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Episoden
31.03.2026
1 Minute
Seit ihrem Debüt »Einladung an die Waghalsigen« findet Dorothee Elmiger in jedem Text zu einer neuen Form, um mit den Lücken, Abgründen und Rissen der Wirklichkeit umzugehen. Ihre Bücher sind an gesellschaftlichen Verhältnissen interessiert, zugleich stellen sie ihre eigenen Verfahren selbstreflexiv aus. Sie lassen sich als Suchbewegungen verstehen, wie sich unserer Gegenwart literarisch gerecht werden ließe. Vorsichtig und sprachlich präzise bewegen sie sich an den Grenzen des Erzählens und halten doch stets das Erfinden hoch.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Dorothee Elmigers letzter Roman »Die Holländerinnen«, für den die Autorin 2025 den Deutschen, den Schweizer und den Bayerischen Buchpreis erhielt. Mit Barbara Bausch spricht sie über ihr Verhältnis zum Erzählen von Geschichten und die Wichtigkeit des Nichtverstehens, über das Ich-Sagen und den Trend erfahrungsbasierten Schreibens, über das Verhältnis ihrer letzten beiden Bücher zueinander, sowie über Frage, wo das Politische der Literatur zu verorten sein könnte.
Zu den Büchern: Dorothee Elmiger »Die Holländerinnen« (Hanser, 2025) Dorothee Elmiger »Aus der Zuckerfabrik« (Hanser, 2020) Dorothee Elmiger »Schlafgänger« (Dumont, 2014)
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Dorothee Elmigers letzter Roman »Die Holländerinnen«, für den die Autorin 2025 den Deutschen, den Schweizer und den Bayerischen Buchpreis erhielt. Mit Barbara Bausch spricht sie über ihr Verhältnis zum Erzählen von Geschichten und die Wichtigkeit des Nichtverstehens, über das Ich-Sagen und den Trend erfahrungsbasierten Schreibens, über das Verhältnis ihrer letzten beiden Bücher zueinander, sowie über Frage, wo das Politische der Literatur zu verorten sein könnte.
Zu den Büchern: Dorothee Elmiger »Die Holländerinnen« (Hanser, 2025) Dorothee Elmiger »Aus der Zuckerfabrik« (Hanser, 2020) Dorothee Elmiger »Schlafgänger« (Dumont, 2014)
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02.02.2026
1 Stunde 4 Minuten
Mit Daniela Dröschers autofiktionalen Romanen „Lügen über meine Mutter“ (2022) und „Junge Frau mit Katze“ (2025) sowie einem Seitenblick auf Christina Wesselys „Liebesmühe“ (2024) widmet sich die dritte Folge von auto:montage Narrativen weiblicher Erschöpfung in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Wie wird Erschöpfung erzählt, mit welchen literarischen Verfahren und Schreibweisen? In welchem Verhältnis stehen Erschöpfungsnarrative zu Fragen von Gender und Klasse, von Care- und anderen Arbeitsformen, etwa in der Wissenschaft? Und was ist das dezidiert Politische dieser Narrative? Diesen und weiteren Fragen geht Diego León-Villagrá im Gespräch mit Dr. Marcella Fassio nach.
Dr. Marcella Fassio studierte Germanistik und Anglistik in Oldenburg, wo sie 2020 mit einer Arbeit zu Praktiken, Poetiken und Autorschaften literarischer Weblogs promoviert wurde. Nach einem Forschungsaufenthalt am King’s College in London leitete sie von 2022–2024 ein Projekt zu „Narrativen weiblicher Erschöpfung um 1900 und 2000“ an der Freien Universität Berlin, gefördert im Walter Benjamin-Programm der DFG. Seit 2025 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Halle-Wittenberg.
Dr. Marcella Fassio studierte Germanistik und Anglistik in Oldenburg, wo sie 2020 mit einer Arbeit zu Praktiken, Poetiken und Autorschaften literarischer Weblogs promoviert wurde. Nach einem Forschungsaufenthalt am King’s College in London leitete sie von 2022–2024 ein Projekt zu „Narrativen weiblicher Erschöpfung um 1900 und 2000“ an der Freien Universität Berlin, gefördert im Walter Benjamin-Programm der DFG. Seit 2025 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Halle-Wittenberg.
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01.12.2025
53 Minuten
Im Januar 2014 löst Florian Kessler mit seinem Artikel »Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!« (DIE ZEIT) eine Debatte über Uniformität und Repräsentation im Literaturbetrieb aus. Eine Debatte, die zu grundlegenden Reflexionen über die Beschaffenheit des literarischen Feldes führt, genauer darüber, wer wessen Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit bestimmt und wer aus welchen Gründen marginalisiert bleibt. Von diesem Artikel ausgehend spricht Iuditha Balint mit Florian Kessler über Fürsprache im Literaturbetrieb und in der Literatur. Sie fragen danach, inwiefern und wie Institutionen des Literaturbetriebs als Fürsprecher einer vielgestaltigen Literatur betrachtet werden können; und ob Fürsprache als literarisches Verfahren gelingen kann. Zwei Texte haben sie dafür mitgebracht: Sebastian Haffners Roman »Abschied« (Hanser 2025) und Dinçer Güçyeters Roman »Unser Deutschlandmärchen« (Mikrotext 2022).
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30.09.2025
1 Stunde 4 Minuten
Ulrike Edschmid steht wie keine zweite Erzählerin für ein autobiografisch orientiertes Schreiben mit ausgeprägtem Formbewusstsein. Ihre schmalen, aus kristallklaren Sätzen gebauten Romane über Weggefährten, Liebschaften oder Verwandte zeichnen sich durch strenge Rhythmen und eine virtuose Konstellierung von Lücken und Brüchen aus. Edschmids Texte sind Kunstwerke der Verdichtung und der Aussparung, die durch ihre Sorgfalt der Verantwortung Rechnung tragen, die ihnen aus der Darstellung eines anderen Lebens erwächst.
Die Kritik hat Ulrike Edschmids Romane hoch gelobt und im Rahmen der Konjunktur autofiktionaler Schreibweisen neu entdeckt. »Das Verschwinden des Philipp S.« (2013) wurde auf die SPIEGEL-Liste der 100 wichtigsten Bücher seit 1925 aufgenommen. 2022 erhielt Edschmid den Günter-Grass-Preis. Ihr zuletzt erschienener Roman »Die letzte Patientin« (2024) stand im selben Jahr auf der Shortlist des Wilhelm-Raabe-Preises.
Mit Roman Widder spricht sie über die Frage, ob die Literatur für die Wirklichkeit überhaupt zuständig ist, über die unmerklichen Übergänge zwischen dokumentarischer und fiktionaler Form, über filmische Erzählverfahren und darüber, was es bedeutet, Teil der Geschichte zu sein.
Redaktion: Iuditha Balint, Barbara Bausch, Eva Blome, Diego León-Villagrá, Roman Widder
Zum Buch: Ulrike Edschmid »Die letzte Patientin« (Suhrkamp, 2024)
Die Kritik hat Ulrike Edschmids Romane hoch gelobt und im Rahmen der Konjunktur autofiktionaler Schreibweisen neu entdeckt. »Das Verschwinden des Philipp S.« (2013) wurde auf die SPIEGEL-Liste der 100 wichtigsten Bücher seit 1925 aufgenommen. 2022 erhielt Edschmid den Günter-Grass-Preis. Ihr zuletzt erschienener Roman »Die letzte Patientin« (2024) stand im selben Jahr auf der Shortlist des Wilhelm-Raabe-Preises.
Mit Roman Widder spricht sie über die Frage, ob die Literatur für die Wirklichkeit überhaupt zuständig ist, über die unmerklichen Übergänge zwischen dokumentarischer und fiktionaler Form, über filmische Erzählverfahren und darüber, was es bedeutet, Teil der Geschichte zu sein.
Redaktion: Iuditha Balint, Barbara Bausch, Eva Blome, Diego León-Villagrá, Roman Widder
Zum Buch: Ulrike Edschmid »Die letzte Patientin« (Suhrkamp, 2024)
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Über diesen Podcast
Literatur ist politisch, ob sie will oder nicht. Nach den jüngeren
Debatten über Klasse, Identität und Autofiktion, Midcult, Neuen
Realismus und Schreiben als Arbeit in Zeiten geringer Honorare und
geteilter Preisgelder kann es daran keinen Zweifel mehr geben. Aber
wie werden die Texte gemacht? Wer montiert hier was mit welchen
Verfahren? Und wie werden Genres, Autor:innen und Bücher
hergestellt? Welche Funktion hat das autobiografische Schreiben in
der Gegenwart und wo kommt die Fiktion ins Spiel? Wer spricht dabei
für wen und wovon kann noch immer nicht erzählt werden? Welche
historischen Vorbilder sind für eine engagierte Gegenwartsliteratur
relevant und wann wird sie tendenziös? Welche Theorien helfen bei
der Einordnung literarischer Gegenwartsphänomene – und was lesen
die Faschisten? Unter dem Titel auto:montage diskutiert der Podcast
literarische Neuerscheinungen im Gespräch mit Gästen aus
Wissenschaft und Literaturbetrieb. Der Podcast ist eine Initiative
des Arbeitskreises Politische Ästhetiken am Literaturforum im
Brecht-Haus und wird in Kooperation mit dem Fritz-Hüser-Institut
für Literatur und Kultur der Arbeitswelt produziert. Redaktion:
Iuditha Balint, Barbara Bausch, Eva Blome, Diego León-Villagrá,
Roman Widder
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