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SecondBloomers - Neue Karrierewege zwischen Theorie und Praxis in der KI-Ära

SecondBloomers - Neue Karrierewege zwischen Theorie und Praxis in der KI-Ära

Julia Pahl-Schönbein 39 Episoden Neueste vor 2 Wochen

Praxistransfer, Akademiker, KI-Ära, Wissensarbeiter, Learning&Development, Karrierewechsel, Weiterbildung, Berufung, working identity

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Episoden

34 Minuten
In dieser Episode spreche ich erneut mit Christian Efendic über seinen Weg ins Tischlerhandwerk. Zwei Jahre nach der Umschulung zum Tischler blickt er auf seinen Abschluss und sein Gesellenstück zurück und beschreibt es als schönes, teils noch immer surreal wirkendes Gefühl, die Ergebnisse der vergangenen Zeit vor sich zu sehen.

Nach einer ersten erfolgreichen Karriere war es für ihn ungewohnt, wieder als Anfänger zu lernen und hohe Erwartungen an sich selbst loszulassen. Zweifel habe er dabei kaum gehabt; schwieriger seien eher Momente gewesen, in denen er sich selbst mit Perfektionismus im Weg stand. Gleichzeitig hat er viel über sich selbst gelernt. Besonders geholfen haben ihm gute Ausbilder, die Begleitung durch andere Umschüler sowie der Austausch mit Familie und Freunden. Er rät anderen, nicht zu lange zu planen, sondern sich über Hospitationen oder erste Einblicke ein Bild zu machen und dann dem eigenen Bauchgefühl zu folgen.

Wichtig für den Erfolg in der 2. Karriere ist auch der Transfer von Vorkenntnissen. Aus seinem früheren Beruf bringt Christian vor allem Struktur, Projektmanagement und kaufmännisches Denken mit. Zusätzlich haben auch viele seiner Mitlernenden unterschiedliche Erfahrungen eingebracht, etwa aus technischen oder organisatorischen Bereichen, sodass sich die Gruppe gegenseitig sehr gut ergänzt hat.

Nach der Umschulung hat Christian direkt die Meisterschule in Berlin begonnen. Dort kann er sich einen Teil seiner früheren Qualifikationen anrechnen lassen, wodurch sich die Vollzeit-Maßnahme verkürzt. Langfristig möchte er sich selbstständig machen und denkt dabei auch an Betriebsübernahme als Nachfolger, gemeinsame Werkstätten oder andere Formen der Zusammenarbeit.

Wird es in angesichts von KI-Verdrängung mehr praktische Entrepreneure (Practineure) geben? In seinem alten Beruf beobachtet er Veränderungen und Stellenverluste, während er das Handwerk vorerst als weniger ersetzbar einschätzt. Gleichzeitig darf man nicht vernachlässigen, dass körperlich anstrengende Berufe mit dem Alter an Grenzen stoßen können und Weiterbildung und AI-Enhancement daher weiterhin wichtig bleibt.

Kontakt zu Christian Efendic und ZeitfürHolz:

https://wonderl.ink/@zeitfuerholz

https://www.instagram.com/_zeitfuerholz/
36 Minuten
Interne Talentmarktplätze sind weit mehr sein als ein digitales Schwarzes Brett für Hospitationen: Sie schaffen neue Erfahrungsräume, bringen Skills über Abteilungsgrenzen hinweg zusammen und machen Organisationen beweglicher. Am Beispiel des SAP-internen Gig-Programms (früher Fellowship-Programm) zeigt die Episode, wie Mitarbeitende für einige Wochen oder Monate in andere Projekte und Bereiche wechseln, neue Kompetenzen erwerben und frische Perspektiven in ihre Teams tragen.

Doch eine fluide, skills-led Organisation entsteht nicht allein durch Technologie. Entscheidend ist eine Kultur des Übersilodenkens: Talente gehören nicht einem einzelnen Team oder einer Führungskraft, sondern dem Unternehmen. Dazu gehört auch eine echte Quereinsteiger-DNA – also die Bereitschaft, nicht nur auf bereits vorhandene Skills zu schauen, sondern Lernfähigkeit, Potenzial und übertragbare Kompetenzen anzuerkennen.

Die drei Erfolgsfaktoren für eine funktionierende skills-led Organisation: Erstens Kultur – Mitarbeitende übernehmen Verantwortung für ihre Entwicklung und Führungskräfte lassen Talente auch über Teamgrenzen hinweg wachsen. Zweitens Transparenz über Skills und Potenziale – Skill-Profile, Skill-Gaps und Skill-Taxonomien machen sichtbar, welche nächsten Entwicklungsschritte möglich sind. Drittens Technologie als Enabler – Talentmarktplätze, personalisierte Lernempfehlungen und künftig auch KI-Agenten können Menschen, Projekte und Entwicklungsmöglichkeiten intelligent miteinander verbinden.

Apropos Quereinsteiger, wie würden Talentmarktplätze aussehen, die sich für externe Einsteiger öffnen?

Kontakte zu Stephan Koenen und Susanne Thoma sowie Links zu SAPs Skills-led Organisation:

Stephan Koenen LinkedIn Profil:

https://www.linkedin.com/in/stephankoenen/

Susanne Thoma LinkedIn Profil:

https://www.linkedin.com/in/susanne-thoma-3ba71b131/

Shaping a sklills-led future:

https://www.sap.com/asset/dynamic/2025/05/686adbff-097f-0010-bca6-c68f7e60039b.html

SAP success factors:

https://www.sap.com/cmp/dg/talent-management-hr-trends/index.html
35 Minuten
Wie geht die Schweiz mit erfahrenen Arbeitskräften 50plus um – und was können wir davon für Deutschland lernen? Im Gespräch mit Dalia Goldberger von Carero geht es um hartnäckige Vorurteile gegenüber älteren Bewerber:innen: fehlende Technikaffinität, Langsamkeit, Überqualifikation, mangelnde Kollegialität mit Generation Z oder vermeintlich zu hohe Gehaltsansprüche. Statt Erfahrung als Nachteil zu betrachten, zeigt der Ansatz von Carero by seniorsatwork, welchen Wert Urteilsfähigkeit, Loyalität, Erfahrung und generationenübergreifendes Lernen für Unternehmen haben können.

Daneben werfen wir einen Blick auf die ThirdBloomers – pensionierte Fachkräfte, die auch nach dem offiziellen Berufsleben weiterarbeiten möchten. Ihre Motive reichen vom Wunsch, Wissen weiterzugeben und gesellschaftlich relevant zu bleiben, bis zu Selbstverwirklichung oder einem zusätzlichen Einkommen. Besonders interessant sind flexible Einsatzmodelle wie Interim-Positionen, Teilzeitaufgaben oder auch ein bewusster Wechsel in ganz neue Tätigkeitsfelder mit sozialem impact.

Für SecondBloomers 50plus kristallisieren sich drei Erfolgsfaktoren heraus: 

das eigene Netzwerk gezielt für eine klar definierte Zielrolle aktivieren,Bewerbungsunterlagen kürzen und konsequent auf die jeweilige Stelle und den konkreten Mehrwert zuschneiden und sich intensiv auf Pitch und Bewerbungsgespräch vorbereiten - die Vorurteile bereits vorwegnehmend. -> Entscheidend ist dabei, mögliche „Elefanten im Raum“ – etwa Alter, Gehalt, Überqualifikation, Technikaffinität oder die Zusammenarbeit mit jüngeren Führungskräften – nicht anderen zur Interpretation zu überlassen, sondern sie selbstbewusst und proaktiv anzusprechen. Fazit: Erfahrung wirkt dann am stärksten, wenn nicht die gesamte Vergangenheit präsentiert wird, sondern klar wird, welches Problem man für einen zukünftigen Arbeitgeber lösen kann.

Links zum CV Booster 50+ und Kontakt:

Carero by Seniorsatwork: https://carero.ch/ und https://www.seniorsatwork.ch/

Dalia Goldberger: https://www.linkedin.com/in/dalia-goldberger-a8844b179/

Tipps zum CV Booster 50+ "Warum 50plusFachkräfte heute übersehen werden":https://www.seniorsatwork.ch/50plus-cv-booster/
31 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Vanessa Reynolds, Wirtschaftspsychologin und Co-Founderin von Candidized, über Skills-based Hiring und die Frage, wie Kompetenzen jenseits klassischer Lebensläufe sichtbar werden. Gerade durch KI-generierte Bewerbungen stoßen traditionelle Bewerbungsunterlagen zunehmend an Grenzen: Sie sehen oft ähnlich gut aus, sagen aber wenig darüber aus, was jemand wirklich kann.

Für SecondBloomer wird deshalb entscheidend, die eigenen übertragbaren Skills bewusst zu erkennen, klar zu benennen und in konkrete Kontexte zu übersetzen. Statt nur bisherige Rollen und Stationen aufzuzählen, geht es darum zu zeigen: Welche Kompetenzen habe ich aufgebaut? Wo habe ich sie angewendet? Und wie lassen sie sich auf neue Aufgaben, Branchen oder Rollen übertragen?

Die drei Erfolgsfaktoren sind: erstens ein klares Bewusstsein für die eigenen Skills, zweitens nachvollziehbare Beispiele mit Verhalten, Situation und Ergebnis, und drittens der bewusste Brückenschlag zum neuen Zielkontext. Ergänzend wird deutlich: konkreter Netzwerkaufbau und aktive Gespräche mit Unternehmen können besonders für Quereinsteiger helfen, nicht im klassischen CV-Screening unterzugehen.

Links zu candidized und Vanessa Reynolds sowie neuen Whitepapers von Qyquest zu skills-based hiring:

https://candidized.de/

https://www.linkedin.com/in/vanessa-reynolds/

"Das große KI-Rauschen im Recruiting - Welche Signale wirklich Signalwert haben" Link zum Cyquest Whitepaper:

https://www.cyquest.net/company/expertise/cyquest-whitepaper-anfordern/
36 Minuten
In dieser Episode geht es um die virtuelle hanseatische Lehrstellenbörse der Handelskammer Hamburg, die duale Ausbildungsberufe mit Virtual-Reality-Brillen erlebbar macht. Statt nur Broschüren zu lesen oder Videos anzuschauen, können Jugendliche in 360-Grad-Welten eintauchen, Unternehmen wie die Hamburger Hochbahn oder Aurubis virtuell besuchen und typische Tätigkeiten direkt nachempfinden.

Parwana Ahmadzai von der Handelskammer Hamburg berichtet von dem positiven Feedback der Schüler, Eltern, Unternehmen und sogar Großeltern, sobald sie die 360 Grad-Welten erleben durften. Drei Erfolgsfaktoren machen das Kennenlernen von Berufen besonders realitätsnah: Erstens müssen die Einblicke authentisch sein und den Arbeitsalltag nicht beschönigen. Zweitens braucht es typische wiederkehrende Tätigkeiten, die zeigen, was den Beruf wirklich ausmacht. Drittens helfen konkrete Zusatzinformationen – etwa zur Ausbildungsdauer, zu Berufsschule, Abteilungen und Entwicklungsmöglichkeiten –, um den Eindruck einordnen zu können.

 

Spannend ist die virtuelle Lehrstellenbörse nicht nur für Berufseinsteiger:innen, sondern möglicherweise auch für Berufserfahrene, die sich neu orientieren wollen. Gerade für SecondBloomer kann die virtuelle Lehrstellenbörse eine niedrigschwellige Möglichkeit sein, neue Berufswelten zu erkunden, ohne gleich ein Praktikum organisieren zu müssen. Angesichts des Fachkräftemangels macht es Sinn, diese Zielgruppe künftig stärker mitzudenken – etwa über offene Beratungs-Termine, Pop-up-Formate oder spezielle Tage für Quereinsteiger:innen. 

virtuelle hanseatische Lehrstellenbörse (vhlb):

https://www.vhlb.de/

Handelskammer Hamburg:

https://www.handelskammer-hamburg.de/fachkraefte/lebenslanges-lernen/virtuelle-hanseatische-lehrstellenboerse-6782606

Erlebnisse mit VR-Brillen erstellen lassen mit VRtual-X:

https://www.vrtual-x.com/

Kontakt zu Tim Frank von VRtual-X:

https://www.vrtual-x.com/kontakt

Info-App für Berufe:

https://stick-to.de/
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Über diesen Podcast

SecondBloomers Staffel 2 ist Deine Quelle, wenn Du neue Karrierewege zwischen Theorie und Praxis suchst. Für alle, die sich fragen, inwiefern ihr Job in Zukunft durch KI verändert oder sogar verdrängt wird. Für Wissensarbeiter:innen, die sich für praktische Tätigkeiten und greifbare Ergebnisse interessieren. Für Organisationen, die unter Fachkräftemangel leiden und offen sind für Quereinsteiger und unkonventionelle Werdegänge.  Du erhältst Inspirationen, Wissen und konkrete Tipps von Menschen mit ungewöhnlichen Karrierewegen und Experten der beruflichen Umorientierung. Entdecke den Practineur* / die Practineurin in Dir! (* practical entrepreneur)  Du hast Fragen oder Anregungen? Dann schreib mir gerne auf Instagram: https://www.instagram.com/secondbloomers/ oder LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-julia-pahl-schoenbein/
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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