ArchivBegleiter ON AIR: Einblicke und Tipps für die Archivrecherche
Tipps und Einblicke für Familienforscher, Historiker und Geschichtsinteressierte
Podcaster
Episoden
06.03.2026
17 Minuten
Wenn du noch nie in einem Archiv warst, hast du vielleicht ein
bestimmtes Bild im Kopf: dunkle Räume, Staub, schwere Tische und
vergilbte Akten. Die Realität sieht heute meist anders aus.
Archive sind in der Regel moderne Einrichtungen mit Lesesaal,
Magazin, klaren Regeln und festen Abläufen.
In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, was man in Archiven
eigentlich finden kann, wie unterschiedlich Archive aufgebaut
sind und warum eine gute Vorbereitung für den Archivbesuch
entscheidend ist. Anlass für diese Folge ist der Tag der Archive,
ein bundesweiter Aktionstag, bei dem viele Archive ihre Türen
öffnen und Einblicke in ihre Arbeit geben.
Hör dir die Podcastfolge einfach hier an
In dieser Episode von Archivbegleiter On Air erfährst du:
was man in Archiven finden kann
warum es verschiedene Archive gibt
was ich in meinen letzten Recherchen in Stadtarchiv, Kirchenarchiv
und Hauptstaatsarchiv gesucht habe
warum gut Vorbereitung für einen Archivbesuch entscheidend
ist
worauf du bei Aktenbestellung und Bestellzeiten achten solltestWas
man in Archiven finden kann
Viele verbinden Archive zuerst mit alten Akten, Kirchenbüchern
oder vergilbten Dokumenten. Das ist nicht falsch, aber nur ein
Teil dessen, was dort tatsächlich zu finden ist.
Je nach Archivart unterscheiden sich die Bestände deutlich. Es
gibt zum Beispiel:
Stadtarchive
Kirchenarchive
Staatsarchive
Landesarchive
Spezialarchive
Jedes Archiv bewahrt andere Arten von Unterlagen auf. Deshalb
hängt die Suche immer stark davon ab, was genau gesucht wird und
welches Archiv dafür zuständig ist.
Eine Übersicht zu den verschiedenen Arten von Archiven bietet das
Archivportal-D (Link zum Portal).
Beispiele aus meiner praktischen
ArchivforschungPersonenstandsunterlagen im Stadtarchiv Meißen
In Meißen habe ich nach Standesamtsunterlagen gesucht, also nach
Geburtsregistern, Heiratsregistern und Sterberegistern. Solche
Quellen sind für die Personen- und Familiengeschichtsforschung
besonders wichtig.
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13.02.2026
18 Minuten
... über Sinn, Endlichkeit, Neugier und Orientierung und warum
die genealogisch Forschenden spürbar jünger werden
In dieser Folge des genealogischen Wochentalks sprechen Barbara
und Lars über eine Frage, die viele Forschende früher oder später
umtreibt:
Warum beschäftigt man sich überhaupt mit der Familiengeschichte
und warum scheint das Thema oft mit dem Älterwerden verknüpft zu
sein?
Der Einstieg kommt über eine Idee aus der Lektüre von Viktor
Frankl: "... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe
erlebt das Konzentrationslager" (*) Wenn uns Endlichkeit
bewusst wird, rückt der Sinn des eigenen Lebens stärker in den
Fokus und damit oft auch die Frage nach Herkunft, Prägung und
dem, was bleibt.
Barbara und Lars diskutieren, warum Familienforschung lange als
„Hobby älterer Menschen“ galt und warum diese Sicht heute
zunehmend zu kurz greift. Barbara schildert aus der
Genealogica-Perspektive, dass das Publikum jünger wird und sich
auch die Themen verändern: technischer, aktueller, aber auch mit
neuen Nebenfeldern (z. B. transgenerationale Fragestellungen).
Gleichzeitig bleiben zwei handfeste Hürden: Zeitaufwand und
Kosten (Archive, Reisen, Planung), wobei digitale Bestände heute
vieles erleichtern.
Im Kern werden zwei Motivlagen herausgearbeitet:
1. Ältere Forschende:
Oft beginnt es als Rückschau: „Was habe ich erlebt? Wo komme ich
her?“. Kippt aber häufig in den Wunsch, etwas zu hinterlassen –
Wissen, Geschichte, Dokumentation für Kinder und Enkel.
2. Jüngere Forschende:
Hier schwanken die Erklärungen zwischen Neugier und
Familiengeschichten (klassischer Einstieg) und dem Gedanken, dass
Herkunft auch Orientierung geben kann etwa bei Fragen wie Beruf,
Interessen, Prägungen oder Identität. Beide einigen sich darauf:
Das Motiv ist selten „nur eins“, sondern eine Mischung und am
Ende wäre es am sinnvollsten, junge Forschende selbst zu fragen,
statt über sie zu sprechen.
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06.02.2026
11 Minuten
Wir gehen motiviert auf Vorträge, Tagungen oder Online-Events,
hören spannende Themen und kommen am Ende doch oft mit vielen
Notizen, aber ohne klaren nächsten Schritt nach Hause.
Dabei können genealogische Tagungen deine Forschung enorm
beschleunigen, wenn du sie gezielt nutzt.
In dieser Folge von Archivbegleiter On Air geht es genau darum:
Wie du Vorträge nicht nur konsumierst, sondern sie wirklich für
deine eigene Forschung einsetzt, egal ob du gerade anfängst oder
schon lange forschst.
Hier kannst du in die Podcastfolge zum Thema reinhören
Warum Vorträge oft motivieren, aber selten weiterbringen
Viele Forschende machen denselben Fehler: Sie wollen alles
mitnehmen.
Noch ein Vortrag hier, noch ein Workshop dort, zwischendurch
Mitschriften, Screenshots, Downloads, Flyer. Am Ende bleibt
häufig eine Informationsflut – aber kein echter Fortschritt.
Das Problem ist nicht der Inhalt. Das Problem ist fehlender
Fokus.
Ohne klares Ziel hören wir zwar zu, denken aber nicht gezielt
mit. Und so fühlt sich ein Tagungsbesuch schnell „interessant“,
aber nicht wirklich hilfreich an.
Was Vorträge wirklich leisten sollen
Vorträge sind selten dafür da, ein konkretes Forschungsproblem
komplett zu lösen. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, dass sie:
neue Quellen aufzeigen
andere Perspektiven eröffnen
Denkfehler sichtbar machen
frische Ansätze liefern
Oder kurz gesagt: Ein guter Vortrag löst nicht alles, aber bringt
dich auf die richtige Spur.
Wenn du danach klarer siehst und einen neuen nächsten Schritt
kennst, war der Vortrag bereits erfolgreich.
Kosten vs. Nutzen: Die falsche Rechnung bei Tagungen
Gerade bei Online-Events wie der Genealogica oder der RootsTech
vergleichen viele:
Wie viele Vorträge bekomme ich für mein Geld? Aber das ist die
falsche Frage.
Die richtige Frage lautet: Welcher Vortrag hilft mir konkret bei
meinem aktuellen Forschungsproblem?
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09.01.2026
22 Minuten
... von Kirchenbuchrecherchen über Onlinequellen bis zum Umgang
mit Schutzfristen bei der Archivrecherche
Im ersten genealogischen Wochentalk des Jahres 2026 berichten
Barbara und Lars von erfolgreichen Forschungserlebnissen rund um
Onlinequellen, Standesamtsunterlagen und klassische Archivarbeit.
Dabei geht es um schnelle Erfolge mit digitalisierten Beständen
bei Ancestry.de, den richtigen Umgang mit Schutzfristen sowie um
effiziente Recherchestrategien im Kirchenarchiv.
Zum Jahresauftakt teilen Barbara und Lars persönliche
Forschungserfahrungen aus den Feiertagen und den ersten
Recherchetagen im neuen Jahr. Lars berichtet, wie eine spontane
Recherche mit seinem Schwiegervater mithilfe online verfügbarer
Standesamtsunterlagen bei Ancestry.com überraschend schnell
mehrere Generationen erschließen konnte. Besonders hilfreich
waren dabei digitalisierte Melderegister, Geburts-, Heirats- und
Sterberegister aus Frankenberg.
Im Gespräch erklären die beiden anschaulich, was es mit den
gesetzlichen Schutzfristen bei Standesamtsunterlagen auf sich hat
und wie Forschende dennoch an geschützte Personenstandsunterlagen
gelangen können.
Anschließend geht es um praktische Archivarbeit vor Ort. Lars
schildert eine erfolgreiche Recherche in einem Pfarrarchiv bei
Oschatz, bei der mithilfe von Namensregistern gleich mehrere
Generationen bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden
konnten. Dabei wird deutlich, wie wichtig es ist, Kirchenbücher
systematisch zu prüfen, Registerbände gezielt zu nutzen und sich
nicht vorschnell nur auf einzelne Einträge zu konzentrieren.
Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie sich digitale Quellen und
klassische Archivarbeit sinnvoll ergänzen und wie strukturiertes
Vorgehen Zeit spart und Forschungserfolge beschleunigt.
Jetzt anhören:
Themen aus dem GesprächSchnelle Forschungserfolge mit
digitalisierten Standesamtsunterlagen bei Ancestry.de
Schutzfristen bei Geburts-, Heirats- und Sterberegistern
verständlich erklärt
welche Nachweise für Standesamtsanfragen hilfreich sein
können
Namensregister und Kirchenbuchaufbau effektiv auswerten
Recherchepraxis im Pfarrarchiv und Zeitmanagement vor Ort
Berufliche Vererbung am Beispiel kurfürstlicher
Försterfamilien
Zitate aus dem Gespräch„Sobald Informationen online verfügbar sind,
vor allem verschiedene Quellen zusammenkommen, kommt man mit der
Forschung oft erstaunlich schnell voran.“ – LarsHinweise
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02.01.2026
13 Minuten
Dieser Beitrag wurde ursprünglich als Blogartikel im Jahre 2022
veröffentlicht und stellt eine Fallstudie zur Person George
Berger dar. Die grundlegenden Aussagen zur Quellenlage und zu den
Grenzen der Kirchenbuchforschung sind weiterhin gültig. Seit dem
Jahr 2022 haben sich insbesondere durch die Digitalisierung und
Online-Veröffentlichung zahlreicher sächsischer Archivbestände
neue Recherchemöglichkeiten ergeben, die für den beschriebenen
Fall und ähnliche Forschungen neue Möglichkeiten eröffnen.
In der Podcastfolge wird die Fallstudie aus heutiger
Perspektive weitergedacht, insbesondere im Hinblick auf den
Umgang mit fragmentarischer Überlieferung und die Nutzung
digitalisierter Gerichtsbücher des Sächsischen
Staatsarchivs. Der Beitrag dient somit zugleich als
Aktualisierung des älteren Blogbeitrags und als Begleittext zur
gleichnamigen Podcastfolge bei Archivbegleiter ON AIR. (Stand:
Januar 2026)
„George Berger, Häusler und Gedingemann in Höckendorff, ist
1665 gebohren, starb am 28. May 1743 wurde hierauf am 30. dito mit
einer Leichenpredigt und Abdankung begraben. Seines Alters 78
Jahre.“
Dieser Sterbeeintrag zu George Berger ist der bislang älteste
Nachweis im Kirchenbuch für die Vorfahren der von mir erforschten
Ahnenlinie Berger in der Gegend um Höckendorf im sächsischen
Osterzgebirge.
Schlecht lesbare Aufzeichnungen als Hindernisse der
Familienforschung
Der schlechte Zustand des ältesten Kirchenbuchs zu Höckendorf
verhindert leider die Ermittlung weiterführender Informationen zu
George Berger, seiner Familie und anderer Vorfahren. Auf den
größtenteils durch Tintenfraß zerstörten Seiten konnte lediglich
herausgelesen werden, dass George Berger mit Maria Berger
(geborene Büttner) verheiratet war. Sie starb 1737 in Höckendorf,
fünf Jahre vor ihrem Ehemann George Berger, und hinterließ ihn
als Wittwer. Ein Geburtseintrag des gemeinsamen Sohnes, George
Christoph Berger (gest. 1761) oder weiterer Kinder war leider
nicht mehr ermittelbar.
Trotz allem konnte mit Hilfe eines Heiratseintrages zum Sohn im
Traubuch der Kirchgemeinde Höckendorf aus dem Jahr 1718 die Linie
der Familie Berger bis George Berger verfolgt werden. Als Beleg
hierfür dienen die Kirchenbucheinträge.
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Über diesen Podcast
ArchivBegleiter ON AIR. Der Podcast für Familienforscher,
Geschichtsinteressierte und alle, die Archive entdecken und nutzen
wollen. Hier bekommst du praktische Tipps und Einblicke, um
erfolgreich in der Vergangenheit zu recherchieren.
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