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Episoden
05.03.2026
1 Stunde 18 Minuten
1954 kommt Dolfi Eder als junger Zimmermann nach Wien und erlebt eine Stadt voller Ruinen, Besatzungssoldaten und Heimkehrer aus dem Krieg. Ein Jahr später steht er im Gedränge vor dem Belvedere und hört jene Worte, die Geschichte schreiben: „Österreich ist frei.“
In der letzten Episode der ersten Staffel erzählt Dolfi Eder von seinem Neubeginn in Wien – und von einem historischen Moment, der das Leben eines ganzen Landes verändert.
1954 kommt der junge Zimmermann aus Oberösterreich in die Hauptstadt. Wien ist noch immer eine Stadt der Besatzung: Ruinen, Dunkelheit in den Straßen, alliierte Militärpatrouillen und eine Bevölkerung, die vom Krieg gezeichnet ist. Vier Besatzungszonen teilen die Stadt, und überall spürt man die Unsicherheit der Nachkriegsjahre.
Dolfi findet schnell Arbeit auf den Baustellen des Wiederaufbaus – als einer jener Bauarbeiter, die sich selbst als „Pioniere des neuen Österreichs“ verstehen. Gleichzeitig erlebt er persönlich eine schwierige Begegnung: Zum ersten Mal trifft er seine leibliche Mutter wieder, von der er als Kind getrennt wurde.
Doch Wien ist auch ein Ort der Hoffnung. Heimkehrerzüge bringen ehemalige Kriegsgefangene zurück, Familien suchen nach vermissten Angehörigen, und die Menschen versuchen, ihr Leben neu aufzubauen.
Der Höhepunkt dieser Jahre kommt am 15. Mai 1955. Hunderttausende Menschen strömen zum Belvedere. Auch Dolfi steht in der Menge und erlebt einen Moment, der sich tief in sein Gedächtnis einprägt: Als Außenminister Leopold Figl den Staatsvertrag unterzeichnet und die Worte spricht – „Österreich ist frei!“
Die Glocken der Stadt beginnen zu läuten, Fremde fallen sich in die Arme, und für viele Menschen fühlt sich dieser Tag wie ein neuer Anfang an.
Diese Episode beschließt die erste Staffel von „Der vorletzte Zeitzeuge“ – eine persönliche Erinnerung an Krieg, Entbehrung und den langen Weg zurück in die Freiheit.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
Oliver Sartena - Moderation
Maria Radutu - Redaktion
Andreas Mühlmann - Audioproduktion
Kristina-Josefin Bigler - Art Direction
Eine Produktion von STUDIO DREIVIERTEL.
Copyright 2025 STUDIO DREIVIERTEL. Alle Rechte vorbehalten.
Inhaltliche Verantwortung gemäß § 55 RStV: STUDIO DREIVIERTEL.
Musik, O-Töne und sonstige verwendete Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
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In der letzten Episode der ersten Staffel erzählt Dolfi Eder von seinem Neubeginn in Wien – und von einem historischen Moment, der das Leben eines ganzen Landes verändert.
1954 kommt der junge Zimmermann aus Oberösterreich in die Hauptstadt. Wien ist noch immer eine Stadt der Besatzung: Ruinen, Dunkelheit in den Straßen, alliierte Militärpatrouillen und eine Bevölkerung, die vom Krieg gezeichnet ist. Vier Besatzungszonen teilen die Stadt, und überall spürt man die Unsicherheit der Nachkriegsjahre.
Dolfi findet schnell Arbeit auf den Baustellen des Wiederaufbaus – als einer jener Bauarbeiter, die sich selbst als „Pioniere des neuen Österreichs“ verstehen. Gleichzeitig erlebt er persönlich eine schwierige Begegnung: Zum ersten Mal trifft er seine leibliche Mutter wieder, von der er als Kind getrennt wurde.
Doch Wien ist auch ein Ort der Hoffnung. Heimkehrerzüge bringen ehemalige Kriegsgefangene zurück, Familien suchen nach vermissten Angehörigen, und die Menschen versuchen, ihr Leben neu aufzubauen.
Der Höhepunkt dieser Jahre kommt am 15. Mai 1955. Hunderttausende Menschen strömen zum Belvedere. Auch Dolfi steht in der Menge und erlebt einen Moment, der sich tief in sein Gedächtnis einprägt: Als Außenminister Leopold Figl den Staatsvertrag unterzeichnet und die Worte spricht – „Österreich ist frei!“
Die Glocken der Stadt beginnen zu läuten, Fremde fallen sich in die Arme, und für viele Menschen fühlt sich dieser Tag wie ein neuer Anfang an.
Diese Episode beschließt die erste Staffel von „Der vorletzte Zeitzeuge“ – eine persönliche Erinnerung an Krieg, Entbehrung und den langen Weg zurück in die Freiheit.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
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Dolfi Eder - Erzähler
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19.02.2026
59 Minuten
In Steyr erlebt Dolfi vier prägende Jahre: harte Arbeit, wiederholte Arbeitslosigkeit, amerikanische Kultur, erste Liebe und bittere Enttäuschungen. In dieser Zeit entsteht ein Prinzip, das sein ganzes Leben bestimmen wird – die „Schuhschachtel“ – und der Entschluss, nach Wien zu gehen.
Nach seiner Lehre wagt er den Schritt in die amerikanische Besatzungszone. Am Bahnhof in Steyr beginnt ein neues Kapitel: Arbeit als Zimmermann, Blindböden verlegen, Baustellen in ganz Oberösterreich. Doch die Realität bleibt hart – saisonale Kündigungen, Winterarbeitslosigkeit, leere Geldbörsen und wiederkehrender Hunger begleiten ihn. Ein ungewöhnlicher Auftrag führt ihn sogar in das Gefängnis von Garsten, wo er gemeinsam mit einem verurteilten Totschläger einen Geräteschuppen errichtet – eine Begegnung, die ihm zeigt, wie schmal die Grenze zwischen Schicksal und Entscheidung sein kann.
Gleichzeitig öffnet sich eine neue Welt: In der amerikanischen Zone erlebt Dolfi erstmals seit Jahren wieder Sättigung, Musik, Tanz und kulturelle Freiheit. Boogie-Woogie, Glenn Miller, Coca-Cola und das Sternenbanner stehen im starken Kontrast zu den entbehrungsreichen vierziger Jahren. Die Fünfziger fühlen sich wie ein Aufbruch an. Doch privat bleibt das Leben kompliziert. Zwischen zwei Familien, Untermiete, finanziellen Engpässen und einer ersten großen Liebe in Bad Hall sammelt Dolfi Erfahrungen, die ihn prägen – auch schmerzhafte. Eine Verlobung zerbricht, Perspektiven fehlen.
In dieser Phase entsteht ein Lebensprinzip: die „Schuhschachtel“. Kleine Beträge werden zur Seite gelegt – aus Angst vor dem nächsten Winter ohne Geld. Aus dieser simplen Idee wächst ein Entschluss: nie wieder arm sein, nie wieder hungern.
1954 erkennt Dolfi, dass Steyr ihm keine Zukunft bietet. Die Entscheidung fällt: Er wird nach Wien gehen – in die Stadt seiner Geburt. Diese Folge ist die Geschichte eines jungen Mannes, der lernt, dass Niederlagen nicht das Ende bedeuten, sondern der Beginn von Selbstverantwortung sein können.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
Oliver Sartena - Moderation
Maria Radutu - Redaktion
Andreas Mühlmann - Audioproduktion
Kristina-Josefin Bigler - Art Direction
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Nach seiner Lehre wagt er den Schritt in die amerikanische Besatzungszone. Am Bahnhof in Steyr beginnt ein neues Kapitel: Arbeit als Zimmermann, Blindböden verlegen, Baustellen in ganz Oberösterreich. Doch die Realität bleibt hart – saisonale Kündigungen, Winterarbeitslosigkeit, leere Geldbörsen und wiederkehrender Hunger begleiten ihn. Ein ungewöhnlicher Auftrag führt ihn sogar in das Gefängnis von Garsten, wo er gemeinsam mit einem verurteilten Totschläger einen Geräteschuppen errichtet – eine Begegnung, die ihm zeigt, wie schmal die Grenze zwischen Schicksal und Entscheidung sein kann.
Gleichzeitig öffnet sich eine neue Welt: In der amerikanischen Zone erlebt Dolfi erstmals seit Jahren wieder Sättigung, Musik, Tanz und kulturelle Freiheit. Boogie-Woogie, Glenn Miller, Coca-Cola und das Sternenbanner stehen im starken Kontrast zu den entbehrungsreichen vierziger Jahren. Die Fünfziger fühlen sich wie ein Aufbruch an. Doch privat bleibt das Leben kompliziert. Zwischen zwei Familien, Untermiete, finanziellen Engpässen und einer ersten großen Liebe in Bad Hall sammelt Dolfi Erfahrungen, die ihn prägen – auch schmerzhafte. Eine Verlobung zerbricht, Perspektiven fehlen.
In dieser Phase entsteht ein Lebensprinzip: die „Schuhschachtel“. Kleine Beträge werden zur Seite gelegt – aus Angst vor dem nächsten Winter ohne Geld. Aus dieser simplen Idee wächst ein Entschluss: nie wieder arm sein, nie wieder hungern.
1954 erkennt Dolfi, dass Steyr ihm keine Zukunft bietet. Die Entscheidung fällt: Er wird nach Wien gehen – in die Stadt seiner Geburt. Diese Folge ist die Geschichte eines jungen Mannes, der lernt, dass Niederlagen nicht das Ende bedeuten, sondern der Beginn von Selbstverantwortung sein können.
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05.02.2026
1 Stunde 40 Minuten
Lehrjahre sind keine Herrenjahre – 1947 bis 1950: In dieser Episode erzählt Dolfi Eder von seinem Einstieg ins Arbeitsleben – und davon, wie ein Jugendlicher in der russischen Besatzungszone versucht, sich aus Armut, Hunger und Perspektivlosigkeit herauszuarbeiten.
Nach den Kriegs- und Nachkriegsjahren ist Kindheit längst kein geschützter Raum mehr. Dolfi beschreibt, wie er mit vierzehn die Schule beendet und unbedingt einen Handwerksberuf erlernen will. Tischler wäre sein Traum gewesen – wegen seiner Liebe zum Holz und zum Geruch frisch gesägter Bretter. Doch er gilt als „zu klein“ und „zu schwach“. Erst durch Beziehungen und Hartnäckigkeit seiner Pflegefamilie bekommt er einen Lehrplatz als Zimmermann – ein Glücksfall in einer Zeit, in der Lehrstellen rar sind.
Der erste Arbeitstag im September 1947 wird zur Initiation: Hobelmaschine, Staub von oben bis unten, kein Essen, kein Durchatmen – und die Erkenntnis, was es heißt, ein arbeitender Mensch zu sein. Dolfi erzählt von der Vielseitigkeit des Zimmererhandwerks, von Dachstühlen und Turmkreuzen, von Stallungen und Zäunen – aber auch von der Härte im Umgang: manche Gesellen erklären geduldig, andere schlagen zu, weil Beschwerden in der Realität keine Option sind.
Ein besonderer Einschnitt ist der Josefstag, der traditionelle Feiertag der Zimmerleute: Umzug, Gasthaus, Freisprechungen – und ein Ritual, das für Lehrlinge schnell zur Demütigung werden kann. Dolfi berichtet von Alkohol, Spott und einem Rausch, der ihn so erschüttert, dass er sich ein Versprechen gibt: nie wieder die Kontrolle über sich zu verlieren.
Gleichzeitig öffnet sich ein Fenster in eine andere Welt: Auf Radtouren wagt Dolfi mit Freunden den Zonenwechsel in die amerikanische Besatzungszone. Zum ersten Mal sieht er das Sternenbanner – und erlebt die Unterschiede unmittelbar: weniger Angst, mehr Waren, andere Haltung, andere Stimmung. Später versteht er, was dieser Moment bedeutet: Marshallplan, Hilfslieferungen, und die Rolle der USA dabei, Österreich nicht in den Ostblock kippen zu lassen.
Als Dolfi 1950 nach Lehrabschluss gekündigt wird, gilt Arbeitslosigkeit im Dorf als Makel. Doch statt sich abzufinden, entscheidet er sich für den Aufbruch: mit Passierschein, Rucksack und dem Gefühl, zum ersten Mal wirklich allein zu sein, fährt er nach Steyr – und findet Arbeit und Quartier. Der Schritt in die Selbstständigkeit beginnt.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
Oliver Sartena - Moderation
Maria Radutu - Redaktion
Andreas Mühlmann - Audioproduktion
Kristina-Josefin Bigler - Art Direction
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Nach den Kriegs- und Nachkriegsjahren ist Kindheit längst kein geschützter Raum mehr. Dolfi beschreibt, wie er mit vierzehn die Schule beendet und unbedingt einen Handwerksberuf erlernen will. Tischler wäre sein Traum gewesen – wegen seiner Liebe zum Holz und zum Geruch frisch gesägter Bretter. Doch er gilt als „zu klein“ und „zu schwach“. Erst durch Beziehungen und Hartnäckigkeit seiner Pflegefamilie bekommt er einen Lehrplatz als Zimmermann – ein Glücksfall in einer Zeit, in der Lehrstellen rar sind.
Der erste Arbeitstag im September 1947 wird zur Initiation: Hobelmaschine, Staub von oben bis unten, kein Essen, kein Durchatmen – und die Erkenntnis, was es heißt, ein arbeitender Mensch zu sein. Dolfi erzählt von der Vielseitigkeit des Zimmererhandwerks, von Dachstühlen und Turmkreuzen, von Stallungen und Zäunen – aber auch von der Härte im Umgang: manche Gesellen erklären geduldig, andere schlagen zu, weil Beschwerden in der Realität keine Option sind.
Ein besonderer Einschnitt ist der Josefstag, der traditionelle Feiertag der Zimmerleute: Umzug, Gasthaus, Freisprechungen – und ein Ritual, das für Lehrlinge schnell zur Demütigung werden kann. Dolfi berichtet von Alkohol, Spott und einem Rausch, der ihn so erschüttert, dass er sich ein Versprechen gibt: nie wieder die Kontrolle über sich zu verlieren.
Gleichzeitig öffnet sich ein Fenster in eine andere Welt: Auf Radtouren wagt Dolfi mit Freunden den Zonenwechsel in die amerikanische Besatzungszone. Zum ersten Mal sieht er das Sternenbanner – und erlebt die Unterschiede unmittelbar: weniger Angst, mehr Waren, andere Haltung, andere Stimmung. Später versteht er, was dieser Moment bedeutet: Marshallplan, Hilfslieferungen, und die Rolle der USA dabei, Österreich nicht in den Ostblock kippen zu lassen.
Als Dolfi 1950 nach Lehrabschluss gekündigt wird, gilt Arbeitslosigkeit im Dorf als Makel. Doch statt sich abzufinden, entscheidet er sich für den Aufbruch: mit Passierschein, Rucksack und dem Gefühl, zum ersten Mal wirklich allein zu sein, fährt er nach Steyr – und findet Arbeit und Quartier. Der Schritt in die Selbstständigkeit beginnt.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
Oliver Sartena - Moderation
Maria Radutu - Redaktion
Andreas Mühlmann - Audioproduktion
Kristina-Josefin Bigler - Art Direction
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22.01.2026
50 Minuten
Stunde Null – Überleben und Hungerjahre 1945–1950: In dieser Episode erzählt Dolfi Eder von den erschütternden Monaten nach Kriegsende und den Jahren darauf, die zu den härtesten seines Lebens gehören. Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht, die Bildung einer provisorischen österreichischen Regierung und die Aufteilung des Landes in vier Besatzungszonen bilden den politischen Rahmen – doch für Dolfi, damals zwölf Jahre alt, prägt vor allem eines diese Zeit: das nackte Überleben.
Unmittelbar nach dem Einmarsch der Roten Armee erlebt Dolfi drei Monate völliger Gesetzlosigkeit: nächtliche Schüsse, Schreie, Vergewaltigungen, Plünderungen, brennende Häuser. Tiere, Lebensmittel, Kleidung, Besitz – alles wird konfisziert. Für die Jugend bedeutet das tägliche Gefahr: Schläge, Willkür, Demütigungen und Todesangst.
Dolfi beschreibt in bedrückender Klarheit, wie die Russen ein riesiges Barackenlager bauen, wie Frauen täglich „für Dienste“ abgeholt werden, wie er selbst schlafend Zeuge von Gewalt gegenüber den Frauen im Haus wird und wie betrunkenen Soldaten aus purer Unterhaltung mit Maschinenpistolen auf spielende Kinder schießen.
Als ein hoher russischer Offizier im Ort einzieht, verändert sich die Lage langsam. Gewalt wird unter Strafe gestellt, ein Gemeinderat eingerichtet, und erstmals seit Monaten kehrt etwas ein, das man vorsichtig „Normalität“ nennen könnte. Doch der Alltag bleibt hart: Die Bevölkerung hungert, Tiere und Lebensmittel sind verschwunden, die Geschäfte sind leer, Brot gibt es monatelang keines. Hunger wird zum ständigen Begleiter – fünf Jahre lang, bis 1950.
Zwischen politischen Umbrüchen, der ersten freien Wahl im November 1945, der Anerkennung der provisorischen Regierung, den Herausforderungen der Entnazifizierung und den Schwierigkeiten des Wiederaufbaus entsteht ein vielschichtiges Bild der Zweiten Republik in ihren allerersten Tagen.
Dolfi Eder erzählt nicht nur, was geschah – er lässt uns spüren, wie es sich anfühlte. Seine Erinnerungen sind ein erschütterndes, tief persönliches Zeugnis darüber, wie schwer der Weg in den Frieden sein kann – und wie lange ein Krieg nachwirkt.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
Oliver Sartena - Moderation
Maria Radutu - Redaktion
Andreas Mühlmann - Audioproduktion
Kristina-Josefin Bigler - Art Direction
Eine Produktion von STUDIO DREIVIERTEL.
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Unmittelbar nach dem Einmarsch der Roten Armee erlebt Dolfi drei Monate völliger Gesetzlosigkeit: nächtliche Schüsse, Schreie, Vergewaltigungen, Plünderungen, brennende Häuser. Tiere, Lebensmittel, Kleidung, Besitz – alles wird konfisziert. Für die Jugend bedeutet das tägliche Gefahr: Schläge, Willkür, Demütigungen und Todesangst.
Dolfi beschreibt in bedrückender Klarheit, wie die Russen ein riesiges Barackenlager bauen, wie Frauen täglich „für Dienste“ abgeholt werden, wie er selbst schlafend Zeuge von Gewalt gegenüber den Frauen im Haus wird und wie betrunkenen Soldaten aus purer Unterhaltung mit Maschinenpistolen auf spielende Kinder schießen.
Als ein hoher russischer Offizier im Ort einzieht, verändert sich die Lage langsam. Gewalt wird unter Strafe gestellt, ein Gemeinderat eingerichtet, und erstmals seit Monaten kehrt etwas ein, das man vorsichtig „Normalität“ nennen könnte. Doch der Alltag bleibt hart: Die Bevölkerung hungert, Tiere und Lebensmittel sind verschwunden, die Geschäfte sind leer, Brot gibt es monatelang keines. Hunger wird zum ständigen Begleiter – fünf Jahre lang, bis 1950.
Zwischen politischen Umbrüchen, der ersten freien Wahl im November 1945, der Anerkennung der provisorischen Regierung, den Herausforderungen der Entnazifizierung und den Schwierigkeiten des Wiederaufbaus entsteht ein vielschichtiges Bild der Zweiten Republik in ihren allerersten Tagen.
Dolfi Eder erzählt nicht nur, was geschah – er lässt uns spüren, wie es sich anfühlte. Seine Erinnerungen sind ein erschütterndes, tief persönliches Zeugnis darüber, wie schwer der Weg in den Frieden sein kann – und wie lange ein Krieg nachwirkt.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
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08.01.2026
51 Minuten
Zwischen Pflicht und Angst – Kriegsjahre 1943–1945: In dieser Folge beschreibt Dolfi Eder die Jahre seiner Kindheit, in denen sich sein Leben radikal veränderte. Mit zehn Jahren gelangte er aus dem abgelegenen Hochtal der Broling nach Opponitz – einem Dorf mit Strom, Kanal, Bahnhof, Arzt und Schule. Eine völlig neue Welt. Doch dieser Fortschritt fällt in eine Zeit, in der sich der Zweite Weltkrieg bereits gegen das Deutsche Reich wendet.
Kaum angekommen, wird Dolfi – ungefragt und ohne Alternative – in das Deutsche Jungvolk aufgenommen. Appelle am Wochenende, Exerzieren, Geländeläufe, Übungen mit Holzgewehren, deutsche Geschichte im NS-Narrativ und politische Indoktrination bestimmen seinen Alltag. Was wie Pfadfinder klingt, ist in Wahrheit die erste Stufe militärischer Vorbereitung. Dolfi ist Teil eines Systems, das aus Kindern Soldaten formen will.
Gleichzeitig rückt der Krieg spürbar näher. Lebensmittelknappheit, Propaganda über den Volksempfänger, immer mehr Männer, die eingezogen werden, und eine Bevölkerung, die erst begeistert, später ernüchtert und dann ängstlich wird. Ab 1944 beginnt der Luftkrieg auch das Ybbstal zu erreichen: Tiefflieger schießen auf alles, was sich bewegt. Brennende Flugzeuge stürzen in die Wälder, und Dolfi muss als Teil des Luftschutzes mithelfen, Wracks zu finden, Tote zu melden und Brände zu lokalisieren. Er sieht verkohlte Leichen – Erlebnisse, die ihn schon als Kind vom Tod abstumpfen lassen.
Parallel dazu erlebt er die letzten Monate des Krieges hautnah: die Flucht der Nazis, das Verschwinden der SS, die Hilflosigkeit der Zivilbevölkerung und eine unerträgliche Angst, genährt durch Propaganda („Sieg oder Tod“). Bis am 5. Mai 1945 die Rote Armee in Opponitz eintrifft – und der Krieg endet.
Diese Episode zeigt mit erschütternder Klarheit, wie ein Kind zwischen Indoktrination, harter Arbeit, ständiger Todesnähe und der Angst vor der heranrückenden Front zu einem „zu früh Erwachsenen“ wird – und dennoch seine Menschlichkeit bewahrt.
Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder
Produktion: STUDIO DREIVIERTEL
Dolfi Eder - Erzähler
Oliver Sartena - Moderation
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Kaum angekommen, wird Dolfi – ungefragt und ohne Alternative – in das Deutsche Jungvolk aufgenommen. Appelle am Wochenende, Exerzieren, Geländeläufe, Übungen mit Holzgewehren, deutsche Geschichte im NS-Narrativ und politische Indoktrination bestimmen seinen Alltag. Was wie Pfadfinder klingt, ist in Wahrheit die erste Stufe militärischer Vorbereitung. Dolfi ist Teil eines Systems, das aus Kindern Soldaten formen will.
Gleichzeitig rückt der Krieg spürbar näher. Lebensmittelknappheit, Propaganda über den Volksempfänger, immer mehr Männer, die eingezogen werden, und eine Bevölkerung, die erst begeistert, später ernüchtert und dann ängstlich wird. Ab 1944 beginnt der Luftkrieg auch das Ybbstal zu erreichen: Tiefflieger schießen auf alles, was sich bewegt. Brennende Flugzeuge stürzen in die Wälder, und Dolfi muss als Teil des Luftschutzes mithelfen, Wracks zu finden, Tote zu melden und Brände zu lokalisieren. Er sieht verkohlte Leichen – Erlebnisse, die ihn schon als Kind vom Tod abstumpfen lassen.
Parallel dazu erlebt er die letzten Monate des Krieges hautnah: die Flucht der Nazis, das Verschwinden der SS, die Hilflosigkeit der Zivilbevölkerung und eine unerträgliche Angst, genährt durch Propaganda („Sieg oder Tod“). Bis am 5. Mai 1945 die Rote Armee in Opponitz eintrifft – und der Krieg endet.
Diese Episode zeigt mit erschütternder Klarheit, wie ein Kind zwischen Indoktrination, harter Arbeit, ständiger Todesnähe und der Angst vor der heranrückenden Front zu einem „zu früh Erwachsenen“ wird – und dennoch seine Menschlichkeit bewahrt.
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Über diesen Podcast
„Der vorletzte Zeitzeuge“ – Dolfi Eder erzählt, damit wir
nicht vergessen.
Dieser Podcast bewahrt die Erinnerungen eines Mannes, der die
prägendsten Epochen des 20. Jahrhunderts hautnah miterlebt hat.
Dolfi Eder wurde 1933 in Wien geboren. Seine Kindheit fiel in das
austrofaschistische Regime unter Schuschnigg, seine Jugend in den
Zweiten Weltkrieg und die Jahre danach. Er berichtet von
Bombennächten, Hungerwintern, vom Einmarsch der Roten Armee und
der zehnjährigen Besatzungszeit bis zum Staatsvertrag Österreichs
im Jahr 1955 – authentisch, unmittelbar und oft erschütternd.
Im Gespräch mit Oliver Sartena entstehen bewegende Erinnerungen,
die persönliche Erlebnisse mit zeitgeschichtlichen Ereignissen
verweben. Keine trockene Geschichtsstunde, sondern ein lebendiges
Dokument der Erinnerungskultur.
Dieser Podcast hält fest, was bald niemand mehr erzählen kann.
Für alle, die verstehen wollen, wie sich Geschichte wirklich
angefühlt hat.
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