesellschaft als individuelles Versagen dargestellt wird, obwohl es ein systemisches Problem ist. Außerdem beleuchte ich die physiologischen Auswirkungen von Stress auf den Körper und die Sexualität und erkläre, wie Stress sowohl das sexuelle Verlangen hemmen als auch als Ventil zur Stressbewältigung dienen kann. Abschließend schaue ich dennoch auf die individuellen Optionen, die wir möglicherweise haben.
Infos zu Paula und ihrer Arbeit findest du hier: https://www.paulaklisiewicz.de/
Mehr über die Retreats erfährst du hier: Feel It All
Meine Praxis ist hier zu finden: miriampietras.de
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Ich werfe einen kritischen Blick auf die individualisierte Betrachtung von Stress und betone die Notwendigkeit, die sozialen und strukturellen Bedingungen zu berücksichtigen, die Stress verursachen. Ich diskutiere dann, wie Stress in der modernen Gesellschaft als individuelles Versagen dargestellt wird, obwohl es ein systemisches Problem ist. Außerdem beleuchte ich die physiologischen Auswirkungen von Stress auf den Körper und die Sexualität und erkläre, wie Stress sowohl das sexuelle Verlangen hemmen als auch als Ventil zur Stressbewältigung dienen kann. Abschließend schaue ich dennoch auf die individuellen Optionen, die wir möglicherweise haben.
Infos zu Paula und ihrer Arbeit findest du hier: https://www.paulaklisiewicz.de/
Mehr über die Retreats erfährst du hier: Feel It All
Meine Praxis ist hier zu finden: miriampietras.de
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Über diesen Podcast
FEEL IT ALL ist ein Podcast über die systemische Arbeit mit
Sexualität. Ich bin Miriam Pietras, Sexualwissenschaftlerin und
Systemische Therapeutin mit eigener Praxis für Sexualtherapie &
Sexuologie. Alle zwei Wochen spreche ich über häufige Symptome,
Praxisfälle und Veränderungsimpulse. Ob du selbst betroffen bist,
therapeutisch arbeitest oder dich die menschliche Psyche
fasziniert, dieser Podcast nimmt dich mit auf die Couch und lädt
zum kritisch-systemischen Denken ein.
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