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  3. Goethe | Der Podcast Podcast
  4. Goethe und der Mann, der das Ultraviolett entdeckte
In dieser Folge erklärt uns Thomas, was Goethe mit der Entdeckung
des Ultraviolett zu tun hat:  Am 22. Februar 1801 entdeckte
der Pharmazeut Johann Wilhelm Ritter in Jena das ultraviolette
Licht - eine unsichtbare Strahlung jenseits des violetten
Spektralbereichs. Ritter, ein experimentierfreudiger Forscher,
der sich mit Galvanismus, Elektrizität und Optik beschäftigte,
nutzte lichtempfindliche Silbersalze (wie Silberchlorid), um die
Existenz dieser Strahlung nachzuweisen. Er platzierte diese
Substanzen hinter einem Prisma, wo das Sonnenlicht in seine
Spektralfarben zerlegt wurde. Während das sichtbare Licht nur
eine schwache Schwärzung der Silbersalze verursachte, reagierte
der unsichtbare Bereich jenseits des Violetts intensiv - ein
Beweis für die Existenz des Ultravioletts. Für Marcus ist Ritter
ein weiteres typisches Beispiel für die Wissenschaftler in dieser
Zeit als die Geheimnisse der Welt noch ohne große Gerätschaften
zu entdecken waren.

Ritters Entdeckung war eng mit der vorherigen Entdeckung des
Infrarotsdurch William Herschel (1800) verbunden. Herschel hatte
nachgewiesen, dass das Sonnenspektrum über das rote Licht hinaus
eine unsichtbare, wärmende Strahlung enthält. Ritter folgerte aus
dem Prinzip der Polarität - einem zentralen Konzept der
romantischen Naturphilosophie, das Goethe prägte - dass es auf
der anderen Seite des Spektrums ebenfalls unsichtbare Strahlung
geben müsse. Seine Experimente bestätigten dies.

Goethe und Ritter kannten sich persönlich und standen im
Austausch. Ritter besuchte Goethe bereits einen Tag nach seiner
Entdeckung in Weimar, um ihm womöglich das Experiment
vorzuführen. Goethe, der sich intensiv mit Farbenlehre und Optik
beschäftigte, reagierte auf den Besuch mit einem langen Brief an
Ritter, in dem er weitere Experimente vorschlug. Obwohl Goethe
das Ultraviolett nicht direkt in seinen Werken thematisierte,
beeinflusste die Entdeckung seine naturphilosophischen
Überlegungen.

Ritters Arbeit war jedoch nicht unumstritten. Seine exzessiven
Selbstexperimente mit Elektrizität und seine Nähe zur
Naturphilosophie der Romantik - etwa seine Beschäftigung mit
Wünschelruten - führten zu wissenschaftlicher Isolation. Zudem
zwangen ihn finanzielle Probleme und Gläubiger zur Flucht aus
Jena. Später zog er nach München, wo er weiterhin
experimentierte, aber zunehmend als unseriös galt.

Trotz seines frühen Todes mit nur 33 Jahren hinterließ Ritter ein
umfangreiches Werk. Seine Entdeckung des Ultravioletts markiert
einen Meilenstein in der Geschichte der Optik und Fotografie, da
sie die Grundlage für das Verständnis des elektromagnetischen
Spektrums legte.

Links (mainly Wikipedia)

Johann Wilhelm Ritter

Ultraviolettstrahlung

Wilhelm Herschel

Infrarotstrahlung

Thomas Johann Seebeck

Chronologie der Fotografie

Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra

Leseempfehlung: Olaf L. Müller: Ultraviolett,
Schriften der Goethe-Gesellschaft, Bd. 80, Wallstein Verlag,
2021

Leseempfehlung: Thomas Schmuck: Anschauung der
Erde. Goethes geowissenschaftliches Arbeiten und Sammeln. Verlag
Sandstein Kultur, 2026

Mit Musik von Nicholas Cangiano, Laure Chan, Davide Sammarchi,
Aguava via Audiio.

Idee, Technik und Produktion: Marcus Anhäuser

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Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.

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