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Episoden

23 Minuten
Der 76. Deutsche Genealogentag in Göttingen im Rückblick: Eindrücke und Verbesserungsideen

Der 76. Deutsche Genealogentag fand vom 25. bis 27. September 2026 in Göttingen statt. Barbara Schmidt und Lars Thiele ziehen Bilanz: viele gute Gespräche, ein sehr breites Vortragsprogramm, aber wenig Laufkundschaft und kaum sichtbare Werbung vor Ort. Dieser Beitrag sammelt deine Ideen für den Genealogentag 2027 in Oldenburg.

Direkt nach dem Genealogentag 2026 in Göttingen habe ich mich mit Barbara Schmidt auf eine Bank auf dem Campus gesetzt. Unter Ahornbäumen im Sonnenlicht haben wir am Sonntagnachmittag das Wochenende ausgewertet. Es ist ein ruhiger Wochentalk geworden. Wir wollten festhalten, was hängen geblieben ist. Das fiel uns schwerer als gedacht, denn wir waren beide hin- und hergerissen: viele schöne Begegnungen, aber das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre.

Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden und als Mit-Organisatorin der Genealogica.

Jetzt in die Folge anhören:

Themen aus dem GesprächRund zehn spontane, ungescriptete Interviews auf dem Deutschen Genealogentag für Instagram und Facebook

die Location des Genealogentages in Göttingen: mitten in der Stadt, Altstadt und Bahnhof zu Fuß erreichbar, aber kaum sichtbar

Familientreffen statt Publikumsmagnet: Warum kaum Laufkundschaft kam und die Gespräche meist unter Ausstellern und Stammgästen stattfanden

Was fehlt, seit große Anbieter wie Ancestry und MyHeritage nicht mehr vor Ort sind

Ein Vortragsprogramm mit großer thematischer Breite, von KI und Handschriftenerkennung über Regionalgeschichte und Migration bis zu Familiennamen, Wappenrecht und Vereinsarbeit

Warum der Genealogentag nicht jedes Jahr neu erfunden werden sollte und was besser gemacht werden könnte

Ideen für den nächsten Genealogentag in Oldenburg 2027: Werbung in der lokalen Presse, Informationstafeln, offene Kommunikation („Hier darf jeder rein") und Aussteller, die nach draußen gehen

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31 Minuten
Warum historische Zeitungen für die Familienforschung so wertvoll sind

In dieser Folge des genealogischen Wochentalks sprechen Barbara und Lars über historische Zeitungen als Quelle für genealogische oder allgemein historische Forschung.

Wer in der Familienforschung vor allem an Kirchenbücher, Standesamtsunterlagen oder Akten denkt, übersieht leicht eine Quelle, die oft überraschend viel zusätzlich sichtbar machen kann: historische Zeitungen. 

Sie liefern nicht nur Namen, Daten und Ereignisse, sondern oft auch das, was zwischen den Zeilen einer Familiengeschichte fehlt. Wir können öffentliche Spuren, soziale Zusammenhänge, Unglücksfälle, Geschäftsaktivitäten, Vereinsleben oder Hinweise auf den Alltag einer bestimmten Zeit finden.

Barbara berichtet von einem konkreten Fund in einer amerikanischen Lokalzeitung, durch den sich ein lange überliefertes Familiengerücht zum Tod eines Verwandten in den USA genauer einordnen ließ. Lars schildert, wie sich mit Hilfe von Zeitungsportalen auch Hinweise zu Vereinen, Vorsitzenden und Versammlungen finden lassen, wenn klassische Archivquellen lückenhaft sind.

Deutlich wird dabei auch: Zeitungsrecherche war lange mühsam. Mikrofilme, Lesegeräte, viel Handarbeit und oft ein hoher Zeitaufwand. Durch Digitalisierung, Volltextsuche und bessere Texterkennung hat sich das inzwischen deutlich verändert. Trotzdem bleibt es wichtig, nicht nur Trefferlisten anzuklicken, sondern immer auch die ganze Seite und den historischen Kontext mitzulesen.

Historische Zeitungen sind damit nicht nur Ergänzung, sondern oft ein echter Schlüssel, um Menschen, Orte und Ereignisse in der Erinnerung lebendiger werden zu lassen.

Themen aus dem Gespräch

Warum historische Zeitungen in der Familienforschung oft unterschätzt werden

Welche Informationen Zeitungen zusätzlich zu Kirchenbüchern und Akten liefern können

Öffentliche Spuren zu unseren Vorfahren: Unfälle, Gerichtsfälle, Sterbeanzeigen, Geschäftsübernahmen, Vereinsnachrichten, regionale Ereignisse

Warum besonders lokale und regionale Zeitungen wertvoll sein könnenZeitungsrecherche auf Mikrofilm: mühsam und dennoch aufschlussreich

Digitale Zeitungsportale und Volltextsuche: was heute einfacher geworden ist

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17 Minuten
Wenn du noch nie in einem Archiv warst, hast du vielleicht ein bestimmtes Bild im Kopf: dunkle Räume, Staub, schwere Tische und vergilbte Akten. Die Realität sieht heute meist anders aus. Archive sind in der Regel moderne Einrichtungen mit Lesesaal, Magazin, klaren Regeln und festen Abläufen.

In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, was man in Archiven eigentlich finden kann, wie unterschiedlich Archive aufgebaut sind und warum eine gute Vorbereitung für den Archivbesuch entscheidend ist. Anlass für diese Folge ist der Tag der Archive, ein bundesweiter Aktionstag, bei dem viele Archive ihre Türen öffnen und Einblicke in ihre Arbeit geben.

Hör dir die Podcastfolge einfach hier an

In dieser Episode von Archivbegleiter On Air erfährst du:

was man in Archiven finden kann

warum es verschiedene Archive gibt

was ich in meinen letzten Recherchen in Stadtarchiv, Kirchenarchiv und Hauptstaatsarchiv gesucht habe

warum gut Vorbereitung für einen Archivbesuch entscheidend ist

worauf du bei Aktenbestellung und Bestellzeiten achten solltestWas man in Archiven finden kann

Viele verbinden Archive zuerst mit alten Akten, Kirchenbüchern oder vergilbten Dokumenten. Das ist nicht falsch, aber nur ein Teil dessen, was dort tatsächlich zu finden ist.

Je nach Archivart unterscheiden sich die Bestände deutlich. Es gibt zum Beispiel:

Stadtarchive

Kirchenarchive

Staatsarchive

Landesarchive

Spezialarchive

Jedes Archiv bewahrt andere Arten von Unterlagen auf. Deshalb hängt die Suche immer stark davon ab, was genau gesucht wird und welches Archiv dafür zuständig ist.

Eine Übersicht zu den verschiedenen Arten von Archiven bietet das Archivportal-D (Link zum Portal).

Beispiele aus meiner praktischen ArchivforschungPersonenstandsunterlagen im Stadtarchiv Meißen

In Meißen habe ich nach Standesamtsunterlagen gesucht, also nach Geburtsregistern, Heiratsregistern und Sterberegistern. Solche Quellen sind für die Personen- und Familiengeschichtsforschung besonders wichtig.

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18 Minuten
... über Sinn, Endlichkeit, Neugier und Orientierung und warum die genealogisch Forschenden spürbar jünger werden

In dieser Folge des genealogischen Wochentalks sprechen Barbara und Lars über eine Frage, die viele Forschende früher oder später umtreibt: 

Warum beschäftigt man sich überhaupt mit der Familiengeschichte und warum scheint das Thema oft mit dem Älterwerden verknüpft zu sein? 

Der Einstieg kommt über eine Idee aus der Lektüre von Viktor Frankl:  "... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" (*) Wenn uns Endlichkeit bewusst wird, rückt der Sinn des eigenen Lebens stärker in den Fokus und damit oft auch die Frage nach Herkunft, Prägung und dem, was bleibt.

Barbara und Lars diskutieren, warum Familienforschung lange als „Hobby älterer Menschen“ galt und warum diese Sicht heute zunehmend zu kurz greift. Barbara schildert aus der Genealogica-Perspektive, dass das Publikum jünger wird und sich auch die Themen verändern: technischer, aktueller, aber auch mit neuen Nebenfeldern (z. B. transgenerationale Fragestellungen). Gleichzeitig bleiben zwei handfeste Hürden: Zeitaufwand und Kosten (Archive, Reisen, Planung), wobei digitale Bestände heute vieles erleichtern.

Im Kern werden zwei Motivlagen herausgearbeitet:

1. Ältere Forschende:

Oft beginnt es als Rückschau: „Was habe ich erlebt? Wo komme ich her?“. Kippt aber häufig in den Wunsch, etwas zu hinterlassen – Wissen, Geschichte, Dokumentation für Kinder und Enkel.

2. Jüngere Forschende:

Hier schwanken die Erklärungen zwischen Neugier und Familiengeschichten (klassischer Einstieg) und dem Gedanken, dass Herkunft auch Orientierung geben kann etwa bei Fragen wie Beruf, Interessen, Prägungen oder Identität. Beide einigen sich darauf: Das Motiv ist selten „nur eins“, sondern eine Mischung und am Ende wäre es am sinnvollsten, junge Forschende selbst zu fragen, statt über sie zu sprechen.

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11 Minuten
Wir gehen motiviert auf Vorträge, Tagungen oder Online-Events, hören spannende Themen und kommen am Ende doch oft mit vielen Notizen, aber ohne klaren nächsten Schritt nach Hause.

Dabei können genealogische Tagungen deine Forschung enorm beschleunigen, wenn du sie gezielt nutzt.

In dieser Folge von Archivbegleiter On Air geht es genau darum: Wie du Vorträge nicht nur konsumierst, sondern sie wirklich für deine eigene Forschung einsetzt, egal ob du gerade anfängst oder schon lange forschst.

Hier kannst du in die Podcastfolge zum Thema reinhören

Warum Vorträge oft motivieren, aber selten weiterbringen

Viele Forschende machen denselben Fehler: Sie wollen alles mitnehmen. 

Noch ein Vortrag hier, noch ein Workshop dort, zwischendurch Mitschriften, Screenshots, Downloads, Flyer. Am Ende bleibt häufig eine Informationsflut – aber kein echter Fortschritt.

Das Problem ist nicht der Inhalt. Das Problem ist fehlender Fokus.

Ohne klares Ziel hören wir zwar zu, denken aber nicht gezielt mit. Und so fühlt sich ein Tagungsbesuch schnell „interessant“, aber nicht wirklich hilfreich an.

Was Vorträge wirklich leisten sollen

Vorträge sind selten dafür da, ein konkretes Forschungsproblem komplett zu lösen. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, dass sie:

neue Quellen aufzeigen

andere Perspektiven eröffnen

Denkfehler sichtbar machen

frische Ansätze liefern

Oder kurz gesagt: Ein guter Vortrag löst nicht alles, aber bringt dich auf die richtige Spur.

Wenn du danach klarer siehst und einen neuen nächsten Schritt kennst, war der Vortrag bereits erfolgreich.

Kosten vs. Nutzen: Die falsche Rechnung bei Tagungen

Gerade bei Online-Events wie der Genealogica oder der RootsTech vergleichen viele:

Wie viele Vorträge bekomme ich für mein Geld? Aber das ist die falsche Frage.

Die richtige Frage lautet: Welcher Vortrag hilft mir konkret bei meinem aktuellen Forschungsproblem?

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Über diesen Podcast

ArchivBegleiter ON AIR. Der Podcast für Familienforscher, Geschichtsinteressierte und alle, die Archive entdecken und nutzen wollen. Hier bekommst du praktische Tipps und Einblicke, um erfolgreich in der Vergangenheit zu recherchieren.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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