Pionierinnen der deutschen Wirtschaft

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#24 Paula Modersohn-Becker – Wegbereiterin des Expressionismus
28.02.2026
1 Minute
Paula Modersohn-Becker war eine Malerin, die ihrer Zeit voraus war. Geboren 1876 in Dresden, lebte sie nur 31 Jahre – und hinterließ doch ein Werk, das die Kunstgeschichte nachhaltig veränderte. Zwischen Worpswede und Paris fand sie zu einer Bildsprache, die klar, reduziert und von großer innerer Kraft geprägt ist.


In einer Epoche, in der Frauen kaum eigenständig als Künstlerinnen auftreten konnten, ging sie unbeirrt ihren eigenen Weg. Sie stellte ihre Arbeit in den Mittelpunkt ihres Lebens, reiste allein nach Paris und vertraute ihrem künstlerischen Instinkt. Ihre Bilder zeigen Kinder, Frauen und Mütter nicht als idealisierte Figuren, sondern als stille, würdige Menschen. Ihre Formen sind vereinfacht, ihre Farben ruhig – und gerade darin liegt ihre besondere Kraft.


Besonders bewegend sind ihre Selbstporträts. Mit offenem Blick und großer Ehrlichkeit malte sie sich selbst – als Frau, als Künstlerin, als fühlendes Wesen. Ihr „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ gilt heute als eines der ersten Selbstbildnisse einer Frau, die sich selbst nackt und selbstbewusst darstellt. Es ist ein Bild von Mut, innerer Gewissheit und schöpferischer Kraft.


Paula Modersohn-Becker malte nicht nur – sie schrieb auch. In zahlreichen Briefen und Tagebuchblättern hielt sie ihre Gedanken, Zweifel und Hoffnungen fest. Diese Texte geben Einblick in ihr inneres Ringen, in ihren künstlerischen Anspruch und in ihr starkes Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Bild und Wort gehören bei ihr eng zusammen und machen ihr Werk bis heute lebendig.


Zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker rückt ihr Werk noch einmal besonders in den Blick. Wer sich auf sie einlässt, entdeckt nicht nur eine bedeutende Vertreterin der frühen Moderne, sondern eine Künstlerin von großer innerer Klarheit. Ihre Bilder und ihre Worte zeigen eine Frau, die ihrer Überzeugung treu blieb und unbeirrt ihren eigenen Weg ging. Gerade heute wirken diese Haltung und dieser Mut überraschend nah. Ihr Vermächtnis ist lebendig – in der Kraft ihrer Bilder und in der stillen Entschlossenheit, die aus ihnen spricht.
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#23 Die Arbeiterinnen der Porzellanmanufaktur Meissen – ein Beitrag über weibliche Erwerbstätigkeit in der DDR
20.01.2026
23 Minuten
Die Porzellanmanufaktur Meissen war in der DDR weit mehr als ein Traditionsbetrieb. Als Devisenbringer, Exportmarke und kulturelles Aushängeschild nahm sie eine Sonderstellung ein – wirtschaftlich privilegiert, gesellschaftlich hoch angesehen und zugleich eingebunden in die politischen und sozialen Strukturen des Systems. Was dabei oft im Hintergrund blieb, sind die Menschen, die dieses Porzellan hergestellt haben – und dabei vor allem die Frauen. Denn Meissen war, gerade in der DDR, in vielen Bereichen ein Betrieb mit überwiegend weiblicher Belegschaft. Ihre Arbeit, ihre Lebensrealitäten und ihre beruflichen Möglichkeiten zwischen Förderung, Erwartung und Anpassung stehen deshalb im Mittelpunkt dieser Folge. Interviewpartnerin der Podcastfolge ist Dr. Julia Weber, Direktorin der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und gleichzeitig Kuratorin der Sonderausstellung Die Blauen Schwerter – Meissen in der DDR.


Disclaimer: Bei Fragen zu den Quellen wenden Sie sich bitte an das Podcasteam. Shownotes: Ines Hommann: www.ineshommann.de Werde Pionier: www.patreon.com/Pioniergeistderdeutschenwirtschaft Unterstütze uns: www.paypal.de/pioniergeistddw produced by C90: www.c90-studio.de
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#22 Christine Hardt und das erste Büstenhalter-Patent Deutschlands
24.12.2025
17 Minuten
Die Dresdnerin Christine Hardt (Lebensdaten unbekannt) war im Lahmann-Sanatorium als Lehrerin für Heilgymnastik und Masseurin angestellt, betreute die Gäste des Sanatoriums, leitete Gymnastik- und Bewegungseinheiten und kümmerte sich um die körperliche Betreuung der Patientinnen und Patienten – eine Tätigkeit, bei der sie täglich den gesundheitlichen Folgen von zu enger Unterwäsche begegnete. 1899 hatte sie schließlich eine bahnbrechende Idee: Sie nahm zwei Taschentücher und ein Paar Männerhosenträger, um daraus einen Büstenhalter anzufertigen. Noch im selben Jahr, genau am 05. September 1899, meldete sie ihre Erfindung beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin zum Patent an. Ihr „Frauenleibchen als Brustträger“ gilt damit heute als erstes deutsches Patent, das einen Büstenhalter in moderner Form beschreibt – mit getrennten Körbchen, Trägern und einem verstellbaren System. Mit ihrer Erfindung trug Christine Hardt damit wesentlich zur Entwicklung bequemerer und gesünderer Kleidung für Frauen bei.


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#21 Anna Muthesius: Erfinderin des Eigenkleides und Pionierin der Reformmode
21.11.2025
34 Minuten
Anna Muthesius (1870–1961) war eine deutsche Sängerin, Autorin und Reformkleiddesignerin, die eine zentrale Rolle in der künstlerischen Reformbewegung um 1900 spielte: Sie setzte sich für die Befreiung der Frau von gesellschaftlichen und modischen Zwängen ein, insbesondere durch ihre Idee des „künstlerischen Kleides“. Mit ihrem Wirken trug sie maßgeblich zur Entwicklung einer selbstbewussten weiblichen Identität in Kunst und Gesellschaft bei. Gleichzeitig war Anna Muthesius für Dresden von besonderer Bedeutung: Sie war Teil der einflussreichen Kunst- und Reformbewegung, die die Stadt im vorigen Jahrhundert zu einem Zentrum moderner Gestaltung machte. Durch ihre Verbindung zur Dresdner Künstlergemeinschaft um den Deutschen Werkbund und zur Kunstgewerbeschule trug sie dazu bei, neue ästhetische und gesellschaftliche Ideen zu verbreiten. Ihr Engagement für das Reformkleid und die individuelle Ausdruckskraft der Frau passte ideal zur progressiven Atmosphäre Dresdens, das sich zu jener Zeit als Ort künstlerischer Erneuerung verstand.


 


Studiogast: Friederike Berger, FrauenStadtarchiv Dresden 


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#20 Die unbekannten Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau
27.10.2025
52 Minuten
In der aktuellen Podcastfolge geht es um ein Thema, um das sich viele Mythen ranken, und das gleichzeitig so unbekannt wie geheimnisvoll ist: dem Wirken der unbekannten Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau. Dazu haben wir uns aus dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Gäste eingeladen: Klara Nemeckova, Kerstin Stöver und Ute Thomas. Wir sprechen über die ehemalige Dresdner Sonderausstellung „„Gegen die Unsichtbarkeit – Designerinnen der deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938“, wie es zu der Ausstellung kam und was es mit der Unsichtbarkeit dieser Frauen auf sich hat. Während der Podcastfolge werden zudem drei Designerinnen näher vorgestellt. Die Folge wurde durch den Stadtbezirk Dresden-Klotzsche gefördert.


 


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Über diesen Podcast

Willkommen zum Podcast „Pionierinnen der deutschen Wirtschaft“. Irgendwann entstand in mir der Gedanke und der Wunsch, etwas über meine beiden Großmütter, über interessante Frauenpersönlichkeiten aus ihrer Zeit, deren Leistungen, und das Vermächtnis, das sie hinterlassen haben, und eben auch über Dresden zu machen. Mein Ziel ist es, bekannte und unbekannte Geschichten über Persönlichkeiten des vorigen Jahrhunderts zu erzählen. Geschichten, die auch die Innovations- und Wirtschaftskraft sowie den Erfinderreichtum der damaligen Zeit wieder lebendig werden lassen. Und durch die Geschichten, die auch vom Mut und dem Pioniergeist der Menschen von damals erzählen, kann man sich ja inspirieren und begeistern lassen, beispielsweise für neue Ideen und eigene Projekte. Viel Freude beim Hören.
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