Blanker Horror

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Episoden

Die Aswang der Philippinen: Tagsüber Mensch, nachts Monster (Ostasiatische Folklore erklärt)
12.06.2026
24 Minuten
Tagsüber ist sie deine Nachbarin. Schüchtern, unauffällig, freundlich. Nachts spaltet sie sich in zwei Hälften, sproßt Flügel und jagt.Die Aswang ist das gefürchtetste Wesen der philippinischen Folklore — und kein einzelnes Monster, sondern ein ganzes System des Schreckens: Vampire, Gestaltwandler, Hexen, Leichendiebe und Wesen, die Ungeborene aus dem Mutterleib saugen. Schon die spanischen Kolonisatoren im 16. Jahrhundert notierten, dass nichts auf dem Archipel so gefürchtet war wie die Aswang. Und der Glaube lebt bis heute.In dieser Episode tauchen wir tief ein: Wir sprechen über die fünf Typen der Aswang nach dem Folkloristen Maximo Ramos, über den Tik-Tik und seine kontraintuitive Akustik, über die Legende von Teniente Gimo aus Dueñas, und darüber, wie spanische Missionare den Aswang-Glauben nutzten, um die Priesterinnen der vorkolonialen Gesellschaft zu zerstören. Wir schauen uns an, warum die Provinz Capiz als „Aswang-Hauptstadt" gebrandmarkt ist — und was eine seltene neurologische Krankheit damit zu tun hat. Und wir erzählen die Geschichte der vielleicht absurdesten CIA-Operation des Kalten Krieges: Als der amerikanische Geheimdienst echte Leichen inszenierte, um philippinische Rebellen mit Vampirmythen in die Flucht zu schlagen.Quellen und weiterführende Literatur:Maximo D. Ramos: „The Aswang Complex in Philippine Folklore" (1990)Maximo D. Ramos: „The Creatures of Philippine Lower Mythology" (1960er)Juan de Plasencia: „Costumbres de los Tagalos" (1589)Jordan Clark / The Aswang Project (aswangproject.com) — Dokumentation und ForschungEdward G. Lansdale: „In the Midst of Wars" (Memoiren)Lee et al.: „Sex-linked recessive dystonia parkinsonism of Panay, Philippines (XDP)" (2001)----Author: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
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Der Nachzehrer — Deutschlands vergessener Untoter, der im Grab frisst
05.06.2026
29 Minuten
Er liegt in seinem Grab. Er kaut an seinem Leichentuch. Und mit jedem Bissen stirbt jemand an der Oberfläche.Der Nachzehrer ist einer der unheimlichsten Untoten der deutschen Folklore — und fast niemand kennt ihn. Kein Schloss, keine Fangzähne, kein Cape. Nur ein Toter, der unter der Erde frisst und dabei seine eigene Familie ins Grab zieht. In dieser Episode tauchen wir tief ein in die Geschichte eines Wesens, das über Jahrhunderte hinweg in Norddeutschland, Schlesien, Bayern und bis nach Polen gefürchtet wurde.Wir sprechen über die Ursprünge des Nachzehrers in der Pestzeit, über die akademische Vampirdebatte an der Universität Leipzig im 18. Jahrhundert, über das kaschubische Ritual der „Leeren Nacht" — und über einen archäologischen Fund in Venedig, bei dem eine Frau mit einem Ziegelstein im Mund in einem Pestgrab entdeckt wurde. Und wir klären, was die Totengräber damals wirklich sahen, wenn sie die Gräber öffneten — und warum die natürliche Erklärung fast genauso verstörend ist wie der Mythos.


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Quellen und weiterführende Literatur:Michael Ranft: „De masticatione mortuorum in tumulis" (1728)Philip Rohr: „Dissertatio historico-philosophica de masticatione mortuorum" (1679)Matteo Borrini et al.: „Forensic approach to an archaeological casework of 'vampire' skeletal remains in Venice" (Journal of Forensic Sciences)Thomas Schürmann: „Der Nachzehrerglauben in Mitteleuropa" (1990)Angelika Franz / Daniel Nösler: „Geköpft und gepfählt — Archäologen auf der Jagd nach den Untoten" (2016)
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Die Blutgräfin: Was wirklich auf Schloss Čachtice geschah
29.05.2026
28 Minuten
Eine Frau badet im Blut von Jungfrauen, um ewig jung zu bleiben. Dieses Bild kennt fast jeder — und es ist wahrscheinlich eine Erfindung.


Elizabeth Báthory, geboren 1560 als ungarische Hochadlige, ist als „Blutgräfin" in die Geschichte eingegangen. Über 650 Opfer werden ihr zugeschrieben. Am 30. Dezember 1610 stürmte Palatin György Thurzó ihre Burg Čachtice und ließ sie festsetzen. Ihre Dienerinnen wurden hingerichtet, Báthory selbst in ihren Gemächern eingemauert, wo sie 1614 starb.


So lautet die offizielle Version. Aber die Quellen erzählen eine deutlich kompliziertere Geschichte. Die berühmte Blutbad-Legende taucht erst 1729 auf — über hundert Jahre nach ihrem Tod, niedergeschrieben von einem Jesuiten-Gelehrten, der sie nie gekannt hat. Die Prozessakten von 1611 enthalten Zeugenaussagen, die unter Folter erzwungen wurden. Und Báthory war zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung eine der reichsten Witwen des Königreichs Ungarn, deren Vermögen die Habsburger-Krone dringend brauchte.


War sie eine sadistische Mörderin? Ein politisches Opfer? Oder etwas dazwischen — eine mächtige Frau, die das frühneuzeitliche Patriarchat nicht dulden konnte?


In dieser Folge nehmen wir das berühmteste Schreckensbild Europas auseinander. Stück für Stück, Quelle für Quelle. Von den Prozessakten des 17. Jahrhunderts bis zur modernen Geschichtsforschung. Und wir schließen damit die Karpaten-Trilogie ab — nach den Strigoi und Vlad dem Pfähler folgt nun die Frau, aus der die Nachwelt ein Monster gemacht hat. Oder die eines war.
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Der echte Dracula war schlimmer als der Vampir – Vlad Țepeș: Die ganze Geschichte
22.05.2026
43 Minuten
Am 14. Oktober 1488 druckt Marcus Ayrer in Nürnberg eine Flugschrift, die Europa elektrisiert: "Die Geschicht Dracole Waide". Auf der Titelseite ein Holzschnitt – ein gekrönter Fürst, der zwischen Gepfählten speist. Es ist eine der ersten Massenmedien-Sensationen der Geschichte. Und es ist die Geburtsstunde eines Mythos, der bis heute jedes Halloween in Bewegung bringt.Aber wer war der Mann hinter der Flugschrift wirklich?In dieser ausführlichen Folge nehme ich euch mit auf eine Reise durch das Leben von Vlad III. Drăculea – Vlad Țepeș, dem Pfähler. Wir folgen ihm vom elfjährigen Geiseljungen am osmanischen Hof über das Ostermassaker von Târgoviște, den Bau der Festung Poenari auf den Knochen der Bojaren, den legendären Donaufeldzug und den "Wald der Gepfählten", der Sultan Mehmed II. zur Umkehr zwang. Wir sehen, wie ihn sein eigener Bruder Radu verriet, wie er zwölf Jahre in ungarischer Gefangenschaft saß – und wie sein Kopf am Ende in einem Fass Honig nach Konstantinopel geschickt wurde.Vor allem aber klären wir den Mythos: Warum die deutschen Flugschriften ihn zum Monster machten, warum die russische "Skazanie o Drakule voivode" ihn zum gerechten Herrscher erklärte, warum Ceaușescu ihn 1976 als Nationalhelden inszenierte – und warum Bram Stoker, anders als alle glauben, praktisch NICHTS über den realen Vlad wusste, als er seinen Grafen Dracula erschuf.


Mensch oder Monster? Held oder Wüterich? Die ehrliche Antwort weigert sich, in eine Schublade zu passen.


Diese Folge knüpft direkt an die Strigoi-Folge an – wer die noch nicht gesehen hat, sollte das vielleicht vorher nachholen.-----Author: Cris FrickenschmidtMehr zu "Blanker Horror": www.blankerhorror.de
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Strigoi: Der Vampir, den die Polizei wirklich untersuchen musste
15.05.2026
36 Minuten
Im Januar 2004 graben sechs Männer in einem rumänischen Dorf einen 76-jährigen Toten aus. Sie öffnen den Sarg. Sie schneiden seinen Brustkorb auf. Sie nehmen sein Herz heraus, verbrennen es an einem Kreuzweg und geben die Asche einer kranken jungen Frau zu trinken. Sie sagen, sie hätten ihr damit das Leben gerettet. Sie sagen, der Mann unter der Erde sei zu einem Strigoi geworden.Das ist keine mittelalterliche Folklore. Das ist 2004. Mit Polizei, mit Gerichtsurteil – und mit rund zwanzig weiteren, ähnlichen Fällen, die im selben Dorf vorher schon stattgefunden hatten.In dieser Folge nehme ich euch mit auf eine Reise durch eine der ältesten und langlebigsten Vampirfiguren Europas: den rumänischen Strigoi. Wir klären, woher das Wort kommt (Spoiler: viel weiter zurück, als ihr denkt), warum es zwei Arten von Strigoi gibt, wie man laut Folklore zu einem wird, und wie man ihn wieder loswird. Wir reisen nach Marotinu de Sus, dem Dorf in Oltenien, in dem 2004 der wohl letzte dokumentierte Vampirmord Europas geschah. Wir sehen uns archäologische "Vampirbestattungen" in Polen, Tschechien und Venedig an. Wir verfolgen, wie aus serbischen Dorfgeschichten im 18. Jahrhundert das wurde, was wir heute "den Vampir" nennen – mit Maria Theresia, ihrem Leibarzt Gerard van Swieten und einem kaiserlichen Edikt im Zentrum. Und am Ende beantworten wir die Frage, die niemand wirklich beantworten will: Wie viel von Bram Stokers Dracula stammt eigentlich aus Vlad Țepeș? Die Antwort wird euch überraschen.Eine Vorschau auf die nächste Folge gibt es am Ende – denn Vlad Țepeș, der echte historische Pfähler, bekommt seine eigene.
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