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Episoden
11.05.2026
6 Minuten
Chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Leitlinien empfehlen zahlreiche nicht-chirurgische Interventionen. Diese Empfehlungen beruhen jedoch überwiegend auf Studien mit kurzer bis mittlerer Beobachtungsdauer. Viele Daten reichen nur wenige Monate nach Therapieende. Rückenschmerzen verlaufen jedoch oft über Jahre und zeigen fluktuierende Muster. Eine Behandlung, die kurzfristig hilft, wirkt nicht zwingend langfristig. Gleichzeitig sind die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen erheblich. Menschen mit chronischen Rückenschmerzen verursachen etwa doppelt so hohe Gesundheitskosten wie Personen ohne Beschwerden. Eine Kohortenstudie zeigt, dass zwei Drittel der Betroffenen ein Jahr nach Beginn der Schmerzen weiterhin unter Einschränkungen leidet. Viele empfohlene Interventionen wie etwa Bewegung, passive Maßnahmen oder Medikamente wirken zu Beginn. Unklar bleibt jedoch, ob und wie lange diese Effekte nach Therapieende bestehen bleiben. Besonders relevant in diesem Kontext sind Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie oder Schmerzaufklärung, die Überzeugungen, Verhalten und Selbstmanagement stärken. Diese haben das Potenzial für eine längerfristige Wirksamkeit.Forscher gingen nun der Frage nach, welche nicht-chirurgischen Interventionen nachweisbare, langfristige Vorteile bieten. Hierfür bewerteten sie die langfristige Wirksamkeit verschiedener nicht-chirurgischer Behandlungsformen. Sie kamen zu dem Resultat, dass die kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeit, Bewegung und multidisziplinäre Versorgung langfristige Vorteile bringen könnten. Die Effekte sind jedoch meist gering und die Evidenzstärke ungewiss. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40449512/ Jenkins HJ et al. Long-term effectiveness of non-surgical interventions for chronic low back pain: a systematic review and meta-analysis. Lancet Rheumatol 2025; 7:e607-e617 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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13.04.2026
7 Minuten
Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben die Krebsbehandlung revolutioniert. Sie verbessern die Prognose vieler Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren erheblich. Die Antikörper blockieren die Immun-Checkpoints und verstärken so die T-Zell-Aktivität. Diese Wirkung kann auch die Selbsttoleranz des Immunsystems beeinflussen. Dadurch entstehen immunbedingte Nebenwirkungen, die viele Organsysteme betreffen. Muskel-Skelett-Toxizitäten gehören zu den häufigsten Problemen. Entzündliche Arthritis tritt bei rund 7 % der Betroffenen auf, Arthralgien sogar bei knapp der Hälfte der Behandelten. Die Beschwerden können selbst nach Ende der Immuntherapie fortbestehen. Für viele Patienten bedeuten sie deutliche funktionelle Einschränkungen und eine hohe emotionale Belastung.Bislang ist unklar, welche genauen Entzündungsmuster diese Form der Arthritis prägen. Studien beschreiben sowohl rheumatoide als auch spondyloarthritische Phänotypen. Zudem wird von Tendosynovitis, Enthesitis, Bursitis und axialen Veränderungen berichtet. Eine systematische Gesamterfassung fehlte jedoch bisher.Forscher aus England untersuchten nun den Phänotyp von Arthralgie und entzündlicher Arthritis nach Exposition gegenüber Immun-Checkpoint-Inhibitoren mittels Ganzkörperbildgebung. Das Ziel der Forscher war es, das Entzündungsmuster bei den Patienten vollständig zu charakterisieren und anschließend Informationen für die klinische Behandlung zu liefern. Sie kamen zu dem Resultat, dass Entzündungen und Erosionen bei Patienten mit Arthralgie, die einem Immun-Checkpoint-Inhibitor ausgesetzt sind, ebenso häufig auftreten wie bei Patienten mit entzündlicher Arthritis. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40513597 Harnden K et al. Whole-body MRI in patients with arthralgia or inflammatory arthritis after exposure to immune checkpoint inhibitors: a single-centre prospective imaging study. Lancet Rheumatol 2025; 7:e697-e707 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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16.03.2026
6 Minuten
Kniearthrose betrifft Millionen Menschen und führt zu anhaltenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Seit Jahren versuchen Forscher, krankheitsmodifizierende Arthrose-Medikamente, sogenannte DMOADs, zu entwickeln. Doch trotz vieler Kandidaten hat weder die FDA noch die EMA bislang ein solches Medikament zugelassen. Der Hauptgrund ist, dass den Behörden überzeugende Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Ein Kernproblem entsteht schon bei der Auswahl der Studienteilnehmer. Radiographien zur Diagnosestellung sind hier bisher Standard. Diese sind jedoch unempfindlich gegenüber wichtigen strukturellen Pathologien, die den Behandlungserfolg verhindern oder Komplikationen begünstigen können. Dazu zählen Meniskuswurzelrisse, subchondrale Insuffizienzfrakturen oder Osteonekrosen. Das MRT-gestützte ROAMES-System versucht, diese Lücke zu schließen und solche Ausschlusskriterien systematisch zu erfassen. So sollen diese Pathologien bei Patienten quantifiziert werden, die nach konventionellen Kriterien eigentlich für DMOAD-Studien ungeeignet wären. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass jede zehnte Person, die auf Basis von Röntgenaufnahmen und klinischen Kriterien eingeschlossen würde, im MRT strukturelle Befunde aufweist, die den Nutzen einer DMOAD-Therapie infrage stellen könnten. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40913839 Guermazi A et al. MRI versus radiography as eligibility screening tool for knee osteoarthritis clinical trials: Data from the osteoarthritis initiative. Semin Arthritis Rheum 2025; 74:152818 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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15.02.2026
6 Minuten
Die Still-Krankheit oder Morbus Still umfasst sowohl die Erkrankung des Erwachsenenalters als auch die systemische juvenile idiopathische Arthritis mit Beginn in der Kindheit. Beide Formen gelten als unterschiedliche Ausprägungen derselben autoinflammatorischen Erkrankung. Betroffene zeigen typische Symptome wie Fieber, Hautausschläge, Arthralgien, erhöhte Entzündungswerte und ausgeprägte Müdigkeit. Die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität massiv und kann zu gefährlichen Komplikationen führen. Unterschiedliche Zytokinprofile wie etwa Interleukin-1, Interleukin -6 oder Tumornekrosefaktoren prägen den Verlauf. Besonders kritisch ist die frühe systemische Phase, in der ein Zeitfenster für eine wirksame Therapie besteht. Eine verzögerte Behandlung kann zu chronischen Schäden, unnötiger Glukokortikoidbelastung und langfristigen Einschränkungen führen. In der Vergangenheit kamen für die Therapie nichtsteroidale Antirheumatika, Glukokortikoide und konventionelle krankheitsmodifizierende Antirheumatika, die sogenannten bDMARDs, zum Einsatz. Mit der Einführung von Interleukin-1- und -6-Inhibitoren hat sich das Therapiekonzept deutlich verändert. Leitlinien empfehlen zunehmend einen frühen Einsatz dieser Biologika. Doch Patienten sprechen unterschiedlich an, nicht alle erreichen eine Remission. Forscher aus Italien, Deutschland und der Schweiz führten eine PubMed-Literaturrecherche durch, um verfügbare Erkenntnisse zum Wechsel zwischen bDMARDs bei der Behandlung von Morbus Still zu finden. Sie kamen zu dem Resultat, dass ein Wechsel zwischen verschiedenen bDMARDs eine sinnvolle Strategie sein kann, die mit klinischen Vorteilen für die Patienten verbunden ist. Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40738082/ Dagna L et al. Current evidence on switching between biologic therapies for Still's disease: A systematic literature review. Semin Arthritis Rheum 2025; 74:152789 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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01.02.2026
6 Minuten
Immunvermittelte Entzündungskrankheiten, kurz IMIDs, betreffen in Industrienationen rund 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung. Sie entstehen durch fehlgeleitete Immunreaktionen, die eigenes Gewebe angreifen. Dazu gehören unter anderem die rheumatoide Arthritis, Psoriasis oder Asthma. Seit Jahren besteht der Verdacht, dass immunvermittelte Entzündungskrankheiten das Überleben von Krebspatienten verschlechtern. Die Gründe wirken plausibel: chronische Entzündung schwächt die Gesamtgesundheit, erhöht die Krankheitslast und kann therapeutische Optionen einschränken. Dennoch liefern Studien widersprüchliche Ergebnisse. Einige Arbeiten berichten sogar über bessere Überlebenschancen bei Krebspatienten mit bestimmten immunvermittelten Entzündungskrankheiten. Andere Studien sehen keinerlei Zusammenhang. Seit Einführung der Immun-Checkpoint-Inhibitoren hat ein neuer Aspekt zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. Patienten, die unter der Therapie neue immunvermittelte Erkrankungen entwickeln, scheinen häufiger länger zu leben. Diese Beobachtungen werfen die Frage auf, ob der Diagnosezeitpunkt einer Immunvermittelten Entzündungskrankheit eine entscheidende Rolle spielt. Forscher aus China wollten daher klären, wie sich diese Erkrankungen, die vor oder erst nach einer Krebserkrankung auftreten, auf die Gesamt- und krebsspezifische Mortalität auswirken. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Muster. Vorbestehende Entzündungskrankheiten erhöhen das Sterberisiko, während neu auftretende Entzündungskrankheiten nach der Krebsdiagnose einen Überlebensvorteil bringen können. Link zur Studie (PubMed): pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40341467/ Deng G et al. Differential impact of immune-mediated inflammatory diseases before versus after cancer on patient survival: a nationwide cohort study. Rheumatology 2025; 64:4976-4984 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. In diesem Audio sind mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschineller Übersetzungstechnologie gesprochene Texte enthalten [elevenlabs.io].
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Über diesen Podcast
Im Praxis- oder Klinikalltag ist es aus Zeitgründen nicht immer
einfach, eine Übersicht über neueste Studien zu behalten und diese
auch noch zu lesen. „Study Snacks“ von Thieme möchte Ärzt*innen
dabei unterstützen. Egal, ob in der Kaffeepause, auf dem Weg zur
Arbeit oder beim Joggen: „Study Snacks“ fasst aktuelle Studien auf
das Wesentlichste und in wenigen Minuten zusammen. Die
ausführlichen Studien sind in den Shownotes nur einen Klick
entfernt. "Study Snacks" ist eine Produktion von Thieme. *Wichtige
Hinweise: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die
Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in
Ihrer Apotheke. Der Podcast kann das persönliche Arztgespräch, die
Diagnose und Behandlung NICHT ersetzen! Wie jede Wissenschaft ist
die Medizin ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und
klinische Erfahrung erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was
Behandlung und medikamentöse Therapie anbelangt. Soweit in diesem
Podcast eine Dosierung oder eine Applikation erwähnt wird, darf der
Zuhörer zwar darauf vertrauen, dass die Hosts große Sorgfalt darauf
verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei
Fertigstellung des Podcast entspricht. Für Angaben über Dosierungs-
und Behandlungsanweisungen und Applikationsformen kann vom Verlag
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