Podcaster
Episoden
24.07.2026
56 Minuten
Sich mit H. P. Lovecraft zu beschäftigen, heißt auch: sich mit seinem Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzen. Der wird besonders greifbar in seinen Briefen, und hier vor allem in den Anfangstagen seiner Aktivitäten im Amateurjournalismus. Im Zentrum dieses Podcasts steht die „Kontroverse“ zwischen Lovecraft und seinen Kollegen Charles D. Isaacson (1891 – 1936) und James Ferdinand Morton (1870 – 1941). Es handelt es sich um eine typische Pressefehde, bei der Lovecraft Isaacson nicht nur angeht, weil dieser den Dichter Walt Whitman lobt, sondern, weil Isaacson schlicht und einfach Jude ist. Wir erleben einen äußerst bornierten Lovecraft, der sich auf sein eigenes Milieu der East Side in Providence beruft und absonderliche Anekdoten aus der Historie bemüht, um seinen Antisemitismus in irgendeiner Art und Weise zu rechtfertigen. Isaacson erhält Schützenhilfe von dem älteren Morton, der Lovecraft beredt auf seine Unzulänglichkeiten hinweist. Da sich Lovecraft und Morton später anfreunden sollten – und jener sich dann teilweise von seinen jugendlichen Äußerungen distanzierte – ist davon auszugehen, dass die Kontroverse nicht umsonst war, jedenfalls nicht um ihrer selbst willen geführt wurde.
Einen harten Einschnitt bedeuten die Sprünge zu den „leichteren“ Themen, die Lovecraft in den Briefen anspricht: Kino, Filme oder seine „Impromptu“-Art des Komponierens von Gelegenheitsgedichten.
Wir besprechen die Selected Letters Nr. 6 bis Nr. 10, die Lovecraft im Sommer, Herbst und Winter 1915 an Reinhart Kleiner schickte.
Einen harten Einschnitt bedeuten die Sprünge zu den „leichteren“ Themen, die Lovecraft in den Briefen anspricht: Kino, Filme oder seine „Impromptu“-Art des Komponierens von Gelegenheitsgedichten.
Wir besprechen die Selected Letters Nr. 6 bis Nr. 10, die Lovecraft im Sommer, Herbst und Winter 1915 an Reinhart Kleiner schickte.
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11.07.2026
34 Minuten
In dieser Episode unseres Lovecraft-Podcasts beschäftigen wir uns mit drei Briefen aus dem Jahr 1915. Der erste, und längste, ist an Maurice W. Moe gerichtet und H. P. Lovecraft erweist sich hier als Ahnenforscher in eigener Sache: Er beleuchtet die Hintergründe der Familien Lovecraft und Phillips. Ferner erzählt er aus seiner Kindheit, erste Lektüre von Sagen und Märchen und die daraus resultierenden Eindrücke; Astronomie, frühe Zeitungsbeiträge und Musik sind weitere Themen, die er hier anschneidet. (To Maurice W. Moe. 01.01.1915)
Ein weiterer Brief an Moe schildert, wie der Vater, Winfield Scott Lovecraft (1853 – 1898), der aus einer anglikanischen Kirchentradition stammte, in die typische Yankee-Familie der Phillips heiratete. Lovecraft blieb indes religiös unbeeindruckt. Der Brief endet mit dem Bekenntnis zu einer Mischung zwischen Pantheismus und Rationalismus oder auch zum Agnostizismus: „Ich bestätige nichts, aber ich leugne auch nichts.“ (To Maurice W. Moe. 16.01.1915)
Der letzte Brief richtet sich an Reinhart Kleiner und ist ein weiteres Bekenntnis Lovecrafts zum Geist des 18. Jahrhunderts, vornehmlich englischer Prägung. Außerdem lesen wir hier erstmals den Namen des Dichters Samuel Loveman (1887 – 1976) – der nachher noch ein Freund und Wegbegleiter Lovecrafts werden sollte, insbesondere währen der New Yorker Zeit. (To Reinhart Kleiner. 28.03.1915)
Ein weiterer Brief an Moe schildert, wie der Vater, Winfield Scott Lovecraft (1853 – 1898), der aus einer anglikanischen Kirchentradition stammte, in die typische Yankee-Familie der Phillips heiratete. Lovecraft blieb indes religiös unbeeindruckt. Der Brief endet mit dem Bekenntnis zu einer Mischung zwischen Pantheismus und Rationalismus oder auch zum Agnostizismus: „Ich bestätige nichts, aber ich leugne auch nichts.“ (To Maurice W. Moe. 16.01.1915)
Der letzte Brief richtet sich an Reinhart Kleiner und ist ein weiteres Bekenntnis Lovecrafts zum Geist des 18. Jahrhunderts, vornehmlich englischer Prägung. Außerdem lesen wir hier erstmals den Namen des Dichters Samuel Loveman (1887 – 1976) – der nachher noch ein Freund und Wegbegleiter Lovecrafts werden sollte, insbesondere währen der New Yorker Zeit. (To Reinhart Kleiner. 28.03.1915)
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21.06.2026
40 Minuten
In diesem Arkham Insiders Podcast beginnen wir mit Lovecrafts Briefen. Los geht es mit einer Notiz an seine Mutter – ein Gedicht, in dem Lovecraft verkündet, dass er sie nicht zum Thanksgiving-Fest bei Tante Lillie begleiten, sondern den Tag verschlafen werde … Eine kleine, witzige Episode aus Lovecrafts „blank period“. (To Sarah Phillips Lovecraft. 30.11.1911)
Das zweite Schreiben transportiert uns dann einige Jahre weiter: Lovecraft hat bereits Fühlung mit dem Amateurjournalismus aufgenommen und richtet sich hier an seinen neuen Bekannten Maurice W. Moe (1882 – 1940), ein Zeitgenosse und lebenslanger Korrespondent, den wir etwas ausführlicher vorstellen. Der Brief selbst dreht sich um zwei Themen. Zum einen reagiert Lovecraft auf Moes Kritik an seiner konsequenten Benutzung des „heroischen Paarreims“. Zum anderen berichtet Lovecraft, wie er eine Pressefehde mit dem astrologischen „Scharlatan“ Joachim Friedrich Hartmann austrägt auf den Seiten der Providence Evening News. (To Maurice W. Moe. 8.12.1914)
Quellen: Die verwendete Edition der Briefe (Selected Letters Bd. 1, Arkham House 1965) ist im Internet Archive zu finden (https://archive.org). Zu Lovecrafts dichterischer Herangehensweise und seinem sehr mechanischen Stil empfehlen wir das 7. Kapitel („Metrical Mechanic“),von S. T. Joshis Lovecraft-Biografie I Am Providence, die auf Deutsch unter dem Titel H. P. Lovecraft. Leben und Werk im Golkonda Verlag erschienen ist. Wer sich für die Pressefehde mit Hartmann interessiert, findet dieselbe vollständig dokumentiert in dem Band H. P. Lovecraft. Collected Essays. Volume 3: Science (Hippocampus Press 2005).
Das zweite Schreiben transportiert uns dann einige Jahre weiter: Lovecraft hat bereits Fühlung mit dem Amateurjournalismus aufgenommen und richtet sich hier an seinen neuen Bekannten Maurice W. Moe (1882 – 1940), ein Zeitgenosse und lebenslanger Korrespondent, den wir etwas ausführlicher vorstellen. Der Brief selbst dreht sich um zwei Themen. Zum einen reagiert Lovecraft auf Moes Kritik an seiner konsequenten Benutzung des „heroischen Paarreims“. Zum anderen berichtet Lovecraft, wie er eine Pressefehde mit dem astrologischen „Scharlatan“ Joachim Friedrich Hartmann austrägt auf den Seiten der Providence Evening News. (To Maurice W. Moe. 8.12.1914)
Quellen: Die verwendete Edition der Briefe (Selected Letters Bd. 1, Arkham House 1965) ist im Internet Archive zu finden (https://archive.org). Zu Lovecrafts dichterischer Herangehensweise und seinem sehr mechanischen Stil empfehlen wir das 7. Kapitel („Metrical Mechanic“),von S. T. Joshis Lovecraft-Biografie I Am Providence, die auf Deutsch unter dem Titel H. P. Lovecraft. Leben und Werk im Golkonda Verlag erschienen ist. Wer sich für die Pressefehde mit Hartmann interessiert, findet dieselbe vollständig dokumentiert in dem Band H. P. Lovecraft. Collected Essays. Volume 3: Science (Hippocampus Press 2005).
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07.06.2026
33 Minuten
Die Geschichte um den weirden Theologen an der eigenen Universität war unwiderstehlich. Kopfschüttelnd las sie sich in seine verrückten Publikationen ein. Anfangs schienen sie sinnvoll zu sein, aber dann, auf den letzten Seiten von diesem Buch mit dem super geschwollenen Titel – hey, sie musste keine alten Sprachen können, um zu sehen, dass „fthagn“ ja wohl kein Wort war, sondern ein absurder Tippfehler. Wie konnte man den übersehen? Okay, gab halt keine Rechtschreibkorrektur damals. Und diese Schilderungen obszöner Rituale und blasphemischer Praktiken, dieser infantile Hokuspokus, die Adjektive und Satzkaskaden, die rhetorische Sahnetorte, dieser ganze wahnsinnige Hoax! So ein geiles Thema konnte man sich doch nicht entgehen lassen?! Ihre Professorin, die berühmte Kulturwissenschaftlerin Marta Beatriz Sánchez del Castillo, die gerade erst von der Universidad Villareal de los Infantes nach Ingolstadt gewechselt war, wäre bestimmt begeistert. Die stand auf Pulp.
Es geht weiter mit einer Story zum Thema „verfluchte Kopierer“, diesmal: „Xerox“ mit dem Untertitel „Thinking of Howard Phillips Lovecraft“. Hier dient ein Kopiergerät als unheimlicher Mittler zwischen einem (verstorbenen) Theologieprofessor und einer jungen Studentin, die eben jenen zum Thema ihrer Masterarbeit macht. Dabei kommt es zum Spannungsverhältnis auf verschiedenen Zeitebenen und zum Kontrast unterschiedlicher wissenschaftlicher Herangehensweisen. Beide Problematiken löst der Autor – nicht ohne anspielungsreichen Witz – in einer denkwürdigen Kellerszene im Altbau der Katholischen Theologie an der Universität Ingolstadt auf.
Es geht weiter mit einer Story zum Thema „verfluchte Kopierer“, diesmal: „Xerox“ mit dem Untertitel „Thinking of Howard Phillips Lovecraft“. Hier dient ein Kopiergerät als unheimlicher Mittler zwischen einem (verstorbenen) Theologieprofessor und einer jungen Studentin, die eben jenen zum Thema ihrer Masterarbeit macht. Dabei kommt es zum Spannungsverhältnis auf verschiedenen Zeitebenen und zum Kontrast unterschiedlicher wissenschaftlicher Herangehensweisen. Beide Problematiken löst der Autor – nicht ohne anspielungsreichen Witz – in einer denkwürdigen Kellerszene im Altbau der Katholischen Theologie an der Universität Ingolstadt auf.
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24.05.2026
1 Stunde 5 Minuten
Karl Edward Wagner (1945 – 1994) – sein Ur-Ur-Großvater Georg Wagner war ein Bruder des Komponisten Richard Wagner – ist vielen Fans von Dark Fantasy bzw. Sword and Sorcery durch seinen Helden (oder Anti-Helden) Kane ein Begriff – ein ruhe- und rastloser Söldner, zudem unsterblich, der sich in diversen Erzählungen und einer Handvoll Romanen als gefährlicher Haudrauf präsentiert. Durch Humor und Intellekt wird diese Figur allerdings erweitert und gewinnt dadurch ein vielschichtiges Persönlichkeitsprofil. Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Kane und Robert E. Howards Conan ist nicht von der Hand zu weisen.
Daneben verfasste Wagner einige unvergessene Horrorgeschichten, von denen „Sticks“ (1974) vielleicht die bekannteste ist. Auf Deutsch liegt die Story bereits seit den 1980er Jahre vor („Stöcke“, „Stecken und Stäbe“ oder einfach nur „Stecken“). „Sticks“ ist vieles: eine Hommage an H. P. Lovecraft, ein (fiktionaler) Beitrag zur Entschlüsselung präkolumbianischen Megalith-Anlagen in Neuengland, eine Künstlergeschichte, eine Inspirationsquelle für den Film Blair Witch Project oder die Serie True Detective.
Die Arkham Insiders widmen sich dieser kurzweiligen und gelungenen Horrorstory in einem erweiterten Kontext, der einem Lovecraft-Podcast (hoffentlich) gut zu Gesicht steht.
Daneben verfasste Wagner einige unvergessene Horrorgeschichten, von denen „Sticks“ (1974) vielleicht die bekannteste ist. Auf Deutsch liegt die Story bereits seit den 1980er Jahre vor („Stöcke“, „Stecken und Stäbe“ oder einfach nur „Stecken“). „Sticks“ ist vieles: eine Hommage an H. P. Lovecraft, ein (fiktionaler) Beitrag zur Entschlüsselung präkolumbianischen Megalith-Anlagen in Neuengland, eine Künstlergeschichte, eine Inspirationsquelle für den Film Blair Witch Project oder die Serie True Detective.
Die Arkham Insiders widmen sich dieser kurzweiligen und gelungenen Horrorstory in einem erweiterten Kontext, der einem Lovecraft-Podcast (hoffentlich) gut zu Gesicht steht.
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Über diesen Podcast
Arkham Insiders ist der erste deutschsprachige Lovecraft-Podcast
rund um Leben und Werk von H. P. Lovecraft.
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