Podcaster
Episoden
15.02.2026
6 Minuten
Die Still-Krankheit oder Morbus Still umfasst sowohl die Erkrankung
des Erwachsenenalters als auch die systemische juvenile
idiopathische Arthritis mit Beginn in der Kindheit. Beide Formen
gelten als unterschiedliche Ausprägungen derselben
autoinflammatorischen Erkrankung. Betroffene zeigen typische
Symptome wie Fieber, Hautausschläge, Arthralgien, erhöhte
Entzündungswerte und ausgeprägte Müdigkeit. Die Erkrankung
beeinträchtigt die Lebensqualität massiv und kann zu gefährlichen
Komplikationen führen. Unterschiedliche Zytokinprofile wie etwa
Interleukin-1, Interleukin -6 oder Tumornekrosefaktoren prägen den
Verlauf. Besonders kritisch ist die frühe systemische Phase, in der
ein Zeitfenster für eine wirksame Therapie besteht. Eine verzögerte
Behandlung kann zu chronischen Schäden, unnötiger
Glukokortikoidbelastung und langfristigen Einschränkungen führen.
In der Vergangenheit kamen für die Therapie nichtsteroidale
Antirheumatika, Glukokortikoide und konventionelle
krankheitsmodifizierende Antirheumatika, die sogenannten bDMARDs,
zum Einsatz. Mit der Einführung von Interleukin-1- und
-6-Inhibitoren hat sich das Therapiekonzept deutlich verändert.
Leitlinien empfehlen zunehmend einen frühen Einsatz dieser
Biologika. Doch Patienten sprechen unterschiedlich an, nicht alle
erreichen eine Remission. Forscher aus Italien, Deutschland und der
Schweiz führten eine PubMed-Literaturrecherche durch, um verfügbare
Erkenntnisse zum Wechsel zwischen bDMARDs bei der Behandlung von
Morbus Still zu finden. Sie kamen zu dem Resultat, dass ein Wechsel
zwischen verschiedenen bDMARDs eine sinnvolle Strategie sein kann,
die mit klinischen Vorteilen für die Patienten verbunden ist. Link
zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40738082/
Dagna L et al. Current evidence on switching between biologic
therapies for Still's disease: A systematic literature review.
Semin Arthritis Rheum 2025; 74:152789 Zu Risiken und Nebenwirkungen
lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren
Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von
künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller
Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten
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01.02.2026
6 Minuten
Immunvermittelte Entzündungskrankheiten, kurz IMIDs, betreffen in
Industrienationen rund 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung. Sie
entstehen durch fehlgeleitete Immunreaktionen, die eigenes Gewebe
angreifen. Dazu gehören unter anderem die rheumatoide Arthritis,
Psoriasis oder Asthma. Seit Jahren besteht der Verdacht, dass
immunvermittelte Entzündungskrankheiten das Überleben von
Krebspatienten verschlechtern. Die Gründe wirken plausibel:
chronische Entzündung schwächt die Gesamtgesundheit, erhöht die
Krankheitslast und kann therapeutische Optionen einschränken.
Dennoch liefern Studien widersprüchliche Ergebnisse. Einige
Arbeiten berichten sogar über bessere Überlebenschancen bei
Krebspatienten mit bestimmten immunvermittelten
Entzündungskrankheiten. Andere Studien sehen keinerlei
Zusammenhang. Seit Einführung der Immun-Checkpoint-Inhibitoren hat
ein neuer Aspekt zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. Patienten,
die unter der Therapie neue immunvermittelte Erkrankungen
entwickeln, scheinen häufiger länger zu leben. Diese Beobachtungen
werfen die Frage auf, ob der Diagnosezeitpunkt einer
Immunvermittelten Entzündungskrankheit eine entscheidende Rolle
spielt. Forscher aus China wollten daher klären, wie sich diese
Erkrankungen, die vor oder erst nach einer Krebserkrankung
auftreten, auf die Gesamt- und krebsspezifische Mortalität
auswirken. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Muster.
Vorbestehende Entzündungskrankheiten erhöhen das Sterberisiko,
während neu auftretende Entzündungskrankheiten nach der
Krebsdiagnose einen Überlebensvorteil bringen können. Link zur
Studie (PubMed): pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40341467/ Deng G et al.
Differential impact of immune-mediated inflammatory diseases before
versus after cancer on patient survival: a nationwide cohort study.
Rheumatology 2025; 64:4976-4984 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen
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18.01.2026
6 Minuten
Junge, aktive Menschen erleiden beim Sport häufig traumatische
Meniskusrisse. Diese Verletzung führt oft zu Schmerzen und
Bewegungseinschränkungen. Noch kritischer ist, dass Betroffene ein
6-mal höheres Risiko haben, später eine Kniearthrose zu entwickeln.
Standardmäßig wird vielen dieser Patienten eine arthroskopische
partielle Meniskektomie empfohlen. Allein in den USA werden
jährlich über 200.000 dieser Eingriffe bei unter 45-Jährigen
durchgeführt.Doch ist diese Operation wirklich notwendig, oder gibt
es Alternativen? Die STARR-Studie stellte genau das infrage. Sie
verglich die Meniskektomie mit einem strukturierten
Physiotherapieprogramm unter Aufsicht und Hausübungen mit der
Option zur späteren Operation, sollte sich keine Besserung
einstellen. Ziel der nun vorliegenden Sekundäranalyse war es,
mithilfe von MRT-Untersuchungen frühe arthrosebedingte
Veränderungen 24 Monate nach einem isolierten Meniskusriss zu
vergleichen. Die Forscher stellten hierfür operativ und konservativ
behandelte Patienten gegenüber.Klinisch zeigte sich, dass die
Meniskektomie 24 Monate nach Beginn der Behandlung einer
Physiotherapie nicht überlegen war. Die Ergebnisse der vorliegenden
Studie deuten sogar darauf hin, dass sich Knochenmarksläsionen und
Knorpeldefekte nach einer Meniskektomie im Vergleich zu einer
physischen Therapie nach 24 Monaten bei jungen Patienten mit
isolierten traumatischen Meniskusrissen eher verschlimmern. Link
zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38574801/ van
der Graaff SJA et al. Post-traumatic and OA-related lesions in the
knee at baseline and 2 years after traumatic meniscal injury:
Secondary analysis of a randomized controlled trial. Osteoarthritis
Cartilage 2025; 33:647-655 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie
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04.01.2026
6 Minuten
Bei rheumatoider Arthritis (RA) und Psoriasis-Arthritis (PsA) ist
das Erreichen der Remission das zentrale Therapieziel. Doch längst
nicht alle Patientinnen und Patienten erreichen es. Neben späten
Diagnosen spielen psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen
oder Angstzustände eine große Rolle. Diese sind bei RA- und
PsA-Patienten weit häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. So
leidet etwa ein Fünftel der RA- und knapp ein Drittel der
PsA-Betroffenen unter depressiven Symptomen. Studien deuten auf
einen bidirektionalen Zusammenhang hin: Depressionen und Ängste
können Krankheitsaktivität verstärken, die wiederum psychische
Symptome verschlechtert. Die Mechanismen lassen sich auf reduzierte
Aktivität, verändertes Schmerzempfinden und eine niedrigere
Therapietreue zurückführen. Bisher mangelte es an Studien, die den
Einfluss von Depression und Angst auf eine Remission bei RA und PsA
untersuchen. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen
psychischen Symptomen zu beliebigen Zeitpunkten und der Remission
über zwei Jahre hinweg zu analysieren. Das Resultat der Studie
zeigt, dass Depressonen und Angstzustände mit einer geringeren
Wahrscheinlichkeit einhergehen, eine RA- oder PsA-Remission zu
erreichen. Patienten mit Depression oder Angststörung haben mehr
schmerzempfindliche Gelenke, einen schlechteren allgemeinen
Gesundheitszustand und leicht erhöhte Entzündungsmarker. Link zur
Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39504461/ Snoeck
Henkemans SVJ et al. Association between depression and anxiety and
inability to achieve remission in rheumatoid arthritis and
psoriatic arthritis. Rheumatology 2025; 64:2411-2421 Zu Risiken und
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21.12.2025
5 Minuten
Die Riesenzellarteriitis ist die häufigste systemische Vaskulitis
bei Menschen mit einem Alter über 50 Jahren. Unbehandelt kann sie
zu schweren Komplikationen wie Erblindung oder Aortenaneurysmen
führen. Die Therapie beginnt meist mit hochdosierten
Glukokortikoiden. Zusätzlich kommen krankheitsmodifizierende
Antirheumatika, kurz DMARDs, zum Einsatz, vor allem bei Rückfällen
oder unzureichender Wirkung. Trotzdem erleidet etwa die Hälfte der
Betroffenen einen Rückfall.Ein zentrales Problem ist, dass es keine
verlässlichen Biomarker gibt, mit denen sich das Rückfallrisiko
individuell vorhersagen lässt. Die üblichen Entzündungsmarker
verlieren an Aussagekraft, besonders, wenn die Patienten zur
medikamentösen Therapie Interleukin-6-Hemmer bekommen. Der
diagnostische Ultraschall der Temporalarterien ist mittlerweile
etabliert. Neue quantitative Messungen, wie die Intima-Media-Dicke
und Halo-Zeichen, liefern zusätzliche Informationen.Ein
Forschungsteam entwickelte nun den OGUS-Score. Dieser fasst
Messungen der Intima-Media-Dicke aus 8 Gefäßen in einem einzigen
Wert zusammen. In der vorliegenden Studie wollten die Forschenden
klären, ob der OGUS-Score bei der Diagnose und in der Frühphase
hilft, Rückfälle vorherzusagen. Erste Daten zeigen, dass ein hoher
OGUS-Wert zum Zeitpunkt der Diagnose mit einem erhöhten
Rückfallrisiko verbunden ist. Link zur Studie (PubMed):
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39919971/ Monti S et al. The giant
cell arteritis (GCA) ultrasound score (OGUS) at diagnosis and after
initial treatment predicts future relapses in GCA patients: results
of a multicentre prospective study. Ann Rheum Dis 2025; 84:823-832
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Über diesen Podcast
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einfach, eine Übersicht über neueste Studien zu behalten und diese
auch noch zu lesen. „Study Snacks“ von Thieme möchte Ärzt*innen
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Arbeit oder beim Joggen: „Study Snacks“ fasst aktuelle Studien auf
das Wesentlichste und in wenigen Minuten zusammen. Die
ausführlichen Studien sind in den Shownotes nur einen Klick
entfernt. "Study Snacks" ist eine Produktion von Thieme. *Wichtige
Hinweise: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die
Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in
Ihrer Apotheke. Der Podcast kann das persönliche Arztgespräch, die
Diagnose und Behandlung NICHT ersetzen! Wie jede Wissenschaft ist
die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und
klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was
Behandlung und medikamentöse Therapie anbelangt. Soweit in diesem
Podcast eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird, darf der
Zuhörer zwar darauf vertrauen, dass die Hosts große Sorgfalt darauf
verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei
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