Die gefährliche Eurobonds-Falle
Die Vergemeinschaftung von Schulden gilt als Wundermedizin der EU.
1 Stunde 14 Minuten
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vor 2 Wochen
Der Ökonom Dr. Hanno Lustig, Professor für Finanzwesen an der
Stanford University in Kalifornien, brachte angesichts der
Eurobond-Diskussion das aktuelle europäische Finanzproblem mit
zwei Sätzen auf den Punkt: „Hey Mitbewohner, ich stoße an mein
Kreditkartenlimit. Sollen wir uns eine gemeinsame Kreditkarte
zulegen?” (a. d. Engl.)
Schon seit Jahren drängen die Eurozonen-Mitbewohner Frankreich
und Italien darauf, Zugriff auf die deutsche Kreditkarte zu
bekommen. Mit Erfolg, wie der „Wiederaufbaufonds“ und jüngst die
Ukrainehilfe unterstreichen. Mit dem Argument, man könne doch nur
mit gemeinsamen Schulden die EU „retten“ und die
Verteidigungsfähigkeit herstellen, läuft jetzt der
Generalangriff. Diese für Deutschland schädliche Position wird
mittlerweile sogar von der Bundesbank und der Deutschen Bank
unterstützt. Die Risiken einer Vergemeinschaftung der Haftung
werden dabei offenbar unterschätzt. Steigende Schuldenstände in
Frankreich und Italien, ungelöste Strukturprobleme im Euroraum
und fehlende politische Integration werfen die Frage auf, ob
gemeinsame Anleihen wirklich Stabilität schaffen – oder lediglich
nationale Reformverweigerung finanzieren.
Wie eine solide Finanzarchitektur des Euro aussehen könnte, hat
Dr. Jörg König, Ökonom bei der Stiftung Marktwirtschaft, in Folge
242 Falsche Medizin erklärt. König erläutert Reformvorschläge für
die europäischen Fiskalregeln, darunter mehr Marktdisziplin durch
sogenannte Accountability Bonds, besicherte Staatsanleihen und
eine geordnete Staateninsolvenz. Im Zentrum steht aber die
grundsätzliche Frage, wie fiskalische Eigenverantwortung im
Euroraum gestärkt werden kann – statt über gemeinsame Schulden
neue Haftungsrisiken zu schaffen. Angesichts der aktuellen
Eurobond-Debatte ist es Zeit für ein bto REFRESH.
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