Aktuelle Studien, kurz zusammengefasst.
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06.07.2026
7 Minuten
Die interstitielle Lungenerkrankung, kurz ILD, gehört zu den schwersten Komplikationen der systemischen Sklerose. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen entwickelt im Krankheitsverlauf eine ILD, die für bis zu einem Drittel der Todesfälle verantwortlich ist. Viele Patienten zeigen innerhalb eines Jahres ein Fortschreiten der Erkrankung. Die Fibrose nimmt zu und die Lungenfunktion verschlechtert sich. Besonders kritisch ist der Verlust der Vitalkapazität in den ersten Jahren nach der Diagnose. Ärzte müssen daher früh und engmaschig untersuchen, um ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Klassische Basisparameter wie eine niedrige forcierte Lungenkapazität, eine niedrige Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid oder das Ausmaß der fibrotischen Veränderungen liefern wichtige Hinweise. Dennoch reicht eine Momentaufnahme oft nicht aus, um das tatsächliche Risiko einzuschätzen. Frühere Studien zeigten, dass kurzfristige Verschlechterungen in der forcierten Lungenkapazität und der Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität die Mortalität besser vorhersagen können als Ausgangswerte. Auch kombinierte Indizes scheinen prognostisch überlegen. Internationale Forscher untersuchten daher, welche Veränderungen innerhalb von 12 Monaten die Mortalität am verlässlichsten vorhersagen. Sie kamen zu dem Resultat, dass diese Faktoren tatsächlich eine gute Aussagekraft für die Mortalität aufweisen, insbesondere dann, wenn sie innerhalb eines Zeitrahmens von 12 Monaten berücksichtigt werden. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40457805/ Sobanski V et al. Lung function and skin fibrosis changes as predictors of survival in SSc-associated interstitial lung disease: a EUSTAR study. Rheumatology 2025; 64:5344-5353 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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08.06.2026
6 Minuten
Patienten mit rheumatoider Arthritis, kurz RA, erreichen heute häufiger eine stabile Remission. Dazu tragen frühzeitige Diagnosen und wirksame Therapiestrategien bei. Wenn konventionelle synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika, abgekürzt csDMARDs, allein nicht ausreichen, kommt meist ein Tumornekrosefaktor-Inhibitoren hinzu. Spätestens, wenn eine längerfristige Remission erreicht ist, wünschen viele Patienten eine Reduktion ihrer Medikamente. Gründe sind mögliche Nebenwirkungen, die Belastung durch regelmäßige Injektionen und hohe Therapiekosten. Gleichzeitig haben sowohl Patienten als auch Ärzte Sorge vor einem erneuten RA-Schub. Internationale Leitlinien raten zur vorsichtigen Dosisreduktion, und dies nur bei stabiler Remission über mindestens 6 Monate. Dennoch zeigen mehrere Studien, dass das Risiko eines Schubs nach Reduktion oder Absetzen von Tumornekrosefaktor-Inhibitoren steigt. Forscher aus Norwegen stellten sich vor diesem Hintergrund nun die zentrale Frage, was langfristig passiert, wenn Patienten in anhaltender Remission ihren Tumornekrosefaktor-Inhibitor ausschleichen oder absetzen. Sie untersuchten über einen Zeitraum von 3 Jahren hinweg, ob eine Reduktion der Inhibitoren gegenüber einer stabilen Weiterbehandlung gleichwertig bleiben kann. Die Resultate zeigen jedoch deutlich, dass das Risiko für RA-Schübe steigt, wenn die Medikation reduziert oder abgesetzt wird. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40289847/ Kjørholt KE et al. Three-Year Results of Tapering Tumor Necrosis Factor Inhibitor to Withdrawal Compared to Stable Tumor Necrosis Factor Inhibitor Among Patients With Rheumatoid Arthritis in Sustained Remission: A Multicenter Randomized Trial. Arthritis Rheumatol 2025; 77:1327-1336 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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11.05.2026
6 Minuten
Chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Leitlinien empfehlen zahlreiche nicht-chirurgische Interventionen. Diese Empfehlungen beruhen jedoch überwiegend auf Studien mit kurzer bis mittlerer Beobachtungsdauer. Viele Daten reichen nur wenige Monate nach Therapieende. Rückenschmerzen verlaufen jedoch oft über Jahre und zeigen fluktuierende Muster. Eine Behandlung, die kurzfristig hilft, wirkt nicht zwingend langfristig. Gleichzeitig sind die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen erheblich. Menschen mit chronischen Rückenschmerzen verursachen etwa doppelt so hohe Gesundheitskosten wie Personen ohne Beschwerden. Eine Kohortenstudie zeigt, dass zwei Drittel der Betroffenen ein Jahr nach Beginn der Schmerzen weiterhin unter Einschränkungen leidet. Viele empfohlene Interventionen wie etwa Bewegung, passive Maßnahmen oder Medikamente wirken zu Beginn. Unklar bleibt jedoch, ob und wie lange diese Effekte nach Therapieende bestehen bleiben. Besonders relevant in diesem Kontext sind Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie oder Schmerzaufklärung, die Überzeugungen, Verhalten und Selbstmanagement stärken. Diese haben das Potenzial für eine längerfristige Wirksamkeit.Forscher gingen nun der Frage nach, welche nicht-chirurgischen Interventionen nachweisbare, langfristige Vorteile bieten. Hierfür bewerteten sie die langfristige Wirksamkeit verschiedener nicht-chirurgischer Behandlungsformen. Sie kamen zu dem Resultat, dass die kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeit, Bewegung und multidisziplinäre Versorgung langfristige Vorteile bringen könnten. Die Effekte sind jedoch meist gering und die Evidenzstärke ungewiss. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40449512/ Jenkins HJ et al. Long-term effectiveness of non-surgical interventions for chronic low back pain: a systematic review and meta-analysis. Lancet Rheumatol 2025; 7:e607-e617 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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13.04.2026
7 Minuten
Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben die Krebsbehandlung revolutioniert. Sie verbessern die Prognose vieler Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren erheblich. Die Antikörper blockieren die Immun-Checkpoints und verstärken so die T-Zell-Aktivität. Diese Wirkung kann auch die Selbsttoleranz des Immunsystems beeinflussen. Dadurch entstehen immunbedingte Nebenwirkungen, die viele Organsysteme betreffen. Muskel-Skelett-Toxizitäten gehören zu den häufigsten Problemen. Entzündliche Arthritis tritt bei rund 7 % der Betroffenen auf, Arthralgien sogar bei knapp der Hälfte der Behandelten. Die Beschwerden können selbst nach Ende der Immuntherapie fortbestehen. Für viele Patienten bedeuten sie deutliche funktionelle Einschränkungen und eine hohe emotionale Belastung.Bislang ist unklar, welche genauen Entzündungsmuster diese Form der Arthritis prägen. Studien beschreiben sowohl rheumatoide als auch spondyloarthritische Phänotypen. Zudem wird von Tendosynovitis, Enthesitis, Bursitis und axialen Veränderungen berichtet. Eine systematische Gesamterfassung fehlte jedoch bisher.Forscher aus England untersuchten nun den Phänotyp von Arthralgie und entzündlicher Arthritis nach Exposition gegenüber Immun-Checkpoint-Inhibitoren mittels Ganzkörperbildgebung. Das Ziel der Forscher war es, das Entzündungsmuster bei den Patienten vollständig zu charakterisieren und anschließend Informationen für die klinische Behandlung zu liefern. Sie kamen zu dem Resultat, dass Entzündungen und Erosionen bei Patienten mit Arthralgie, die einem Immun-Checkpoint-Inhibitor ausgesetzt sind, ebenso häufig auftreten wie bei Patienten mit entzündlicher Arthritis. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40513597 Harnden K et al. Whole-body MRI in patients with arthralgia or inflammatory arthritis after exposure to immune checkpoint inhibitors: a single-centre prospective imaging study. Lancet Rheumatol 2025; 7:e697-e707 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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16.03.2026
6 Minuten
Kniearthrose betrifft Millionen Menschen und führt zu anhaltenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Seit Jahren versuchen Forscher, krankheitsmodifizierende Arthrose-Medikamente, sogenannte DMOADs, zu entwickeln. Doch trotz vieler Kandidaten hat weder die FDA noch die EMA bislang ein solches Medikament zugelassen. Der Hauptgrund ist, dass den Behörden überzeugende Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Ein Kernproblem entsteht schon bei der Auswahl der Studienteilnehmer. Radiographien zur Diagnosestellung sind hier bisher Standard. Diese sind jedoch unempfindlich gegenüber wichtigen strukturellen Pathologien, die den Behandlungserfolg verhindern oder Komplikationen begünstigen können. Dazu zählen Meniskuswurzelrisse, subchondrale Insuffizienzfrakturen oder Osteonekrosen. Das MRT-gestützte ROAMES-System versucht, diese Lücke zu schließen und solche Ausschlusskriterien systematisch zu erfassen. So sollen diese Pathologien bei Patienten quantifiziert werden, die nach konventionellen Kriterien eigentlich für DMOAD-Studien ungeeignet wären. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass jede zehnte Person, die auf Basis von Röntgenaufnahmen und klinischen Kriterien eingeschlossen würde, im MRT strukturelle Befunde aufweist, die den Nutzen einer DMOAD-Therapie infrage stellen könnten. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40913839 Guermazi A et al. MRI versus radiography as eligibility screening tool for knee osteoarthritis clinical trials: Data from the osteoarthritis initiative. Semin Arthritis Rheum 2025; 74:152818 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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Über diesen Podcast
Im Praxis- oder Klinikalltag ist es aus Zeitgründen nicht immer
einfach, eine Übersicht über neueste Studien zu behalten und diese
auch noch zu lesen. „Study Snacks“ von Thieme möchte Ärzt*innen
dabei unterstützen. Egal, ob in der Kaffeepause, auf dem Weg zur
Arbeit oder beim Joggen: „Study Snacks“ fasst aktuelle Studien auf
das Wesentlichste und in wenigen Minuten zusammen. Die
ausführlichen Studien sind in den Shownotes nur einen Klick
entfernt. "Study Snacks" ist eine Produktion von Thieme. *Wichtige
Hinweise: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die
Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in
Ihrer Apotheke. Der Podcast kann das persönliche Arztgespräch, die
Diagnose und Behandlung NICHT ersetzen! Wie jede Wissenschaft ist
die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und
klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was
Behandlung und medikamentöse Therapie anbelangt. Soweit in diesem
Podcast eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird, darf der
Zuhörer zwar darauf vertrauen, dass die Hosts große Sorgfalt darauf
verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei
Fertigstellung des Podcast entspricht. Für Angaben über Dosierungs-
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