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  3. Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau Podcast

Episoden

59 Minuten
Die unsichtbare Infrastruktur unserer Städte ist ihr größtes Vermögen und ihre größte Herausforderung.

Das erklärt Stephan Ellerhorst von Sweco.

Während wir insbesondere über sichtbare Stadtentwicklung, also nachhaltige Gebäude, Nahverkehrsanbindungen oder Beschattung sprechen, funktionieren die Kanalsysteme unter der Erde rund um die Uhr.

Sie werden für etwa hundert Jahre geplant und sind oft das größte kommunale Vermögen. Gleichzeitig sind sie vielerorts in kritischem Zustand.

Das Kernproblem?

Ein Paradigmenwechsel, den viele Kommunen noch nicht vollzogen haben.

Jahrzehntelang lautete die Strategie, das Regenwasser schnell aus der Stadt abzuleiten. Heute wissen wir es besser. Der moderne Ansatz heißt dezentrales Wassermanagement. Das bedeutet Regenwasser dort versickern zu lassen, wo es anfällt, Stadtbäume mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig Hitze zu reduzieren.

Das klingt logisch, doch die Umsetzung scheitert oft an fehlender interdisziplinärer Zusammenarbeit. Wasserwirtschaftler, Grünplaner und Verkehrsexperten planen noch zu häufig isoliert voneinander.

Kopenhagens Cloudburst-Plan zeigt, was möglich ist:

Nach einem verheerenden Hochwasser 2011 investierte die Stadt 1,5 Milliarden Euro über 20 Jahre in 300 Projekte. Nicht zur Schadensbekämpfung allein, sondern zur Schaffung multifunktionaler Flächen. Das Ergebnis? Weniger Überflutungsrisiko UND mehr Lebensqualität.

Die zentrale Erkenntnis daraus lautet, dass Infrastrukturinvestitionen zur Klimaanpassung keine Lasten, sondern Chancen für lebenswertere Städte sind.

Drei konkrete Erkenntnisse aus diesem Austausch:

Grüne und blaue Infrastruktur nicht als separate Projekte, sondern als integriertes System zusammen denken

️ Der Großteil der Nachhaltigkeitsmöglichkeiten liegt in der Planungsphase, nicht in der Umsetzung

️ Mut und Experimente sind notwendig, z.B. Pop-up-Radwege, die zeigen, dass verschiedene Nutzungen koexistieren können

Die größte Herausforderung liegt nicht im fehlenden Willen, sondern in der Finanzierungslücke zwischen kommunalen Budgets und notwendigen Investitionen.

Neugierig, wie wir Wasser in unseren Städten neu denken können? Dann hör rein!

00:00:07 - Regenwasser- und Abwassermanagement in der Infrastruktur

00:03:43 - Unterirdische Infrastruktur und Nachhaltigkeit

00:06:14 - Nachhaltige Infrastruktur und Umweltschutz in Städten

00:10:11 - Naturnaher Wasserhaushalt statt Ableitung

00:12:14 - Wasser und Lebensqualität in Städten

00:16:12 - Kommunale Infrastruktur und Gewässerschutz

00:21:07 - Oberflächenmodelle und Starkregen-Gefahrenkarten

00:40:22 - Nachhaltige Stadtplanung mit Grün und Wasser

00:42:56 - Mobilitätskonzepte und interdisziplinäre Stadtplanung

00:46:37 - Infrastruktur-Sanierungsstau und Finanzierungsfragen

00:49:24 - BIM im Tiefbau und Nachhaltigkeit

00:53:12 - Nachhaltigkeit im Tiefbau: Mut statt Ladenhüter

00:56:27 - Mut zur Veränderung in Kommunen

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54 Minuten
[Werbung] 80% aller Informationen haben einen geografischen Bezug, aber wie viele Infrastrukturprojekte nutzen dieses Potenzial wirklich?

Im Gespräch mit Nora Vögele von ESRI wird klar, dass die Integration von BIM und GIS nicht nur technisch möglich, sondern auch essentiell für bessere Entscheidungen ist.

BIM schafft kooperative Arbeitsräume für alle Stakeholder anhand von Bauwerksmodellen. GIS bildet das räumliche "Wo" und die Wechselwirkungen ab. Zusammen ermöglichen sie Transparenz über komplexe Beziehungen zwischen Infrastruktur, Umwelt und Menschen.

Ein schwedisches Energietrassenprojekt zeigt die Praxis: Über 200 geografische und Umweltfaktoren wurden von Anfang an digitalisiert und allen Projektbeteiligten verfügbar gemacht. Das Ergebnis? Schnellere Planung, weniger Fehler, bessere Entscheidungsgrundlagen.

Die größte Hürde ist nicht technisch, sondern organisatorisch und kulturell. Bauingenieur:innen arbeiten heute oft isoliert von Geodaten. Leitungskataster, Umweltdaten und Klimarisiken bleiben separate Informationsinseln statt integrierter Grundlagen.

Was sich ändern muss:

• Geodaten als Standard in Ausbildungslehrplänen verankern

• Daten nicht sammeln, sondern zweckgerichtet nutzen

• Mit konkreten Pain-Points starten, nicht mit einer Datenflut

• Auswirkungen auf Klimaresilienz, Mobilität und Stadtentwicklung ganzheitlich denken

Die Digitalisierung im Bauwesen fokussierte sich bisher stark auf einzelne Bauwerke. Die wahre Transformation liegt jedoch in der vernetzten Sicht auf die Infrastrukturnetze für Wasser, Strom, Verkehr und Daten.

Wie siehst du die Rolle von Geodaten in deinen Projekten? Nutz du GIS bereits systematisch in der Planungsphase?

Hör rein und erfahre mehr über den Wert von GIS für Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau!

00:00:05 - GIS, BIM und digitale Zwillinge erklärt

00:02:37 - BIM und GIS: Methoden der Digitalisierung

00:06:27 - GIS und BIM für Infrastrukturplanung verbinden

00:10:57 - GIS über den gesamten Infrastruktur-Lebenszyklus

00:14:43 - BIM und GIS Integration für Nachhaltigkeit

00:18:54 - Starkregen und Klimaanpassung in Städten

00:22:24 - Digitalisierung als Grundlage für Großprojekte

00:26:32 - GIS-BIM Integration und offene Standards

00:30:08 - Geodaten-Standards und organisatorische Herausforderungen

00:33:13 - Geodaten und GIS im Bauingenieurwesen

00:37:26 - Ganzheitliche Digitalisierung statt Einzellösungen

00:43:09 - Daten sammeln ohne echte Erkenntnisse

00:48:35 - Datenqualität und Zielstellung in Projekten

00:51:33 - Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau ist Ladenhüter

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Diese Folge enthält Werbung durch Produktnennungen und wird unterstützt von meinem heutigen Gast und seinem Unternehmen. Vielen Dank an Esri Deutschland, dass ihr meine Arbeit ermöglicht!
37 Minuten
[Werbung] Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschleunigt Bauprojekte. Aber zu welchem Preis für unsere Natur?

Naturschutz bei Infrastrukturprojekten ist nicht optional, sondern Gesetz. Wie funktioniert das System wirklich? Max-Kasper von Sandrart von green account erklärt das neue Infrastruktur-Zukunftsgesetz.

Das Bundesnaturschutzgesetz gibt vor, dass jeder Eingriff in die Natur kompensiert werden muss. Die Priorität ist eindeutig: Vermeidung vor Minimierung vor Kompensation. Ausgleichsmaßnahmen müssen gleichartig vor Ort stattfinden, Ersatzmaßnahmen sind gleichwertig, wenn direkte Wiederherstellung unmöglich ist.

Ein Einblick in die Realität:

Ökopunkte bilanzieren Natureingriffe wie eine Währung. Verschiedene Biotoptypen haben unterschiedliche Werte. Bauherren müssen ihre Eingriffe berechnen und durch geeignete Maßnahmen ausgleichen. Klingt einfach? Die Herausforderung liegt in der Umsetzung.

Das neue Gesetz vereinfacht dies:

Vorhabenträger können nun Ersatzgeldzahlungen leisten statt echte Kompensationsflächen zu sichern. Schneller genehmigt, aber mit dem Risiko für Verzögerungen beim tatsächlichen Naturschutz, weil die Mittel nun über mehrere Behörden fließen.

Die kritische Frage:

Wie stellen wir sicher, dass diese Gelder wirklich in Naturschutzmaßnahmen fließen?

Hör rein und mache dir ein eigenes Bild von den Veränderungen, die das InfZuG mit sich bringt!

00:00:04 - Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Infrastrukturbau

00:04:04 - Ausgleich, Ersatz und Ökopunkte erklärt

00:07:32 - Kompensation von Eingriffen bei Infrastrukturprojekten

00:12:09 - Naturkapital: Wert der Ökosystemleistungen

00:15:29 - Naturkapitalmarkt und das Infrastruktur-Zukunftsgesetz

00:18:40 - Naturschutzausgleich durch Ersatzgeld und Realkompensation

00:21:42 - Beschleunigung von Infrastrukturprojekten durch neues Gesetz

00:25:56 - Frühe Zusammenarbeit bei Ausgleichsmaßnahmen

00:29:26 - Öko-Konten: Chancen für Anbieter und Landwirte

00:32:35 - Naturschutz durch konstruktive Zusammenarbeit umsetzen

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Diese Folge enthält Werbung durch Produktnennungen und wird unterstützt von meinem heutigen Gast und seinem Unternehmen. Vielen Dank an green aacount, dass ihr meine Arbeit ermöglicht!
32 Minuten
[Werbung] Wir sprechen ständig über CO₂-Reduktion, aber selten über das, was direkt auf der Baustelle passiert. Zum Beispiel, wenn ein Schlauch platzt.

Wusstest du, dass ein Liter Hydrauliköl bis zu einer Million Liter Grundwasser kontaminieren kann?

Das ist kein theoretisches Zahlenspiel. Das passiert quasi täglich auf Baustellen, wenn Hydraulikschläuche an Baggern platzen.

Nadine Lottermoser und Christoph Sauer von Oilfix haben mir in einem aufschlussreichen Gespräch gezeigt, wie groß dieses übersehene Problem wirklich ist.

Maschinist:innen kennen das Problem gut, aber die Folgen wie Umweltschäden, Bodensanierungen (oft 20.000+ Euro), Maschinenstillstand oder Arbeitsschutzrisiken durch heiße Ölfontänen, werden häufig verharmlost. Die Einsicht folgt oft erst dann, wenn ein großer Schaden eingetreten ist.

Christoph erkannte früh, dass die Recyclingquote von Hydrauliköl in der mobilen Hydraulik erschreckend niedrig ist. Es fließt viel mehr Öl in die Branche als zurückkommt. Die Schlussfolgerung, dass es in die Umwelt gelangt, liegt also nahe. Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet zur Sanierung, aber schwache Kontrollen führen dazu, dass Verursacher oft ungestraft davonkommen, wenn sie darauf verzichten.

Das Team von Oilfix entwickelte deshalb ein Sicherheitsventil, das die Ölzufuhr nach Schlauchdefekten sofort unterbricht. Nicht irgendwann. Sofort.

Das System lässt sich nachrüsten und amortisiert sich meist beim ersten Schlauchplatzer. Oilfix ist also ein Nachhaltigkeitsprodukt mit klarem ROI.

Es ist unmittelbares Risikomanagement, das die Umwelt und das Unternehmen vor Haftungs- und Kostenrisiken schützt.

Prävention kostet, Schadensbekämpfung auch – aber Letztere ist teurer.

Hör rein und erfahre mehr darüber, was Schlauchplatzer anrichten und wir man sie verhindern kann.

00:00:05 - Hydraulikölleckagen: Ein unterschätztes Nachhaltigkeitsproblem

00:02:29 - Schlauchplatzer: Mehr als nur technische Störung

00:04:00 - Hydraulikschläuche: Risiken und Lösungen

00:06:29 - Oilfix nachrüstbar in bestehende Maschinen

00:07:46 - Hydraulische Herausforderungen bei modernen Baggern

00:09:51 - Hydrauliköl-Leckagen: Ein unterschätztes Umweltproblem

00:12:59 - Nachhaltigkeit im Bau über CO2 hinaus

00:15:02 - Gesetze und Meldepflichten bei Leckagen

00:17:06 - Prävention vs. Schadenskosten im Bauwesen

00:20:23 - Kosten und Risiken von Schlauchplatzern

00:22:39 - Olfix als Game Changer für Maschinenführer

00:24:38 - Kommunikation mit OEMs und Stakeholdern für Hydrauliksicherheit

00:26:40 - Recyclingquote von Hydrauliköl drastisch verbessern

Hier geht's direkt zum Short auf YouTube (sehr beeindruckend!): [LINK]

Und hier kannst du dir die Schlauchplatzer Simulation mit und ohne Oilfix im Detail auf YouTube ansehen: [LINK]

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Diese Folge enthält Werbung durch Produktnennungen und wird unterstützt von meinem heutigen Gast und seinem Unternehmen. Vielen Dank an OILFIX, dass ihr meine Arbeit ermöglicht!
47 Minuten
Bauwende und Stadtentwicklung: Kann die Verwaltung wirklich zum Möglichmacher werden?

Andrea Fuchs ist davon überzeugt. Sie hat einen beeindruckenden Weg von der Architektur über die Stadtplanung bis zur Systemebene in der Verwaltung zurückgelegt. Als Amtsleiterin im Umweltschutzamt weiß sie: Echte Veränderung passiert nur durch strukturelle Reformen.

Besonders spannend wird es hier auch beim Thema Tiefbau. Nahwärmenetze bieten eine großartige Gelegenheit, Nachhaltigkeit, Schwammstadtprinzipien und grüne öffentliche Räume ganzheitlich zu integrieren. Ein Ansatz, den sie in Tettnang bereits erfolgreich umgesetzt hat.

Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und lösungsorientierte Ansätze gelingt aus ihrer Sicht die Transformation. Sie setzt auf drei Säulen: Werte vorleben, gezielte Weiterbildung in Biodiversität und Kreislaufwirtschaft, sowie intensive Vernetzung.

Dabei betont sie immer wieder die zentrale Bedeutung von Bürgerbeteiligung, gerade wenn nun beschleunigte Verfahren kommen, die traditionelle Partizipationsmöglichkeiten gefährden.

Neugierig auf ihre Vision für 2035? Dann hör rein!

Die Folge im Überblick:

00:00:07 - Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung

00:03:15 - Nachhaltige Stadtentwicklung durch Tiefbau

00:06:29 - Nachhaltige Stadtentwicklung durch Führung und Vernetzung

00:14:32 - Nachhaltige Stadtentwicklung und Wärmenetze

00:17:43 - Gestaltungsbeiräte und Baukultur in Städten

00:22:38 - Umbau statt Neubau: Nachhaltiges Bauen im Bestand

00:25:02 - Frühzeitige Planung für bessere Lösungen

00:28:51 - Photovoltaik und Bauwende standardisieren

00:31:59 - Nachhaltigkeit in Ausschreibungen und Kreislaufwirtschaft

00:34:32 - Frauen in Führungspositionen und technischen Rollen

00:36:56 - Frauen in männerdominierten Branchen

00:41:36 - Lebenszyklusanalyse für nachhaltiges Bauen

00:43:35 - Inspiration durch Bücher und mutige Vorbilder

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Über diesen Podcast

Ich möchte Dich einladen mit mir in die Tiefen des Baugewerbes einzutauchen! In meinem Podcast "Tiefgründig" lenke ich den Fokus auf den oft übersehenen Infrastrukturbau und gebe den Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine Bühne, um Impulse für eine nachhaltige Entwicklung zu teilen. Mit über 10 Jahren Erfahrung in der Branche habe ich ein klares Bild davon, wo die Potenziale liegen und bin bestens vernetzt. Dieser Podcast ist deine Chance davon zu profitieren. Tiefbau ist anspruchsvoll, vielseitig und vielleicht sogar innovativer und nachhaltiger als Du denkst? Finden wir es gemeinsam heraus!
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„Tiefgründig: Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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