Zwischen Blindböden und Boogie-Woogie – Steyrer Jahre (1950–1954)

Zwischen Blindböden und Boogie-Woogie – Steyrer Jahre (1950–1954)

Wie aus einem jungen Zimmermann ein entschlossener Aufbrecher wird.
59 Minuten
Podcast
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Beschreibung

vor 3 Tagen

In Steyr erlebt Dolfi vier prägende Jahre: harte Arbeit,
wiederholte Arbeitslosigkeit, amerikanische Kultur, erste Liebe
und bittere Enttäuschungen. In dieser Zeit entsteht ein Prinzip,
das sein ganzes Leben bestimmen wird – die „Schuhschachtel“ – und
der Entschluss, nach Wien zu gehen.


Nach seiner Lehre wagt er den Schritt in die amerikanische
Besatzungszone. Am Bahnhof in Steyr beginnt ein neues Kapitel:
Arbeit als Zimmermann, Blindböden verlegen, Baustellen in ganz
Oberösterreich. Doch die Realität bleibt hart – saisonale
Kündigungen, Winterarbeitslosigkeit, leere Geldbörsen und
wiederkehrender Hunger begleiten ihn. Ein ungewöhnlicher Auftrag
führt ihn sogar in das Gefängnis von Garsten, wo er gemeinsam mit
einem verurteilten Totschläger einen Geräteschuppen errichtet –
eine Begegnung, die ihm zeigt, wie schmal die Grenze zwischen
Schicksal und Entscheidung sein kann.


Gleichzeitig öffnet sich eine neue Welt: In der
amerikanischen Zone erlebt Dolfi erstmals seit
Jahren wieder Sättigung, Musik, Tanz und kulturelle Freiheit.
Boogie-Woogie, Glenn Miller, Coca-Cola und das Sternenbanner
stehen im starken Kontrast zu den entbehrungsreichen vierziger
Jahren. Die Fünfziger fühlen sich wie ein Aufbruch an. Doch
privat bleibt das Leben kompliziert. Zwischen zwei Familien,
Untermiete, finanziellen Engpässen und einer ersten großen Liebe
in Bad Hall sammelt Dolfi Erfahrungen, die ihn prägen – auch
schmerzhafte. Eine Verlobung zerbricht, Perspektiven fehlen.


In dieser Phase entsteht ein Lebensprinzip:
die „Schuhschachtel“. Kleine Beträge werden
zur Seite gelegt – aus Angst vor dem nächsten Winter ohne Geld.
Aus dieser simplen Idee wächst ein Entschluss: nie wieder arm
sein, nie wieder hungern.


1954 erkennt Dolfi, dass Steyr ihm keine Zukunft bietet. Die
Entscheidung fällt: Er wird nach Wien gehen – in die Stadt seiner
Geburt. Diese Folge ist die Geschichte eines jungen Mannes, der
lernt, dass Niederlagen nicht das Ende bedeuten, sondern der
Beginn von Selbstverantwortung sein können.





Der vorletzte Zeitzeuge – Ein Podcast mit Dolfi Eder


Produktion: STUDIO DREIVIERTEL


Dolfi Eder - Erzähler


Oliver Sartena - Moderation


Maria Radutu - Redaktion


Andreas Mühlmann - Audioproduktion


Kristina-Josefin Bigler - Art Direction


Eine Produktion von STUDIO DREIVIERTEL.


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Inhaltliche Verantwortung gemäß § 55 RStV: STUDIO DREIVIERTEL.


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