Die letzten Kriegsjahre – Ein Bub zwischen Appell, Arbeit und Todesangst (1943–1945)

Die letzten Kriegsjahre – Ein Bub zwischen Appell, Arbeit und Todesangst (1943–1945)

Dolfi erlebt die letzten Kriegsjahre: Deutsches Jungvolk, Appelle, Tiefflieger, Tote in den Wäldern – und eine Bevölkerung zwischen Loyalität und stillem Entsetzen.
51 Minuten
Podcast
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Beschreibung

vor 1 Monat

Zwischen Pflicht und Angst – Kriegsjahre 1943–1945: In
dieser Folge beschreibt Dolfi Eder die Jahre seiner Kindheit, in
denen sich sein Leben radikal veränderte. Mit zehn Jahren
gelangte er aus dem abgelegenen Hochtal der Broling nach Opponitz
– einem Dorf mit Strom, Kanal, Bahnhof, Arzt und Schule. Eine
völlig neue Welt. Doch dieser Fortschritt fällt in eine Zeit, in
der sich der Zweite Weltkrieg bereits gegen das Deutsche Reich
wendet.


Kaum angekommen, wird Dolfi – ungefragt und ohne Alternative – in
das Deutsche Jungvolk aufgenommen. Appelle am Wochenende,
Exerzieren, Geländeläufe, Übungen mit Holzgewehren, deutsche
Geschichte im NS-Narrativ und politische Indoktrination bestimmen
seinen Alltag. Was wie Pfadfinder klingt, ist in Wahrheit die
erste Stufe militärischer Vorbereitung. Dolfi ist Teil eines
Systems, das aus Kindern Soldaten formen will.


Gleichzeitig rückt der Krieg spürbar näher.
Lebensmittelknappheit, Propaganda über den Volksempfänger, immer
mehr Männer, die eingezogen werden, und eine Bevölkerung, die
erst begeistert, später ernüchtert und dann ängstlich wird. Ab
1944 beginnt der Luftkrieg auch das Ybbstal zu erreichen:
Tiefflieger schießen auf alles, was sich bewegt. Brennende
Flugzeuge stürzen in die Wälder, und Dolfi muss als Teil des
Luftschutzes mithelfen, Wracks zu finden, Tote zu melden und
Brände zu lokalisieren. Er sieht verkohlte Leichen – Erlebnisse,
die ihn schon als Kind vom Tod abstumpfen lassen.


Parallel dazu erlebt er die letzten Monate des Krieges hautnah:
die Flucht der Nazis, das Verschwinden der SS, die Hilflosigkeit
der Zivilbevölkerung und eine unerträgliche Angst, genährt durch
Propaganda („Sieg oder Tod“). Bis am 5. Mai 1945 die Rote Armee
in Opponitz eintrifft – und der Krieg endet.


Diese Episode zeigt mit erschütternder Klarheit, wie ein Kind
zwischen Indoktrination, harter Arbeit, ständiger Todesnähe und
der Angst vor der heranrückenden Front zu einem „zu früh
Erwachsenen“ wird – und dennoch seine Menschlichkeit bewahrt.


Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder


Produktion: STUDIO DREIVIERTEL


Dolfi Eder - Erzähler


Oliver Sartena - Moderation


Maria Radutu - Redaktion


Andreas Mühlmann - Audioproduktion


Kristina-Josefin Bigler - Art Direction


Eine Produktion von STUDIO DREIVIERTEL.


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