Podcaster
Episoden
09.02.2026
1 Stunde 18 Minuten
Kranksein ist mal wieder politisch. Wer mit Erkältung zu Hause
bleibt, schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland, finden
Konservative. Und warum wird unser Gesundheitssystem jedes Jahr
noch ein bisschen teurer? Und wer ist eigentlich wirklich krank,
und wer tut nur so? Vielleicht lassen sich solche Fragen am besten
dort klären, wo es den Leuten unzweifelhaft nicht so gut geht – in
der Notaufnahme. “The Pitt” heißt eine neue, preisgekrönte
amerikanische Fernsehserie, die jetzt auch in Deutschland zu sehen
ist: Sie erzählt aus dem überfüllten "emergency room" eines
Krankenhauses in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania.
Zwischen Traumacenter und Triageraum schauen wir dem Ärzteteam um
Dr. Michael “Robby” Robinavitch zu, wie sie intubieren,
aufschneiden, blutungsstillende Ballons aufpumpen – und auch sonst
alles Menschenmögliche tun, um die versehrten Patienten wenigstens
so weit zu stabilisieren, bis irgendwo anders im Krankenhaus
hoffentlich ein Bett frei wird. Für die Krankenhausserienfans Nina
Pauer und Lars Weisbrod ist das genau der richtige Stoff: In der
neuen Folge des Feuilletonpodcasts sprechen die beiden über “The
Pitt” und die Ästhetik der Notaufnahme. Warum ist dieser
Arbeitsplatz jetzt wieder der Serienschauplatz der Stunde? Geht es
um “competence porn”? Um die Zurschaustellung von absoluter
Konzentrationsfähigkeit, die die Zuschauer in ihrem eigenen Leben
gar nicht mehr aufbringen können? Außerdem stellen Nina und Lars
fest: Man kann aus der Seriennotaufnahme sogar etwas fürs eigene
Leben außerhalb des Krankenhauses lernen. Wie man schlechte
Nachrichten überbringt, zum Beispiel. Und wie man sich richtig
verabschiedet. Sie erreichen das Team unter gegenwart@zeit.de. Ab
dem 15.1.2025 sind Teile des Archivs von "Die sogenannte
Gegenwart?" nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu
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26.01.2026
1 Stunde 15 Minuten
Ganz in weiß, mit Haube auf dem Kopf, die Augen entrückt
geschlossen, so zeigt sich die Sängerin Rosalía auf dem Cover ihres
Erfolgsalbums Lux: ein Weltstar, inszeniert als Nonne. “Wenn ich
noch ein schlechtes Date erlebe, gehe ich ins Kloster!”, schallt es
zeitgleich aus den Accounts junger Frauen auf Social Media, die
müde vom Dating sind und sich mit Nonnen-Content ironisch von der
Männerwelt verabschieden, während auf TikTok echte Ordensschwestern
zu Internetpersönlichkeiten werden, indem sie ihren Alltag im
Kloster zwischen Beten, Singen und Hostienbacken für ihre
Followerschaft erklären. Nonne sein, das trendet, die
Vorstellungen klösterlicher Abgeschiedenheit und Schwesterlichkeit
sind zu wahren Sehnsuchtsorten gestresster Gegenwartsmenschen
geworden. Warum? Wie kann es sein, dass ausgerechnet die strenge
Unterordnung in einer stark hierarchisch organisierten Institution,
die oft von Männern dominiert wird, heute als positiver Akt
weiblicher Freiheit gedeutet wird? Und was ist eigentlich mit dem
Keuschheitsgelübde? Dem Versprechen, als Bräute Jesu zu leben? Und
wo ist Gott dabei? Diesen Fragen widmen sich Nina Pauer und Ijoma
Mangold in der neuen Episode von Die sogenannte Gegenwart. Weitere
Links zur Folge und zum Thema Nonnen finden Sie hier. Sie erreichen
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12.01.2026
1 Stunde 17 Minuten
Vielleicht war er nie weg, vielleicht feiern wir seine Rückkehr,
fest steht jedenfalls: "Frankenstein" ist gerade überall. In den
Buchläden stapeln sich die fürs TikTok-Publikum aufwendig
gestalteten Schmuckausgaben von Mary Shelleys Literaturklassiker,
auf Netflix ist Guillermo del Toros Verfilmung zu sehen, und die
Wirklichkeit ist ja auch voller Frankensteine und Monster.
Ein besessener, arroganter Forscher erschafft einen künstlichen
Menschen aus Leichenteilen – so geht die Geschichte von 1818. Da
denkt der kritische Bürger heute sofort an ChatGPT, an künstliche
Intelligenz und an Silicon-Valley-Milliardäre, die den Tod
abschaffen wollen. Dass sich die Kreatur, die Frankenstein da
schöpft, dann als böse oder wenigstens rachsüchtig erweist, dass
sie ihren Schöpfer verfolgt bis zum bitteren Ende – auf eine
ähnlich düstere Prognose können auch wir uns heute schnell einigen,
wo immer es um technische Neuerungen geht. Vielleicht zu
schnell? In der aktuellen Folge von "Die sogenannte
Gegenwart" sprechen Ijoma Mangold und Lars Weisbrod über den Mythos
Frankenstein. Wie wurde bei Mary Shelley die Science-Fiction aus
dem Geist der englischen Romantik geboren? Was bedeutet es für
unsere aktuellen Debatten über Degrowth und Technologie, dass
Shelley ihren Frankenstein den "modernen Prometheus" nannte? Und
warum gibt es so viele Kunstwerke, die uns vor technischem
Fortschritt warnen – und so wenige, die ihn feiern? Sie erreichen
das Team unter gegenwart@zeit.de. Ab dem 15.1.2025 sind Teile des
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12.01.2026
4 Minuten
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22.12.2025
60 Minuten
Sydney Sweeney räkelt sich für eine Jeans-Werbung, der Spruch dazu
ist doppeldeutig: "Sydney Sweeney has great jeans." Hat die weiße,
normschöne Schauspielerin tolle Jeans? Oder – auf Englisch klingt
die Aussprache zum Verwechseln ähnlich – tolle Gene? Die
Werbekampagne schien ein weiterer Beleg dafür, dass sich in der
Welt der Zeichen, der Kultur, der Symbole etwas verschoben hatte.
Glaubt man der gängigen Erzählung, war linksliberales Gedankengut
viele Jahre lang hegemonial, jedenfalls dort, wo es im weitesten
Sinne um "Kultur" ging, um den Überbau der Gesellschaft. Von den
Universitäten bis zu den Pressestellen der DAX-Unternehmen, von der
Popmusik bis zu den Öffentlich-Rechtlichen, überall gab man sich
mehr oder weniger woke. Und dann? Kam der "vibe shift" – der
Begriff steht für den kulturellen Wandel, der sich spätestens mit
Trumps Wiederwahl vollzogen hat. Die Rechten sind nicht nur zurück
an der Macht, sie haben jetzt auch die kulturelle Deutungshoheit.
In der neuen Folge von "Die sogenannte Gegenwart" sprechen Ijoma
Mangold und Lars Weisbrod über den schillernden Begriff "vibe
shift" und die Wirklichkeit dahinter: Was macht dieser neue Begriff
sichtbar, was bisher unsichtbar war? Was verschleiert er? Wer hat
die kulturelle Macht – und wie mächtig ist Kultur überhaupt noch?
Die Episode ist am 12. Dezember in Berlin live beim Frohes Festival
aufgezeichnet worden. Mit ihr verabschiedet sich “Die sogenannte
Gegenwart” in die Winterpause. Am 12. Januar ist der Podcast
zurück. Weitere Infos zur Folge finden Sie hier. Ab dem 15.1.2025
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Über diesen Podcast
Was kommt nach dem Zeitalter der Wokeness? Leben wir schon in der
posttherapeutischen Gesellschaft? Warum spielen Erwachsene heute so
gern mit Lego? Und was verrät die Serie “White Lotus” über den
Niedergang des Westens? Vom neuen Katholizismus bis zur KI, von
Dark Academia bis zum Samba-Schuh von Adidas: Im Feuilleton-Podcast
sprechen wir über die großen und die kleinen Phänomene, die unsere
Zeit ausmachen – die ZEIT-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold und
Lars Weisbrod begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die
Gegenwart. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists. Mehr
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