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Episoden

30 Minuten
Fast 80 Prozent aller Legionellen-Infektionen entstehen nicht im Hotel oder Schwimmbad, sondern zu Hause unter der eigenen Dusche. Mikrobiologe Florian Heger von der AGES erklärt, wie die Bakterien ins Wasser gelangen, wer besonders gefährdet ist und mit welchen zwei einfachen Maßnahmen sich das persönliche Risiko deutlich senken lässt.

1976 sterben in Philadelphia 29 Menschen an einer rätselhaften Atemwegserkrankung. Erst Monate später gelingt es dem Epidemiologen Joseph McDade, den Auslöser zu identifizieren: Legionellen in einem Kühlturm. Die Entdeckung des bis dahin unbekannten Erregers gilt bis heute als Meilenstein der Infektionsepidemiologie. Knapp 50 Jahre später sind Legionellen weiterhin ein relevantes Gesundheitsthema. In Österreich wurden 2025 rund 400 Fälle gemeldet, etwa doppelt so viele wie vor zehn Jahren. 

Gleichzeitig lässt sich das persönliche Risiko mit einfachen Maßnahmen deutlich reduzieren. In dieser Folge von „Mut zum Risiko“ spricht Moderatorin Elisabeth Dottolo mit Florian Heger, Leiter der Abteilung Mikrobiologie am Zentrum für anthropogene Infektionen der AGES. Gemeinsam beleuchten sie die Geschichte der Legionellen, erklären die biologischen Besonderheiten der Bakterien und zeigen anhand des Legionellen-Ausbruchs in Vorarlberg 2024/25, wie moderne Ausbruchsaufklärung mit CSI Methoden und Detektivarbeit funktioniert.

Themen 

Philadelphia 1976: Wie ein Legionärskongress, 182 Erkrankte und ein beharrlicher Epidemiologe zur Entdeckung eines neuen Erregers führten und was davon heute noch gilt.

Biologie: Warum sich Legionellen in Amöben verstecken, in klassischen Kulturen kaum wachsen und viele Antibiotika gegen sie kaum wirken.

Risikozone Zuhause: Der Boiler, die Kellerdusche, das Ferienhaus, fast 80 Prozent der Infektionen in den eigenen vier Wänden, nur 1 Prozent in Krankenhäusern.

Vorarlberg-Ausbruch 2024/25: Detektivarbeit mit CSI Methoden, Onlinekarten, Windprofile, Wetterdaten und ein kontaminierter Kühlturm in Bregenz.

Klimakrise & steigende Fallzahlen: Warum die Erkrankungszahlen steigen? Wärmere Temperaturen, Energiesparen auf Kosten der Gesundheit, komplexere Wassersysteme.

Gartenschlauch, Solardusche, Geschirrspüler, Autowaschanlagen: Welche Alltagsquellen ein Risiko sind und welche nicht.

Fazit

Legionellen im Griff mit zwei einfachen Maßnahmen: Warmwasser-Boiler auf mindestens 60 Grad Celsius und nach dem Urlaub ungenutzte Leitungen vor dem Duschen 3 bis 5 Minuten mit heißem Wasser durchspülen.

Kapitel

00:00 – 07:50 Begrüßung & Zeitreise USA: die mysteriöse Epidemie in Philadelphia 1976 beim Legionärskongress mit 29 Toten.

07:51 – 11:14 Biologie: Warum Legionellen so schwer zu fassen sind. Wie sich Legionellen im Wasser vermehren. Amöben als Wirt.

11:15 – 15:05 Übertragungsweg: Aerosole, Dusche, Kühltürme und Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet?

15:06 – 17:20 Steigende Infektionszahlen, Ursachen, Klima: Wo steckt man sich an? 80 Prozent zu Hause, nur 1 Prozent im Krankenhaus. 

17:21 – 18:53 Selbstschutz: Warmwassertemperaturen und Spülen

18:54 – 20:45 Saisonaler Verlauf: Zwei Infektionsgipfel im Jahr, Ausbrüche durch AGES-Überwachungssystem rasch aufgeklärt

20:46 – 23:16 Legionellen-Ausbruch Vorarlberg 2024/25: Detektivarbeit mit Online-Karten und Gesamtgenomsequenzierung 

23:17 – 24:40 Selbst-Check: Wassertemperatur messen, Armaturen regelmäßig benutzen

24:41 – 27:05 Konkrete Tipps: Wie lange spülen? Wasser trinken, Wunden waschen – was wirklich riskant ist! 

27:06 – 28:40 Gartenschlauch, Solardusche, Autowaschanlagen und Geschirrspüler – ein unterschätztes Risiko?

Disclaimer: in Gesprächen kommt es teilweise zur Verwendung der maskulinen Form. Diese ist als generisches Maskulinum zu verstehen. Alle Personenbezeichnungen beziehen sich, sofern nicht anders angemerkt, auf alle Geschlechter.
28 Minuten
20 Kilo abnehmen bis zum Urlaub mit Proteinshakes und einem Schuss Sahne? Adaptogene, die Stress besiegen? Eine Kur, die die Leber auf Knopfdruck reinigt? Ernährungs-Influencer:innen versprechen auf Social Media Wunder. Ernährungsmediziner und AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner analysiert Videos aus dem Netz und erklärt, was dran ist, was fehlt und woran man Desinformation sofort erkennt.

Proteinshakes statt Frühstück, Adaptogene gegen Stress, Saftkuren zum Entgiften der Leber, Darmreinigung über Nacht: Auf TikTok, Instagram und YouTube kursieren täglich Tausende Ernährungsvideos mit Heilsversprechungen, versteckter Werbung und Halbwahrheiten. Manche erreichen Millionen Menschen, die meist jung, sportbegeistert und auf der Suche nach dem schnellen Weg zur Wunschfigur sind. 

In Folge 017 von “Mut zum Risiko” spricht Moderatorin Elisabeth Dottolo mit Ernährungsmediziner Johannes Pleiner und der Studentin Emily Kubera vom Wiener Uni-Projekt “Food Facts statt Fake News” am Podcast-Tisch Klartext. Gemeinsam nehmen sie fünf echte Social Media-Videos auseinander, nennen konkrete Warnsignale für Ernährungs-Fakenews und geben Hörer:innen das Werkzeug, das sie brauchen, um selbst zu erkennen: Fake News oder Food Fact !?

Was steckt in den fünf Challenge-Videos?

High-Protein-Diät & Proteinfasten: 16 kg in zwei Wochen – was wirklich passiert, wenn Muskelmasse schwindet statt Fett.

Adaptogene & Biohacking: Ginseng, Reishi, Maca – die dünne Studienlage hinter dem großen Versprechen.

Nahrungsergänzungsmittel: Warum ein Experte mit Medizin im Namen nicht automatisch ein Mediziner ist.

Leber-Detox: Sellerie, Limette, Apfel – was die Leber wirklich kann und was Presssäfte daraus machen.

Darmreinigung: Kefir, Leinsamen, Olivenöl – sinnvolle Lebensmittel in einem fragwürdigen Kontext.

Checkliste: Fünf Red Flags auf Social Media 

Extreme Versprechungen: 20 Kilo in 3 Wochen, garantiert Muskeln aufbauen – Extremversprechen sind fast immer ein Warnsignal. Versteckte Werbung: Greift die Person zufällig zum eigenen Produkt? Dann ist das kein Zufall. Falsche Autorität: Ein Medizin-klingender Profilname ersetzt keine abgeschlossene Ausbildung – Hintergrund immer überprüfen. Pseudowissenschaft: Studien belegen das – ohne Quellenangabe: Welche Studie? Bei wem? Mit welchem Effekt? Emotionaler Druck:  Du MUSST zu dieser Community gehören – Community-Appelle manipulieren statt zu informieren.

Kapitel

00:00 - 03:59 Influencer-Video: 20 Kilo abnehmen bis zum Urlaub. Ernährungsmediziner: Was stimmt, was fehlt, was ist gefährlich?

04:00 - 07:16 Wie erkenne ich Falschinformationen? Taktiken und Querchecks. Wie gefährlich können Desinformationen wirklich werden?

07:17 - 08:35 Warum treffen Food Fake News junge Zielgruppen besonders hart?

08:36 - 09:53 Warnsignale – Checkliste: Fünf Red Flags auf Social Media 

0954 - 11:47 Challenge-Start: Emily Kubera & das Projekt Food Facts statt Fake News

11:48 - 13:42 Challenge Video 1: High-Protein-Diät & Proteinfasten

13:43 - 15:44 Challenge Video 2: Adaptogene & Biohacking

15:45 - 18:20 Challenge Video 3: Nahrungsergänzungsmittel & selbsternannte Expert:innen

18:21 - 21:24 Challenge Video 4: Detox & Leberreinigung

21:25 - 24:04 Challenge Video 5: Darmreinigung & Mikrobiom

24:05 - 27:00 Takeaways: Hinterfragen, Querchecken, Wundermitteln misstrauen

27:01 - 27:48 Abschluss & Verabschiedung

Medienkompetenz als Schutz

Der AGES Risikobarometer 2024 zeigt: Österreicher:innen vertrauen bei Ernährungsfragen häufig schnell verfügbaren, emotional aufgeladenen Quellen, auch wenn sie der Wissenschaft widersprechen. Diese Folge dreht das Verhältnis um: Evidenzbasierte AGES-Expertise erklärt, was hinter den Trends steckt, und stärkt die Medienkompetenz  besonders bei jungen Zielgruppen, die täglich mit diesen Inhalten konfrontiert sind.

Seriöse Quellen zum Querchecken

Österreichische Ernährungsempfehlungen

Ernährungsempfehlungen auf einen Blick (AGES)

Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE)

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

AGES Risikobarometer: Risikoeinschätzung verschiedener Berufsgruppen

Disclaimer: in Gesprächen kommt es teilweise zur Verwendung der maskulinen Form. Diese ist als generisches Maskulinum zu verstehen. Alle Personenbezeichnungen beziehen sich, sofern nicht anders angemerkt, auf alle Geschlechter.
9 Minuten
Vor wenigen Tagen zeigte eine 19-jährige Caritasmitarbeiterin nach ihrer Rückkehr aus Uganda Krankheitssymptome. Der Verdacht: Ebola – ein Wort, das sofort Bilder von schweren Krankheitsausbrüchen und hoher Sterblichkeit hervorruft. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich – vor allem jetzt, nach dem aktuellen Verdachtsfall in Österreich? 

Was diese Krankheit eigentlich ist, wie in dem Fall der jungen Oberösterreicherin gehandelt wurde, und wieso nicht nur medizinische Faktoren entscheidend sind, ordnen wir in unserem neuen Format "Mut zum Risiko - Im Kontext" für euch ein – kurz, faktenbasiert und verständlich.

 

 

Vielen Dank an unsere Interviewpartner:innen:

Dr. med. univ. Alexander Indra, Leiter des Instituts für medizinische Mikrobiologie und Hygiene in der AGES

Marcus Bachmann, Berater für humanitäre Angelegenheiten von Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen – Österreich

Dr. Barbara Tucek, MSc, Leiterin der Abteilung Klinische Begutachtung Sicherheit & Wirksamkeit in der AGES

 

Kapitel:

0:50 - 2:47: Einordnung

2:48 - 3:23: Faktencheck & Risiko

3:24 - 6:35: Internationale Lage

6:36 - 8:20: Herausforderung Impfung & Behandlung

8:21 - 9:28: Fazit

 

Weiterführende Links:

https://www.who.int/health-topics/ebola

https://www.aerzte-ohne-grenzen.at/ebola

Ebola disease

Ebola disease outbreak in the Democratic Republic of the Congo and Uganda

Ebola | European Medicines Agency (EMA)

 

Disclaimer: in Gesprächen kommt es teilweise zur Verwendung der maskulinen Form. Diese ist als generisches Maskulinum zu verstehen. Alle Personenbezeichnungen beziehen sich, sofern nicht anders angemerkt, auf alle Geschlechter.

 
51 Minuten
Viele Menschen sind gerne draußen unterwegs, sammeln Pilze und pflücken Beeren, arbeiten im eigenen Garten oder spazieren mit dem Hund durch Wald und Wiese. In der Natur gibt es auch unsichtbare Begleiter: Parasiten wie die Echinokokken, besser bekannt als Bandwürmer. In dieser Folge von „Mut zum Risiko“ nimmt uns Dr. Walter Glawischnig, Leiter der Abteilung für Pathologie und Parasitologie der AGES in Innsbruck, mit in die faszinierende Welt dieser Organismen. 

In Folge 015 reden wir über den kleinen Fuchsbandwurm, seinen Lebenszyklus und die Rolle von Füchsen und Nagetieren als End- bzw. Zwischenwirte. Vor allem im Westen Österreichs ist der kleine Fuchsbandwurm in der Fuchspopulation weit verbreitet. 

Der Mensch kann im Lebenszyklus des kleinen Fuchsbandwurms als Fehlzwischenwirt fungieren, wenn er Eier des Parasiten aufnimmt, zum Beispiel über verunreinigte Lebensmittel aus dem Wald oder dem eigenen Garten. Dabei kann es zum Krankheitsbild der alveolären Echinokokkose kommen, bei dem die Leber langsam zerstört wird. Sie gilt als selten, kann jedoch schwer verlaufen und erfordert oft eine langwierige Behandlung.

Walter erklärt, worauf man achten sollte, um das eigene Risiko zu reduzieren und gibt auch konkrete Tipps für Hundebesitzer:innen. 

 

Kapitel:

01:08 - 08:31: Einleitung, Aufgaben der Pathologie und Parasitologie, Einführung Parasiten

08:32 - 12:03: Bandwürmer und kleiner Fuchsbandwurm

12:03 - 16:54: Mensch und Maus als (Fehl-) Zwischenwirt

16:55 - 36:24: Erkrankung, Diagnose, Krankheitsfälle, Behandlung

36:25 - 42:37: Wer erkrankt? Risikofaktoren und Infektionsweg 

42:38 - 46:13: Rolle von Hunden

46:14 - 51:24: Konkrete Tipps und Abschied

 

Weiterführende Links:

Fuchsbandwurm - AGES

Zoonosen - AGES

Bärlauch - AGES

Fuchsbandwurm (alveoläre Echinokokkose)

 

Disclaimer: in Gesprächen kommt es teilweise zur Verwendung der maskulinen Form. Diese ist als generisches Maskulinum zu verstehen. Alle Personenbezeichnungen beziehen sich, sofern nicht anders angemerkt, auf alle Geschlechter.

 
50 Minuten
Am 26. April 1986 erschütterte der Reaktorunfall von Tschernobyl ganz Europa. 40 Jahre später stellen sich viele noch immer dieselben Fragen: Spüren wir die Folgen heute noch? Und wären wir auf einen ähnlichen Unfall vorbereitet? In dieser Folge sprechen wir mit Christian Katzlberger, dem Leiter des Strahlenschutzes in der AGES, darüber, was damals in Österreich passiert ist und was wir daraus gelernt haben. Wir erklären, warum Österreich durch die radioaktive Wolke besonders betroffen war, wie das Strahlenfrühwarnsystem Leben schützte und warum Cäsium heute fast nur noch im Waldboden messbar ist. Außerdem räumen wir mit einem Mythos auf: Der größte Teil unserer Strahlenbelastung kommt nicht von Atomkraftwerken oder Kernwaffentests, sondern aus ganz natürlichen Quellen. Eine Folge voller Wissen statt Angst – und darüber, wie Strahlenschutz heute funktioniert. 

Kapitel:

00:00 - 04:41 Einleitung: Erinnerungen an Tschernobyl & Fukushima

04:42 - 06:44 Was ist im Atomkraftwerk Tschernobyl tatsächlich passiert?

06:45 - 08:49 Die radioaktive Wolke traf Österreich stärker als andere Länder

08:50 - 14:49 Strahlenfrühwarnsystem & Schutzmaßnahmen in Österreich 

14:52 - 22:17 Cäsium‑Belastung in Böden, Pilzen & Wild damals und heute

22:18 – 27:49 Strahlenkuchen: Radioaktivität im Alltag vor allem natürliche Strahlung

27:50 – 31:25 Risikowahrnehmung: Warum wir Risiken oft falsch einschätzen

31:26 - 37:47 Strahlenschutz: Wie überwacht Österreich Radioaktivität heute?

37:48 - 42:16 Was passiert im nuklearen Notfall? Notfallpläne und Schutzmaßnahmen

42:17 - 46:00 Was haben wir aus Tschernobyl gelernt?

46:01 - 49:39 Take-Home-Messages und Abschluss

Links: 

40 Jahre Tschernobyl: Manche Pilze erinnern sich noch daran

40 Jahre Tschernobyl: Moderne Strahlenschutzsysteme schützen Österreich

Nukleare Notfallvorsorge

Radioaktivität und Strahlung in Österreich

Radioaktivität in der Umwelt

Cäsium-137-Belastung in Österreich

Radon - Risiko, Radonmessung & Schutz 

Gast: Mag. Dr. Christian Katzlberger, Leiter Strahlenschutz in der AGES

Moderation: Roland Achatz

Feedback: podcast@ages.at

www.ages.at/podcast

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