Dunkle Wolken über dem Ferrari-Hauptsitz in Maranello: Nach der Enthüllung des ersten reinen Elektro-Sportwagens "Luce" (italienisch für Licht) tobt ein Shitstorm in den sozialen Medien. Für Unmut sorgt dabei nicht die Technik an sich – es ist das Playmobil-artige Design des mehr als 500’000 Franken teuren Superstromers, das einfach nicht überzeugt. Und das, obwohl es aus der Feder von Ex-Apple-Designer Jony Ive stammt. Doch der Luce ist nicht der erste Elektro-Ausrutscher, der bei den Fans durchfällt. Konkurrent Lamborghini liess seinen Stromer erst gar nicht vorfahren: CEO Stephan Winkelmann zog dem geplanten Crossover Lanzador den Stecker, weil die Kundschaft schlicht nicht bereit sei. Noch härter trifft es Porsche. Unter VW- und Porsche-Chef Oliver Blume kündigten die Zuffenhausener früh eine radikale Elektro-Strategie an – und kassieren nun die Quittung. Weil die Verkaufszahlen massiv einbrachen, soll der aktuell nur noch elektrisch erhältliche SUV-Bestseller Macan ab 2028 wieder einen Verbrenner-Bruder an die Seite gestellt bekommen. Und auch die anderen deutschen Schwergewichte Audi, Mercedes und VW kämpfen mit der anhaltenden Unlust der Kundschaft, auf Stromer umzusteigen. Als Gegenmassnahme bringt der Volkswagen-Konzern ab diesem Sommer eine ganze Flotte bezahlbarer Mini-Stromer auf den Markt – darunter den Skoda Epiq und den elektrischen VW-Hoffnungsträger ID.2. Gleichzeitig rollt der Autogigant wieder verstärkt Verbrenner-Modelle vom Band, um die Elektro-skeptische Kundschaft zu besänftigen. BMWs Strategie heisst hingegen seit Jahren «Technologie-Offenheit». Die Bayern bieten fast überall die komplette Palette an: vom Verbrenner bis zum Wasserstoffauto. Dass Fahrzeuge wie der neue Elektro-iX3 der «Neuen Klasse» technologische Benchmarks setzen, gibt den Münchnern recht – die Verkaufszahlen stimmen. Dass man den Wandel aber auch verschlafen kann, zeigte Toyota. Der grösste Autobauer der Welt setzte zu lange auf die Brennstoffzelle und ruhte sich auf seinen Hybrid-Erfolgen aus. Doch angesichts der aggressiven Konkurrenz aus China haben nun selbst die Japaner die Zeichen der Zeit erkannt und für die kommenden Jahre eine massive Elektro-Offensive angekündigt. Wie nehmt ihr die Entwicklung auf dem Automarkt wahr? Ist das Angebot der europäischen Hersteller schon gross genug, die Preise konkurrenzfähig? Oder könntet ihr euch vorstellen, beim nächsten Autokauf auf eine chinesische Marke zu setzen? Wir freuen uns auf eure Inputs und den Austausch mit der Community. Abonniere uns auf allen gängigen Plattformen und schreib uns bei Fragen oder Kritik: podcast@ringier.ch
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