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Bündner Herz - ehrlich unterwegs Archiv

48 Episoden
12 Minuten
In den letzten Tagen war ich viel draussen unterwegs. Beim Spazieren oder ganz neugierig im Garten.

Und immer wieder entdecke ich etwas Neues.

Eine Blüte, die plötzlich da ist. Eine Pflanze, die vor kurzem noch ganz unscheinbar war.

Oder etwas, das langsam vergeht und kaum mehr sichtbar ist.

Denn die Natur erinnert mich an etwas, das «Alles hat seine Zeit.“

Jede Pflanze hat ihren eigenen Rhythmus. Ihre Zeit zu wachsen. Zu blühen. Sich zurückzuziehen. Und wieder neu zu entstehen.

Und nichts davon wirkt angestrengt.

Die Natur kämpft nicht gegen sich selbst. Sie vergleicht sich nicht. Sie versucht nicht, schon weiter zu sein, als sie gerade ist.

Das berührt mich deshalb so tief, weil ich in der Natur oft Erkenntnisse bekomme, die sich viel klarer anfühlen als alles, was ich mit dem Kopf verstehen möchte.

Es fühlt sich an nach Klarheit, ganz ruhig und ganz echt.

Dadurch merke ich immer mehr: Das Leben will vielleicht gar nicht immer nur verstanden werden.

Ich selbst versuche vieles mit dem Kopf zu greifen. Zu verstehen. Einzuordnen. Kontrollieren zu können.

Dieses ständige Denken. Dieses Gefühl, etwas antreiben zu müssen. Schneller eine Antwort zu brauchen. Das «ich will es jetzt». Schneller Klarheit finden zu wollen.

Gleichzeitig lernt es mich immer mehr, auf das zu hören, was ich fühle.

Oder vielleicht besser gesagt: es überhaupt erst wahrzunehmen.“

Nein, das ist nicht immer einfach und ich bin mir auch nicht immer bewusst darüber.

Fühlen bedeutet oft auch, langsamer zu werden. Still zu werden. In Verbindung mit sich zu sein.

Ich glaube, genau dort liegt etwas ganz Wesentliches. Alles, was in uns wirklich reif ist,

wird irgendwann sichtbar. Nicht dann, wann wir denken, sondern vielleicht so wie in der Natur.

Eine Blüte öffnet sich nicht früher, nur weil wir daran ziehen.

Je mehr ich die Natur beobachte, desto mehr erkenne ich diesen Rhythmus auch in meinem eigenen Leben.

Zum Beispiel in Beziehungen.

Manche Menschen begleiten uns nur für eine bestimmte Zeit.

Oft wollen wir festhalten. Verstehen, warum sich etwas verändert. Warum jemand geht.

Oder warum etwas nicht so bleibt, wie wir es uns wünschen.

Doch vielleicht hatte auch diese Begegnung einfach ihre Zeit.

Vielleicht war sie nicht dafür da, für immer zu bleiben — sondern dafür, uns etwas zu zeigen.

Uns wachsen zu lassen. Uns zu berühren.

Wir wollen bestimmte Gefühle festhalten und andere möglichst schnell loswerden. Aber vielleicht dürfen auch Emotionen einfach durch uns hindurchfliessen, ohne dass wir sie sofort verändern müssen.

Heilung liegt manchmal nicht im Wegdrücken — sondern im Zulassen.

Ich kenne dieses endlose Nachdenken so gut. Dieses Suchen nach der perfekten Antwort. Den gleichen Gedanken, tausendmal gedacht.

Wirklich wichtige Entscheidungen in meinem Leben wurden nicht klarer, je mehr ich analysiert habe, sondern dann, wenn ich still wurde. So, wie eine Blüte, die irgendwann ganz von selbst sichtbar wird.           

Vielleicht müssen wir nicht ständig alles forcieren. Nicht jede Antwort sofort kennen. Nicht immer schon weiter sein. Vielleicht dürfen wir lernen, unserem eigenen Rhythmus wieder mehr zu vertrauen.

Dem inneren Werden. Dem Reifen. Dem Fühlen.

Die Natur erinnert mich immer wieder daran, wie friedlich Leben sein kann, wenn nichts gedrängt wird. Vielleicht beginnt Ruhe genau dort:

Wenn wir aufhören, permanent alles verstehen zu müssen … und beginnen, uns selbst wieder zu spüren.“

Eben „Alles zu seiner Zeit.“
12 Minuten
In einem Gespräch letzte Woche fiel irgendwann dieser Satz: „Esoterik ist nichts für mich.“

Ich musste innerlich ein bisschen schmunzeln, weil dieser Satz für mich immer so endgültig

klingt. Fast so wie: „Nein danke, ich esse keine Oliven.“

Und gleichzeitig fand ich den Satz spannend. Weil Worte wie Esoterik oder Spiritualität bei

vielen Menschen sofort etwas auslösen.

Jeder hat direkt ein Bild im Kopf.

Räucherstäbchen.

Kristalle.

Vollmondrituale.

Oder Menschen, die plötzlich nur noch in Energien sprechen und nie mehr in ganzen Sätzen.

Ich verstehe das sogar.

Es gibt in diesen Bereichen — wie überall — Menschen, bei denen man selbst kurz denkt:

Okay… wir verlieren langsam den Kontakt zur Erde.

Aber darum geht’s mir eigentlich gar nicht.

Mich interessiert vielmehr: Warum reagieren wir so stark auf gewisse Begriffe? Denn wenn

man ehrlich ist, erleben wir Dinge, die man vielleicht spirituell nennen könnte, ständig.

Wir betreten einen Raum und spüren sofort die Stimmung. Wir merken bei manchen

Menschen direkt: Hier fühle ich mich wohl. Oder eben: Hier möchte ich nach sieben Minuten

wieder gehen.

Wir sagen:

„Das fühlt sich richtig an.“

„Irgendwas stimmt nicht.“

„Diese Person zieht mir Energie.“

 

Und niemand verlangt in diesen Momenten plötzlich eine PowerPoint-Präsentation mit

wissenschaftlicher Auswertung.

Wir fühlen Dinge. Permanent.

Genau deshalb frage ich mich manchmal: Spielt es wirklich so eine grosse Rolle, wie wir

es nennen? Ob jemand Spiritualität sagt. Intuition. Bauchgefühl. Energie. Wahrnehmung.

Vielleicht geht es am Ende viel weniger um den Begriff — und viel mehr darum, ob wir uns

selbst überhaupt noch spüren.

Denn ich habe den Eindruck, dass genau das vielen Menschen langsam verloren geht.

Wir sind permanent im Kopf.

Analysieren.

Vergleichen.

Optimieren.

Googeln.

Schauen noch schnell ein Video: „5 Wege zu mehr innerer Ruhe“ — von jemandem, der

selbst aussieht, als hätte er seit Jahren nicht tief durchgeatmet.

Und gleichzeitig entfernen wir uns immer mehr von dieser leisen inneren Stimme, die

eigentlich die ganze Zeit da wäre. Nicht laut. Nicht dramatisch. Eher subtil.

Dieses kleine Gefühl von:

Das tut mir gut.

Das fühlt sich eng an.

Hier stimmt etwas nicht.

Hier zieht sich etwas zusammen.

Oder: Hier werde ich ruhig.

Und ich glaube ehrlich gesagt, dass viele Menschen nicht Angst vor Spiritualität haben.

Sondern davor, sich selbst wirklich zu begegnen.

Denn das klingt zwar schön — „mehr mit sich selbst verbunden sein“ — aber wenn man

ehrlich ist, bedeutet das auch: sich selbst wahrnehmen. Das ist nicht immer bequem oder

fühlt sich auf jeden Fall nicht immer so an.

Zu merken: Ich bin eigentlich müde. Ich bin überfordert. Ich verstelle mich. Ich sage ständig

Ja, obwohl alles in mir Nein schreit.

Das spürt man oft zuerst im Gefühl — lange bevor der Kopf bereit ist, es zuzugeben.

Verunsichert uns genau das?

Unser Körper ist oft ehrlicher ist als unsere Gedanken. Wir fühlen Dinge, bevor wir sie

erklären können.

Ich habe das Gefühl, wir haben gelernt, unserer Wahrnehmung weniger zu vertrauen als

allem im Aussen. Einer Meinung. Einem Trend. Einem Experten. Irgendjemandem mit

Mikrofon und sagt wie: „Werde die höchste Version deiner selbst in drei Schritten.“

Aber wie oft hatten wir selbst eigentlich schon recht?

Wie oft hatten wir bei Menschen ein Gefühl… und wollten es uns ausreden? Wie oft wussten

wir innerlich längst, dass etwas nicht stimmt — und haben trotzdem versucht, es logisch

schönzureden? Ich glaube, genau dort beginnt für mich Spiritualität.

Nicht in grossen Aussagen. Nicht im Abheben. Nicht darin, allem blind zu glauben. Sondern

vielleicht einfach darin, wieder mehr Vertrauen in sich selbst zu entwickeln. In die eigene

Wahrnehmung. In das eigene Gefühl. In dieses leise innere Wissen, das oft komplett

untergeht im ganzen Lärm.

Und vielleicht müssen wir dafür gar nicht erst entscheiden, ob wir spirituell sind oder nicht.

Ohne sofort Angst zu haben, komisch zu wirken. Ohne alles beweisen zu müssen. Ohne für

jedes Gefühl eine logische Erklärung zu brauchen. Manche Dinge verstehen wir nicht zuerst

im Kopf, sondern nachdem man sie schon längst gefühlt hat. Ich finde wir sind alle irgendwie

spirituell, nur nennen wir es einfach unterschiedlich.

Falls euch diese Folge heute zu spirituell war — dann trinkt ein Glas Wasser, atmet drei tief ein und aus und sagt einfach: Die Vibes waren trotzdem stabil.
11 Minuten
Man müsste mal wieder mehr Sport machen.

Aber nicht einfach irgendeinen Sport.

Krafttraining wäre wichtig.

Und Stretching.

Und Beweglichkeit.

Und die Faszien. Die dürfen wir nicht vergessen.

 Wobei Regeneration ja auch wichtig ist.

Und Schlaf.

Aber guter Schlaf.

Erholsamer Schlaf.

Tiefschlaf möglichst.

Eine gute Schlafhygiene.

Dann nicht zu vergessen die Ernährung.

Ehrlich gesagt habe ich inzwischen das Gefühl, man braucht ein Vollzeitstudium, um zu

wissen, was man überhaupt noch essen darf.

Zucker schlecht.

Gluten schwierig.

Milch vielleicht entzündend.

Hafermilch okay – aber nicht jede.

Protein wichtig.

Intervallfasten auch.

Darmgesundheit sowieso.

Und trinken nicht vergessen. Wasser. Mit Elektrolyten wahrscheinlich und am besten vor

dem Essen.

Und währenddessen sollte man natürlich auch innerlich komplett im Reinen mit sich sein.

Reflektiert.

Emotional verfügbar.

Verständnisvoll.

Aber bitte auch Grenzen setzen.

Für sich einstehen.

Locker bleiben.

Aber ambitioniert.

Sich selbst lieben.

Aber bitte nicht zu egoistisch wirken.

Und ganz ehrlich… manchmal frage ich mich wirklich:

Wann genau wurde Leben eigentlich zu einem Gruppenprojekt aus Selbstoptimierung und

schlechtem Gewissen?

Weil man ja nicht nur gesund sein soll.

Man soll auch organisiert sein.

vorausschauend denken.

Ideenreich und kreativ sein.

Informiert.

Nachhaltig.

Humorvoll.

Interessiert.

Entspannt.

Effizient handeln.

Und natürlich sollte man auch tolle Ferien machen. Nicht einfach irgendwo hinfahren.

Nein. Es sollte besonders sein. Authentisch. Einzigartig. Vielleicht irgendwo, wo noch nicht

„alle“ waren.

Hauptsache erholt zurückkommen. Auch wenn man drei Wochen gebraucht hat, um die

Reise zu planen, Unterkünfte zu vergleichen, Restaurants rauszusuchen und noch schnell

Geheimtipps speichern. Und am Ende braucht man fast Ferien von den Ferien.

Ich bin der Meinung, dass viele dieser Dinge ja gut sind.

Sich bewegen.

Sich gesund ernähren.

Reflektiert sein.

Irgendwann wird aus einem: „Das tut mir gut“

schnell ein: „Ich sollte eigentlich…“

Ich sollte mich mal wieder melden.

Ich sollte produktiver sein.

Ich sollte dankbarer sein.

Ich sollte weniger am Handy sein.

Ich sollte mehr lesen.

sollte früher schlafen.

Ich sollte entspannter sein.

Wobei… selbst Entspannung inzwischen ja auch Leistung geworden ist.

Man meditiert.

Trackt seinen Schlaf.

Optimiert die Morgenroutine.

Macht Breathwork.

Hört Podcasts beim Spazieren, damit wenigstens der Spaziergang noch produktiv ist.

Nicht mal das Nichtstun darf einfach nur Nichtstun sein.

Und wo bleibt da der Raum und Platz für das eigene Gefühl.

Irgendwo erklärt jemand, wie man besser lebt.

Gesünder.

Effektiver.

Bewusster.

Erfolgreicher.

Etwas, das man optimieren, analysieren und möglichst effizient gestalten soll.

Aber Leben fühlt sich nicht immer effizient an.

Ja, manchmal ist es chaotisch.

Langsam.

Unklar.

Laut.

Emotional.

Ungeplant.

Genau da kommt für mich dieses Wort ins Spiel:

Sein.

Und nein – damit meine ich nicht, barfuß im Leinenoutfit auf einem Berg sitzen und komplett

erleuchtet Kräutertee trinken.

Obwohl… klingt ehrlich gesagt manchmal auch nicht schlecht.

Aber Sein heißt für mich etwas anderes.

Sein heißt für mich: selbst entscheiden.

Was mir wichtig ist.

Was mir guttut.

Was mir Energie gibt.

Was mich begeistert.

Was mich glücklich macht.

Was mich inspiriert.

Was ich in meinem Leben lassen möchte – und was nicht.

Nicht alles, was möglich ist, muss ich auch ausschöpfen.

Und nicht alles, was andere für richtig halten, muss automatisch auch zu mir passen.

Wie sich Sein für mich anfühlt?

Einen Kaffee trinken, ohne ihn sofort „to go“ mitzunehmen.

Einen Spaziergang machen, ohne Schritte zählen zu müssen oder auf die Uhr zu schauen.

Ein Gespräch führen, ohne gedanklich schon bei der nächsten Aufgabe zu sein.

Mal irgendwo sitzen, ohne sofort das Bedürfnis zu haben, die Zeit sinnvoller zu nutzen.

Und ja — auch einfach mal einen Sonntag zu haben, der absolut nichts Besonderes ist.

Kein Selbstoptimierungs-Sonntag. Kein „Ich nutze den Tag jetzt bewusst“. Kein Journaling

mit Zimtkerze. Einfach nur ein Sonntag.

Ich mache nicht alles perfekt und bin auch noch längst nicht da.

Und ganz ehrlich:

Ich will mich bewegen. Ich will essen. Und ich will mein Leben erleben — alles, weil es mir

guttut.

Ich glaube nämlich, dass ich und wahrscheinlich noch viele Menschen mehr, ständig das

Gefühl haben, noch mehr sein zu müssen. Noch gesünder. Noch bewusster. Noch

erfolgreicher. Noch ausgeglichener.

Vielleicht geht es viel mehr darum, wieder näher bei sich selbst anzukommen.

Oder zu sagen, das hier reicht mir. Das fühlt sich gut an. So möchte ich leben.

Ich glaube, wir könnten alle ein bisschen weniger müssen — und ein bisschen mehr sein.
15 Minuten
Ich wurde früher so oft gefragt:

„Was ist eigentlich dein Hobby?“

Und ich fand diese Frage immer… überraschend schwer.

Nicht, weil ich nichts gerne mache – ganz im Gegenteil.

Ich mache ziemlich viele Dinge gern.

Aber irgendwie hatte ich nie dieses eine Ding, wo ich sagen konnte:

Das ist es. Das ist mein Hobby.

Und ganz ehrlich?

Ich hatte oft das Gefühl… alle anderen haben eins. Nur ich nicht.

Und dann kommt ja schnell so eine Frage hoch: Stimmt irgendwas nicht mit mir?

Bin ich zu sprunghaft? Zu ungeduldig?

Oder einfach… nicht leidenschaftlich genug?

Ich merke nämlich bei mir: Ich bin total schnell begeistert.

Ich glaube manchmal, ich bin so eine Art Hobbyschwamm.

Ich sauge alles auf – Ideen, Inspiration, Interessen und Möglichkeiten.

Und genau deshalb spreche ich heute mal über dieses ganze Thema Hobby.

Was ist das eigentlich?

Warum war das schon als Kind so eine wichtige Frage?

Und wer hat eigentlich entschieden, dass man ein Hobby haben sollte… und nicht zehn halbe?

Wenn ich so zurückdenke, hatte diese Frage früher irgendwie etwas sehr Klares.

Da gab es: Fußball, Klavier, Turnen, Malen… man hatte so eine Kategorie. Etwas, das man benennen konnte.

Und heute?

Heute ist alles viel offener. Viel mehr.

Und gleichzeitig… irgendwie auch verwirrender.

Weil ich glaube, was sich eingeschlichen hat, ist so ein Druck:

Ich sollte doch eigentlich ein Hobby haben… oder?

Ich glaube, Social Media verstärkt das total.

Man sieht Menschen, die malen, töpfern, klettern, reisen, fotografieren…

Und alles wirkt so… rund. So, als hätten sie „ihr Ding“ gefunden.

Aber was man nicht sieht: wie oft sie Dinge angefangen und wieder gelassen haben.

Vielleicht haben gar nicht alle ein Hobby, sondern einfach nur einen gut kuratierten Ausschnitt.

Und dann gibt es ja noch diesen Mythos:

Dass ein Hobby etwas sein muss, in dem man gut ist.

Mit Leidenschaft. Mit Tiefe. Mit Fortschritt.

Fast wie ein kleiner Nebenberuf – nur mit mehr Spaß.

Aber was, wenn das gar nicht stimmt? Was, wenn ein Hobby einfach leicht sein darf?

Unverbindlich.

Mal da, mal weg, mal wieder da.

Ohne Ziel, ohne Druck.

Vielleicht ist ein Hobby nicht das, worin du gut bist… sondern das, was dir gut tut.

Dieser Podcast hier.

Dieses Nachdenken, Reflektieren, Sprechen, Teilen…

Das ist für mich zu einem Raum geworden, in dem ich genau das tun kann.

Ohne perfekt zu sein.

Ohne festgelegt zu sein.

Einfach, weil ich es gerne mache.

Und vielleicht ist genau das die neue Perspektive:

Dass ein Hobby nichts ist, das dich definieren muss. Sondern etwas, das dich lebendig fühlen lässt.

Wenn es dir so wie mir geht, dann brauchst du vielleicht gar kein Hobby,

das du auf die Frage sofort parat hast.

Vielleicht reicht es, dass du Dinge hast, die dich interessieren. Dinge, die dich kurz begeistern. Oder länger begleiten.

Und vielleicht darf das auch chaotisch sein.

Unperfekt.

Unfertig.

Vielleicht bist du nicht „hobbylos“, sondern einfach jemand, der sich nicht in eine Schublade stecken lässt.

Was tut dir gut? Was macht dir Freude – ganz ohne Ziel dahinter? Dann ist vielleicht genau das dein Hobby. Oder einfach ein Anfang.

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken dazu mit mir teilst.

Und wenn dich diese Folge erreicht hat, dann schick sie gerne an jemanden, der sich vielleicht auch schon mal gefragt hat:

Habe ich eigentlich ein Hobby?
17 Minuten
Kennst du das?

Jemand erzählt dir etwas oder du bist Zuhörer eines Gesprächs …….

und während die Person noch spricht, hast du innerlich schon längst deine Meinung/Ansicht gebildet.

Du nickst vielleicht noch – aber eigentlich hast du dir deine Gedanken bereits gebildet.

Mir passiert das. Immer wieder. Und das passiert sehr schnell.

Und ich hab mich gefragt:

Warum machen wir das eigentlich?

Warum glauben wir so schnell, dass wir wissen, wie etwas ist?

Und was würde passieren…

wenn wir es für einen Moment einfach nicht wissen müssten?

Genau darum geht’s heute.

Um dieses automatische Urteilen – und um die ziemlich kraftvolle Alternative: echtes Verstehen.

Unser Autopilot - Unser Gehirn ist unglaublich effizient.

Es liebt Abkürzungen.

Wir sehen etwas – und zack:

Schublade auf, Bewertung rein.

„Unzuverlässig.“

„Übertrieben.“

„Komisch.“

Das passiert schnell. Automatisch.

Doch das kostet uns oft:

Tiefe. Verbindung. echtes Verstehen.

Ich finde es spannend, drei Dinge klar auseinanderzuhalten:

Toleranz. Akzeptanz. Verständnis.

Toleranz fühlt sich oft an wie:

„Okay… ich halte es halt aus.“

Akzeptanz geht einen Schritt weiter:

„Es darf so sein.“

Und Verständnis?

„Ich will wirklich begreifen, warum es für dich so ist.“

Das ist eine ganz andere Qualität.

Und hier wird’s wichtig:

Du kannst jemanden verstehen…

ohne ihm recht zu geben.

Ich denke, das wird oft verwechselt.

„Wenn ich dich verstehe, muss ich zustimmen.“

Nein.

Du kannst sagen:

„Ich verstehe, warum du so fühlst“

und gleichzeitig:

„Ich sehe es anders.“

Ich bin der Meinung, dass genau da echte Begegnung beginnt.

Der Moment, der alles verändert

Es gibt diesen einen Moment im Gespräch…einen Punkt, an dem sich entscheidet, wie tief es wird oder werden kann.

Die Entscheidung für diese Möglichkeiten liegen bei jedem selbst:

Du bleibst in deiner eigenen Welt –

mit deiner schnellen Interpretation.

Oder…

du gehst einen Schritt weiter.

Und dieser Schritt ist oft nur eine Frage entfernt.

„Wie meinst du das genau?“

„Wie hat sich das für dich angefühlt?“

„Was war in dem Moment wichtig für dich?“

Und ganz ehrlich:

Vielleicht urteilen wir nicht, weil wir oberflächlich sind –

sondern weil es einfacher ist, als wirklich hinzuschauen.

Das darf man ruhig mal so stehen lassen.

Etwas möchte ich hier ergänzen:

Nicht jedes Gespräch wird tief. Nicht jede Person ist offen.

Und das ist okay. Und auch das ist Akzeptanz

Neugier ist ein Angebot, kein Zwang. Denn du kannst nur deinen Teil steuern.

Kleine Dinge, die viel verändern

Vielleicht geht es gar nicht darum, perfekt zuzuhören. Sondern um kleine Dinge.

Eine 3-Sekunden-Pause, bevor du antwortest.

Einen Gedanken spiegeln:

„Meinst du, dass…?“

Vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, weniger zu urteilen.

Sondern darum, den Moment zu bemerken, in dem wir es tun.

Und dann eine kleine Entscheidung zu treffen:

Bleibe ich bei meiner schnellen Antwort… oder werde ich neugierig?

Ich mag es in Gesprächen mitzuentscheiden für:

Mehr Verbindung.

Mehr Leichtigkeit.

Mehr echtes Verstehen.

Dabei lerne ich nicht nur den anderen besser kennen – sondern auch ein Stück von mir selbst.

Welches Thema interessiert dich? Lass es mich gerne wissen.
8 Minuten
Manchmal passiert etwas ganz Kleines.

Ich sehe ein Licht, eine Stimmung, einen Moment, mache ein Foto…

Und noch bevor ich darüber nachdenke, ist da dieser Gedanke:

„Oh… das würde dir gefallen.“ Und zack – möchte ich es sofort teilen.

Oder ich höre ein Lied…

und anstatt es einfach nur zu hören, denke ich: „Mit dir würde ich jetzt gerade dazu tanzen.“

In diesem Moment passiert etwas. Der Moment bleibt nicht nur bei mir.

Er will weiter. Er will ein kleines bisschen größer werden und macht mich dabei glücklich.

 Ich habe mich gefragt, weshalb ich solche Momente/Augenblicke so gerne teile.

Ich glaube, es ist gar nicht dieses „ich will etwas loswerden“.

Sondern eher ein leises:

„Hier… ich möchte dich daran teilhaben lassen.“

Weil das, was mich berührt und so dankbar macht, nicht eng bleiben will.

Es möchte sich bewegen. Weiterfließen und … auch dich berühren.

Diesen kurzen Augenblick, in dem ich spüre: Ich bin gerade nicht nur für mich.

Da ist jemand in meinem Erleben mit drin, auch wenn er gar nicht wirklich da ist.

Ist genau das Teilen? So fühlt es sich für mich auch beim Schenken an. Die Freude ist einfach so gross.

Ich denke, es geht nicht nur um Weitergeben, sondern eher um ein Verbinden. Ein „Ich denke gerade an dich“.

Ein „Du bist gerade irgendwie dabei“.

 Ich denke, darin steckt noch mehr. Für mich fühlt es sich an wie, dass teilen auch Fülle ist.

Nicht im Sinne von „ich habe so viel, dass ich abgebe“ – sondern eher: Es fließt einfach.

Ein Moment kommt, berührt mich…und möchte weiter geteilt werden und das fühlt sich ganz leicht an.

Mir wird gerade noch klarer und bewusster, dass genau daraus auch dieser Podcast entstanden ist.

Nicht, weil ich dir etwas erklären will. Sondern weil ich gerne mit dir teile.

Gedanken. Gefühle. Diese kleinen, alltäglichen und unscheinbaren Momente.

Und wenn davon etwas bei dir ankommt –

etwas Leichtes, etwas Warmes, etwas, das dich ein bisschen weiter macht – dann macht mich das einfach glücklich.

 Wann hast du den Impuls, etwas zu teilen? Und was passiert in dir in diesem Moment?

Wie fühlt es sich an? Was entsteht bei dir / in dir?

 Für mich entsteht etwas, das größer ist als wir.
10 Minuten
Heute gibt es ausnahmsweise keinen langen Text zu meiner neuen Podcastfolge.

Nur eine kleine Einladung: Wenn du magst, hör gerne rein und entdecke, was hinter dem Titel „Vielleicht ist eine Pause die Lösung“ steckt.

Ich freue mich, wenn du dabei bist.
16 Minuten
Heute mit einem Thema das mich schon sehr lange begleitet – die ziemlich intensive

Beziehung zu Süssem.

Nicht so eine harmlose: „Oh, ein Stück Schokolade wäre jetzt nett.“

Nein, sondern eher eine Beziehung mit Höhen und Tiefen und inneren Diskussionen und Kämpfen. Dieses Gefühl, dass da plötzlich ein Verlangen auftaucht, das stärker ist als jede gute Absicht.

Eines Tages stellte ich mir die Frage: Was ist das eigentlich wirklich?

Hunger? Gewohnheit? Ersatz? Oder vielleicht etwas ganz anderes?

Genau darum geht es heute. Um Nahrung. Nicht nur um die körperliche Nahrung – sondern auch um die seelische Nahrung.
11 Minuten
Heute geht es um ein Thema, das uns allen immer wieder begegnet.

Trigger.

Diese Momente, in denen plötzlich etwas in uns hochgeht und etwas auslöst.

Ein Satz. Ein Blick. Eine Situation.

Und zack – innerlich sind wir schon mitten in einer Reaktion.

Manchmal ist es Ärger. Manchmal Verletzung. Manchmal Wut

Manchmal einfach ein Gefühl von:

„Warum trifft mich das jetzt so?“

Ganz ehrlich: Getriggert zu werden kann sich ziemlich anstrengend anfühlen oder sein.

Doch mit der Zeit habe ich gemerkt: Ein Trigger kann nur etwas auslösen, wenn er irgendwo in mir einen Punkt berührt. Wenn er etwas in Bewegung bringt.

Und genau da hat für mich das Bewusstsein für meine Persönlichkeitsentwicklung begonnen.

Ich selbst bin schon seit Jahren in unterschiedlichen Bereichen auf dieser Reise unterwegs.

Nicht, weil ich irgendwann beschlossen habe: „Jetzt entwickle ich mich.“

Sondern eher, weil ich gemerkt habe, dass das Leben immer wieder Situationen bringt, die mich zum Hinschauen einladen. Auf verschiedenen Wegen. Und ich mehr wissen wollte, was dahinter ist!

Etwas, das für mich sehr kraftvoll war, war die Begegnung mit Körper- und Energiearbeit.

Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, Dinge zu verstehen oder zu analysieren.

Sondern zu fühlen.

Denn unser Kopf ist oft sehr schnell mit Erklärungen. Er will verstehen, einordnen, Lösungen finden. Antworten haben.

Aber unser Körper und unsere Seele funktionieren manchmal anders.

Auch die systemischen Aufstellungen haben mir einen neuen Blick eröffnet. Sie zeigen Zusammenhänge, die wir mit dem Verstand nicht immer sofort erklären können. Dinge, die vielleicht schon lange in uns wirken – ohne dass wir sie bewusst wahrgenommen haben. Und manchmal passt das, was wir dort sehen oder fühlen, nicht ganz zu dem Bild, das wir im Kopf über uns selbst haben.

Das kann irritierend und zugleich unglaublich spannend sein. Ich finde, dass genau dort oft eine tiefere Form von Entwicklung beginnt.

Vielleicht begegnet dir heute oder in den nächsten Tagen ein Moment, der dich triggert.

Und bevor du dich vielleicht ärgerst - erinnerst du dich dann kurz an diese Frage:

Was will mir dieser Moment gerade zeigen?
15 Minuten
Und heute… wird’s wieder ehrlich.

Ich nehme dich mit in ein Thema, das mich gefühlt schon mein halbes Leben begleitet.

Die Frage:

Was möchte ich eigentlich beruflich machen…

und wo gehöre ich hin?

Wenn ich zurückdenke, beginnt diese Suche schon ziemlich früh oder geht schon recht lange

Als Teenager hatte ich Ideen, wie zum Beispiel Fotografie oder Sportartikelverkäuferin. Ich habe auch mal als Coiffeurin geschnuppert aber die ganzen Haare zwischen meinen Fingern – das ging nicht.

Am Ende wurde es… die Sportartikelbranche.

Wenn ich heute ganz ehrlich bin: Ich weiss nicht mehr genau, warum.

Ich mochte Sport – ja.

Aber ich war jetzt nicht diejenige, die sich jede Sportsendung im Fernsehen angeschaut hat oder komplett darin aufgegangen ist.

Und trotzdem bin ich diesen Weg gegangen. Irgendwas scheint mich interessiert zu haben

Vielleicht kennst du das…

Man trifft Entscheidungen, die sich im Moment irgendwie stimmig anfühlen –

und Jahre später denkt man sich:

Spannend… wie genau bin ich eigentlich hier gelandet?

Was ich aber ziemlich früh gemerkt habe:

Es ging für mich nie nur um den Job.

Sondern immer um Menschen.

Und ich durfte viele Rollen ausprobieren:

Verkäuferin – da habe ich für mich herausgefunden, dass ich eine bessere Beraterin bin

Einrichtungsberaterin.

Führung.

Einkauf.

Verkaufstrainerin.

Also… langweilig wurde es mir definitiv nie.

Und ganz ehrlich:

Vieles hat mir richtig Freude gemacht. Ich mochte es auch sehr, immer wieder neues kennenzulernen

Ich habe gelernt.

Ich bin gewachsen.

Ich habe mich entwickelt.

Und trotzdem…

war da immer wieder diese eine, aber ziemlich hartnäckige Frage:

Wo gehöre ich eigentlich wirklich hin?

Vor ein paar Jahren dachte ich dann:

Okay… ich hol mir jetzt einfach eine Antwort.

Ich war bei einer astrologischen Berufsberatung.

Und ja – ich war neugierig. Okay, sehr neugierig

Aber ich war auch hoffnungsvoll, dass mir jetzt endlich jemand sagt:

„Das ist es. Genau das sollst du machen.“

Und es war wirklich spannend.

Ich habe Dinge gehört, die sich total stimmig angefühlt haben:

Dass ich eine gute Intuition habe.

Dass ich Menschen gut wahrnehmen kann.

Dass meine Arbeit etwas mit der „Seele“ des Menschen zu tun haben darf.

Und ich sass da und dachte:

Ja… das bin ich. Ja…. das fühle ich

Der nächste Gedanke: Super… und was mache ich jetzt genau damit?

Und genau da hat sich etwas verändert.

Ich habe aufgehört, nur im Aussen zu suchen…

und bin mehr nach innen gegangen.

Durch eine Freundin bin ich auf die Ausbildung in systemischer Aufstellung gestossen – auch bekannt unter Familienstellen.

Und diese Erfahrung war… anders.

Nicht plötzlich. Nicht spektakulär. Aber tief.

Ich habe angefangen, Menschen anders zu sehen.

Zusammenhänge zu spüren und verstehen.

Dinge wahrzunehmen, die man nicht unbedingt erklären und nicht erzwingen kann.

Jedes Mal spüre ich, wie sehr mich diese Energiearbeit bereichert.

Und gleichzeitig… fordert es mich auch. Denn bei dieser Arbeit geht es nicht darum, alles zu verstehen. Sondern zu fühlen, beobachten wahrnehmen.

Und ganz ehrlich: ich übe mich im «fühlen und nicht im Verstehen wollen» und das immer wieder.

Wenn ich heute auf meinen Weg schaue, fühlt es sich manchmal an wie ein Puzzle.

Viele Teile. Manche passen sofort. Andere liegen gefühlt ewig einfach nur herum.

Ich fühle, dass ich gerade in so einer Phase bin.

Ich spüre ganz klar: Ich möchte einen Teil meiner Zeit selbstständig tätig sein.

Und gleichzeitig suche ich einen Job.

Und jedes Mal, wenn mich jemand fragt:

„Und was suchst du – in welchem Bereich?“

…brauche ich einen kleinen Moment.

Weil ich merke:

Die einfache und klare Antwort gibt es gerade nicht.

Ich mag vieles.

Ich mag Menschen.

Ich mag Entwicklung.

Ich mag Austausch.

Ich mag Neues lernen.

Ich mag Vielseitigkeit.

Und ja… ich mag auch das Ästhetische, das Kreative & das Visuelle

Aber wie nennt man das alles in einem Wort? In einer Jobbezeichnung?

Keine Ahnung. Wirklich nicht. Oder ich bin noch nicht da.

Ich merke, dass mich genau das manchmal ziemlich müde macht.

Frustriert.

Und ja… auch ratlos.

Ich spreche mit Menschen.

Ich suche.

Ich scrolle durch Jobportale.

Ich denke nach.

Ich tausche mich mit Chatgpt aus.

Ich habe die Augen und Ohren offen.

Und manchmal habe ich das Gefühl:

Ich mache so viel…

und sehe trotzdem nicht alles.

Gleichzeitig kommt da ein anderer Gedanke.

Vielleicht geht es gar nicht darum, sofort alles zu sehen.

Vielleicht geht es darum, dranzubleiben.

Neugierig zu bleiben.

Offen zu bleiben.

Und diesen Prozess nicht als Problem zu sehen…

sondern als Teil des Weges.

Vielleicht ist genau dieses „Nicht-genau-Wissen“ kein Stillstand.

Sondern Bewegung.

Auch wenn sie sich manchmal nicht so anfühlt.

Und vielleicht ist „Berufung“ gar kein fixer Ort, den man irgendwann erreicht und dann abhaken kann.

Sondern etwas, das sich entwickelt.

Mit uns.

Mit jedem Schritt.

Mit jeder Erfahrung.

Und ja… auch mit jedem Zweifel.

Und vielleicht bist du gerade auch an so einem Punkt.

An dem du suchst.

Dich fragst.

Zweifelst.

Und gleichzeitig spürst:

Da ist etwas in Bewegung.

Dann bist du vielleicht nicht falsch.

Sondern genau mittendrin.

Danke, dass du heute meinen Worten gelauscht hast. Bis zum nächsten Mal bei Bündner Herz – ehrlich unterwegs.
12 Minuten
Heute nehme ich dich mit in ein Thema, das mich – wenn ich ehrlich bin – schon mein ganzes Leben begleitet. Und als ich diese Folge gemacht habe, ist es mir noch klarer und bewusster geworden.

Es geht um Räume.

Räume um uns.

Und Räume in uns.

Wenn ich darüber nachdenke, beginnt diese Geschichte schon in meiner Jugend.

Als Teenager habe ich es geliebt, meinen Vater auf Baustellen zu begleiten. Neue Häuser, neue Wohnungen – Räume, die gerade erst entstanden sind, umgebaut wurden oder einfach einen neuen Boden bekommen haben.

Ich war jedes Mal unglaublich neugierig.

Wo und wie sieht die Küche aus?

Wo das Wohnzimmer? Das Schlafzimmer? Und das Bad?

Wie fühlt sich ein Raum eigentlich an, wenn er noch ganz leer ist?

Ich bin durch diese halbfertigen Räume gelaufen und hatte eine ziemlich klare Meinung davon, ob ich das jetzt gut fand oder nicht – auch wenn mich niemand danach gefragt hat.

Gleichzeitig war da auch eine stille Möglichkeit. Als würde noch alles offen sein.

Als meine Familie selbst ein Haus gebaut hat, war das für mich etwas ganz Besonderes. Etwas Großes.

Wir sind immer wieder auf die Baustelle gegangen und haben geschaut, wie es weitergeht.

Wie aus Linien auf einem Plan langsam ein Zuhause wird.

Ich mag mich noch so gut an einen bestimmten Moment erinnern.

Das Haus war fertig.

Ich war in meinem kleinen Zimmer. Alles aus Holz. Der Boden mit Teppich belegt.

Ich lag auf dem Boden, habe meine neue Mini-Anlage eingeschaltet…

und dann lief sie rauf und runter. Immer wieder dieselbe Musik.

Münchner Freiheit & Westernhagen.

Und ich weiss noch, wie ich einfach da lag und gehört habe.

Begleitet von diesen Gefühlen.

Ruhe.

Geborgenheit.

Zuhause.

Ganz still und ganz klar.

Rückblickend finde ich es fast ein bisschen erstaunlich, dass ich mich damals nicht für eine Ausbildung in der Einrichtungs- oder Raumgestaltung entschieden habe.

Und gleichzeitig… hat mich dieses Thema nie wirklich losgelassen.

Mit Mitte zwanzig habe ich mich entschieden, Graubünden zu verlassen.

Ich wollte raus.

Neue Räume sehen.

Ein bisschen mehr Weite.

Meine Reise führte mich nach Zürich.

Ja, es war fast logisch, dass ich dort in die Einrichtungsbranche eingestiegen bin. Ich wollte Räume gestalten. Räume erschaffen. Begleitend die Wohnberaterschule in Bern besucht.

Und trotzdem… hat das Leben nochmal eine andere Richtung genommen.

Ich habe die Möglichkeit bekommen, mich beruflich zu verändern.

Bin in die Führung gegangen. Die Räume verlassen? Nein, ich bin Ihnen treu geblieben.

Nur… es waren plötzlich andere Räume.

Innere Räume.

Ich begann, mich mehr mit Menschen zu beschäftigen. Mit ihren Geschichten. Mit ihren Verhalten. Mit dem, was sie bewegt.

Mit Gedanken und Gefühlen, die oft gar nicht so sichtbar sind.

Und ich habe gemerkt, wie spannend das ist.

Wie unterschiedlich diese inneren Räume sein können.

Manche sind weit und offen.

Andere eher still und ruhig.

Geschützt.

Einige Räume entdeckt man vielleicht erst viel später im Leben.

Als wir vor einigen Jahren unser heutiges Haus gekauft haben, begann wieder ein ganz neuer Prozess.

Räume neu denken.

Neu gestalten.

Neu beleben.

Und diesmal kam noch etwas dazu: die Farben.

Wie wirkt ein Raum, wenn sich die Farbe verändert?

Was macht das mit der Stimmung?

Und auf diesem Weg bin ich auf etwas neues gestoßen, das mich faszinierte.

Die Idee der Raumsprache. Dass Räume etwas erzählen.

Dass sie eine Wirkung haben.

Eine Stimmung.

Vielleicht sogar so etwas wie eine eigene leise Botschaft.

Und vielleicht kennst du das auch.

Du kommst in einen Raum – und fühlst dich sofort wohl.

Oder du trittst irgendwo ein und merkst… irgendetwas ist anders.

Ohne dass du genau sagen kannst, was es ist.

Welche Räume entdeckst du gerade wieder oder neu? Oder du spürst welcher sich in dir gerade zeigt. Oder vielleicht schon lange darauf wartet, dass du ihn wieder betrittst.

So schön, warst du heute in diesem Raum mit mir dabei.

Ich danke dir herzlichst!
16 Minuten
Heute nehme ich dich mit auf eine Reise.

Eine Reise, die viele Jahre zurückliegt und die doch bis heute in mir nachklingt.

Ich komme gerade zurück von meinen zwei Wochen Ferien. Zeit zum Durchatmen, zum Innehalten. In dieser Zeit musste ich plötzlich an eine ganz bestimmte Reise denken – meine erste große Reise alleine.

Ich war damals 22 Jahre alt.

Ich wusste eines ganz sicher:

Ich wollte etwas sehen von dieser Welt. Etwas Neues erleben. Etwas entdecken.

Aber noch wichtiger war mir etwas anderes.

Ich wollte diese Erfahrung alleine machen.

Nicht, weil ich niemanden dabeihaben wollte. Sondern weil ich tief spürte, dass ich einmal unterwegs sein wollte, ohne mich anzupassen. Ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Ohne Pläne von anderen.

Nur ich. Mein Rucksack und ich.

Ich wusste nicht genau, was ich suchte.

Aber ich hatte das Gefühl, dass da draußen noch mehr auf mich wartet. Und so bin ich nach Australien gereist.

Wenn ich heute daran denke, muss ich manchmal schmunzeln. Denn vieles war überhaupt nicht organisiert. Ich hatte kaum etwas im Voraus gebucht. 

Und ehrlich gesagt: Mein Englisch war auch nicht wirklich besonders gut.

Aber irgendwie war genau das Teil dieser Reise.

Allein sein in einem fremden Land. Sich durchfragen mit Hand und Fuss. Sich orientieren.

Und immer wieder merken: Es geht irgendwie weiter.

Ich war damals eher schüchtern. Vorsichtig. Beobachtend. Ich habe mir vieles zuerst einmal angeschaut, bevor ich irgendwo hineingegangen bin. Aber gerade deshalb habe ich diese Reise vielleicht besonders intensiv erlebt.

Etwas hat mich besonders berührt.

Die Weite.

Ich komme aus den Bündner Bergen. Dort gibt es auch Weite – aber auf eine andere Art. Die Berge umarmen einen fast ein bisschen.

Doch in Australien stand ich plötzlich am Meer in «Bondi Beach» – mein erster Ort

Und da war nur diese unglaubliche Weite. Der Horizont. Das Wasser. Der Himmel. Die Sonnenuntergänge.

Und ich erinnere mich noch genau an diesen Moment, als ich dort stand und spürte, wie sich etwas in mir öffnete. Es war, als würde mein Herz plötzlich weiter werden.

Und ich hatte diesen Gedanken:

Vielleicht bin ich auch das. Vielleicht bin ich auch diese Weite. Oder sogar noch ein bisschen mehr davon.

Ein anderer Teil meiner Reise führte mich ins Outback. Diese Landschaft hat mich tief berührt. Die Weite. Die Stille. Das Licht. Die Natur. Die Formen und Farben.

Wir waren jeden Tag wandern. Draußen unterwegs. Wir haben unter freiem Himmel geschlafen. Die ersten Nacht eher ängstlich wegen all der Tiere die um uns sind. Die zweite Nacht schon viel entspannter und gelöster und dabei diesen unglaublichen Sternenhimmel bewundert.

Mein Heimweh hat schließlich dazu geführt, dass ich etwas früher zurückgekommen bin als ursprünglich geplant.

Und weißt du was?

Es hat sich trotzdem richtig angefühlt.

Ich habe diese Entscheidung ganz allein getroffen. Nur für mich. Und ich habe sie bis heute nie bereut.

Denn diese Reise hat mir etwas gezeigt. Man kann losziehen, um die Welt zu sehen.

Und plötzlich merkt man:

Man begegnet dabei vor allem sich selbst. Man entdeckt Seiten an sich, die man vorher vielleicht noch gar nicht kannte.

Mut.

Unsicherheit.

Neugier.

Offenheit.

Und manchmal auch diese stille Erkenntnis:

Dass das Leben größer ist, als man es bisher gesehen hat.

Und vielleicht ist das genau das, was Reisen manchmal mit uns machen.

Sie zeigen uns neue Orte.

Aber noch viel mehr zeigen sie uns neue Räume in uns selbst.

Und manchmal reicht ein einziger Moment –

ein Blick aufs Meer, eine Begegnung, ein Gespräch in der Weite der Landschaft – damit sich etwas in uns öffnet.

Und auch wenn diese Reise viele Jahre zurückliegt…

diese Weite, die ich damals gespürt habe, die trage ich bis heute ein kleines Stück in mir.

vielleicht kennst du auch solche Momente. Momente, in denen du plötzlich gespürt hast,

dass da noch mehr Raum ist in dir. Mehr Möglichkeiten. Mehr Leben. Mehr Du.

Und vielleicht erinnerst du dich heute wieder ein kleines bisschen daran.

Danke, dass du heute mit mir auf dieser Reise warst.

Bis zur nächsten Folge von Bündner Herz – ehrlich unterwegs.
15 Minuten
Kennst du das? Der Tag ist voll. Und zwar nicht nur im Kalender – sondern im Kopf. Gedanken, Ideen, To-dos, hier noch schnell antworten, da noch etwas erledigen, an morgen denken. Und am besten alles effizient, alles zügig, damit möglichst viel in diesen einen Tag hineinpasst.

Ich bin im ständigen Austausch. Mit Menschen. Mit Informationen. Mit Impulsen. Ich werde inspiriert, berieselt, gefordert. Und ganz ehrlich? Vieles davon fühlt sich so richtig gut an. Lebendig. Kraftvoll. Ich habe ja Zeit und die Ressourcen. Energie. Kapazität. Ich kann das.

Aber. Was passiert, in meinem Körper – meinem System – es sagt leise:

„Jetzt reicht’s.“

„Ich brauche Ruhe.“

„Ich brauche Stille.“

Spüre ich Das überhaupt? Oder bin ich so sehr im Tun, dass ich das Flüstern überhöre?

Was ist eigentlich Stille?

Stille heißt nicht zwingend, dass es um mich herum ruhig ist. Es geht nicht darum, in einer Berghütte ohne WLAN zu sitzen. Ein Moment, in dem ich nicht funktioniere. Sondern einfach bin. 

Warum ist Stille so wichtig?

In der Stille passiert Integration und Inspiration oder eben mal nichts!

Alles, was ich erlebe – Gespräche, Eindrücke, Informationen – brauchen Raum, um sich zu

setzen. Ohne Pause sammle ich nur an. So wie auf Pinterest und Instagramm. Da habe ich

Order und speichere es da ab und denke: «Das möchte ich unbedingt mal machen» «das

darf ich nicht verpassen» Wann? Egal – es ist ja abgespeichert! Doch mit Pause und Stille

verarbeite ich. Stille ist wie ein innerer Reset-Knopf. Sie reguliert mein Nervensystem. Sie

bringt mich aus dem Dauer-Reizmodus zurück in meine Mitte. Und sie schenkt mir etwas

Wertvolles: Klarheit.

 

Viele Antworten, nach denen ich im Außen suche, tauchen in der Stille auf. Nicht im Suchen.

Nicht im Lärm. Nicht im Scrollen.

 

Wie fühlt sich diese Stille an?

Am Anfang vielleicht ungewohnt. Vielleicht leer. Vielleicht sogar leicht unangenehm und unruhig. Doch wenn ich bleib – nur ein bisschen – stelle ich mir vor, dass es weich und weit wird. Es wieder Raum und Freiheit gibt. Anderes entstehen darf.

Ich merke vielleicht bewusster meinen Atem. Meinen Körper. Den Moment. Ich spüre: Ich muss gerade nichts. Ich darf einfach sein. «Go with the Flow»

Beginnt da die echte Regeneration. Fragen über Fragen- wie das ist und sich anfühlt kann ich dir nach meinen Ferien berichten.

Wie gönne ich mir Stille?

Nicht, indem ich mein ganzes Leben umkremple.

Ich stelle mir vor in Mini-Momenten – wie:

Zwei Minuten bewusst atmen, singen oder tanzen - bevor ich das nächste To-do starte.

Ein Spaziergang in der Natur

Einen Kaffee trinken – mit Blick aus dem Fenster

Wie kleine Inseln. Und dann beobachten: Was passiert mit und in mir? Wird mein Kopf ruhiger, klarer? Werde ich ruhiger? Kommt vielleicht sogar Kreativität zurück?

Stille nimmt mir nichts weg. Sie macht mich nicht langsamer. Sie macht mich bewusster.

Die entscheidende Frage

Bin ich es mir wert, Pausen zu machen – bevor mein Körper mich dazu zwingt? Stille ist kein Luxus. Sie ist eine Notwendigkeit. Und vielleicht darf diese Folge heute dein kleiner Reminder sein:

Denn in dieser Stille liegt doch bekanntlich die Kraft.
10 Minuten
Kennst du diese Momente, in denen du völlig vergisst, wie spät es ist? Du wolltest nur „kurz anfangen“ – und plötzlich sind zwei Stunden vorbei. Der Kaffee ist kalt. Dein Handy liegt irgendwo. Und du denkst: Wow. Das hat sich gut angefühlt.

Willkommen in der Flow-Time.

Dieser magische Zustand, in dem dein Kopf nicht diskutiert, dein innerer Kritiker Urlaub macht und du einfach tust. Nicht perfekt. Nicht strategisch. Sondern lebendig.

Heute tauchen wir genau da rein. Was sind Flow-Momente wirklich? Warum fühlen sie sich so leicht an – obwohl wir eigentlich Leistung bringen? Und was passiert da in unserem Körper, während wir denken: „Bitte nicht stören, ich bin gerade im Tunnel“?

Mach es dir gemütlich. Und vielleicht – nur vielleicht – kommst du beim Zuhören selbst ein bisschen in deinen Flow.

Der Begriff „Flow“ geht zurück auf den Psychologen Mihály Csíkszentmihályi – und ja, sein Name bringt mich kurz aus dem Flow Er beschrieb diesen Zustand als völlige Vertiefung in eine Tätigkeit. Du bist nicht abgelenkt. Nicht gelangweilt. Nicht überfordert. Sondern gefordert – und fähig.

 Und wie fühlt sich das im Alltag an?

Zwei Stunden fühlen sich an wie zwanzig Minuten. Du denkst weniger – und bist mehr. Du handelst intuitiv. Und obwohl du etwas tust, das Kraft kostet, fühlt es sich leicht an.  

Flow ist wie dieser Moment beim Tanzen, wenn du aufhörst zu überlegen, wie du aussiehst – und einfach Musik wirst.

Der Küchen-Flow

Du kochst. Erst ganz normal. Zwiebeln schneiden. Pfanne an. Dann kommt Musik dazu. Du bewegst dich im Takt. Greifst intuitiv nach Gewürzen. Probierst. Verfeinerst. Flow in der Küche ist wie ein kleiner Tanz zwischen Herd und Schneidebrett. Und plötzlich merkst du: Du lächelst. Einfach so. Weil du gerade lebendig bist.

 Gesprächs-Flow – das magische Pingpong

Du sitzt mit jemandem zusammen. Ein Satz führt zum nächsten. Ihr ergänzt euch. Lacht gleichzeitig. Niemand checkt das Handy. Niemand denkt darüber nach, was er als Nächstes sagen sollte. Die Worte kommen von selbst. Es fühlt sich an wie ein Ballwechsel im perfekten Rhythmus – nur ohne Gewinner oder Verlierer. Ihr seid beide wach. Beide präsent. Beide neugierig. Und irgendwann sagt eine: „Waaaaaas? Es ist schon Mitternacht?!“ Das ist sozialer Flow. Gemeinsames Im-Moment-Sein.

 Kennst du den Sport-Flow

 Du läufst. Die ersten Minuten sind zäh. Dein Kopf diskutiert. „Warum mache ich das?“ „Es ist kalt.“ „Ich hätte auch auf dem Sofa bleiben können.“ Und dann – irgendwann – kippt etwas. Dein Atem findet seinen Rhythmus. Deine Schritte werden gleichmäßig. Dein Kopf wird still. Du läufst nicht mehr. Es läuft. Das ist dieser Moment, in dem dein Körper übernimmt und dein Denken Pause macht.

Und plötzlich fühlst du dich kraftvoll, klar, fast unbesiegbar.

Einer meiner persönlichen Flow-Momente findet zum Beispiel im Garten statt.

Wenn ich in den Garten gehe und denke: „Ich jäte nur kurz ein bisschen.“ Nur ein bisschen. Ich knie mich hin. Greife in die Erde. Ziehe ein Unkraut raus. Dann noch eins. Dann sehe ich da hinten noch etwas. Und ach – wenn ich schon mal dabei bin, könnte ich ja auch noch die Kante sauber machen. Und die Pflanze braucht eigentlich auch noch etwas Platz. Und da hinten… na gut, das mache ich auch noch. Irgendwann merke ich: Ich bin komplett verschwunden. Ich spüre die Erde in meinen Händen. Dieses leicht Feuchte, Krümelige. Der Geruch von Boden. Das kleine Geräusch & Gefühl, wenn sich eine Wurzel löst. Mein Atem wird ruhig. Meine Gedanken werden langsamer. 

Es ist fast wie Meditation – nur mit dreckigen Fingern.

Und das Schönste: Ich sehe sofort, was ich getan habe. Das Gefühl - diese freudige Befriedigung danach… Nicht dieses „Ich habe viel geschafft“, sondern dieses warme, zufriedene Gefühl im Bauch. Flow im Garten ist für mich Erdung pur. Ich bin in Kontakt mit der Erde, mit mir, mit dem Moment.

Flow ist für mich: Ich bin einfach. Und genau das ist vielleicht das größte Geschenk am Flow. Er befreit mich für einen Moment von mir selbst. Keine Selbstoptimierung. Kein Vergleich. Nur Tun. Nur Präsenz. Nur dieser eine Moment, der sich vollständig anfühlt.

 Und ganz ehrlich? Mehr Flow bedeutet oft: Weniger Scrollen. Mehr Gestalten.
13 Minuten
Ich glaube, mein innerer Ernst trägt manchmal einen Business-Outfit.

Er sitzt relativ aufrecht in meinem Kopf, macht sich Notizen und findet Dinge wichtig. Sehr wichtig.

Zum Beispiel, wenn ich eine Nachricht falsch verstehe. Oder wenn jemand im Supermarkt vor mir exakt 47 Sekunden zu lange nach Kleingeld sucht. Oder wenn jemand vor mir 30 anstatt mit den angegebenen 50 fährt und auf «Liechthüpla» nicht reagiert. „In meinem Kopf bin ich dann Verkehrspolizistin mit klarer Ansage. “Oder wenn ich mich über etwas aufrege… das ich drei Tage später schon wieder vergessen habe.

Und irgendwo daneben sitzt eigentlich noch jemand anderes. Leichter. Der denkt: „Ganz ehrlich… über was regst du dich gerade auf?“

Ich habe gemerkt, dass ich diese leichtere Version von mir in letzter Zeit etwas vernachlässigt habe.

Dabei liebe ich es zu lachen. Ich liebe lachende Gesichter. Dieses kurze Aufblitzen im Blick, die Augen heller werden (mir ist übrigens während Corona aufgefallen, als Maskenpflicht war, wie viele schöne Augen haben) wenn alles weich wird und das ganze Gesicht zu strahlen anfängt und die Aura und Energie sich verändert. Lachen ist ja bekanntlich ansteckend.

Ich frage mich: Wann genau habe ich angefangen, alles so ernst zu nehmen?

Vielleicht ist Humor nur ein kleiner Schritt zur Seite. Ein innerliches „Ach komm.“

In dieser Folge, meine 20igste bereits – gehe ich auf die Suche nach, was «Zwischen Ernst und Lachen» liegt. Und darum, wie ich mir selbst und Situationen um mich wieder ein kleines Stück weniger wichtig nehme – ohne mich selbst und mein Gegenüber weniger wertzuschätzen.

Wenn du heute schon einmal innerlich mit den Augen gerollt hast – über dich selbst – oder über andere, dann bleib dran. Das hier ist für uns.

Schön, dass du da bist?

Ich habe gemerkt: Humor entsteht nicht, wenn ich „lustig sein“ will.

Sondern, wenn ich mich frage: Was ist hier eigentlich gerade absurd?

Der Alltag ist voll davon.

Wir suchen fünf Minuten unser Handy – während wir damit telefonieren.

Wir regen uns über Kleinigkeiten auf, als ginge es um Weltpolitik.

Wir nehmen uns selbst unfassbar wichtig. (Ich nehme mich manchmal so wichtig, als hätte ich gerade eine Staatsrede zu halten.)

Wir stellen uns bewusst an die kürzeste Schlange – und beobachten dann, wie alle anderen schneller sind.

Wir diskutieren über die richtige Art, die Spülmaschine einzuräumen, als wäre es ein architektonisches Großprojekt – ich möchte da betonen, dass ich genau weiss wie die Abwaschmaschine richtig eingeräumt werden muss. Die Liste ist lang……

Aber wo beginnt Humor – er Humor beginnt da, wo ich mich selbst von außen sehe.

Hier wäre es sicher ratsam die Selbstironie ins Spiel zu nehmen. Nicht, um mich klein zu machen oder mich nicht ernst zu nehmen – nein, sondern um menschlich zu sein.

Statt innerlich: „Oh Gott, wie peinlich.“ Wie doof bin ich und und und….

Vielleicht eher: „Wow. Stark performt. Wirklich Oscar-reif.“

Allein dieser kleine Perspektivwechsel nimmt so viel Schärfe raus und plötzlich wird aus einer Panne eine Geschichte.

Würden da kleine Fragen helfen wie:

Muss ich das gerade wirklich ernst nehmen? Wird das in einem Jahr noch relevant sein? In einem Monat? In einer Stunde? Kann ich das auch als Szene betrachten – statt als Angriff?

Manchmal reicht eine Millisekunde Pause und die Frage:

Wie würde meine humorvolle Version von mir jetzt reagieren oder sagen?

Ist das genau der Schlüssel: Humor ist Beziehung.

Wenn ich jemanden zum Lachen bringe – dann entsteht sofort Verbindung.

Da ist nichts Angriffiges. Kein Rechthaben. Nur dieses gemeinsame „Ach komm"

Muss ich dann gar nicht humorvoller werden. Muss ich nicht einfach aufhören, mich wie in der Hauptrolle in einem hochdramatischen Kinofilm zu fühlen. Geht ja nicht um den Oscar - es ist einfach Alltag.

Wenn dein innerer Ernst morgen wieder geschniegelt im Business-Outfit auftaucht –

lass ihn ruhig da sein. «Zwischen Ernst und Lachen» liegt kein Witz.- nur die Entscheidung, es ein kleines bisschen lockerer zu nehmen.

Und falls du dich heute wieder dabei ertappst, wie du hupst, interpretierst oder die Spülmaschine strategisch optimierst – dann lach wenigstens kurz über dich selbst.

Ich wünsche dir eine humorvolle Zeit……