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Auto Hell Dunkel
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52 Minuten
Die Literatur- und Kulturpolitik ist ein in ihrer Bedeutung wachsendes Feld der Betätigung rechter und rechtsextremer Akteure. Es werden Verlage gegründet, Romane und Sachbücher geschrieben, literaturkritische Formate produziert, Lesekreise organisiert und seit 2025 wird sogar eine eigene Buchmesse veranstaltet. Über die zentralen Personen, Institutionen und Werke, ihre Strategien, ihre Codes und ihren Kanon hat die Literaturwissenschaftlerin Mareike Gronich gemeinsam mit ihren Kolleg:innen David Begrich, Jeannie Moser und Hans-Joachim Schott ein Buch verfasst.

Im Gespräch mit Paul Krauße diskutiert Gronich unter anderem den Begriff der ‚Neuen Rechten‘, deren Rezeption linker Gesellschaftstheorie, rechte Gegenwartsliteratur und das kulturpolitische Programm der AfD Sachsen-Anhalt.

Dr. Mareike Gronich ist akademische Rätin an der Universität Bielefeld.

Zum Buch:

David Begrich, Mareike Gronich, Jeannie Moser & Hans-Joachim Schott »Literatur- und Kulturpolitik der ›Neuen Rechten‹. Lektüren, Schauplätze, Vokabular« (transcript, 2026)

Open Access: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-8065-2/literatur-und-kulturpolitik-der-neuen-rechten/?number=978-3-8394-6158-7
1 Stunde 13 Minuten
Mit »Saisonarbeit« von 2014 hat sich Heike Geißler als politische Autorin positioniert: Der autofiktionale Text rückt nicht nur Klassenverhältnisse und prekäre Arbeitsbedingungen im Spätkapitalismus ins Zentrum, sondern auch die Produktionsbedingungen von Literatur. Ein zentrales Motiv ihrer Texte der letzten Jahre ist das Gefühl der Ohnmacht angesichts gesellschaftlicher Verhältnisse, das die Suche nach möglichen Reaktionen und Handlungsspielräumen in Gang setzt. Der 2026 erschienene Roman »Michaela Kohlhaas« schließt an diese Suchbewegung an und kondensiert sie in der Figur einer radikal widerborstigen Aussteigerin.

Mit Barbara Bausch spricht Heike Geißler ausgehend von ihrem jüngsten Roman über Michael und Michaela Kohlhaas, Rachebedürfnisse, Schrecken und Produktivität der Ahnungslosigkeit, Literatur als Lebenshilfe und Trick, Formen und Funktionen des Ich-Sagens, die Entwicklung ihres Schreibens sowie das Trainieren des Fantasiemuskels.

Zu den Büchern: 

Heike Geißler »Michaela Kohlhaas« (Suhrkamp, 2026)

Heike Geißler »Verzweiflungen« (Suhrkamp, 2025)

Heike Geißler »Die Woche« (Suhrkamp, 2022)

Heike Geißler »Liegen« (Matthes & Seitz, 2022)

Heike Geißler »Saisonarbeit« (Spector Books, 2014)
1 minute
Nur ca. 5,7 Prozent aller Autor:innen in Deutschland können momentan vom Schreiben leben. Wie geht es den Autor:innen in Zeiten des Kahlschlags im Kulturbetrieb? Was zeichnet das Schreiben als Beruf aus? Wie sehr sind Schriftsteller:innen auf Wettbewerbe angewiesen? Ist ein Grundeinkommen für Künstler:innen eine mögliche Lösung? Und wie spiegeln sich diese Fragen zur Prekarität im Literaturbetrieb in der Gegenwartsliteratur selbst?

Slata Roschal ist beim Bachmannpreis nach ihrer Lesung aufgestanden und hat sich damit der Diskussion ihres Textes und der Wettbewerbssituation der Veranstaltung entzogen. Vanessa Franke hat mit ihr vor Ort in Klagenfurt gesprochen. Im Gespräch gibt Roschal umfassende Einblicke in den Alltag literarischer Arbeit.

Mit Slata Roschal, Vanessa Franke und Roman Widder

Slata Roschal: Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet. Berlin: Claassen 2026.

https://www.ullstein.de/werke/es-ist-die-leichtigkeit-die-den-herrn-am-tisch-von-der-putzfrau-unterscheidet/hardcover/9783546100755

Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters. Frankfurt: Fischer 2025.

https://www.fischerverlage.de/buch/lena-schaette-das-schwarz-an-den-haenden-meines-vaters-9783103976571

Alle Texte des Bachmannpreises 2026: https://bachmannpreis.orf.at/tags/texte2026/
1 Stunde 4 Minuten
Anna Kornbluhs 2024 erschienenes Buch »Immediacy, or The Style of Too Late Capitalism« ist eine kritische Gegenwartsanalyse, die verschiedenen gesellschaftlichen Feldern wie Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft einen gemeinsamen Stil attestiert, der sich durch die Suggestion von Unmittelbarkeit auszeichnet. Wie Airbnb und Uber funktioniere auch die Gegenwartsliteratur nach einer Logik der Präsenz und Direktheit: Cutting out the middleman. Um die zahlreichen Krisen der Gegenwart zu lösen, so Kornbluh, brauche es jedoch Abstraktion, Repräsentation und Vermittlung.

Was ist dran am Unmittelbarkeitsvorwurf? Welche Rolle spielt gerade die ich-erzählte Literatur dabei? Und welche Parallelen lassen sich zwischen Kornbluhs Unmittelbarkeit und dem Begriff des Midcult in den Texten von Moritz Baßler finden? Über diese und weitere Fragen spricht Paul Krauße mit der Literaturwissenschaftlerin Asmara Wibowo.

Asmara Wibowo studierte Germanistik und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo sie anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitete. Seit 2024 ist sie an der Humboldt-Universität zu Berlin angestellt. Sie promoviert zur Literatur der Mitte.

Zu den Büchern:

Anna Kornbluh »Immediacy, or The Style of Too Late Capitalism« (Verso, 2024)

Moritz Baßler »Populärer Realismus. Vom Internation Style gegenwärtigen Erzählens« (C.H. Beck, 2022)
1 minute
Seit ihrem Debüt »Einladung an die Waghalsigen« findet Dorothee Elmiger in jedem Text zu einer neuen Form, um mit den Lücken, Abgründen und Rissen der Wirklichkeit umzugehen. Ihre Bücher sind an gesellschaftlichen Verhältnissen interessiert, zugleich stellen sie ihre eigenen Verfahren selbstreflexiv aus. Sie lassen sich als Suchbewegungen verstehen, wie sich unserer Gegenwart literarisch gerecht werden ließe. Vorsichtig und sprachlich präzise bewegen sie sich an den Grenzen des Erzählens und halten doch stets das Erfinden hoch.  

Ausgangspunkt des Gesprächs ist Dorothee Elmigers letzter Roman »Die Holländerinnen«, für den die Autorin 2025 den Deutschen, den Schweizer und den Bayerischen Buchpreis erhielt. Mit Barbara Bausch spricht sie über ihr Verhältnis zum Erzählen von Geschichten und die Wichtigkeit des Nichtverstehens, über das Ich-Sagen und den Trend erfahrungsbasierten Schreibens, über das Verhältnis ihrer letzten beiden Bücher zueinander, sowie über Frage, wo das Politische der Literatur zu verorten sein könnte. 

Zu den Büchern:

Dorothee Elmiger »Die Holländerinnen« (Hanser, 2025)

Dorothee Elmiger »Aus der Zuckerfabrik« (Hanser, 2020)

Dorothee Elmiger »Schlafgänger« (Dumont, 2014)
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Über diesen Podcast

Literatur ist politisch, ob sie will oder nicht. Nach den jüngeren Debatten über Klasse, Identität und Autofiktion, Midcult, Neuen Realismus und Schreiben als Arbeit in Zeiten geringer Honorare und geteilter Preisgelder kann es daran keinen Zweifel mehr geben. Aber wie werden die Texte gemacht? Wer montiert hier was mit welchen Verfahren? Und wie werden Genres, Autor:innen und Bücher hergestellt? Welche Funktion hat das autobiografische Schreiben in der Gegenwart und wo kommt die Fiktion ins Spiel? Wer spricht dabei für wen und wovon kann noch immer nicht erzählt werden? Welche historischen Vorbilder sind für eine engagierte Gegenwartsliteratur relevant und wann wird sie tendenziös? Welche Theorien helfen bei der Einordnung literarischer Gegenwartsphänomene – und was lesen die Faschisten? Unter dem Titel auto:montage diskutiert der Podcast literarische Neuerscheinungen im Gespräch mit Gästen aus Wissenschaft und Literaturbetrieb. Der Podcast ist eine Initiative des Arbeitskreises Politische Ästhetiken am Literaturforum im Brecht-Haus und wird in Kooperation mit dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt produziert. Redaktion: Iuditha Balint, Barbara Bausch, Eva Blome, Diego León-Villagrá, Roman Widder
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„auto:montage“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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