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12.02.2026
33 Minuten
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast
interviewt LTV Herausgeber Patrick Prior den Rechtsanwalt und
Vorstandssprecher des Bundesverbands der Wirtschaftskanzleien in
Deutschland (BWD) Stefan Rizor, LL.M. (McGill), zur Tätigkeit des
BWD. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Gründung und Zweck des
BWD Der Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)
wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass Wirtschaftskanzleien
als Organisationen politisch kaum Gehör fanden – insbesondere
sichtbar geworden durch die rechtlichen Probleme deutscher
LLP-Kanzleien nach dem Brexit. Ziel ist es, eine gemeinsame,
kompetente Stimme gegenüber Politik und Verwaltung zu sein. 2.
Arbeitsweise: Kompetenz statt klassischem Lobbyismus Der BWD
versteht sich nicht als reiner Lobbyverband, sondern als fachlich
fundierter Ansprechpartner. Kritik an Gesetzesvorhaben wird stets
mit konkreten Alternativvorschlägen verbunden. Diese konstruktive
Herangehensweise hat zu schneller Akzeptanz in Ministerien geführt.
3. Justiz unter Druck – Bedarf an Digitalisierung und Effizienz Die
deutsche Justiz leidet unter langen Verfahrensdauern, Überlastung
und mangelnder Planbarkeit. Das führt dazu, dass Unternehmen
zunehmend auf Schiedsverfahren ausweichen. Der BWD sieht hier
dringenden Reformbedarf, insbesondere durch Digitalisierung und
bessere Verfahrensorganisation. 4. Zentrale Rolle von KI und
offenen Gerichtsentscheidungen Künstliche Intelligenz kann Justiz
und Anwaltschaft deutlich effizienter machen – etwa durch
Auswertung großer Mengen anonymisierter Urteile. Dafür ist ein
deutlich besserer Zugang zu Gerichtsentscheidungen notwendig.
Politisch fehlt bislang der ausreichende Wille, diese Daten
flächendeckend bereitzustellen. 5. Wandel des Anwaltsberufs durch
KI KI wird Anwälte nicht ersetzen, aber den Beruf stark verändern.
Standardfälle werden zunehmend automatisiert, während komplexe,
beratungsintensive Fälle wichtiger werden. Kanzleien, die KI nicht
sinnvoll einsetzen, werden im Wettbewerb zurückfallen. Abrechnung,
Haftung und Versicherungsfragen werden sich entsprechend anpassen.
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26.01.2026
39 Minuten
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV
Herausgeber Patrick Prior ein spannendes Interview mit Ralph
Vonderstein, dem Geschäftsführer der Wolters Kluwer Legal Software
Deutschland GmbH. Beide tauschen sich über das Thema "Expert AI:
Von der Akte zum fertigen Dokument – in einem Flow" aus. Folgende
Punkte wurden besprochen: 1. Vom Dokument zur Akte: KI muss ganze
Fälle verstehen Der entscheidende Schritt von Document Chat zu Case
Chat ist der Perspektivwechsel: Juristische Arbeit findet nicht auf
Dokumentebene statt, sondern auf Fallebene. Case Chat analysiert
komplette Akten mit hunderten oder tausenden Dokumenten und
versteht den rechtlichen Gesamtzusammenhang. 2.
Informationsüberlastung ist das Kernproblem moderner Kanzleien
Anwält:innen managen heute keine Akten mehr, sondern massive Mengen
unstrukturierter Informationen (E-Mails, Scans, Screenshots, PDFs).
Case Chat adressiert genau diese Realität – nicht die idealisierte
„Musterakte“. 3. Produktivität durch Integration statt Copy-Paste
Der größte Mehrwert entsteht durch die tiefe Integration in die
Kanzleisoftware: keine Dokumentenauswahl, kein Export/Import, kein
manuelles Prompting. Die KI arbeitet direkt im bestehenden Workflow
und liefert Ergebnisse fertig formatiert in Word inklusive
Kanzlei-Layout. 4. Der Mensch bleibt verantwortlich – KI ersetzt
Vorarbeit, nicht Urteilskraft Case Chat erstellt
Schriftsatzentwürfe und Analysen, aber nichts wird automatisch
versendet. Jurist:innen prüfen, korrigieren oder verwerfen die
Vorschläge. Die KI spart vor allem mechanische, zeitintensive
Vorarbeiten – nicht die juristische Verantwortung. 5. KI ist kein
Luxus für Großkanzleien, sondern Überlebensfaktor für den
Mittelstand Der Fokus liegt bewusst auf kleinen und mittelgroßen
Kanzleien ohne eigene Legal-Tech-Teams. Vorgefertigte Prompts,
einfache Aktivierung und geringe Einstiegshürden ermöglichen auch
weniger tech-affinen Kanzleien einen realistischen Einstieg in KI –
und sichern Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Mandanten mit eigenen
KI-Voranalysen.
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15.01.2026
38 Minuten
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV
Herausgeber Patrick Prior ein spannendes Interview mit Björn
Frommer, Co-Gründer und CEO des Legal Tech und KI Softwareanbieters
JUNE. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Tech-Motivation aus
Praxisfrust June entstand aus der Erfahrung, dass bestehende
Kanzleisoftware und Outsourcing-Modelle den operativen
Anforderungen der juristischen Arbeit nicht gerecht wurden, wodurch
der Aufbau eigener Technologie notwendig wurde. 2. Positionierung
als Enterprise-Plattform June ist von Beginn an als professionelle,
ganzheitliche Plattform für große juristische Organisationen
konzipiert, mit Fokus auf Standards, Sicherheit, Datenschutz und
langfristige Skalierbarkeit. 3. Use-Case statt Kanzleigröße Nicht
die Größe der Kanzlei oder Rechtsabteilung ist entscheidend,
sondern der konkrete Anwendungsfall. Klassische
All-in-one-Kanzleisoftware wird als überholt angesehen. 4.
Abgrenzung durch Daten- und Prozessfokus Der zentrale Mehrwert von
June liegt in der systematischen Datenerhebung aus juristischer
Kommunikation und der darauf aufbauenden Automatisierung kompletter
Prozessketten. 5. Zukunftstrend: Agentische KI Der wichtigste
technologische Trend sind autonome KI-Agenten und
Multi-Agent-Systeme, die repetitive und komplexe Arbeitsabläufe
selbstständig steuern, während Juristen sich auf hochwertige
fachliche Arbeit konzentrieren.
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29.12.2025
45 Minuten
Der große Legal Tech Jahresrückblick 2025 mit Stefan Schicker und
Patrick Prior.
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17.12.2025
29 Minuten
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV
Herausgeber Patrick Prior ein Interview mit Evgenij
Friederichs-Vaskevic. Er ist Sales Executive bei Wolters Kluwer und
ist verantwortlich für Legal Software im DACH Bereich. Beide
sprechen zum Thema "Vorsprung durch KI – Realitätscheck für die
Rechtsabteilung". Folgende Punkte wurden dabei besprochen: 1.
Aktueller Stand von KI in Rechtsabteilungen Rechtsabteilungen
beschäftigen sich heute deutlich intensiver mit dem Thema KI als
noch vor ein oder zwei Jahren. Während früher viele lediglich
fragten, „Was kann eure KI überhaupt?“, existiert inzwischen ein
spürbares Grundverständnis für Chancen und Grenzen. Dennoch kommt
es weiterhin zu Enttäuschungen, weil generische KI-Modelle wie
ChatGPT im juristischen Kontext halluzinieren oder unzuverlässig
sind. Deshalb wächst das Bewusstsein, dass es spezialisierte,
domänenspezifische KI benötigt, die auf juristische Anforderungen
und Daten zugeschnitten ist. 2. Zentrale Use Cases:
Vertragsprüfung, Dokumentenrecherche und Audits KI zeigt heute
besonders dort Wirkung, wo große Datenmengen und repetitive
Aufgaben anfallen. Bei der Vertragsprüfung kann KI Klauseln
identifizieren, Verträge vergleichen und Zusammenfassungen
erstellen, sodass Juristen sich auf die finale Prüfung
konzentrieren können. Auch bei der Recherche in langen Dokumenten
liefert KI schnelle Antworten auf juristische Fragestellungen, was
insbesondere jungen oder fachfremden Mitarbeitenden hilft. In
Contract Audits können hunderte oder tausende Verträge
automatisiert nach bestimmten Kriterien analysiert werden, was
vorher kaum in der geforderten Zeit leistbar war. Entscheidend
bleibt jedoch der „Human in the Loop“, da Juristen die
KI-Ergebnisse bewerten und final freigeben. 3. Risiken durch
Schatten-KI und die Bedeutung sicherer, spezialisierter Systeme
Viele Mitarbeitende nutzen aus Zeitdruck heraus ChatGPT oder
ähnliche frei verfügbare Tools – oft ohne offizielle Freigabe und
unter erheblichem Risiko für Datenschutz und Vertraulichkeit. Der
Podcast betont daher die Notwendigkeit sicherer, europäischer und
datenschutzkonformer KI-Systeme, die in die bestehende
Rechtssoftware integriert sind. Domänenspezifische KI-Lösungen
bieten verlässlicher nachvollziehbare Ergebnisse, da sie nur mit
Unternehmens- und Rechtsdaten arbeiten und nicht unkontrolliert
Informationen verarbeiten oder speichern. So wird verhindert, dass
sensible Daten in externe, unbekannte Modelle gelangen. 4.
Veränderungen der juristischen Rolle – KI als Entlastung, nicht als
Ersatz KI wird die Arbeit von Unternehmensjuristen spürbar
verändern, jedoch nicht kurzfristig ersetzen. Sie übernimmt
monotone Tätigkeiten, steigert Effizienz und ermöglicht es
Juristen, sich stärker auf komplexe, strategische oder
risikorelevante Aufgaben zu konzentrieren. Gleichzeitig macht der
Einsatz moderner Technologien die Rechtsabteilung attraktiver für
Nachwuchskräfte, die nicht mehr mit Excel-Tabellen und manuellen
Workflows arbeiten wollen. KI kann zudem dazu führen, dass
Rechtsabteilungen weniger externe Kanzleien benötigen, weil sie
intern eine breitere fachliche Abdeckung erreichen. 5.
Voraussetzungen für erfolgreichen KI-Einsatz und Ausblick auf
zukünftige Entwicklung Ein zentrales Fazit ist, dass KI nie ohne
eine solide Grundlage funktioniert: strukturierte Daten, klare
Prozesse und eine funktionierende Basissoftware sind unverzichtbar.
Erst dann kann KI zuverlässig arbeiten und Fehler wie
Halluzinationen vermeiden. Blickt man in die Zukunft, arbeiten
Anbieter bereits an KI-Systemen, die plattformübergreifend
funktionieren und komplexe Aufgaben wie KPI-Analysen, Prognosen
oder automatische Vorbereitungen juristischer Antworten übernehmen
können. Ziel ist, dass KI nicht nur reagiert, sondern proaktiv
Informationen bereitstellt – ein großer Schritt hin zur strategisch
denkenden, datengetriebenen Rechtsabteilung.
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Über diesen Podcast
Der Legal Tech Verzeichnis - Legal Tech & Legal KI Talk
erscheint zweimal monatlich. Gastgeber und LTV Herausgeber Patrick
Prior spricht mit verschiedenen Gästen aus der Rechtsbranche zu
Legal Tech Themen und zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz
im Rechtsbereich.
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