Podcaster
Episoden
15.02.2026
56 Minuten
Es ist eine kleine Sensation: Plötzlich berichten Medien weltweit
über einen kleinen Teil von Goethes naturwissenschaftlicher
Sammlung. Thomas hat mit einem Team der Uni Jena und des
Phyletischen Museums eine vierzig Millionen Jahre alte Ameise in
einem der Bernsteine Goethes entdeckt. Ist es eine neue Art? Das
Team macht Röntgen-Aufnahmen in unglaublicher Feinheit. Thomas
Kollege Bernd Bock, Präparator am Phyletischen Museum Jena,
erzählt als Gast in der aktuellen Folge, wie die Ameise am DESY
in Hamburg mit Synchrotron-Strahlung gescannt wird, und die
Forscher*innen sogar ein 3D-Modell der Ameise erstellen. Die
Pläne dazu kann sich jeder und jede herunterladen und selbst mit
einem 3D-Drucker ausdrucken. Thomas erklärt Interessantes zu
Goethes Bernsteinsammlung, und dass sie größer ist als lange
bekannt war. Marcus ist natürlich hellauf begeistert von der
Entdeckung, aber auch dem Aufwand, den Forschung betreibt, um
auch nur kleinste Puzzlestücke für das Wissen der Welt zu
entdecken. Jetzt sucht das Team Spezialisten, die sich mit
Kriebel- und Trauermücken auskennen, denn diese finden sich auch
im Bernstein, aber für eine genauere Analyse, fehlen den Jenaern
die genauen Kenntnisse. Die Folge erscheint etwas später als
gedacht, weil die Drei ungewöhnlich viele Hürden zu nehmen
hatten, bis die Aufnahme im Kasten war.
Links:
Fachartikel in Scientific Reports, Boudinot et al. (2026)
Discovery of Goethe’s amber ant: its phylogenetic and
evolutionary implications
Pressemitteilung der Uni Jena, Sehr gut erhaltene Ameise in
Goethes Bernstein
Pressemitteilung des DESY, Die Bernstein-Beamline und die
Goethe-Ameise
3D-Modelle der Ameise, der Kriebelmücke und der Trauermücke
Heinrich Goeppert
Christian Gottlob von Voigt
Bernstein
Synchrotronstrahlung
Drüsenameise
Ctenobethylus goepperti (engl.)
Phyletisches Museum Jena, Ausstellung Electro Mundi –
Bernsteinwelten (noch bis 28.2.2026)
Mit Musik von Gas Lab, Slowdrip, Ted Taforo, KapKapMoode, Edward
Cross, Akolo via Audiio.
Idee, Technik und Produktion: Marcus Anhäuser
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Bernhard Bock
Kontakteintrag auf der Mitarbeiterseite des Institut für Zoologie
und Evolutionsforschung
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Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.
Marcus bei Riffreporter.
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11.01.2026
1 Stunde 17 Minuten
Besuch in Weimar! In Episode 19 besucht Marcus Thomas im
Goethe-Haus am Frauenplan 1 in Weimar. Thomas führt uns exklusiv
durch Goethes naturwissenschaftliches Kabinett - ein
faszinierender Raum voller Überraschungen: rund fünftausend
Objekte zwischen Kuriositäten und Versuchsresten. Thomas stellt
zunächst die Schränke mit Objekten aus dem organischen Reich vor,
darunter Menschenschädel, phrenologische Modelle, Vogelskelette,
Muscheln, Algen und ein prachtvolles Herbarium. Es folgt die
anorganisch-technische Hälfte mit Elektrisiermaschinen,
Glaskolben und Apparaturen zur Farbenlehre. Höhepunkte sind
etwa eine phrenologische „Kopfkarte“, ein Fingerabdruck in
Goethes Mikroskop, Georg Forsters Rindenstücke aus Tahiti,
Goethes handschriftliche Notiz zur Pflanzenmetamorphose, eine
Kux-Aktie mit Goethes Unterschrift, aber es gibt auch ein
3D-Modell der prähistorischen Ameise Ctenobethylus goepperti, die
in Bernstein eingeschlossen in Goethes Sammlung entdeckt wurde.
Ein original Gemälde von Ernst Haeckels Sohn Walter illustriert
Goethes Theorie farbiger Schatten. Es gibt sogar Fensterschmuck,
mit dem sich Goethe und seine Konsorten über Newton lustig
machten.
Links (mainly Wikipedia):
August von Goethe
Georg Forster
Fritz von Stein, "Das Erziehungsprojekt “Fritz von Stein”"
von Yvonne Pietsch
Walter Haeckel, Sohn von Ernst Haeckel
Christian Gottlob von Voigt
Timo Mappes
Christiane Nüsslein-Volhard
Kux
Lesetipp: "Die Sammlung als Ort der Erziehung" (PDF) von Valérie
Kobi, Beitrag zum Anteil von Goethes Sohn August an der
naturwissenschaftlichen Sammlung
Mit Musik von Tambala, Mad Keys, Joshua Naranjo, Arms and
Sleepers, No Mindless Scroll, Faux Tales, The Departures, Primo
Levi via Audiio.
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30.11.2025
1 Stunde 5 Minuten
In Podcast-Episode 18 dreht sich alles um Goethes Interesse
an Wolken. Thomas und Marcus beleuchten, wie Goethe sich nicht
nur als Dichter und Forscher mit meteorologischen Phänomenen
beschäftigte. Ausgehend von Goethes Wolkentagebüchern und seiner
Faszination für das Flüchtige und schwer Fassbare der Wolken,
nähern sie sich der Begeisterung Goethes für diese so wandelbaren
Objekte, die das Gegenteil von Steinen und Mineralien sind, die
Goethe ja intensiv gesammelt hat. Besonderen Einfluss auf Goethe
hatte der englische Apotheker Luke Howard, der 1803 eine
Systematik der Wolkenformen entwickelte und dessen deutsche
Übersetzung Goethe viele Jahre später auf einen Hinweis des
Herzogs Carl August studierte. Goethe war von Howards Ansatz so
begeistert, dass er ihm eine Gedicht-Trilogie widmete, einen
Briefwechsel initiierte und sogar eine wichtige Wolkenkategorie
beisteuerte. Marcus und Thomas lesen aus Goethes "Howards
Ehrengedächtnis" und Thomas macht klar, dass es eben nicht nur
ein Gedicht war, das Goethe für Howard verfasst hatte, sondern
eine Trilogie. Dann erläutert er, wie Goethe Howards System in
sein eigenes Denken über Metamorphose und Naturkreisläufe
integrierte und wie die Benennung und Ordnung der Wolken für
Goethe ein Weg war, Natur zu verstehen, ohne ihre Schönheit zu
zerstören.
Links (mainly Wikipedia):
Luke Howard
deutsche Übersetzung (1815) von Gilbert: Versuch einer
Naturgeschichte und Physik der Wolken von Lukas Howard
Klassifikation der Wolken
Carl August (Sachsen-Weimar-Eisenach)
Johann Christian Hüttner (engl. Wikipedia)
Gedichttrilogie: Atmosphäre, Howards Ehrengedächtnis, Wohl zu
merken!
Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus mit einem
Abschnitt zur Leiter
Cyanometer
Goethes Wetterglas ("Barometer") als PDF
Fulgurit (Blitzröhre)
Wilhelm Wesselhöft
Ferdinand de Saussure
Versuch einer Witterungslehre
Lesetipp: Goethe und die Wolken von Franz Ossing
Mit Musik von Arms and Sleepers, Sé Bastian, Raphael Novarina via
Audiio.
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Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.
Marcus bei Riffreporter.
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06.10.2025
1 Stunde 12 Minuten
In der 17. Folge des Goethe-Podcasts Natur und Geist begrüßen
Marcus und Thomas erstmals einen Gast: Florian Freistetter,
Astronom, Autor und Podcaster, bekannt für seinen erfolgreichen
Wissenschafts-Podcast Sternengeschichten. Freistetter, der selbst
in Jena lebte, bringt frische Perspektiven auf Goethes Verbindung
zur Stadt und zur Wissenschaft.
Die Drei widmen sich zunächst Goethes „Hexen-Einmaleins“, das
Marcus vorliest. Florian erläutert, wie Goethe darin
mathematische und mystische Elemente verbindet – ein weiteres
Beispiel für Goethes vielseitiges Interesse an Naturwissenschaft
und Dichtung.
Sie besprechen die Gründung der Sternwarte in Jena, die Goethe
veranlasst hatte und verfolgen ihre weitere Entwicklung. Thomas
verweist auf das Kometenjahr 1811 und den Kometenwein, der
besonders gut war.
Abgerundet wird die Folge mit persönlichen Anekdoten, etwa über
Goethes Beziehung zu Jena und die Bedeutung des Herzogs Karl
August von Sachsen-Weimar-Eisenach, der persönlich sehr an der
Naturwissenschaft interessiert war und sie deshalb
förderte.
Schließlich erfahren wir, das Florian so viele Meteoriten hat wie
Goethe, und einer davon ganz besonders persönlich ist.
Links (mainly Wikipedia):
Hexeneinmaleins
Athanasius Kircher
Christopher Marlowe
Christoph Martin Wieland
Friedrich Wilhelm Bessel
Christiaan Huygens
Volkssternwarte Urania Jena
Schillers Gartenhaus
Erhard Weigel
Ernst Abbe
Carl Zeiß
Ceres
Titius-Bode-Reihe
L’Aigle (Meteorit)
Ensisheim (Meteorit)
Georg Glaeser
Florians Kolumnentext über das Hexeneinmaleins: Goethes magische
Zahl
Florians Blogtext über Goethe und der Mond: Johann Wolfgang von
Goethe und der Mond
Florians Buchtipp: Andrea Wulf: Fabelhafte Rebellen
Thomas' Buchtipp: Gerhard Müller: Vom Regieren zum Gestalten:
Goethe und die Universität Jena
Mit Musik von Vian Izak, Jacob Montague, Redmond, Alex Velte,
Kiabits, Diet Lemon, Toonorth via Audiio
Idee, Technik und Produktion: Marcus Anhäuser
Florian auf
Instagram: https://www.instagram.com/astrodicticum
Freistetters Formelwelt:
https://www.spektrum.de/kolumne/freistetters-formelwelt
Homepage: https://www.florian-freistetter.at
Podcast Sternengeschichten:
https://sternengeschichten.podigee.io/
Podcast Das Universum: https://dasuniversum.podigee.io/
Podcast Das Klima: https://dasklima.podigee.io/
Bei Hanser:
https://www.hanser-literaturverlage.de/personen/florian-freistetter
Blog: https://astrodicticum-simplex.at/ alt hier:
https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex
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11.08.2025
51 Minuten
In Folge 16 stellt Thomas drei außergewöhnlichen Objekte aus
Goethes Besitz vor – allesamt Kuriositäten, deren ursprünglicher
Zweck teils rätselhaft bleibt.
Das erste Objekt ist ein unscheinbares, aber 212 Jahre altes
Stück Brot aus dem Jahr 1813, das Goethe einst erhielt. Es stammt
aus der russischen Stadt Kasan und wurde von einer Kosakenmutter
an ihren im Krieg gegen Napoleon kämpfenden Sohn geschickt. Über
mehrere Umwege – inklusive eines Festmahls in Thüringen – landete
ein Rest davon bei Goethe, der es als besondere Seltenheit
aufbewahrte.
Das zweite Objekt ist deutlich makaberer: eine mumifizierte
Kinderhand aus dem Bremer „Bleikeller“. Sie wurde Goethe 1804 von
einem Arzt zugesandt, zusammen mit einem menschlichen Finger. Der
ursprüngliche Kontext ist unklar, ein wissenschaftlicher Zweck
nicht erkennbar – dennoch blieb die Hand, wie viele andere
Stücke, in der Sammlung erhalten.
Zum Schluss geht es um einen schlichten Essteller, gefüllt mit
grauer, staubfeiner Erde, der seit Goethes Tod 1832 unberührt in
seinem Arbeitszimmer steht. Wissenschaftliche Analysen konnten
weder vulkanischen Ursprung noch andere Besonderheiten
nachweisen. Schmuck vermutet, dass es sich schlicht um Erde von
Frühblühern handelt, die Gärtner kurz vor Goethes Tod ins Haus
brachten – doch das Rätsel bleibt offen.
Die Folge beleuchtet nicht nur die Geschichten hinter diesen
Objekten, sondern wirft auch Fragen auf, warum Goethe oder seine
Umgebung solch skurrile Dinge aufbewahrten – und wie sie bis
heute erhalten bleiben konnten.
Hinweis: Beim zweiten Objekt geht es um ein
"Human Remain", also etwas von einem menschlichen Körper. Wer
sich das nicht anhören will, weil es ihn zu sehr belastet, der
kann über die Kapitelfunktion einfach weiter skippen.
Links (mainly Wikipedia):
Johann Casper Goethe
August von Goethe
Wilhelm von Humboldt
Justus Christian Loder
Nikolaus Meyer
Bleikeller im Bremer Dom
Natürliche Mumifizierung
Mit Musik von Natasha Gosh, Fjodor, Diego Martinez, Piscines,
Ferraz via Audiio
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Über diesen Podcast
Goethe ist weltberühmt. Doch die meisten von Euch denken bei dem
Namen wahrscheinlich nur an den Dichterfürsten, dessen Faust oder
Werther ihr in der Schule gelesen oder dessen Gedichte ihr
auswendig gelernt habt. In diesem Podcast lernt Ihr Johann Wolfgang
von Goethe von einer ganz anderen Seite kennen. Marcus
Anhäuser, Wissenschaftsjournalist, und Thomas Schmuck,
Wissenschaftshistoriker, stellen Euch den Naturforscher Goethe vor.
Der sammelte Steine und Fossilien und versuchte die Gesetze der
Natur zu ergründen. Er stellte sogar eine eigene Theorie der Farben
und des Lichts auf, mit der er Newton widerlegen wollte. Lauscht
den Gesprächen über Goethe den Naturforscher, sein Leben und seine
Zeit, als die Naturwissenschaften entstanden, wie wir sie heute
kennen. Marcus Anhäuser ist freier Wissenschaftsjournalist und lebt
in Dresden. Thomas Schmuck arbeitet als Wissenschaftshistoriker bei
der Klassik Stiftung in Weimar und ist verantwortlich für die
naturwissenschaftliche Sammlung Goethes. Idee und Produktion:
Marcus Anhäuser, Dresden Cover: Marcus Anhäuser
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Nefza, Tunesien
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