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1 Stunde 4 Minuten
Sind Migranten krimineller und wenn ja, warum? Kriminologe Dirk Baier erklärt, was die Daten zu Migration und Gewalt wirklich zeigen und welche Faktoren hinter den Zahlen stecken.

Dirk Baier ist Professor für Kriminologie an der Universität Zürich und leitet das Institut für Delinquenz und Kriminalprävention an der ZHAW. Seit über 20 Jahren erforscht er mit grossen Befragungen und Statistiken, warum Menschen kriminell werden und wie sich Gewalt verhindern lässt.

In diesem Gespräch geht es um die Frage, die die Debatte spaltet: Bestimmte Gruppen sind in Kriminalstatistiken überrepräsentiert, das bestreitet kein Kriminologe. Aber liegt das an Herkunft und Kultur oder an Alter, Geschlecht, Bildung und Lebensumständen? Baier erklärt, was die Kriminalstatistik misst und was sie verschweigt, welche Rolle Männlichkeitsnormen spielen und warum wir uns oft vor den falschen Dingen fürchten.

Viel Freude mit der Folge!

Gastvorschläge für zukünftige Swisslectures-Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch
56 Minuten
Warum macht uns mehr Geld nicht glücklicher? Ökonom und Glücksforscher Mathias Binswanger erklärt, warum Wohlstand zur Tretmühle wird und was uns tatsächlich glücklich macht.

Mathias Binswanger ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz und einer der bekanntesten Ökonomen der Schweiz. In diesem Gespräch zeigt er, warum mehr Einkommen in Ländern wie der Schweiz die Menschen im Durchschnitt nicht glücklicher macht, obwohl die Reichen überall glücklicher sind als die Armen. Der Schlüssel: Menschen denken nicht absolut, sondern relativ.

Anhand der vier «Tretmühlen des Glücks» erklärt er, wie Statusvergleiche, steigende Ansprüche, die Qual der Wahl und vermeintlich zeitsparender Fortschritt uns im Hamsterrad halten. Ein Beispiel: Trotz schnellerem Verkehr pendeln wir heute länger, obwohl kaum etwas so unglücklich macht wie der Arbeitsweg.

Weiter geht es um den Wachstumszwang, der laut Binswanger nicht aus Gier, sondern aus dem System selbst entsteht, um Wachstum pro Kopf und Dichtestress sowie um seine These, dass künstliche Intelligenz uns keine Zeit spart, sondern vor allem die Bürokratie ausbaut.

Viel Freude mit der Folge!

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28 Minuten
Dr. med. Esther Pauchard ist Psychiaterin und hat über 18 Jahre in der Suchtpsychiatrie gearbeitet, stationär und ambulant. Ihr Schwerpunkt lag zunächst bei Alkohol und Beruhigungsmedikamenten, später vor allem bei illegalen Substanzen wie Heroin und Kokain sowie bei Mehrfachabhängigkeiten.In diesem Beitrag erklärt sie, was Sucht aus medizinischer Sicht überhaupt ist und warum die trockenen Diagnosekriterien allein wenig darüber verraten, wie Abhängigkeit im Alltag funktioniert. Anhand von drei anschaulichen Modellen zeigt sie, was im Gehirn passiert: das Gleichgewicht der Neurotransmitter, das erklärt, warum ein Entzug am Tag null noch längst nicht vorbei ist; das Bild vom Trampelpfad im Wald, das zeigt, warum Sucht auch eine tief eingeschliffene Gewohnheit ist; und das Belohnungssystem, das nicht durch Genuss, sondern durch Sehnsucht angetrieben wird und von Suchtmitteln regelrecht in Geiselhaft genommen werden kann.Ein zentraler Gedanke: Viele Betroffene glauben, die Sucht verschwinde, sobald sie deren Ursache verstanden haben. Warum das ein Irrtum ist und warum eine Abhängigkeit, einmal etabliert, ein Eigenleben entwickelt, ist eine der Kernaussagen dieses Beitrags.Sie gibt zudem einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten, vom medikamentös begleiteten Entzug über die Substitution, bei der die Schweiz eine Vorreiterrolle einnimmt, bis zu psychotherapeutischen Zielen wie Abstinenz, kontrolliertem Konsum und Schadensminderung. Dabei spricht sie offen darüber, welche Haltung es im Umgang mit Suchtkranken aus ihrer Sicht braucht: Sucht ernst nehmen als Krankheit, ohne Betroffenen jede Eigenverantwortung abzusprechen.Zum Schluss geht es um Prävention, Risikofaktoren und neue synthetische Substanzen sowie um eine Form der Abhängigkeit, die uns alle betrifft: das Smartphone und digitale Medien, besonders bei Kindern und Jugendlichen.Dieser Beitrag dient der Einordnung von Praxiswissen aus der Suchtmedizin und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Bei Suchtproblemen empfehlen wir, sich an eine Fachperson oder eine Suchtberatungsstelle zu wenden.Viel Freude mit der Folge!Gastvorschläge für zukünftige Swisslectures-Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch
1 Stunde 17 Minuten
Gopal Norbert Klein ist Trauma-Therapeut und Begründer der Methode "Ehrliches Mitteilen" sowie der Gruppentherapie-Methode "Floating". Er arbeitet seit über einem Jahrzehnt mit Menschen an der Frage, wie sie in vollständigen, ehrlichen Kontakt mit anderen Menschen kommen können.

In diesem Gespräch sprechen wir darüber, warum unser Körper zwar erwachsen wird, unser Geist aber oft in alten Kindheitsmustern feststeckt. Wir beleuchten, wie sich in der frühen Bindung zu unseren Bezugspersonen Grundmuster im Nervensystem festsetzen, die unser gesamtes Erwachsenenleben unbewusst steuern, auch dann, wenn die ursprüngliche Belastung längst nicht mehr besteht.

Ein zentraler Fokus liegt auf dem Unterschied zwischen Schocktrauma und Entwicklungstrauma. Gopal erklärt, warum die meisten unserer heutigen Herausforderungen nicht aus einzelnen einschneidenden Erlebnissen stammen, sondern aus einer kontinuierlichen, oft subtilen Beziehungserfahrung in der Kindheit, und warum selbst Menschen mit vermeintlich "guter Kindheit" davon betroffen sein können. Wir sprechen darüber, wie sich das in zwei grundlegenden Beziehungsmustern zeigt, dem Autonomietyp und dem Verschmelzungstyp, und wie beide auf ihre eigene Weise echte Nähe erschweren können.

Wir diskutieren zudem, wie sich unverarbeitetes Entwicklungstrauma hinter gesellschaftlich anerkannten Verhaltensweisen wie Workaholismus und übersteigertem Ehrgeiz verbergen kann, warum spirituelle Praktiken wie Meditation die eigentliche Ursache aus Gopals Sicht manchmal nur umgehen statt lösen, und wie er den Zusammenhang zwischen Stress, Anspannung und emotionaler Erschöpfung aus Sicht der Nervensystem-Regulation einordnet. Ein besonderer Moment des Gesprächs ist die konkrete Erklärung seiner Methode "Ehrliches Mitteilen", mit der Betroffene lernen, innere Wahrnehmungen auszusprechen und dadurch echten Kontakt herzustellen.

Dieses Gespräch dient der Einordnung persönlicher Erfahrungen und Praxiswissen aus der Traumaarbeit und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung. Bei psychischen Belastungen empfehlen wir, sich an eine Fachperson oder Beratungsstelle zu wenden.

Viel Freude mit der Folge!

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12 Minuten
Dr. med. Esther Pauchard ist Fachärztin für Psychiatrie und hat langjährige klinische Erfahrung mit psychischer Belastbarkeit und ihren Ursprüngen. Ihre Erkenntnisse verbindet sie mit ihrer eigenen Erfahrung als Mutter.

In diesem Vortrag erklärt Dr. med. Pauchard, was Resilienz und Selbstwirksamkeit wirklich bedeuten – und warum sie mit Unbeeindrucktheit oder Coolness nichts zu tun haben. Sie zeigt auf, wie sich das Erziehungsverständnis von Generation zu Generation verändert hat, und schildert ihre eigene Erfahrung als junge Mutter zwischen widersprüchlichen Erziehungsphilosophien. Anhand von Parallelen aus der Medizin – wie unser Bewegungsapparat und unser Immunsystem Belastung brauchen, um sich zu entwickeln – macht sie deutlich, warum auch psychische Widerstandskraft nur durch echte Herausforderungen entstehen kann.

Ihre zentrale These: Die Aufgabe von Eltern ist es nicht, ihre Kinder durchgehend glücklich zu machen, sondern ihnen beizubringen, wie das Leben mit seinen Ecken und Kanten funktioniert. Und das gelingt nur, wenn Eltern auch an ihrer eigenen Belastbarkeit arbeiten.

Dieser Vortrag spiegelt die fachliche Erfahrung und persönliche Einschätzung von Dr. med. Pauchard wider und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Beratung.

Viel Freude mit der Folge!

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Über diesen Podcast

Swisslectures bringt dich in direkten Kontakt mit führenden Expertinnen und Experten aus Psychologie, Kultur, Wirtschaft und vielen weiteren Bereichen. Authentische Gespräche, die Tiefe und Inspiration verbinden. Ob zur Reflexion nach Feierabend oder für deinen Alltag. Jede Episode gibt es auch als Videopodcast auf unserem YouTube Kanal. Gastvorschläge für Podcasts gerne in die Kommentare oder an info@swisslectures.ch
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