Sich mit H. P. Lovecraft zu beschäftigen, heißt auch: sich mit seinem Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzen. Der wird besonders greifbar in seinen Briefen, und hier vor allem in den Anfangstagen seiner Aktivitäten im Amateurjournalismus. Im Zentrum dieses Podcasts steht die „Kontroverse“ zwischen Lovecraft und seinen Kollegen Charles D. Isaacson (1891 – 1936) und James Ferdinand Morton (1870 – 1941). Es handelt es sich um eine typische Pressefehde, bei der Lovecraft Isaacson nicht nur angeht, weil dieser den Dichter Walt Whitman lobt, sondern, weil Isaacson schlicht und einfach Jude ist. Wir erleben einen äußerst bornierten Lovecraft, der sich auf sein eigenes Milieu der East Side in Providence beruft und absonderliche Anekdoten aus der Historie bemüht, um seinen Antisemitismus in irgendeiner Art und Weise zu rechtfertigen. Isaacson erhält Schützenhilfe von dem älteren Morton, der Lovecraft beredt auf seine Unzulänglichkeiten hinweist. Da sich Lovecraft und Morton später anfreunden sollten – und jener sich dann teilweise von seinen jugendlichen Äußerungen distanzierte – ist davon auszugehen, dass die Kontroverse nicht umsonst war, jedenfalls nicht um ihrer selbst willen geführt wurde.
Einen harten Einschnitt bedeuten die Sprünge zu den „leichteren“ Themen, die Lovecraft in den Briefen anspricht: Kino, Filme oder seine „Impromptu“-Art des Komponierens von Gelegenheitsgedichten.
Wir besprechen die Selected Letters Nr. 6 bis Nr. 10, die Lovecraft im Sommer, Herbst und Winter 1915 an Reinhart Kleiner schickte.
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