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42 Minuten
27 Minuten
Muss eine Trennung eigentlich fair sein?

In dieser FragHolgi-Folge geht es um einen Denkfehler, den ich selbst gemacht habe und der mich ziemlich viel gekostet hat: Wir verwechseln bei Personalentscheidungen zwei unterschiedliche Fragen.

Warum leistet ein Mensch nicht? Und: Passt dieser Mensch in diese Rolle? Natürlich kann eine schlechte Leistung gute Gründe haben. Miserables Onboarding, unklare Aufgaben, schlechte Führung oder eine private Krise. Leistung entsteht immer auch aus den Bedingungen, unter denen jemand arbeitet.

Das Problem beginnt, wenn Führungskräfte aus diesen guten Gründen ableiten, dass sie eine notwendige Entscheidung immer weiter verschieben.

Ich erzähle in dieser Folge von einem Mitarbeiter, bei dem ich genau das fast zwei Jahre lang getan habe. Für jede fehlende Leistung gab es eine nachvollziehbare Erklärung. Also wartete ich. Und wartete. Bis wir uns schließlich doch trennten und er mir Monate später sagte, wir hätten es viel früher tun sollen. In einer anderen Organisation funktionierte er plötzlich hervorragend.

Genau darum geht es: Ein Mensch kann gut sein und trotzdem nicht in eine Organisation, ein Team oder eine Rolle passen.

Als Führungskraft muss ich deshalb Fairness und Passung getrennt betrachten. Ich kann anerkennen, dass jemand nie eine faire Chance hatte und trotzdem zu dem Schluss kommen, dass eine Trennung notwendig ist.

Denn Rücksicht ist nicht automatisch Menschlichkeit. Rücksicht, die zwei Jahre dauert, kann einem Menschen zwei Jahre Lebenszeit kosten.

Viel spaß beim hören.

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Und so erreicht Ihr mich:

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Bücher: https://www.odonovan.de/der-customer-code
1 Stunde 2 Minuten
KI einführen, weil man jetzt eben KI einführen muss? Keine besonders gute Idee.

In dieser Folge spreche ich mit Thomas Hutter, Gründer von AIghty20 Elevate und ehemaligem Social-Media- und Paid-Advertising-Experten, darüber, wie Unternehmen KI einsetzen können, ohne dem nächsten Hype hinterherzulaufen. Thomas hat einen angenehm nüchternen Ansatz: KI ist ein Werkzeug - kein Selbstzweck.

Wir sprechen darüber, warum ein ChatGPT-Abo noch keine KI-Transformation ist, weshalb viele Unternehmen längst eine inoffizielle „Schatten-KI“ haben und warum Führung sich dringend damit beschäftigen sollte, bevor Mitarbeitende einfach selbst anfangen.

Vor allem geht es aber um die Frage: Was bringt das eigentlich?

Nicht jede Automatisierung lohnt sich. Nicht jedes Problem braucht KI. Und manchmal sind zehn gute E-Mail-Vorlagen schlicht besser als das nächste fancy KI-System. Statt blind Tools einzuführen, plädiert Thomas dafür, erst das Geschäftsmodell und die Organisation zu verstehen, sinnvolle Anwendungsfälle zu finden und dann ziemlich nüchtern auf Aufwand, Nutzen und ROI zu schauen.

Wir sprechen über KI-Strategie, FOMO, Schatten-KI, AI First und Human Last, darüber, was mit der gewonnenen Arbeitszeit eigentlich passieren soll und warum sich durch KI möglicherweise auch die Rolle von Geschäftsführung grundlegend verändert.

Eine Folge über KI ohne Messias-Geschichten und Weltuntergangsstimmung.

Oder wie Thomas es am Ende zusammenfasst:

Sei offen für Veränderungen, hinterfrage kritisch und probiere aus.

Viel spaß beim hören.

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So erreicht Ihr Thomas Hutter:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/thomashutter/

Homepage: https://www.aighty20.com/

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50 Minuten
Warum springen wir in Organisationen eigentlich so schnell zu Lösungen, obwohl wir häufig noch gar nicht verstanden haben, was das Problem ist?

In dieser Säulen-Episode beschäftige ich mich mit Karl E. Weick und einer seiner wichtigsten Ideen: Sensemaking. Menschen reagieren nicht einfach auf Fakten. Wir reagieren auf die Bedeutung, die wir ihnen geben – und genau daraus entstehen unsere Entscheidungen und Handlungen.

Ich spreche darüber, was ein tödlicher Waldbrand mit moderner Führung zu tun hat, warum Dailies und Retros eigentlich Räume für gemeinsames Verstehen sein sollten und weshalb Führung unter Unsicherheit nicht bedeutet, möglichst schnell eine Antwort rauszublöken.

Denn gerade in komplexen Situationen gilt:

Nicht Lösungen erzeugen Orientierung. Orientierung macht Lösungen überhaupt erst möglich.

Eine Folge über Sensemaking, Scheinsicherheit, Purpose-Bullshit und die vielleicht wichtigste Frage, bevor wir den nächsten Maßnahmenplan schreiben:

Was ist hier eigentlich los?

Viel spaß beim hören.

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Die Bücher von Karl E. Weick: https://www.amazon.de/stores/Karl-E.-Weick/author/B000AP9SVC

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51 Minuten
Sind wir Menschen in Organisationen eigentlich noch handelnde Wesen – oder nur noch Opfer des Systems?

In dieser Folge spreche ich mit Markus Väth, Organisationspsychologe, Organisationsberater und Begründer des Radikalen Arbeitens. Und wir steigen direkt mit einer kleinen Provokation ein: Müssen wir Luhmann in der praktischen Organisationsarbeit vielleicht endlich beerdigen?

Markus kritisiert eine Form der Systemtheorie, die den Menschen so weit aus der Organisation herausabstrahiert, dass am Ende schnell die Haltung entsteht: Das System ist eben so. Da kann man nichts machen. Dem stellt er ein Menschenbild entgegen, in dem wir handelnde, entscheidende und gestaltende Wesen bleiben.

Von dort landen wir bei der Frage, warum wir überhaupt radikaler arbeiten müssen. Denn Organisationen erleben heute enorme Unsicherheit – durch wirtschaftliche Dynamik, Technologie, KI, veränderte Strukturen und immer weniger planbare Karrieren. Und weil Organisationen diese Unsicherheit irgendwo hinpacken müssen, landet sie am Ende häufig auf den Schultern der Menschen, die in ihnen arbeiten.

Das zeigt sich dann sehr konkret: mehr Regeln und Dokumentation, noch ein Change-Projekt, noch mehr Menschen in Meetings und CC-Schleifen und jede Menge Bullshit-Sprache. Markus nennt das unter anderem Anpassungsbürokratie, Change-Bürokratie und Kooperationsinfarkt. Der Versuch, Unsicherheit zu kontrollieren, produziert damit teilweise genau die Arbeitswelt, unter der wir anschließend leiden.

Aber was machen wir jetzt damit?

Genau hier setzt das Radikale Arbeiten an. Und „radikal“ bedeutet dabei nicht extrem, sondern zurück zur Wurzel: Was brauchen wir wirklich, um unter diesen Bedingungen gut arbeiten zu können?

Markus bringt dafür fünf Prinzipien mit: Pragmatismus, Entfaltung, Autonomie, Respekt und Lernen. Nicht als nächste Managementreligion, die jetzt gefälligst alle übernehmen müssen, sondern als Einladung, Dinge auszuprobieren, die im eigenen Kontext tatsächlich funktionieren.

Wir sprechen über Grenzen und Autonomie, über vertrauensvolle Zusammenarbeit, über den psychologischen Arbeitsvertrag, über den fundamentalen Attributionsfehler und darüber, warum konstruktive Radikalität Menschen nicht zwingt, sondern einen Sog erzeugt.

Und am Ende landen wir wieder bei einem Gedanken, der für mich zentral für Veränderungsstabilität ist:

Du kannst etwas verändern.

Du bist nicht einfach das Objekt eines Systems, dem du hilflos ausgeliefert bist. Du kannst handeln, entscheiden und gestalten. Vielleicht kannst du nicht den ganzen Teich kontrollieren – aber du kannst ein Stein sein, der hineinfällt und Wellen erzeugt.

Und wenn genügend Menschen anfangen, solche Wellen zu erzeugen, verändert sich irgendwann auch das System.

Viel spaß beim hören.

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So erreicht Ihr Markus Väth:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/markusvaeth/

Homepage: https://markusvaeth.com/

Buch: https://amzn.eu/d/02LWmfip

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Über diesen Podcast

"Veränderungsstabil" ist ein Podcast für Führungskräfte, Organisations- und Personalentwickler*innen sowie Unternehmer*innen, die in einer volatilen, unsicheren und komplexen Welt erfolgreich und gesund bleiben wollen. Holger bringt komplexe Zusammenhänge unterhaltsam und umsetzbar auf den Punkt. Ob mit Gästen oder in Soloepisoden, ich höre mir einfach gerne die endlosen Beispiele aus dem echten Leben an, die mir zeigen: Ich bin nicht allein, andere haben die selben Herausforderungen und es gibt Hoffnung - jenseits von Systemtheorie und naivem Trendgehopse." - Petra Mustermann Neue Folgen erscheinen wöchentlich auf Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify und Amazon. Weitere Infos unter: https://www.odonovan.de/veraenderungsstabil
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„Veränderungsstabil“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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