Podcaster
Episoden
11.02.2026
36 Minuten
Wie wird aus einer Wochenzeitung eine Medienmarke mit über 100
Produkten – ohne den Markenkern zu verwässern? Dr. Rainer Esser,
langjähriger CEO der ZEIT-Verlagsgruppe, spricht über
Markenführung, Geschäftsmodelle und Zielgruppenstrategien. Er
erläutert, warum Abonnements die strategische Konstante bleiben und
wie DIE ZEIT ihre User über Print, Online, Podcasts und TikTok
erreicht. Dr. Rainer Esser schildert, wie sich DIE ZEIT in 25
Jahren von einer Wochenzeitung zu einem breit aufgestellten
Qualitätsmedienhaus mit über 100 Produkten entwickelt hat.
Ausgangspunkt ist seine Definition einer starken Medienmarke: hohes
Vertrauen, enge Bindung an eine Community und Angebote, die
Leser:innen „von der Wiege bis zur Bahre“ begleiten, weit über frei
verfügbare Inhalte im Netz hinaus. Den Markenkern der ZEIT sieht er
in der konsequenten Orientierung an den Fragen der Leser:innen, der
Einordnung komplexer Themen und einem Journalismus, der Menschen
klüger und meinungsstärker macht. Er beschreibt, wie sich seit 1999
die Kanäle und Produkte zwar radikal verändert haben, der Fokus auf
Abonnements und der publizistische Anspruch aber konstant geblieben
sind und erläutert die Rolle der KI in Medienunternehmen.
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10.02.2026
30 Minuten
Wie führt man erfolgreich das wahrscheinlich komplexeste
Medienmarken-Portfolio Deutschlands? In dieser Folge spricht
ARD‑Markenboard‑Leiter Michael Gentsch über Selbstähnlichkeit statt
Selbstverleugnung, Programmmarken statt Dachmarke, KI als Fluch und
Segen und warum analoge Erlebnisse für Medienmarken gerade wieder
wichtiger werden. Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Frage, was
eine starke Medienmarke ausmacht, wenn lineare Fixpunkte wie die
Tagesschau um 20 Uhr verschwinden und sich Menschen ihr
individuelles 24/7-Medienpaket zusammenstellen. Michael Gentsch
sieht Selbstähnlichkeit als einen Schlüssel: Medienmarken müssen
sich ständig neu erfinden und gleichzeitig verlässliche
Gewohnheiten und Qualität bieten. Er zeichnet die Besonderheiten
des öffentlich-rechtlichen „Betriebssystems“ nach –
Gemeinwohlorientierung statt Ertragslogik, regulatorische Vorgaben
bei Produkt, Preis und Distribution sowie begrenzte
Kommunikationsbudgets im Vergleich zu Plattformanbietern. Außerdem
geht es um KI-Nutzung, analoge Markenerlebnisse und um die Frage
wie das ARD‑Markenboard Programmvielfalt und stringente
Markenführung systematisch zusammenbringt.
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Über diesen Podcast
Die Medienlandschaft befindet sich in einem beispiellosen Wandel.
Nicht zuletzt künstliche Intelligenz und moderne Sprachmodelle
haben die Art und Weise, wie Inhalte produziert und konsumiert
werden, radikal verändert. Diese Technologien bieten nicht nur
immense Chancen, sie stellen gleichzeitig auch eine ernsthafte
Bedrohung dar: Die Grenzen zwischen authentischen und manipulierten
Informationen verschwimmen zunehmend. In dieser Unsicherheit können
Medienmarken eine entscheidende Rolle spielen: als unverzichtbare
Orientierungspunkte und Garanten für Qualität und Integrität.
Medienmarken gewinnen damit eine neue, gesteigerte Bedeutung – und
enorme Chancen. Wir stellen die Frage: Wie agieren erfolgreiche
Medienmarken, um in dieser neuen Ordnung zu bestehen und sich fit
zu machen für die Zukunft?
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