bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter
beyond the obvious – featured by Handelsblatt
Podcaster
Episoden
04.03.2026
47 Minuten
Bundeswirtschaftsministerin Reiche plädiert für die Förderung von
Gas aus heimischen Lagerstätten. Eine klima- und geopolitisch
richtige Forderung, schließlich ist Flüssiggas ähnlich
umweltschädlich wie Kohle und die nationalen Vorkommen machen uns
unabhängiger von den Verwerfungen in der Welt.
Dass das sogenannte Fracking in Deutschland risikoarm betrieben
werden kann, hat Professor Dr. Hans-Joachim Kümpel, Geophysiker
und langjähriger Präsident der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe, in Episode 161 Zu viel Angst
vorm Fracking mit Daniel Stelter diskutiert. Doch nicht nur das,
Fracking kann auch einen signifikanten Beitrag zur
Energiesicherheit in Deutschland leisten. Angesichts der jüngsten
weltpolitischen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten, die
gravierende Auswirkungen auf wichtige Transportwege für Gas und
Öl haben, ist es höchste Zeit für ein bto REFRESH!
Hörerservice
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01.03.2026
1 Stunde 19 Minuten
Der Euro war von Beginn an kein optimaler Währungsraum: sehr
unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen, Produktivitätsniveaus,
Staatsfinanzen und Arbeitsmärkte wurden unter einer einheitlichen
Geldpolitik zusammengefasst. Das Ventil der Wechselkursanpassung
zum Ausgleich von wirtschaftlichen Divergenzen entfiel.
Die Hoffnung der Euro-Befürworter war damals, dass die gemeinsame
Währung den Druck erzeugen würde, den es braucht, um zu einer
wirtschaftlichen Konvergenz zu führen.
In einem 2018 erschienenen Papier rechnet der Internationale
Währungsfonds (IWF) vor, dass es statt der erhofften Konvergenz
zu einem massiven Auseinanderlaufen der wirtschaftlichen
Entwicklung gekommen ist. Wer jetzt glaubt, dass es seit 2018
besser geworden ist, wird durch eine aktuelle Studie des
Flossbach von Storch Research Institute eines Schlechteren
belehrt. Die Unterschiede bei Wachstum, Inflation, Schulden,
Leistungsbilanzen und Löhnen wachsen weiter. Auf den Punkt
gebracht: Ein Zins für 21 Länder funktioniert nicht, wenn
Wirtschaftsstrukturen und Politik so auseinanderdriften.
Daniel Stelter im Gespräch mit Gunther Schnabl, Professor für
Wirtschaftspolitik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an
der Universität Leipzig und Direktor des Flossbach von Storch
Research Institute. Schnabl ist neben Moritz Peifer einer der
Autoren der Studie Der Euro als optimaler Währungsraum? Eine
Bestandsaufnahme.
Hörerservice
Studie Economic Convergence in the Euro Area: Coming Together or
Drifting Apart? des IWF zur Divergenz der Eurozone:
https://is.gd/CpomkZ
Studie Der Euro als optimaler Währungsraum? Eine
Bestandsaufnahme: https://is.gd/Fs9Q33
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25.02.2026
53 Minuten
Russlands Angriffskrieg und das Zittern um die Verlässlichkeit
des Partners USA zwingen Europa, seine Verteidigung massiv
auszubauen. Schätzungen sprechen von rund 250 Milliarden Euro
zusätzlich pro Jahr für die EU. In Paris und Rom sieht man darin
den Hebel für die nächste Stufe der Schulden- und Transferunion.
Doch das ist nicht der einzige Weg und für Deutschland ganz
sicher nicht der beste. Wie es anders gehen kann, diskutierte
Daniel Stelter in Episode 284 mit Rob Murray, Senior Fellow beim
Atlantic Council und Assistant Professor of Practice an der Johns
Hopkins University. Das Konzept einer Defense, Security and
Resilience Bank, einer globalen Verteidigungsbank, die
Verteidigungsausgaben finanziert, ohne Deutschland in eine
Haftungsunion zu ziehen, erhält durch die jüngsten Debatten
erneut Aktualität. Zeit für ein bto REFRESH.
Hörerservice
Studie Defending Europe Without the US: First Estimates of What
is Needed: https://is.gd/ikTDpl
Studie Guns and Growth: The Economic Consequences of Defense
Buildups:
https://is.gd/c67ALi
Konzept Global Defense Bank:
https://is.gd/OUh0i9
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22.02.2026
1 Stunde 2 Minuten
Mit dem Ende des Kalten Krieges sanken die Verteidigungsausgaben
in den westlichen Staaten deutlich, in Europa bis 2015 im Schnitt
um rund 25 Prozent gegenüber 1990. Diese „Friedensdividende“
wurde jedoch nicht genutzt, um Staat und Abgabenlast zu
reduzieren, sondern um den Wohlfahrtsstaat auszubauen.
Angesichts der geopolitischen Zeitenwende liegt es auf der Hand,
dass wir diese Entwicklung umkehren müssen. Die Politik müsste
Sozialausgaben zugunsten von Verteidigung und Investitionen in
die wirtschaftliche Basis kürzen. Doch damit tut sie sich
offenkundig schwer. Stattdessen setzt man darauf, das staatliche
Budget auszuweiten, um beides zu haben: den Sozialstaat und die
höheren Verteidigungsausgaben. Das passt zur historischen
Erfahrung: Guns-and-Butter-Rüstung obendrauf, während der
Sozialstaat bleibt. Die Folge sind mehr Schulden und mehr Steuern
– und das dauerhaft.
Europa diskutiert über gemeinsame Schulden und neue „Safe
Assets“, um Aufrüstung, Transformation und geopolitische
Herausforderungen zu finanzieren. Doch wie sicher sind
Staatsanleihen wirklich, wenn Staaten unter Druck geraten? Die
aktuelle Forschung zeigt, dass ausgerechnet in Kriegen und in
Krisenzeiten Staatsanleihen historisch häufig massive
Realverluste für Gläubiger und Sparer gebracht haben.
Im Expertengespräch erklärt Dr. Christoph Trebesch, Professor für
Makroökonomie an der Universität Kiel und Direktor der Kiel
Initiative in Geopolitics and Economics am IfW Kiel, die
historischen Muster von Aufrüstung, die langfristigen
fiskalischen Folgen und die Frage, ob Europa sich eine
Guns-and-Butter-Politik überhaupt leisten kann.
Hörerservice
Analyse Are Government Bonds Safe in Times of War and Pandemic?:
https://is.gd/0qrHzV
Studie Guns and Butter: The Fiscal Consequences of Rearmament and
War: https://is.gd/NrTOgr
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18.02.2026
1 Stunde 14 Minuten
Der Ökonom Dr. Hanno Lustig, Professor für Finanzwesen an der
Stanford University in Kalifornien, brachte angesichts der
Eurobond-Diskussion das aktuelle europäische Finanzproblem mit
zwei Sätzen auf den Punkt: „Hey Mitbewohner, ich stoße an mein
Kreditkartenlimit. Sollen wir uns eine gemeinsame Kreditkarte
zulegen?” (a. d. Engl.)
Schon seit Jahren drängen die Eurozonen-Mitbewohner Frankreich
und Italien darauf, Zugriff auf die deutsche Kreditkarte zu
bekommen. Mit Erfolg, wie der „Wiederaufbaufonds“ und jüngst die
Ukrainehilfe unterstreichen. Mit dem Argument, man könne doch nur
mit gemeinsamen Schulden die EU „retten“ und die
Verteidigungsfähigkeit herstellen, läuft jetzt der
Generalangriff. Diese für Deutschland schädliche Position wird
mittlerweile sogar von der Bundesbank und der Deutschen Bank
unterstützt. Die Risiken einer Vergemeinschaftung der Haftung
werden dabei offenbar unterschätzt. Steigende Schuldenstände in
Frankreich und Italien, ungelöste Strukturprobleme im Euroraum
und fehlende politische Integration werfen die Frage auf, ob
gemeinsame Anleihen wirklich Stabilität schaffen – oder lediglich
nationale Reformverweigerung finanzieren.
Wie eine solide Finanzarchitektur des Euro aussehen könnte, hat
Dr. Jörg König, Ökonom bei der Stiftung Marktwirtschaft, in Folge
242 Falsche Medizin erklärt. König erläutert Reformvorschläge für
die europäischen Fiskalregeln, darunter mehr Marktdisziplin durch
sogenannte Accountability Bonds, besicherte Staatsanleihen und
eine geordnete Staateninsolvenz. Im Zentrum steht aber die
grundsätzliche Frage, wie fiskalische Eigenverantwortung im
Euroraum gestärkt werden kann – statt über gemeinsame Schulden
neue Haftungsrisiken zu schaffen. Angesichts der aktuellen
Eurobond-Debatte ist es Zeit für ein bto REFRESH.
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