Die freundlichste Droge der Gegenwart

Die freundlichste Droge der Gegenwart

Im Feuilletonpodcast streiten Nina Pauer, Ijoma Mangold und Lars Weisbrod über KI-Bots: Sind sie echte Lebenshilfe oder lullen sie uns ein?
1 Stunde 21 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche
Was passiert, wenn KI nicht mehr nur Texte zusammenfasst, sondern
als psychologischer Lebensbegleiter auftaucht – als
Gesprächspartner, Beruhigungsmaschine, Spiegel, Ersatzfreund,
Minitherapeut to go? Nina Pauer gesteht, warum sie lieber "Hallo"
in ein Chatfenster tippt, als noch einmal vier Minuten in
Instagram-Clips zu versinken – und wie sich das sauberer, ruhiger,
sogar selbstermächtigender anfühlen kann. Ijoma Mangold schwärmt
von Claude wie von einem klugen Buch, das zurückspricht: elegant,
klar, literaturfähig. Und Lars Weisbrod? Er ist der Spalter – mit
einer fast pathologischen Abneigung gegen die höfliche
Willfährigkeit der Maschine. Wer sich von Social Media schon einmal
"zerstört" fühlte, fragt nicht neugierig nach dem nächsten
Silicon-Valley-Geschenk. Ist das, was wir da führen, überhaupt ein
Gespräch? Oder eher eine Simulation von Reziprozität – ein
Programm, das per Design nicht widersprechen darf, weil es
gefallen, binden, monetarisieren soll? Ist KI die ultimative
Schmeichelmaschine, die uns so präzise spiegelt, dass es schon
peinlich wird ("Bin ich wirklich so leicht zu haben?") – oder
erfüllt sie, wie Bücher es immer getan haben, eine alte
Kulturtechnik der Selbsterkenntnis, nur eben turbo-beschleunigt?
Ijoma Mangold wirft die provokante These in den Raum: Bücher als
Small Language Models – und KI als Weltbibliothek, die deine
Suchbewegungen abkürzt. Lars Weisbrod hält dagegen: Genau der
Widerstand, das Unbequeme, das "Nein" mache Kunst und Denken aus.
Und Nina entdeckt in der KI etwas, das gleichzeitig tröstet und
verstört: eine entgrenzte Mütterlichkeit, Hypervalidierung fürs
überreizte Nervensystem, Beruhigung statt Vertiefung –
"posttherapeutisch" eben. Wenn die Maschine immer verfügbar ist,
was bleibt dann knapp – und damit kostbar? Körper, Wald, Knien zum
Gebet in der Kirchenbank? In dieser Folge der Sogenannten Gegenwart
wird gestritten, gespiegelt, getröstet und widersprochen. Genau
das, was die KI (noch) nicht kann. Was sie hingegen schon sehr gut
kann: den Inhalt einer Podcastfolge zusammenfassen – weshalb wir
für diesen Text auf ihre Dienste zurückgegriffen haben. Sie
erreichen das Team unter gegenwart@zeit.de. Ab dem 15.1.2025 sind
Teile des Archivs von "Die sogenannte Gegenwart?" nur noch exklusiv
mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf
www.zeit.de/die-sogenannte-gegenwart, auf Apple Podcasts und auf
Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie
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