Veränderungsstabil

Veränderungsstabil

Was Menschen und Organisationen können müssen, um in einer wilden Welt erfolgreich und radikal gelassen zu sein.
0
Was Menschen und Organisationen können müssen, um in einer wilden Welt erfolgreich und radikal gelassen zu sein.
0

Episoden

Ep. 134: Die faulen Deutschen? (Talk mit Guido Zander)
29.06.2026
54 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Guido Zander über eine Debatte, die regelmäßig durch Politik, Medien und soziale Netzwerke gejagt wird:


Sind die Deutschen wirklich zu faul geworden?


Je tiefer wir in das Thema einsteigen, desto klarer wird: Viele der vermeintlich einfachen Antworten halten einer genaueren Betrachtung nicht stand.


Wir sprechen über Teilzeit, Krankenstände, Fachkräftemangel und die immer wiederkehrende Forderung, die Menschen müssten einfach mehr arbeiten. Guido hat sich diese Thesen in seinem Buch Die faulen Deutschen? vorgenommen und sie anhand von Studien, Statistiken und praktischen Erfahrungen überprüft.


Dabei zeigt sich ein Muster, das mir immer wieder begegnet:


Wenn Probleme komplex werden, suchen wir nach einfachen Schuldigen.


Dann sind plötzlich die Mitarbeitenden zu bequem, die Gen Z zu anspruchsvoll oder die Teilzeitquote schuld an allem. Die eigentlichen Ursachen geraten dabei oft aus dem Blick.


Wir sprechen darüber, warum Produktivität nicht durch mehr Arbeitsstunden entsteht. Warum viele Unternehmen noch mit Denkmodellen arbeiten, die aus einer völlig anderen Zeit stammen. Und weshalb Flexibilität heute häufig wichtiger ist als reine Anwesenheit.


Besonders spannend fand ich den Gedanken, dass die Leistungsfähigkeit von Organisationen viel stärker von den Rahmenbedingungen abhängt als von der angeblichen Arbeitsmoral einzelner Menschen.


Denn wenn Unternehmen Krankenquoten zwischen fünf und zwanzig Prozent haben können, dann liegt die Erklärung vermutlich nicht bei den Mitarbeitenden. Sondern bei Führung, Kultur, Arbeitsbedingungen und der Art, wie Arbeit organisiert wird.


Für mich ist diese Folge deshalb weit mehr als eine Diskussion über Arbeitszeit.


Es ist eine Folge über Populismus in Organisationen. Über die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Und über die Frage, warum wir so oft lieber nach Schuldigen suchen, statt die eigentlichen Ursachen zu bearbeiten.


Am Ende bleibt für mich eine einfache Erkenntnis:


Wenn die Lösung verdächtig einfach klingt, lohnt es sich meistens, noch einmal genauer hinzuschauen.


Viel spaß beim hören.


---------------------------------------------------------


So erreicht Ihr Guido Zander:


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/guido-zander/


Homepage: https://www.ssz-beratung.de/


Buch: https://www.ssz-beratung.de/buecher/


---------------------------------------------------------


Und so erreicht Ihr mich:


Homepage: https://www.odonovan.de/


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/


Bücher: https://shop.haufe.de/
Mehr
Säulen #10: Chris Argyris: Warum Organisationen immer wieder dieselben Fehler machen
22.06.2026
28 Minuten
In dieser Folge von Veränderungsstabil geht es um einen Denker, dessen Arbeit unser Verständnis von Lernen in Organisationen grundlegend verändert hat: Chris Argyris.


Wir reden ständig darüber, dass Unternehmen lernen müssen. Nach Projekten gibt es Retrospektiven. Nach Fehlern Lessons Learned. Nach Krisen werden Prozesse angepasst. Und trotzdem passieren oft dieselben Probleme immer wieder.


Warum?


Argyris zeigt, dass die Ursache häufig nicht mangelndes Wissen ist. Das eigentliche Problem sind die Routinen und Annahmen, die niemand hinterfragt. Wir korrigieren Fehler innerhalb des bestehenden Systems, ohne die Regeln zu überprüfen, die diese Fehler überhaupt erst erzeugen.


Ich nehme dich mit in die Welt von Single-Loop- und Double-Loop-Learning und erkläre, warum echte Lernfähigkeit weit mehr ist als bessere Prozesse oder zusätzliche Trainings. Es geht um die Fähigkeit, die eigenen Denkmodelle, Überzeugungen und Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen.


Wir sprechen darüber:


Warum intelligente Organisationen oft besonders schlecht lernen Weshalb Abwehrmechanismen Veränderungen verhindern Was hinter den Begriffen „Espoused Theory“ und „Theory in Use“ steckt Warum psychologische Sicherheit für Lernen unverzichtbar ist Weshalb viele Retrospektiven folgenlos bleiben Und wie Führungskräfte echte Lernfähigkeit fördern können


Außerdem zeige ich, warum Veränderung fast immer mit einer unangenehmen Erkenntnis beginnt: der Einsicht, dass die bisherige Logik vielleicht selbst Teil des Problems ist.


Für mich ist Chris Argyris einer der wichtigsten Vordenker, wenn es darum geht zu verstehen, warum Organisationen an ihren eigenen Routinen festhalten und wie sie lernen können, diese zu durchbrechen.


Eine Folge für alle, die nicht nur Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen verstehen wollen.


Viel spaß beim hören.


---------------------------------------------------------


Und so erreicht Ihr mich:


Homepage: https://www.odonovan.de/


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/


Bücher: https://shop.haufe.de/
Mehr
Ep. 133: Stunden verkaufen war gestern (Talk mit Christoph Burchartz)
15.06.2026
1 Stunde 9 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Christoph Burchartz über eine Frage, die gerade viele Agenturen, Beratungen und Dienstleister beschäftigt:


Was passiert, wenn das Geschäftsmodell auf Stunden basiert, die plötzlich niemand mehr braucht?


Christoph hat seine Agentur durch eine der schwierigsten Phasen der Branche geführt. Nach dem Corona-Boom kamen Auftragsrückgänge, Budgetstopps und die Erkenntnis, dass das alte Modell nicht mehr funktioniert.


Stunden verkaufen. Menschen auslasten. Mehr Umsatz durch mehr Köpfe.


Für ihn war klar: So geht es nicht weiter.


Wir sprechen darüber, warum klassische Time-and-Material-Modelle an ihre Grenzen stoßen. Warum Zeiterfassung oft Misstrauen statt Wertschöpfung produziert. Und weshalb viele Unternehmen immer noch Aufwand mit Wert verwechseln.


Christoph erklärt, wie seine Agentur heute arbeitet. Weg von Stunden. Hin zu echtem Kundennutzen. Weg von Leistungsverkauf. Hin zu Wertschöpfung.


Dabei geht es nicht nur um neue Preismodelle. Es geht um eine andere Haltung.


Mehr Vertrauen. Mehr Verantwortung. Mehr echtes Interesse an den Problemen der Kunden.


Natürlich reden wir auch über KI. Über eine Technologie, die viele Geschäftsmodelle gerade fundamental verändert. Denn wenn Aufgaben, die früher Tage gedauert haben, heute in Minuten erledigt werden, stellt sich eine unbequeme Frage:


Wie sinnvoll ist es dann noch, Zeit zu verkaufen?


Für mich ist das Gespräch vor allem eine Geschichte über unternehmerischen Mut. Über die Bereitschaft, lieb gewonnene Gewissheiten loszulassen. Und über die Erkenntnis, dass Veränderung oft genau dann beginnt, wenn das alte System noch funktioniert, aber nicht mehr lange.


Viel spaß beim hören.


---------------------------------------------------------


So erreicht Ihr Christoph Burchartz:


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christophburchartz/


Homepage: https://www.pixolith.de/


---------------------------------------------------------


Und so erreicht Ihr mich:


Homepage: https://www.odonovan.de/


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/


Bücher: https://shop.haufe.de/
Mehr
Ep. 132: Müssen sich Mitarbeitende heute noch unterordnen?
08.06.2026
19 Minuten
In dieser Frag-Holgi-Folge geht es um eine Frage, die mir in letzter Zeit immer häufiger begegnet:


Warum wollen sich Bewerber und Mitarbeitende eigentlich nicht mehr unterordnen?


Die Klage kennt wahrscheinlich jede Führungskraft. Früher sei man dankbar gewesen, überhaupt einen Job zu bekommen. Heute werde schon beim ersten Gespräch über Homeoffice, Arbeitszeiten und Ausstattung verhandelt.


Aber geht es dabei wirklich um Generationen?


Ich glaube nicht.


Wir sprechen darüber, warum der vermeintliche Generationenkonflikt oft eine falsche Erklärung ist. Und warum hinter vielen dieser Diskussionen eigentlich etwas anderes steckt: die Erwartung von Unterordnung.


Denn lange Zeit war Arbeit geprägt von klaren Hierarchien, festen Rollen und Autorität. Wer neu war, hat sich angepasst. Wer unten stand, hat zugehört. Das war der gesellschaftliche Vertrag.


Nur funktioniert dieser Vertrag heute immer schlechter.


An seine Stelle tritt etwas anderes: Aushandlung.


Menschen formulieren Bedürfnisse. Unternehmen formulieren Anforderungen. Und dann wird gemeinsam geklärt, ob das zusammenpasst.


Das klingt simpel. Ist aber für viele Organisationen eine echte Umstellung.


Denn moderne Führung bedeutet nicht mehr, Unterordnung durchzusetzen. Sondern Erwartungen, Bedürfnisse und Grenzen transparent zu machen.


Für mich bleibt am Ende eine einfache Erkenntnis:


Das Problem ist nicht, dass Menschen sich nicht mehr unterordnen wollen.


Das Problem ist, dass wir oft noch mit einem Führungsverständnis arbeiten, das aus einer anderen Zeit stammt.


Viel spaß beim hören.


---------------------------------------------------------


Und so erreicht Ihr mich:


Homepage: https://www.odonovan.de/


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/


Bücher: Shop.Haufe
Mehr
Ep. 131: Veto statt Gehorsam (Talk mit Anna Maria Weber)
01.06.2026
1 Stunde 14 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Anna Maria Weber vom Veto-Institut über eine Frage, die viele Organisationen gerade beschäftigt:


Wie führt man Menschen, die nicht einfach nur funktionieren wollen?


Denn klassische Führung stößt immer öfter an Grenzen. Druck erzeugt Widerstand. Zu viel Harmonie macht Teams langsam. Und irgendwo dazwischen verlieren Organisationen ihre Handlungsfähigkeit.


Anna bringt mit dem Veto-Prinzip einen Ansatz mit, der erstmal ungewohnt klingt: Menschen brauchen ein echtes Vetorecht. Nicht als Einladung zur Verweigerung. Sondern als Grundlage für Verantwortung und echte Kooperation.


Ein zentraler Gedanke aus dem Gespräch ist für mich:


Menschen machen sowieso Veto. Die Frage ist nur, ob offen oder heimlich.


Dann eben durch Rückzug, innere Kündigung oder destruktive Konflikte.


Wir sprechen darüber, warum Widerstand oft wichtige Information ist. Warum viele angeblich partizipative Kulturen in Wahrheit nur Pseudo-Mitbestimmung sind. Und warum gerade jetzt wieder so viele Menschen nach autoritärer Führung rufen, weil sie einfacher wirkt.


Aber eben oft nur kurzfristig.


Für mich bleibt am Ende eine klare Erkenntnis:


Führung heißt nicht, Widerstand zu verhindern.


Sondern ihn so zu integrieren, dass Zusammenarbeit überhaupt möglich wird.


Viel spaß beim hören.


---------------------------------------------------------


So erreicht Ihr Anna Maria Weber:


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/anna-maria-weber-ba1984172/


Homepage: https://vetoinstitut.de/


---------------------------------------------------------


Und so erreicht Ihr mich:


Homepage: https://www.odonovan.de/


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/holgerheinze/


Buch: https://shop.haufe.de/prod/dramafreie-arbeitswelt
Mehr

Über diesen Podcast

"Veränderungsstabil" ist ein Podcast für Führungskräfte, Organisations- und Personalentwickler*innen sowie Unternehmer*innen, die in einer volatilen, unsicheren und komplexen Welt erfolgreich und gesund bleiben wollen. Holger bringt komplexe Zusammenhänge unterhaltsam und umsetzbar auf den Punkt. Ob mit Gästen oder in Soloepisoden, ich höre mir einfach gerne die endlosen Beispiele aus dem echten Leben an, die mir zeigen: Ich bin nicht allein, andere haben die selben Herausforderungen und es gibt Hoffnung - jenseits von Systemtheorie und naivem Trendgehopse." - Petra Mustermann Neue Folgen erscheinen wöchentlich auf Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify und Amazon. Weitere Infos unter: https://www.odonovan.de/veraenderungsstabil
15
15
Episode teilen
Ep. 131: Veto statt Gehorsam (Talk mit Anna Maria Weber)
Ep. 131: Veto statt Gehorsam (Talk mit Anna Maria Weber)

Close