Divergierender Währungsraum
Eurobonds werden politisch als Schritt zur „Vollendung“ der
Währungsunion verkauft, ökonomisch vermeiden sie vor allem
schmerzhafte nationale Reformen.
1 Stunde 19 Minuten
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Beschreibung
vor 3 Tagen
Der Euro war von Beginn an kein optimaler Währungsraum: sehr
unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen, Produktivitätsniveaus,
Staatsfinanzen und Arbeitsmärkte wurden unter einer einheitlichen
Geldpolitik zusammengefasst. Das Ventil der Wechselkursanpassung
zum Ausgleich von wirtschaftlichen Divergenzen entfiel.
Die Hoffnung der Euro-Befürworter war damals, dass die gemeinsame
Währung den Druck erzeugen würde, den es braucht, um zu einer
wirtschaftlichen Konvergenz zu führen.
In einem 2018 erschienenen Papier rechnet der Internationale
Währungsfonds (IWF) vor, dass es statt der erhofften Konvergenz
zu einem massiven Auseinanderlaufen der wirtschaftlichen
Entwicklung gekommen ist. Wer jetzt glaubt, dass es seit 2018
besser geworden ist, wird durch eine aktuelle Studie des
Flossbach von Storch Research Institute eines Schlechteren
belehrt. Die Unterschiede bei Wachstum, Inflation, Schulden,
Leistungsbilanzen und Löhnen wachsen weiter. Auf den Punkt
gebracht: Ein Zins für 21 Länder funktioniert nicht, wenn
Wirtschaftsstrukturen und Politik so auseinanderdriften.
Daniel Stelter im Gespräch mit Gunther Schnabl, Professor für
Wirtschaftspolitik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an
der Universität Leipzig und Direktor des Flossbach von Storch
Research Institute. Schnabl ist neben Moritz Peifer einer der
Autoren der Studie Der Euro als optimaler Währungsraum? Eine
Bestandsaufnahme.
Hörerservice
Studie Economic Convergence in the Euro Area: Coming Together or
Drifting Apart? des IWF zur Divergenz der Eurozone:
https://is.gd/CpomkZ
Studie Der Euro als optimaler Währungsraum? Eine
Bestandsaufnahme: https://is.gd/Fs9Q33
beyond the obvious
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