Podcaster
Episoden
24.03.2026
1 Stunde 6 Minuten
Für Prof. Dr. Helga Grubitzsch (*1943) ist Schreiben ein Prozess der Selbstermächtigung, der neue Perspektiven auf die Gegenwart, aber auch die Vergangenheit eröffnen kann. Mit 60 beendete die Literaturwissenschaftlerin ihre Lehrtätigkeit an der Universität Paderborn und bietet erfolgreich Schreibgruppen und Seminare zum (biografischen) Schreiben an. Bei Kaffee und Kuchen erzählt sie über ihre frühe, glückliche Kindheit im Wald, die häufigen Orts- und Schulwechsel und ihr Gefühl, nicht dazu zu gehören. Sie betont, wie wichtig ihr Engagement in der Frauenbewegung für ihre persönliche Entwicklung war. Sie freut sich, dass Bella Donna, ein feministischer Bildungsort in Bremen, bis heute in der Stadt präsent ist. Wir reden auch über Abschiede, Krankheit und Sterben und darüber, warum der „Friedwald“ ein guter letzter Ort sein kann.
Helga Grubitzsch (Hrsg): Wagnis des Lebens – Eine biografische Suche nach den Spuren der NS-Zeit (Kellner Verlag 2022)
Das Gespräch habe ich im November 2025 geführt
Helga Grubitzsch (Hrsg): Wagnis des Lebens – Eine biografische Suche nach den Spuren der NS-Zeit (Kellner Verlag 2022)
Das Gespräch habe ich im November 2025 geführt
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13.01.2026
1 Stunde 1 Minute
Dr. Eva Rieger (*1940) ist vor allem als Wagner-Expertin bekannt. Doch schon seit den 1970er Jahren beschäftigt sie sich auch mit der (verborgenen) Rolle der Frauen in der Musik. Jetzt zieht sie in ihrem jüngsten Buch Resümee: Frauen seien inzwischen viel mutiger und in den Konzertsälen präsenter. Gleichzeitig lebten die Geschlechterklischees unterschwellig in der Musik weiter. Ich besuche Eva Rieger in Liechtenstein, wo sie seit 2000 im Haus ihrer verstorbenen Partnerin lebt. Mit ihr gemeinsam hat sie die Mariann-Steegmann-Foundation gegründet. In unserem Gespräch erzählt Rieger von ihrer Geburt in einem britischen Internierungslager, dem Aufwachsen in einer Pfarrersfamilie und der Rückkehr 1953 ins noch stark zerstörte Berlin. Sie schwärmt von ihren Opernbesuchen in Ostberlin, den wichtigen Impulsen durch die Frauenbewegung und dem Glück, Wagners Wandertouren in den Schweizer Bergen nachzugehen und zu schreiben. Aber sie sagt auch, dass sie müder wird.
Eva Rieger: 50 Jahre Frauen- und Genderforschung in der Musik, 1976-2026 - erscheint im Frühjahr 2026
www.eva-rieger.de
„Der Marsch der Frauen“ von Ethel Smyth - Glasgow University Chapel Choir
Das Gespräch habe ich im August 2025 geführt.
Eva Rieger: 50 Jahre Frauen- und Genderforschung in der Musik, 1976-2026 - erscheint im Frühjahr 2026
www.eva-rieger.de
„Der Marsch der Frauen“ von Ethel Smyth - Glasgow University Chapel Choir
Das Gespräch habe ich im August 2025 geführt.
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27.11.2025
1 Stunde 9 Minuten
Brigitte Kette (*1945) hat die Medikalisierung der Geburtshilfe direkt miterlebt. In ihren 45 Berufsjahren half sie mehreren tausend Kindern auf die Welt – zuerst in der Klinik, später dann als Hausgeburtshebamme. Als junge Hebamme in den 1960er Jahren war sie entsetzt, wie respektlos Gebärende oft behandelt wurden. Dann zog zunehmend Technik in den Kreißsaal ein und diktierte den Ablauf der Geburten. Bis heute. Dabei bräuchten Frauen vor allem professionelle Begleitung und Ermutigung. So werde die Geburt zu einem erfüllenden Erlebnis auch für den Partner, sagt Brigitte Kette. In dem Podcast erzählt sie außerdem über ihr Aufwachsen auf dem Land, ihre eigenen Geburten und wie eine Trennung zur Umorientierung führte. Außerdem engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe und genießt das Leben.
Das Gespräch habe ich im August 2025 geführt.
Das Gespräch habe ich im August 2025 geführt.
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19.09.2025
1 Stunde 15 Minuten
Gerburg Rohde-Dahl (*1938) wechselte mit 65 Jahren Wohnort und Genre. Statt weiter Kinder- und Jugendfilme für das ZDF zu drehen, beschäftigt sie sich fortan mit deutscher Schuld und den Herausforderungen des Erinnerns für nachfolgende Generationen. In ihrem Film „Das weite Feld“ dokumentiert sie die Errichtung des Holocaust Mahnmals in Berlin und reflektiert über ihre frühe Kindheit im besetzten Polen. „Darf ich glücklich sein trotz der Grausamkeiten rundherum“, fragt sie sich rückblickend. Ein weiterer Film erzählt die verstörende Geschichte einer KZ-Aufseherin aus Ravensbrück, die nach dem Krieg von ihren eigenen Gefangenen befreit worden ist. Rohde-Dahl interessiert Ambivalenz. Sie fragt nach politischen Strukturen, die „das Böse“ im Menschen begünstigen und letzten Endes zum Zivilisationsbruch führen. Miteinander reden ist für sie zentral. Auch jetzt, wo im Nahen Osten nur noch Bomben sprechen. Seit Jahren begleitet sie eine Friedensinitiative, in der junge Israelis, Palästinenser und Deutsche sich begegnen und miteinander über eigene Schmerzen und Narrative sprechen. In dem Podcast erzählt sie auch Persönliches, über das Leben mit ihren beiden Kindern als alleinerziehende Mutter, über die Zeiten der Einsamkeit und Verzweiflung und das bei sich Ankommen im Alter.
Filmtipps:
www.rohdedahl.de
Film: „Along the river”: https://vimeo.com/1091458708
www.friendshipacrossborders.net
Filmtipps:
www.rohdedahl.de
Film: „Along the river”: https://vimeo.com/1091458708
www.friendshipacrossborders.net
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28.07.2025
1 Stunde 8 Minuten
Elfi Conrad (*1944) hat mit fast 80 einen Bestseller gelandet. In ihrem Debütroman „Schneeflocken wie Feuer“ erzählt sie aus Sicht der älteren Frau die (autofiktionale) Geschichte der 17-jährigen Dora, die in der tristen Enge einer westdeutschen Kleinstadt ihre Körperlichkeit und Raffinesse ausprobiert. Sie will kein Opfer sein. Mit Schmollmund, Petticoat und Stöckelschuhen verführt sie einen Lehrer und rächt sich so an der männlich-autoritären Dominanz der Nachkriegsjahre. In ihrem 2025 veröffentlichten Buch „Als sei alles leicht“ schreibt Conrad über Vertreibung und Flucht und auch hier spielen Erotik, Zwang und Gewalt eine Rolle. Conrad hat Deutsch und Musik studiert, viele Jahre als Lehrerin und Dozentin gearbeitet und nach der Pensionierung angefangen, Romane zu schreiben. Im Podcast erzählt sie, wie sie auf Twitter entdeckt wurde, redet über ihre Freude am Schreiben, ihre Widerständigkeit und Disziplin und welche Herausforderungen junge Frauen durch die All Präsenz der sozialen Medien heute haben.
Elfi Conrad, Schneeflocken wie Feuer, 2023 – jetzt als Taschenbuch erhältlich
Als sei alles leicht, 2025
Das Gespräch habe ich im Juni 2025 geführt.
Elfi Conrad, Schneeflocken wie Feuer, 2023 – jetzt als Taschenbuch erhältlich
Als sei alles leicht, 2025
Das Gespräch habe ich im Juni 2025 geführt.
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Über diesen Podcast
Vorsicht - Triggerwarnung! Ich bin alt und meine
Gesprächspartnerinnen sind es auch: Alt und Unverzagt! Wir erzählen
unsere persönliche Geschichte und damit auch ein Stückweit
kollektive Geschichte, die uns geprägt hat und die wir mitprägten.
Und zwar in West und Ost. In loser Folge unterhalte ich mich
mit Frauen, die sich mit Engagement und Mut in gesellschaftliche
Debatten eingemischt und für Wertschätzung und gleiche Rechte
gekämpft haben. Ihre weibliche Sicht hat die Kunst,
Geschichtsschreibung, Linguistik, Medizin und Politik bereichert.
Als Vorkämpferinnen haben sie Frauen erst in der Öffentlichkeit
sichtbar gemacht. Vor, während oder kurz nach dem 2. Weltkrieg
geboren, erzählen sie über das, was sie in ihrem Leben beeinflusst
und geprägt hat und was sie heute bewegt. Auf ihren Schultern
stehen die jüngeren Frauengenerationen. Wie geht das alt zu
werden – mit all den öffentlichen Klischees im Kopf? Als ich
meinen 65. Geburtstag feierte, sagte ich mit einem Augenzwinkern:
„Ich bin jetzt eine alte Frau“, und wurde prompt von meinen
Freundinnen kritisiert und gleichzeitig getröstet: nein, ich wäre
doch gar nicht so alt und außerdem sähe ich jünger aus usw. So als
wäre „alt“ ein Schimpfwort mit dem Geruch von Verfall und Friedhof.
Ansteckend für andere! Lieber sagt man – die ist schon älter. Älter
als wer? Alt werden heißt für viele von uns auch die Linien
des eigenen Lebens noch einmal nachzuvollziehen – in großen Bögen.
Manchmal bleiben wir aber auch an Details hängen, erinnern uns an
den Geruch der dünnen Suppe über die wir uns als Flüchtlingskind
gefreut haben oder an den VW Käfer, der uns über die rumpelige
Transitstrasse durch die damalige DDR in den Sehnsuchtsort
West-Berlin gebracht hat. Mitunter tauchen auch die Traumata der
frühen Kindheit als Dämonen wieder auf. Viele meiner
Gesprächspartnerinnen erinnern sich an die gesellschaftliche
Aufbruchstimmung und an ihr Gefühl: wir packen das an. Aber sind
wir nicht auch heute als Frauen mit 60+ im Aufbruch. Im Alter
verdichtet sich das Leben. „Wir kommen zur Essenz“, sagt die
Kunsthistorikerin Hanna Gagel. Gemeinsam begeben wir uns in
dem Podcast auf die Reise – reden über Politik und Kultur und über
unsere Erfahrungen, auch mit dem Altwerden. Und wir lachen viel
zusammen. Mein Name ist Eva Schindele (www.eva-schindele.de)
Ich bin Journalistin und Autorin. Mit dem Non-Profit-Projekt
will ich älteren Frauen eine Stimme geben und die Erfahrungen einer
Generation dokumentieren.
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