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28 Minuten
Gerd Gigerenzer - Wir leben in einer zahlengetriebenen Gesellschaft. Politiker und Unternehmer berufen sich auf Statistiken. Sie vertrauen Algorithmen und den Datenbergen von Big Data. Auch im privaten Leben vertrauen Menschen inzwischen Apps und KI-Agenten mehr als sich selbst, ihren Freunden oder ihrer Familie. Doch nur allzu oft führen Statistiken und Informationen in die Irre.

„Der intuitive Geist ist ein Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“, so formulierte es einst Albert Einstein. Was wäre, wenn wir unserer Intuition, unserem Bauchgefühl wieder mehr vertrauen würden? Wenn wir Intuition und Intellekt wieder miteinander verbinden? Wenn wir anfangen würden nachzudenken, anstatt schnell zu handeln?

Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Psychologen Prof. Dr. Gerd Gigerenzer.

Inhalt

00:00‘ Gerd Gigerenzer im Gespräch

03:42‘ Können wir unsrem Bauchgefühl, unserer Intuition vertrauen?

04:55‘ Intuition und Analyse müssen zusammengedacht werden

06:02‘ Intuition bildet sich im Leben heraus

07:04‘ Der intuitive Geist als Geschenk

07:35‘ Wann können wir Algorithmen vertrauen?

09:30‘ Menschliches Verhalten kann nicht vorhergesagt werden

12:02‘ Warum vertrauen Menschen Maschinen mehr als sich selbst?

12:55‘ Wann können wir Statistiken vertrauen?

13:13‘ Wir müssen lernen, Statistiken zu verstehen

16:40‘ Ist der Mensch optimierungsbedürftig?

18:30‘ Hat das Internet als Informationsquelle ausgedient?

22:07‘ Wie können wir lernen, gute Entscheidungen zu treffen?

24:02‘ Denken lernen

Fazit

Um gute Entscheidungen treffen zu können, muss ein Teil der Informationen ignoriert werden, denn: (1) Weniger ist mehr und ein Mehr an Informationen führt nicht zu besseren Lösungen. (2) Komplexe Probleme brauchen keine komplexen Lösungen. (3) In einer ungewissen Welt gibt es keine optimalen Lösungen. 

Dennoch: Wissen ist das wirksamste Mittel gegen Angst. Statt nach Sicherheiten zu suchen, die es nicht gibt, sollten wir lernen, trotz der Ungewissheiten, die das Leben für uns bereithält, kluge Entscheidungen zu treffen.

Webseite und Quellen zum Podcast

https://bildung.hypotheses.org/9871

Gastgeberin des Podcasts

Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.

Hier können Sie auch Keynote-Vorträge, Workshops und Videokurse zu Bildung - Mensch - Medien buchen.

Musik: https://gemafreie-musik-online.de

Soundeffekte: pixabay.com
30 Minuten
Joachim Bauer - Soziale Verbundenheit ist die Grundmotivation des Menschen, denn unser Lebensstil und unsere Beziehungen steuern unsere Gene und wirken so auf Körper und Seele. Psychische Gesundheit beginnt in den Kindheitsjahren und benötigt auch im Erwachsenenalter ein reales, menschliches Gegenüber. Eine verfrühte Nutzung digitaler Angebote verhindert wichtige Entwicklungsschritte der Heranwachsenden, denn Intelligenz hat ihren Ursprung in realen Körpererfahrungen und der Interaktion mit der Umwelt.

Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Arzt, Psychotherapeuten und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer.

Inhalt

02:25‘ Seelische Gesundheit

03:30‘ Was macht uns seelisch krank?

03:50‘ Psychische Gesundheit beginnt in den Kindheitsjahren

05:58‘ Gute soziale Beziehungen sind das A & O der psychischen Gesundheit

06:10‘ Soziale Verbundenheit als Grundmotivation des Menschen

07:40‘ Wie Lebensstile und Beziehungen unsere Gene steuern

09:05‘ Krankheiten entstehen durch Fehlregulation von Genen

10:20‘ Spielneurone und Resonanzsysteme

12:32‘ Warum braucht der Mensch die lebendige Wirklichkeit?

13:38‘ Digitale Medien als Ersatzhandlung zur Stimulation des Motivationssystems

14:43‘ Digitale Angebote aktiveren das Suchtzentrum

15:30‘ Wie entwickeln sich Kinder?

16:20‘ Kinder müssen sensomotorisch aktiviert werden

17:04‘ Digitale Angebote verhindern wichtige Entwicklungsschritte der Kinder

17:40‘ Intelligenz hat ihren Ursprung in realen Körpererfahrungen und der Interaktion mit der Welt

19:18‘ Was hat der Mensch der Maschine entgegenzusetzen?

20:30‘ Der KI-Hype: Künstliche Intelligenz ist nicht überall hilfreich

22:12‘ Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kann durch digitale Angebote schwerwiegend beeinträchtigt werden

23:10‘ Der Mensch braucht eine gute soziale Umgebung, um sich zu entwickeln

23:52‘ Was ist eine menschliche Gesellschaft?

24:44‘ Heranwachsende brauchen reale Eltern, Erzieher und Lehrkräfte

25:26‘ Mitmensch darf nicht durch maschinelle Systeme, Roboter, Avatare und Chatbots ersetzt werden

27:00’ Optimismus erwächst aus der Begegnung mit der realen Welt, der Natur und anderen Mitmenschen

27:54‘ Sich Zeit nehmen, um zu sich zu kommen, zu Momenten, in denen wir bei uns sein können

Fazit

Unser seelisches Erleben spiegelt sich im Körper wider. Ein sinn-geleitetes Leben mit guten zwischenmenschlichen Beziehungen und einem ehrlichen und sozialen Miteinander aktiviert eine Vielzahl von Genen, die unserer Gesundheit dienen. Vielfältige reale Erlebnisse sind hilfreich, damit der Mensch in einer stark digital-technischen Welt - mit all seinen Gefühlen, seiner Kreativität, seinen sozialen Bedürfnissen - und - seinem lebendigen Körper nicht abhanden kommt.

Webseite und Quellen zum Podcast

https://bildung.hypotheses.org/9755

Gastgeberin des Podcasts

Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.

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28 Minuten
Luisa Conti -Auf Reisen schätzen wir andere Kulturen, anderes Essen, andere Sitten. Doch zu Hause scheint es uns manchmal schwerzufallen, uns auf andere Menschen und Kulturen einzulassen. Das Fremde wirkt befremdlich, aktiviert Stereotype und Vorurteile.

Dabei könnte das Unbekannte unseren eigenen Horizont erweitern und uns und die Gesellschaft bereichern, wenn wir uns darauf einlassen würden. Seit Jahrtausenden verschmelzen Kulturen, Religionen und Sprachen. Menschen kommen in ein Land; Menschen verlassen ein Land. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Birgit Spies ist im Gespräch mit der Expertin für Interkulturelle Kommunikation Dr. Luisa Conti.

Inhalt

02:00‘ Ankommen in Deutschland

04:59‘ Anderes Land, andere Sitten und Gepflogenheiten

07:25‘ Warum es uns manchmal so schwerfällt, uns auf andere Menschen einzulassen

09:09‘ Menschen werden kulturell und durch Digitales geprägt

12:05‘ Wer ist der Fremde?

13:45‘ Das Bedürfnis nach Vereinfachung und stereotypes Denken

17:04‘ Die Notwendigkeit, auf die Gründe für Handeln zu schauen

20:00‘ Wie können Fremde zu Freunden werden?

21:57‘ Vorurteile vermeiden

Fazit

Es ist wichtig, dass wir nicht vereinfachen, nicht über DIE reden – über Arme, Reiche, Kranke, Diebe, Ausländer, Deutsche –, sondern immer die Besonderheit des einzelnen Menschen sehen. Das können auch Kinder schon lernen; dass wir uns und unsere Mitmenschen für die eigene Kultur UND für andere Kulturen sensibilisieren.

So können wir lernen, die Perspektive zu wechseln und unseren eigenen Horizont zu erweitern – und vielleicht erst einmal beobachten und wahrnehmen - anstatt zu bewerten, damit eines Tages aus Fremden Freunde werden.

Webseite und Quellen zum Podcast

https://bildung.hypotheses.org/9659

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Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.

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30 Minuten
Johanna Degen - Datingplattformen sind die Antwort auf ein zentrales Lebensproblem: mangelnde Begegnung, Einsamkeit, Hunger nach Liebe und Gesehenwerden. Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren. Das Digitale hingegen wirkt als Ideengeber für das reale Leben und die Beziehungsgestaltung. Intime Beziehungen zwischen Chatbots und Menschen gehören ebenso zum Alltag wie parasoziale Beziehungen zu Influencern. Wie lassen sich Handlungsspielräume zurückerobern und Räume für wertschätzende Beziehungen öffnen?

Birgit Spies ist im Gespräch mit der Sozialpsychologin Dr. Johanna Degen.

Inhalt

02:04‘ Welche Bedeutung haben Liebe und Beziehung in digitalen Zeiten?

03:30‘ Wir hungern nach Liebe

03:58‘ Weshalb sind Datingplattform so erfolgreich?

04:45’ Warum sind wir online auf der Suche nach Beziehung?

05:35‘ Datingplattformen als Antwort auf ein Lebensproblem

06:44‘ Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren

07:38‘ Ein würdiges und sozial eingebettetes Leben ist immer weniger möglich

07:48‘ Wir haben ein Gemeinschaftsproblem

08:21‘ Einsamkeit und mangelnde Begegnung

09:42‘ Parasoziale Beziehung zu Influencern

10:40‘ Ungebremste Wirkung des Internets auf das soziale Selbst

13:10‘ Smartphone-Scrollen als Beruhigungsmittel

14:19‘ Verlorengegangene Intuition: Entfremdung von Körperwissen

16:02‘ Medienbilder als Anker im Gehirn und Ideengeber für Beziehungsgestaltung

18:55‘ Werte und Praxis in der Beziehungsgestaltung klaffen auseinander

19:33‘ Intimität mit Chatsbots und Avataren

20:33‘ Künstliche Intelligenz: Problematische Nutzung als Wahrheitsquelle

22:38‘ Wieviel Platz lässt das Digitale der Liebe und Beziehung noch?

24:22‘ Hilfreiche Mediennutzung, um ein gutes Leben zu führen

24:52‘ Der Mensch als Rohmaterial der Technik

25:40‘ Handlungsspielräume zurückerobern

26:48‘ Das Leben wartet auf uns

Fazit

Liebe, Intimität und Beziehungen verändern sich, wenn das Leben zunehmend digital stattfindet. Und trotzdem bleiben uns Handlungsspielräume: Den Raum für Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und wertschätzende Intimität können und sollten wir zurückerobern, wenn wir nicht zum Rohmaterial der Technik werden wollen.

Webseite und Quellen zum Podcast

https://bildung.hypotheses.org/9318

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Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.

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28 Minuten
Claudia Schmiderer - Bilder sind so alt wie die Menschheit. Sie dienen als Erinnerungs- oder Informationsmittel. Mit ihnen lässt sich aber auch Geschichte schreiben. Sie können unser Denken manipulieren und verändern unseren Blick auf die Welt.

Die Masse gegenwärtiger Fotos jedoch fristet ihr Dasein als digitaler Müll in Smartphones. Wir finden kaum Zeit, um die Botschaft in den Bildern zu entziffern und ihre Bedeutung zu hinterfragen. Wir sehen, liken und teilen bevorzugt die Bilder, die unserem Denken entsprechen. Und Stück für Stück entsteht so ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit.

Birgit Spies ist im Gespräch mit der Publizistin, Dozentin und Grafikerin Claudia Schmiderer.

Inhalt

02:48‘ Was ist ein Bild? Der Unterschied zwischen picture und image

04:40‘ Fotografie als Reproduktionsmittel

06:16‘ Wie wir Bilder wahrnehmen

07:45‘ Wenn Bilder manipuliert und gefälscht werden

08:05‘ Wenn mit Bildern Geschichte gemacht wird

09:25‘ Politische und Kriegsbilder

12:37‘ Sich selbst ein Bild machen können

13:57‘ Smartphone-Fotos als digitaler Müll

15:07‘ Das verzerrte Bild von der Welt

16:26‘ Die fragmentierte Welt im Kopf

17:27‘ Wenn uns Bilder beeinflussen

20:22‘ Bilder lesen lernen

Fazit

Bilder prägen unser Denken, verändern unsere Wahrnehmung und beeinflussen, wie wir uns und die Welt sehen. Sie wirken, ob wir es wollen der nicht. Eine Welt ohne Bilder nicht gibt – und gab nie.

Da wir selbst tagtäglich millionenfach Bilder z.B. mit dem Smartphone produzieren und publizieren, sollten wir auch lernen, sie zu lesen – so wie wir lernen, Worte und ihre Zusammenhänge zu lesen – so Claudia Schmiderer.

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https://bildung.hypotheses.org/9318

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Über diesen Podcast

Ich treffe Autoren, Fachleute und Wissenschaftler. Wir diskutieren auf Augenhöhe und kommen ohne Umschweife und in verständlichen Worten zur Sache: Wissen auf den Punkt gebracht! Neue Ideen, Studien und Theorien rund um das Thema Bildung - Mensch -Medien werden hinterfragt und aus ungewohnter Perspektive betrachtet. Der Podcast "Strandgespräche" ist eine Einladung, um mitzudenken und weiterzudenken. Ich bin Birgit Spies und als Pädagogin und IT-Ingenieurin beschäftige ich mich ebenso leidenschaftlich mit Medien, Psychologie, Neurowissenschaft und Philosophie. Ich gebe mein Wissen als Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin zu den Themen Bildung, Medien und Digitalisierung weiter. Mehr zu mir erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de/. Abonnieren Sie den Podcast "Strandgespräche" und empfehlen ihn weiter. So erhalten Sie einmal im Monat eine neue Einladung, um mitzudenken und weiterzudenken. Ausgezeichnet mit dem Hörfunkpreis 2025 und gelistet im kuratierten Portal der Wissenschaftspodcasts.

Kommentare (1)

Jo
Johannes vor 11 Monaten

Großartiges Podcast-Format. Informative Gespräche mit klugen Menschen. Danke.

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„Strandgespräche“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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