Podcaster
Episoden
03.03.2026
31 Minuten
Die 40. Folge von „Chemie kennt keine Liga“ steht ganz im Zeichen
einer Personalie, die beim Hallescher FC hohe Wellen schlägt:
Robert Marin wird den Verein zum 30. Juni verlassen. Bis dahin
bleibt er offiziell im Amt als kaufmännischer Leiter, danach endet
die „aktive Zusammenarbeit“ – eine Formulierung, die Raum für
Spekulationen lässt. Sein Vertrag läuft eigentlich noch bis 2027.
Hinter den Kulissen soll es schon länger geknirscht haben. Marin,
zuvor acht Jahre Vorstandsvorsitzender bei Hansa Rostock, galt als
durchsetzungsstark – eckte laut Podcast-Runde aber intern wie
extern an. Von schwierigen Gesprächen mit Sponsoren bis zu
Differenzen innerhalb der Vereinsgremien ist die Rede. Zwischen
Vorstand und Verwaltungsrat sollen zeitweise tiefe Gräben
entstanden sein. Letztlich scheint die nun gefundene Lösung ein
Kompromiss, um größeren Schaden vom Verein abzuwenden. Eng
verknüpft mit der Personalie ist die Zukunft von Sportchef Daniel
Meyer. Dessen Vertrag läuft im Sommer aus, doch der Vorstand soll
gewillt sein, mit ihm weiterzumachen. Meyer hatte nach dem Abstieg
eine komplett neue Mannschaft aufgebaut und den HFC direkt zur
Vizemeisterschaft geführt. Nach durchwachsenem Herbst stabilisiert
sich das Team nun sichtbar – auch dank defensiver Umstellung.
Sportlich läuft es aktuell: Drei Siege nach der Winterpause, kein
Gegentor. Das 2:0 bei Chemie Leipzig verlief trotz hoher
Sicherheitsvorkehrungen friedlich. Die vielzitierte „Ochsenkette“ –
vier gelernte Innenverteidiger in der Abwehr – sorgt für
Stabilität. Spieler wie Joscha Wosz oder Kilian Zaruba setzen zudem
offensive Akzente. Der HFC tritt pragmatischer auf, verzichtet bei
schwierigen Platzverhältnissen auf riskanten Kurzpass-Fußball und
findet Lösungen. Nun wartet mit dem Schlusslicht Zehlendorf die
Pflichtaufgabe, ehe am Samstag mit Chemnitzer FC ein echter
Härtetest ansteht. Die Chemnitzer präsentieren sich offensivstark –
es könnte zum Duell „Sturm gegen Bollwerk“ werden.
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17.02.2026
32 Minuten
In der 39. Folge des Podcasts „Chemie kennt keine Liga“ der
Mitteldeutsche Zeitung sprechen Julius Lukas, Fabian Wölfling und
Tobias Grosse über sportliche Lichtblicke, strukturelle Probleme
und erhebliche interne Spannungen beim Hallescher FC. Sportlich
steht zunächst der 1:0-Heimsieg gegen Rot-Weiß Erfurt im Fokus, den
Wölfling als „eine mit der besten Saisonleistungen, ein absolut
verdienter Sieg“ einordnet. Trotz Personalsorgen und einer
improvisierten Defensive habe der HFC stabil gespielt, das
entscheidende Tor erzielte Malik Fakhro. Gleichzeitig bleibt das
alte Manko bestehen: „Viel Aufwand, wenig Ertrag“, wie Wölfling
betont. Im anschließenden Testspiel gegen Eilenburg (2:2) sorgten
mögliche Verletzungen von Fakhro und Fatlum Elezi für Unruhe – „das
wäre extrem bitter“, sagt Grosse mit Blick auf Fakhros Form.
Breiten Raum nimmt die Diskussion um Spielabsagen und die Reaktion
des Nordostdeutscher Fußballverband ein. Künftig soll die
Regionalliga zwei Wochen später starten und dafür mehr englische
Wochen absolvieren. Wölfling sieht darin zumindest etwas
Planungssicherheit, auch wenn der Winter damit nicht komplett
entschärft werde. Hoffnungsvoll klingt der Blick auf die
bundesweite Aufstiegsreform: Eine Arbeitsgruppe empfiehlt vier
statt fünf Regionalligen und den direkten Aufstieg aller Meister.
„Das ist ein sehr kluges Modell“, meint Wölfling, nun liege der
Ball beim Deutscher Fußball-Bund. Am brisantesten ist jedoch das
interne Beben um den kaufmännischen Leiter Robert Marin. Grosse
schildert, Marin sei mit großen Erwartungen gekommen, stehe nun
aber offenbar vor dem Aus, während sich der Verwaltungsrat
querstelle. „Das ist eine explosive Situation“, warnt Wölfling,
zumal eine klare Auflösung bislang fehle. Abschließend richten die
Hosts den Blick nach vorn: auf ein mögliches Heimspiel gegen
Greifswald und das emotional aufgeladene Duell bei BSG Chemie
Leipzig, das laut Wölfling „auf jeden Fall ein
Hochsicherheitsspiel“ werde
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04.02.2026
35 Minuten
Folge 38 von Chemie kennt keine Liga startet ohne Spielanalyse.
Denn wetterbedingt musste der Auftakt 2026 abgesagt werden.
Dennoch: Die Themen gehen nicht aus, denn der HFC verzichtete auf
einen Transfer. Und in Frankfurt brannte ein Bus des HFC.
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26.01.2026
39 Minuten
Am 26. Januar 1966 wurde der Hallesche FC offiziell gegründet – im
damaligen Interhotel „Stadthalle“. Die verspätete Gründung im
Vergleich zu anderen DDR-Klubs hatte organisatorische Gründe, wie
Historiker Wolfram Bahn erklärt. Aus Vorgängervereinen wie Chemie
Halle und Halle Leuna entstand ein Fußballclub, der schnell in der
Oberliga Fuß fasste. Zeitzeugen wie Dieter Ilgner erinnern sich an
eine Ära, in der Spieler noch „delegiert“ wurden – nicht von
Beratern, sondern von der Partei. Trotzdem wuchs eine starke
Mannschaft heran. Namen wie Bernd Bransch oder Klaus Urbanczyk
prägten eine Generation, die Halle sportlich auf Augenhöhe mit den
Großen brachte. Der sportliche Aufschwung fand ein jähes Ende im
Europapokal 1971. Vor dem Rückspiel bei PSV Eindhoven brannte das
Teamhotel. Nachwuchsspieler Wolfgang Hoffmann kam ums Leben,
mehrere Spieler wurden schwer verletzt. Zeitzeugen schildern bis
heute erschütternde Szenen. Diese Tragödie wurde zur Zäsur. Viele
Beteiligte sprechen rückblickend von mangelnder Aufarbeitung. Die
Mannschaft zerfiel, der HFC stieg später ab – die „goldene
Generation“ war Geschichte. In den folgenden Jahren blieb Halle
meist Mittelmaß – aber mit legendären Ausreißern. Das 5:1 gegen den
1. FC Magdeburg mit drei Toren von Holger Krostitz ist bis heute
Kult. Solche Siege gegen Favoriten prägten das Selbstbild des
Vereins: selten Titel, aber unvergessliche Tage. Nach der Wende
folgte der tiefe Fall bis in die Fünftklassigkeit. Spieler wie
Dieter Strozniak hielten den Verein mit Improvisation und Herzblut
am Leben. Busfahrten wurden selbst bezahlt, Profistrukturen
existierten kaum. Auch eine geplante Fusion mit dem VfL Halle 96
scheiterte am Widerstand der Fans. Erst unter Trainer Sven Köhler
kehrte Stabilität zurück. Zwei Aufstiege führten den HFC zurück in
den Profifußball. Spätere Highlights wie die starke Drittligasaison
unter Torsten Ziegner nährten erneut Träume. Ob frühere Stars,
Funktionäre oder Fans – ein Wort fällt immer wieder: Zusammenhalt.
Trotz Tragödien, Abstiegen und Enttäuschungen blieb der HFC eine
emotionale Konstante für viele Hallenser. Der größte Wunsch zum
60.? Erstmal zurück in die 3. Liga. Und irgendwann vielleicht mehr.
Denn, wie es Klublegende Holger Krostitz sagt: „Warum soll das in
Halle nicht möglich sein?“
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13.01.2026
33 Minuten
Julius Lukas und HFC-Kenner Fabian Wölfling starten die 36. Folge
des Podcasts mit dem Blick auf die bereits angelaufene
Winter-Vorbereitung des Halleschen FC. Trotz widriger
Wetterbedingungen mit Schnee und Eis trainiert der Regionalligist
wieder, leidet aber unter abgesagten Testspielen – etwa gegen
Halberstadt – weil Plätze unbespielbar sind. Immerhin sind alle
Profis außer den Langzeitverletzten fit, doch Schröder möchte vor
allem am Pressing und der Effizienz im letzten Drittel arbeiten –
eine Schwäche, die den Sachsen-Anhaltern in der Hinrunde immer
wieder Probleme bereitete. Das erste Pflichtspiel der Rückrunde ist
für den 31. Januar angesetzt, wobei Unsicherheiten über
Platzverhältnisse beim Auftaktspiel in Zehlendorf bestehen. Die
Suche nach einem alternativen Testspielgegner läuft, weil HFC und
andere Regionalligisten mit fehlenden Rasenheizungen kämpfen und
viele Spiele wetterbedingt ausfallen. Auch dieses Thema zeigt die
infrastrukturellen Unterschiede zwischen Profi- und
Viertligafußball. In Sachen Kader gibt es Bewegung: Stürmer Cyrill
Akono hat seinen Vertrag aufgelöst, nachdem er selten eingesetzt
wurde, und steht laut Wölfling kurz vor einem Wechsel ins Ausland.
Für andere wie Kilian Zaruba stehen mögliche Leihe oder
Vertragsgespräche an, während Pierre Weber und andere weniger
konkrete Optionen bleiben. Alte Bekannte wie Erich Berko wurden
zwar kontaktiert, sind aber eher unwahrscheinlich. Die meisten
Chancen auf eine Verpflichtung hat derzeit Probespieler Olgerto
Balliu, der derzeit in Hamburg in der Oberliga spielt. Warum er zum
Messi des Halleschen FC werden könnte, erklärt Fabian Wölfling. Die
Vertragslage des HFC ist spannend: 12 Verträge laufen aus, darunter
Stammkräfte und Spieler mit Perspektive. Spieler wie Marius
Hauptmann gelten als potenzielle Verlängerungskandidaten, während
andere wie Joscha Wosz oder Max Kulke offen zur Diskussion stehen.
Für Neuzugänge will der Klub erst finanzielle Freiräume schaffen
oder sich auf Spieler mit konkreter Perspektive konzentrieren. Ein
besonderes Thema ist die Doppelfunktion von Sven Müller, der
Torwart und zugleich Torwarttrainer werden soll – eine
ungewöhnliche, aber kreative Lösung. Zum Ende der Folge blicken
Lukas und Wölfling auf das 60-jährige Jubiläum des HFC, der am 26.
Januar 1966 gegründet wurde.
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Über diesen Podcast
"Chemie kennt keine Liga" ist der Podcast der Mitteldeutschen
Zeitung über den Halleschen FC. Alle zwei Wochen sprechen die
MZ-Sportreporter mit Host Julius Lukas über Siege und Niederlagen
des HFC, über Top-Transfers und Flop-Transfers, über Fußballkultur
auf und abseits des Rasens - ganz egal, in welcher Klasse der HFC
gerade spielt. Denn: Chemie kennt keine Liga."
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