Podcaster
Episoden
15.12.2025
55 Minuten
Biondi Santi gilt als das historische Gravitationszentrum
Montalcinos. Gegründet 1840 auf Il Greppo, legte Clemente Santi –
Schriftsteller, Naturwissenschaftler und experimentierfreudiger
Winzer – mit präziser Mostbehandlung, sorgfältiger Klärung und
ungewöhnlich sauberer Vinifikation die Grundlagen modernen
Qualitätsdenkens. 1865 entstand jener frühe Prototyp des Brunello,
der 1867 auf der Pariser Weltausstellung als erster italienischer
Wein eine Goldmedaille erhielt und internationale Aufmerksamkeit
auf die Region lenkte. Entscheidend wurde die Arbeit seines Enkels
Ferruccio. 1888 selektierte er den Sangiovese-Grosso-Klon BBS 11,
bis heute das genetische Herz des Weinguts. Aus ihm entstand der
erste echte Brunello di Montalcino der Geschichte. Zwischen 1888
und 1945 wurden lediglich vier Riserva-Jahrgänge erzeugt – 1888,
1891, 1925 und 1945 –, je zehn Jahre im Fass gereift. Die
Produktion dieser Epoche belief sich auf nur 200 Hektoliter, rund
27.000 Flaschen. 1932 bestätigte die italienische Regierung Biondi
Santi als einzigen originalen Produzenten des Brunello. Il Greppo
liegt auf 400–500 Metern Höhe im Nordosten Montalcinos;
Galestro-Schiefer, Ton- und Kalkadern sowie der klimaregulierende
Einfluss des Monte Amiata prägen ein stabiles, kühles Mikroklima.
Heute umfasst das Weingut 47 Hektar, davon 26 Hektar Rebfläche mit
Pflanzjahren bis zurück in die 1930er-Jahre. Seit 2017 gehört das
Gut zur Familie Descours. Unter CEO Giampiero Bertolini und dem
technischen Direktor Federico Radi gilt das Leitmotiv „Evolution
statt Revolution“: konsequente Handlese, spontane Vergärung, lange
Maischestandzeiten, Ausbau ausschließlich in großen Fässern aus
slawonischer Eiche – Tradition als Methode, nicht als Museum. Im
Podcast sprechen wir mit Federico Radi über die Herausforderung,
eine 185-jährige Stilistik in die Zukunft zu führen. Im Fokus
stehen der Rosso di Montalcino 2021 – aus fünf- bis zehnjährigen
Reben, 12 Monate großes Holz, präzise Frische – sowie der Brunello
2019, Ausdruck jener langlebigen, feinsinnigen Il-Greppo-Schule.
Eine Folge über Herkunft, Beharrlichkeit – und ein Weingut, das den
Brunello nicht nur definiert hat, sondern bis heute definiert.
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08.12.2025
26 Minuten
Biondi Santi gilt als das historische Gravitationszentrum
Montalcinos. Gegründet 1840 auf Il Greppo, legte Clemente Santi –
Schriftsteller, Naturwissenschaftler und experimentierfreudiger
Winzer – mit präziser Mostbehandlung, sorgfältiger Klärung und
ungewöhnlich sauberer Vinifikation die Grundlagen modernen
Qualitätsdenkens. 1865 entstand jener frühe Prototyp des Brunello,
der 1867 auf der Pariser Weltausstellung als erster italienischer
Wein eine Goldmedaille erhielt und internationale Aufmerksamkeit
auf die Region lenkte. Entscheidend wurde die Arbeit seines Enkels
Ferruccio. 1888 selektierte er den Sangiovese-Grosso-Klon BBS 11,
bis heute das genetische Herz des Weinguts. Aus ihm entstand der
erste echte Brunello di Montalcino der Geschichte. Zwischen 1888
und 1945 wurden lediglich vier Riserva-Jahrgänge erzeugt – 1888,
1891, 1925 und 1945 –, je zehn Jahre im Fass gereift. Die
Produktion dieser Epoche belief sich auf nur 200 Hektoliter, rund
27.000 Flaschen. 1932 bestätigte die italienische Regierung Biondi
Santi als einzigen originalen Produzenten des Brunello. Il Greppo
liegt auf 400–500 Metern Höhe im Nordosten Montalcinos;
Galestro-Schiefer, Ton- und Kalkadern sowie der klimaregulierende
Einfluss des Monte Amiata prägen ein stabiles, kühles Mikroklima.
Heute umfasst das Weingut 47 Hektar, davon 26 Hektar Rebfläche mit
Pflanzjahren bis zurück in die 1930er-Jahre. Seit 2017 gehört das
Gut zur Familie Descours. Unter CEO Giampiero Bertolini und dem
technischen Direktor Federico Radi gilt das Leitmotiv „Evolution
statt Revolution“: konsequente Handlese, spontane Vergärung, lange
Maischestandzeiten, Ausbau ausschließlich in großen Fässern aus
slawonischer Eiche – Tradition als Methode, nicht als Museum. Im
Podcast sprechen wir mit Federico Radi über die Herausforderung,
eine 185-jährige Stilistik in die Zukunft zu führen. Im Fokus
stehen der Rosso di Montalcino 2021 – aus fünf- bis zehnjährigen
Reben, 12 Monate großes Holz, präzise Frische – sowie der Brunello
2019, Ausdruck jener langlebigen, feinsinnigen Il-Greppo-Schule.
Eine Folge über Herkunft, Beharrlichkeit – und ein Weingut, das den
Brunello nicht nur definiert hat, sondern bis heute definiert.
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01.12.2025
49 Minuten
Die Kellerei Tedeschi ist ein Lehrstück darüber, wie sich eine
Region über Generationen selbst definiert. Seit Jahrhunderten in
Familienbesitz, formte das Haus entscheidend die Identität der
Valpolicella Classica – mit Disziplin, Beobachtung und der stillen
Überzeugung, dass jeder Jahrgang ein eigenständiges Kapitel ist.
Das Weingut bewirtschaftet heute rund 100 Hektar Rebfläche,
verteilt auf zwei zentrale Achsen: den historischen Monte Olmi nahe
Pedemonte di Valpolicella und das östlich gelegene
Maternigo-Anwesen. Während Monte Olmi mit Südwest-Exposition,
Terrassenstruktur und Kalkmergelböden für die Tiefe und Würde des
Amarone steht, liefert Maternigo mit höheren, besser belüfteten
Parzellen jene Frische, die das heutige Klima verlangt. Die Familie
– Antonietta, Sabrina und Riccardo Tedeschi – teilt klare
Verantwortlichkeiten: Riccardo führt die önologische Arbeit,
Antonietta koordiniert Kommunikation und Export, Sabrina lenkt den
wirtschaftlichen Rahmen. Gemeinsam bewahren sie eine Philosophie,
die sich seit Lorenzo Tedeschis Pioniertat der 1960er nicht
verändert hat: Wein entsteht im Weinberg, nicht im Keller. Zu den
prägenden Etappen gehören der Erwerb von Monte Olmi (1918), die
erste Einzellagenfüllung (1964), die Einführung von La Fabriseria
(1993), die Gründung von Maternigo (2006) und zuletzt die Schaffung
von GA.RY (2023) – ein Weißwein, der die tektonische Klarheit der
Region in neue Register übersetzt. Mitgliedschaften bei der
Famiglie Storiche dell’Amarone, konsequente Arbeit nach
nachhaltigen Richtlinien und die Pflege eines offenen
Jahrgangsarchivs unterstreichen die wissenschaftliche Präzision und
historische Verantwortung des Hauses. Riccardo Tedeschi selbst
versteht sich als Übersetzer zwischen Generationen. Seine Weine
sind kein Lautsprecher, sondern ein Seismograf: Sie messen die
Tiefe des Bodens und das Gedächtnis der Familie. Monte Olmi bleibt
ihr Fundament – und Valpolicella der Klang, den man erst hört, wenn
man zuhört.
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24.11.2025
19 Minuten
Kaum ein Familienname steht so entschieden für die Entwicklung des
Amarone wie Tedeschi. Seit mehr als vier Jahrhunderten prägt das
Haus aus Pedemonte di Valpolicella die Stilistik einer ganzen
Region. Die Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, doch
den modernen Geist formte Lorenzo Tedeschi, der in den
1960er-Jahren als einer der ersten Winzer Italiens eine Einzellage
separat vinifizierte. Der legendäre Monte Olmi, ein nur 2,5 Hektar
kleiner, terrassierter Südwesthang auf Kalkmergel und Lehm, gilt
seither als das „Herzstück“ des Amarone Classico Riserva Capitel
Monte Olmi DOCG – ein Wein, der Zeit nicht nutzt, sondern dehnt.
Heute führen die Geschwister Antonietta, Sabrina und Riccardo
Tedeschi das Weingut in vierter Generation. Riccardo verantwortet
Weinberge und Stilistik, Antonietta Export und Kommunikation,
Sabrina Finanzen und Management. Gemeinsam bewirtschaften sie über
100 Hektar Rebfläche, darunter das östlich gelegene
Maternigo-Anwesen mit 84 Hektar Land, 34 Hektar Reben und den
Cru-Parzellen Barilà und Impervio. Die Vielfalt der Böden – von
Kalk über rote Lehmschichten bis hin zu moränischen Ablagerungen –
ermöglicht eine präzise Ausdifferenzierung der Weine. Fünf
Meilensteine markieren den Weg: 1918 Erwerb des Monte Olmi, 1964
erste Einzellagenfüllung, 1993 Einführung des La Fabriseria Amarone
Classico, 2006 Erweiterung durch Maternigo, 2023 Lancierung des
GA.RY Veneto Bianco (84 % Garganega, 10 % Chardonnay, 6 % Riesling
Renano). Das Haus gilt als Pionier nachhaltiger Weinbergsarbeit in
der Region – von Begrünungskonzepten bis zu mikroklimatischer
Zonierung – und ist Gründungsmitglied der Famiglie Storiche
dell’Amarone, dem Verband der klassischen Amarone-Erzeuger. Im
Gespräch mit Riccardo Tedeschi wird klar, wie eng hier Familie,
Landschaft und Zukunftsdenken verflochten sind. Valpolicella
erscheint nicht als Marke, sondern als Mikrokosmos, in dem sich
Geduld, Handwerk und Neugier begegnen – und Wein zur Chronik eines
ganzen Landstrichs wird.
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17.11.2025
59 Minuten
Zwischen Florenz und Siena, im westlichen Chianti Classico, liegen
zwei winzige Weiler, deren Namen längst zu Synonymen für
toskanische Eleganz geworden sind: Isole und Olena. Was 1956 mit
dem Kauf zweier verlassener Landgüter durch den piemontesischen
Juristen Francesco De Marchi begann, entwickelte sich unter seinem
Sohn Paolo De Marchi zu einem der entscheidenden Wendepunkte der
Region. In den 1970er-Jahren bricht der junge Agronom mit der Logik
der Menge und begründet eine neue Ära der Qualität. Aus seiner
Selektion der besten Sangiovese-Reben entsteht 1980 der Cepparello
– ein Wein, der die Idee des reinen Sangiovese in einer Zeit
verteidigt, als gesetzliche Disziplinen dies noch untersagten.
Heute bewirtschaftet das Weingut 56 Hektar Rebfläche auf einer
Gesamtausdehnung von 320 Hektar Land. Die Böden – ein Mosaik aus
Mergel, Kalk, Sandstein und Flysch – und die frischen Winde aus
Richtung Tyrrhenischem Meer prägen eine Stilistik, die auf Eleganz,
Komplexität und Balance beruht. Seit 2022 führt die unabhängige
französische Familiengruppe EPI das Gut weiter; an ihrer Spitze
steht nun Emanuele Reolon, der mit Forschung, Sensibilität und
technischer Klarheit die Zukunft formt. In dieser Episode sprechen
wir mit ihm über vitikulturelle Forschung, Unterlagsreben, alte
Klone zwischen Reben – und über die Kunst, ein Terroir nicht zu
beherrschen, sondern zu verstehen. Verkostet werden der Cepparello
2022 und der Chardonnay 2023 – zwei Weine, die das Vermächtnis
eines Visionärs fortschreiben.
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Über diesen Podcast
Gespräche mit den prägenden Persönlichkeiten der Weingüter der
Schlumberger-Gruppe Wein ist eine Kulturform, die Menschen und
Landschaften verbindet. Mit diesem Weinpodcast öffnet sich ein
neues Kapitel, das die Protagonisten der Weingüter der
Schlumberger-Gruppe zu Wort kommen lässt – und damit jene Stimmen,
die das Unsichtbare sichtbar machen. Doch „SOMMELIER on Tour“ ist
mehr als ein Fachgespräch für Experten. Es ist ein Format, das
Tiefenwissen vermittelt, ohne in akademische Distanz zu verfallen.
Man versteht plötzlich, warum Wein nicht einfach schmeckt – sondern
berührt. Die Gespräche führen dorthin, wo Wein zur Emotion wird. Zu
den Augenblicken, in denen ein Glas nicht nur Aromen trägt, sondern
Erinnerungen. „SOMMELIER on Tour“ will Brücken schlagen: zwischen
Kennern und Neugierigen, zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit. Ein
Wegweiser durch die Welt der Schlumberger-Weine – tiefgründig,
lebendig, voller Leidenschaft. Ein Podcast, der Wissen schenkt und
zugleich Gefühle weckt. Wer zuhört, wird Wein nie wieder nur
trinken. Er wird ihn erleben. Dieser Weinpodcast versteht sich als
Chronik in Echtzeit. Hier wird nicht von außen beschrieben, sondern
aus erster Hand erzählt. Schnell merkst du, dass dieser Weinpodcast
nicht nur informiert, sondern mitnimmt – hinein in die inneren
Zirkel des Weinmachens, in die Gedankenwelt jener, die mehr
bewahren als ein Produkt: Kultur, Landschaft und Faszination.
„SOMMELIER on Tour“ ist ein akustisches Mosaik der
Schlumberger-Welt. Ein Format, das Tiefe sucht und findet – und dir
die seltene Gelegenheit gibt, den Persönlichkeiten der großen Weine
so nah zu kommen wie nie zuvor.
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