BRATWIVES - der Podcast

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Episoden

Folge 20 - Live-Episode - New Work Evolution!
12.05.2026
31 Minuten
Dieses Mal senden Marilena und Sabine nicht aus ihrer gewohnten Umgebung, sondern direkt aus einer schicken Podcast-Box auf der „New Work Evolution“-Messe – nur um festzustellen, dass das glitzernde Etikett „New Work“ ohne echte Infrastruktur ein leeres Versprechen bleibt.


Inmitten dieser Innovationskulisse zerlegen sie die Illusion, dass 40 Stunden Arbeit im deutschen System bereits für eine Karriere reichen, während die Politik echte Hürden schlicht als „Lifestyle“-Entscheidung abtut. Es geht darum, warum das Rausziehen aus der Leistungsgesellschaft für Eltern oft kein Luxus, sondern eine strukturelle Notwendigkeit ist. Die beiden blicken stattdessen auf skandinavische Modelle, in denen Kinderbetreuung kein Privatvergnügen, sondern ein gelebter Gesellschaftsvertrag ist. Dabei stellt sich die zentrale Frage: Muss man sich wirklich zwischen einem springenden Herzen und knallharter finanzieller Unabhängigkeit entscheiden, oder braucht es nicht vielmehr eine Revolution der Arbeitswelt, die beides zulässt?


Am Ende bleibt mal wieder die Erkenntnis, dass wir weder zu anspruchsvoll noch unorganisiert sind. Es ist der ziemlich wütende (female rage!!) Blick auf ein Land, das zwar Fachkräfte sucht, aber Mütter mit Laptop am Spielplatzrand immer noch schief anguckt.
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Folge 19 – the real Female Rage
05.05.2026
39 Minuten
️ Triggerwarnung: Diese Folge enthält explizite Inhalte zu Gewalt gegen Frauen, sexualisierter Gewalt und Femizid.





Female Rage ist keine schlechte Laune. Es ist die akkumulierte Wut auf ein System, das Frauen strukturell benachteiligt und ihre Wut pathologisiert – während männliche Wut als Führungsqualität gilt. Manche Präsidenten fahren sie beispielsweise als komplettes Jobkonzept.


Die Basis sind Mikrofrustrationen: zu viel Care-Arbeit, Mental Load, systemische Benachteiligungen im Alltag und Beruf – und die Tatsache, dass Frauen in der Öffentlichkeit ständig darauf achten müssen, wie sie emotional wahrgenommen werden, während männliches Fehlverhalten fast immer als Einzelfall gilt.





Zwischendrin: Girls Day bei Sabine, moderne Märchen in denen Prinzessinnen sich selbst retten – und warum das einen Unterschied macht.


Dann wird es schwerer. Marilena spricht über ihren Besuch in der Gewaltambulanz Heidelberg – rund 1000 Fälle pro Jahr, schwerste Gewaltverbrechen, fast ausnahmslos von Männern gegen Frauen und Kinder aus dem engsten Umfeld. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter empfahl Frauen im ZDF statistisch gesehen, lieber keine Beziehung mit einem Mann einzugehen. Und das von einem Polizist.


Kein Gewaltverbrechen entsteht aus dem Nichts. Es beginnt Jahre vorher – mit emotionaler Gewalt, mit Abwertung. Und es fehlen immer noch Männer, die das wahrhaben und öffentlich entgegentreten. Für Marilena ist das eine große Quelle für Female Rage: die schweigenden guten Männer.


Was hilft: Transparenz schaffen, Anzeigen erstatten, problematisches Verhalten benennen. Eine gesunde Mir-egal-Haltung gegenüber männlichem Gejammer. Und das Wichtigste: finanziell unabhängig bleiben, um sich und die Kinder selbst versorgen zu können. Die gute Nachricht: auch wenn das System träge ist – im eigenen Umfeld, im persönlichen Einflussbereich, fängt Veränderung an.
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Folge 18 – Heiraten oder nicht?
28.04.2026
45 Minuten
Erstmal Abitur, dann das eigentliche Thema: Die Ehe – woher kommt sie, was war sie, was ist sie noch? Ursprünglich Wirtschaftsgemeinschaft und Besitztransfer, mit Liebe als Voraussetzung erst seit dem 18. Jahrhundert. Heute wird Heiraten so stark als Lebensziel gesetzt, dass es kaum noch hinterfragt wird – in Medien, Schule, Gesellschaft.


Marilena ist verheiratet, vor allem wegen des Papierkrams. Sabine nicht. Beide finden: jede soll machen, was sie will. Aber das System dahinter ist eben nicht neutral. Die Ehe bevorzugt bestimmte Lebensmodelle strukturell – und zementiert in der Praxis immer noch oft dasselbe alte Rollenbild. Frauen übernehmen mehr Care-Arbeit, sind weniger berufstätig und werden durch das Ehegattensplitting darin auch noch bestärkt.


Vielleicht wäre der bessere Weg, andere Formen des Zusammenlebens endlich genauso zu stärken statt die Ehe als einzigen Normalfall zu behandeln. Und außerdem: Wie nennt man eigentlich seinen Partner? Mein Mann, Ehefreund, Lebensabschnittsgefährte?


Eine Folge zur Ehe ohne klare Heiratsempfehlung – aber mit der Forderung, genauer hin und vor allem dahinter zu schauen.
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Folge 17 – Lebenswege: Kein gerader Weg führt ans Ziel
21.04.2026
52 Minuten
So persönlich wird es selten - wir sprechen über unsere Lebenswege und wie wenig sie mit dem zu tun haben, was man mit 18 geplant hatte.


Sabine wollte immer Lehrerin werden, hatte alles darauf ausgerichtet – bis ein Mittagessen in der Mensa nach dem ersten Staatsexamen alles in Sekunden veränderte.


Marilena war Journalistin, Forscherin, Politikerin, wobei Politik lange eine Nebenquest war und keine Hauptrolle. Was beide verbindet: Ein nicht-linearer Weg lehrt mehr als ein gerader – mehr Resilienz, mehr Kreativität, mehr von sich selbst. Das Suchende hat etwas Schönes.


Es geht darum, ob man im Umgang mit sich selbst mit der Zeit netter wird. Und darum, was es bedeutet, nach einer intensiven Phase oder wenn sich der eigene Lebensweg ändert endlich wieder innezuhalten – neu zu connecten mit dem Zuhause, mit sich selbst, mit dem, was wirklich zählt. Und warum sich das Rausziehen aus der Leistungsgesellschaft eigentlich so komisch anfühlt?


Und was rät man der eigenen Tochter eigentlich für ihren Lebensweg? Wenn niemand weiß, welche Berufe in zehn Jahren noch existieren? Hauptsache "Das Herz soll springen" oder muss nicht viel mehr als Frau die eigene (finanzielle) Unabhängigkeit im Mittelpunkt stehen?


Am Ende bleibt die Frage, ob man etwas bereut. oder ob nicht im Nachhinein - mit wohlwollendem Blick - alles seinen Sinn ergibt.
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Folge 16 – the Switch: vom Bossbabe zur Bastelmuddi
14.04.2026
39 Minuten
Der Switch: der Moment, in dem du innerhalb von Minuten von einer Rolle in die nächste wechselst. Vom Meeting in die Kita-Abholung, vom Landtag ans Krankenbett. Mütter machen das täglich, oft stündlich – und meistens unsichtbar.


Marilena und Sabine blicken kurz auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg zurück, bevor sie sich dem eigentlichen Thema widmen: Was macht es mit dir, wenn du ein Baby dabei hast und trotzdem als vollwertige Expertin wahrgenommen werden willst? Warum erzeugt die gesellschaftliche Struktur den scheinbaren Zwang, sich zwischen Mutter und Berufstätiger entscheiden zu müssen?


Sabine erzählt von Eltern in der Corporate-Welt und wie lange es gedauert hat zu begreifen, dass wer täglich mehrere Leben parallel managt schlicht außergewöhnlich gut darin ist, unter Druck zu funktionieren. Marilena kennt die andere Seite: dass Frauen ihre Mutterrolle mit Titeln und Errungenschaften ausgleichen, um ernst genommen zu werden – und warum genau das die eigentliche Problemanzeige ist.


Das Problem ist, dass die Gesellschaft und die Politik ihren eigenen Switch nicht hinbekommen – den Wechsel von einem System, das Vollzeit als einzig wahre Arbeitsform kennt, in eines, das flexiblen Modellen und tatsächlichen Lebenswirklichkeiten Rechnung trägt.
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Über diesen Podcast

Zwei Frauen, zwei Welten, zwei Karrieren, sechs Kinder. BRATWIVES ist der schonungslos ehrliche Podcast über Vereinbarkeit made in Germany. Die Landtagsabgeordnete Dr. Marilena Geugjes (zwei kleine Kinder, mitten im politischen Maschinenraum) und die Change Managerin Sabine Rath (vier Teenager-Töchter, Konzernrealität & Care-Arbeit) sprechen unzensiert über Macht, Mutterschaft und Mental Load. Humorvoll, klug und systemkritisch. Und immer mit der Botschaft: It’s not you. It’s the system.
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