Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)

Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)

Interview mit Stefan Rizor
33 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast
interviewt LTV Herausgeber Patrick Prior den Rechtsanwalt und
Vorstandssprecher des Bundesverbands der Wirtschaftskanzleien in
Deutschland (BWD) Stefan Rizor, LL.M. (McGill), zur Tätigkeit des
BWD. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Gründung und Zweck des
BWD Der Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)
wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass Wirtschaftskanzleien
als Organisationen politisch kaum Gehör fanden – insbesondere
sichtbar geworden durch die rechtlichen Probleme deutscher
LLP-Kanzleien nach dem Brexit. Ziel ist es, eine gemeinsame,
kompetente Stimme gegenüber Politik und Verwaltung zu sein. 2.
Arbeitsweise: Kompetenz statt klassischem Lobbyismus Der BWD
versteht sich nicht als reiner Lobbyverband, sondern als fachlich
fundierter Ansprechpartner. Kritik an Gesetzesvorhaben wird stets
mit konkreten Alternativvorschlägen verbunden. Diese konstruktive
Herangehensweise hat zu schneller Akzeptanz in Ministerien geführt.
3. Justiz unter Druck – Bedarf an Digitalisierung und Effizienz Die
deutsche Justiz leidet unter langen Verfahrensdauern, Überlastung
und mangelnder Planbarkeit. Das führt dazu, dass Unternehmen
zunehmend auf Schiedsverfahren ausweichen. Der BWD sieht hier
dringenden Reformbedarf, insbesondere durch Digitalisierung und
bessere Verfahrensorganisation. 4. Zentrale Rolle von KI und
offenen Gerichtsentscheidungen Künstliche Intelligenz kann Justiz
und Anwaltschaft deutlich effizienter machen – etwa durch
Auswertung großer Mengen anonymisierter Urteile. Dafür ist ein
deutlich besserer Zugang zu Gerichtsentscheidungen notwendig.
Politisch fehlt bislang der ausreichende Wille, diese Daten
flächendeckend bereitzustellen. 5. Wandel des Anwaltsberufs durch
KI KI wird Anwälte nicht ersetzen, aber den Beruf stark verändern.
Standardfälle werden zunehmend automatisiert, während komplexe,
beratungsintensive Fälle wichtiger werden. Kanzleien, die KI nicht
sinnvoll einsetzen, werden im Wettbewerb zurückfallen. Abrechnung,
Haftung und Versicherungsfragen werden sich entsprechend anpassen.

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