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Episoden

25 Minuten
„Nur weil du die Jahre auf dem Tacho hast, heißt das nicht, dass das Lernen so riesig war." Neue Berater erst monatelang durch eine interne Schule schicken, bevor sie ins erste Projekt dürfen? Bei Kraus & Partner hat sich das nie durchgesetzt. Caroline Zielke hat stattdessen eine interne Academy aufgebaut – für eine Organisation, die ausdrücklich keine Klone will. Georg Kraus fragt nach, wie das zusammengeht. Denn genau hier liegt die Spannung: Wie baust du eine Lernumgebung, die auf die Stärken des Einzelnen eingeht und trotzdem dafür sorgt, dass alle eine gemeinsame Sprache sprechen? Klingt simpel, ist es aber nicht. Und dahinter wartet die unbequemere Frage: Wem gehört dein Lernen eigentlich – deinem Arbeitgeber oder dir? Caro macht ihre Position klar: „Ich kann nur einen Rahmen schaffen und die Plattform bieten und einen Anlass schaffen." Was jemand daraus mitnimmt, kann sie niemandem abnehmen. Ein zweiter Hebel wirkt fast beiläufig: Wer eine Session vorbereitet und vorne steht, lernt am meisten – „durchs Beibringen lernen wir ja selber". Beide sprechen außerdem offen über die Gefahr, in einem Projektloch zu verschwinden und nach zwei Jahren festzustellen: „ich habe eigentlich zwei Jahre das Gleiche gemacht". Bei Juniors sieht Georg Kraus dieses Risiko kaum. Kritisch wird es eine Stufe später, wenn ein erfolgreiches Vorgehen zur Endstation wird. Was nehmt ihr mit? Lernen braucht Zeit, Ort und Menschen, die Lust darauf haben. Es braucht Mentoring, wechselnde Kunden, echte Anlässe – und den Willen, sich selbst infrage zu stellen, obwohl gerade alles läuft. Neugier ist die Gier nach Neuem. Und die lässt sich nicht anordnen: „Gier nach Neuem kannst du nicht befehlen."
29 Minuten
„Der einzige Hebel, der noch einfällt, ist manchmal Führung." Diagnostik – das Wort klingt nach Klinik, nach Skalpell, nach Sezieren. Melissa Montagna widerspricht dem gar nicht. „Tatsächlich beschreibt es das ziemlich gut", sagt sie über genau diesen Vergleich. Als Psychologin mit empirischer Prägung zerlegt sie komplexe Wirklichkeit in Dimensionen, Verhaltensanker, Items. Stefan Bald hört zu – und hakt dann genau da nach, wo es unbequem wird. Denn was misst man eigentlich, wenn man Führung messen will? Die Person oder ihre Wirkung? Für Melissa ist die Antwort eindeutig, und sie hat Konsequenzen: „Ab dem Punkt, wo ich die Person diagnostiziere, treffe ich ein Urteil über eine Persönlichkeit." Nur: Mit einem Urteil kann niemand arbeiten. Mit beobachtetem Verhalten schon. Drei Punkte, die im Gespräch besonders hängen bleiben. Erstens: Ein 360-Grad-Feedback taugt nicht als Beförderungsinstrument – wird es dafür genutzt, klopft Melissa dagegen. Zweitens die Frage nach dem Wahrheitsgehalt, die Stefan hartnäckig stellt. Was, wenn „mein Mitarbeiter Hans ist gerade richtig genervt von mir"? Die Antwort liegt nicht in mehr Objektivität, sondern in mehr Perspektiven – und in der Reflexion danach. Drittens: Wiederkehrende Muster über viele Führungskräfte hinweg zeigen nicht Führungsschwäche, sondern Systemgrenzen. Was ihr mitnehmt: eine klare Vorstellung davon, wie so ein Verfahren handwerklich entsteht – vom Grundproblem über die eigene Definition guter Führung bis zum einzelnen Item. Und eine Warnung. Ein Fragebogen ohne Entwicklungsraum bleibt Papier. „Es ist nicht nur Diagnostik, sondern Diagnostik, die Entwicklung dient."
28 Minuten
„Nein, das können wir leider nicht." Jeder kennt Melitta – den Kaffee. Kaum jemand kennt die BKK Melitta HMR, eine von nur noch 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Und genau hier, in Minden, sitzt jemand, der eine unbequeme Nachricht hat: Die groß angekündigte Gesundheitsreform wird nicht reichen. Klingt nach Schwarzmalerei? Ist es nicht. Thomas Sielemann, Vorstand der BKK Melitta HMR, spricht mit Alexander Pifczyk über ein Gesetz, das steigende Zusatzbeiträge verhindern soll – und über die Zahlen, die dagegensprechen. Die zentrale Frage: Warum versickern 40 Milliarden Euro an möglichen Einsparungen, bevor sie überhaupt wirken können? Sielemann rechnet vor. Von 66 Vorschlägen der Finanzkommission bleibt ein „verwässerter" Entwurf, der bereits im ersten Jahr zu knapp bemessen ist. Dazu kommt eine Finanzierungslücke bei Bürgergeldempfängern von rund 10 Milliarden Euro – „eine große Bürde, die alle Beitragszahlenden aufbringen müssen". Doch der zweite Erzählstrang ist fast spannender: Wie führt man eine Kasse mit 190 Köpfen durch den Wandel, wenn ältere Versicherte ihr Smartphone auf den Tisch legen und sagen „macht mal", während jüngere ihr Geld in 48 Stunden erwarten? Sielemanns Antwort ist keine Entweder-oder-Logik. Digitalisierung soll entlasten, nicht ersetzen – „wir nutzen KI nicht, um Arbeitsplätze abzubauen". Was ihr mitnehmt: einen ehrlichen Blick hinter die politischen Schlagzeilen und ein Beispiel dafür, wie regionale Nähe und digitaler Wandel kein Widerspruch sein müssen. Sielemanns Vision für die nächsten Jahre bleibt klar: eigenständig, präsent, digitaler – und ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.
29 Minuten
„Wir haben jetzt so viel optimiert – und kommen trotzdem nicht weiter. Wir brauchen mal einen komplett anderen Ansatz." Kennst du das Gefühl, wenn eine Organisation läuft und läuft – und irgendwann trotzdem an eine unsichtbare Decke stößt? Man hat gemessen, skaliert, Prozesse geschliffen. Und dann wird der Ertrag jeder weiteren Runde einfach kleiner. Genau an diesem Punkt setzen Caroline Zielke und Jannik Droß an. Ihr Thema ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess, kurz KVP. Und ihre erste Ansage räumt gleich mit einem Missverständnis auf: „KVP ist kein Ideenmanagement – es geht um den Prozess und nicht nur um den Briefkasten." Es geht also nicht darum, Vorschläge einzusammeln und irgendwo abzuheften. Sondern darum, wer eigentlich verbessert – und von wo aus. Jannik dreht hier die gewohnte Logik um. Nicht eine zentrale Instanz steuert die Optimierung, sondern die Fläche: „Viele kleine Stellen bringen die Verbesserung – nicht ein zentrales Gehirn." Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn dahinter steckt ein echter Kulturwechsel – und der braucht jemanden an der Spitze, der ihn wirklich will. Oder wie Jannik sagt: „Es braucht jemanden, der es wirklich will – und zulässt, dass sich Kultur verändert." Spannend wird es in den administrativen Bereichen, wo Verbesserung oft ins Leere läuft: „Wenn ich nicht weiß, wofür ein Prozess da ist, optimiere ich ins Leere." Erst Klarheit über die Rolle eines Bereichs, dann Wirkung. Und wenn KVP wirklich greift, verändert sich etwas Grundlegendes: „Aus Gruppen werden Teams – und Probleme werden nicht mehr weggeschoben, sondern direkt gelöst."
33 Minuten
„Tatsächlich ist jetzt flächendeckend die Hölle los." Vor zwei Jahren galten die beiden noch als Schwarzmaler. Heute klingt ihre Prognose fast harmlos. Martin Lambrecht ist Restrukturierer und Insolvenzverwalter – er sieht die Wirtschaft von ihrer dunklen Seite, dort, wo Unternehmen kippen, bevor es in der Zeitung steht. Und was er erlebt, deckt sich mit dem, was wir bei Kraus & Partner täglich sehen. Die zentrale Frage dieser Folge: Erleben wir gerade eine vorübergehende Delle – oder etwas Systemisches? Lambrechts Antwort ist unbequem. Denn anders als früher kippen heute nicht nur schlecht geführte Betriebe. Es trifft fleißige, kerngesunde Mittelständler, denen schlicht der Business Case wegbricht. Man saniert nicht mehr in stabile Märkte hinein, sondern rennt fallenden Märkten hinterher. Wie kommen wir da raus? Lambrecht hält wenig von der Idee, Komplexität ließe sich von oben durchsteuern – am Kommunismus sei genau das gescheitert. Stattdessen brauche es wieder Vertrauen in freie Märkte, flankiert von einer sozialen Komponente. Spannend wird es bei der Leistungsfrage: Nicht die Stunden zählen, sondern der Wert, den jemand schafft. „Jemand kann doch nur 10 Stunden arbeiten, wenn er das wegschafft, was ein anderer in 50 nicht hinkriegt." Selbst der Betriebsrat, der für die 35-Stunden-Woche streitet, verhandelt plötzlich bis tief in die Nacht – wenn er ein Ergebnis sehen will. Was nehmt ihr mit? Die alarmierendste Kennzahl ist nicht der Umsatz, sondern die Investition. Und die fließt gerade ab statt zu. Heißt: Diese Krise dauert nicht Monate, sondern Jahre. Klingt düster. Aber Lambrecht bleibt überzeugt, dass wir es hinbekommen – vielleicht erst, wenn der Druck groß genug ist. „Der Änderungswille ist da, und zwar bei allen Seiten."
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Über diesen Podcast

Alle zwei Wochen gibt es bei uns etwas auf die Ohren – speziell für den Mittelstand! Zugegeben, es gibt viele Beratungspodcasts. Aber „Transformation to go“ ist anders – denn wir sprechen nicht über graue Theorie, sondern liefern praxisnahes Insiderwissen, speziell zugeschnitten auf die Herausforderungen und Chancen mittelständischer Unternehmen. Unser Ziel: dir echten Mehrwert für deine tägliche Arbeit im Unternehmen zu bieten. Wer sind wir? Als Transformation Experts begleiten wir seit über 35 Jahren vor allem mittelständische Unternehmen durch Veränderung – ob Change-Prozesse, Restrukturierung, Vertriebsmanagement, Strategieentwicklung, Innovationsförderung oder Prozessoptimierung. Wir kennen die Realität im Mittelstand und wissen, was wirklich funktioniert. Worum geht’s konkret im Podcast? Nicht um akademische Theorien oder abstrakte Modelle. Sondern um echte Projekterfahrungen, bewährte Ansätze und neue Perspektiven, die du direkt im mittelständischen Kontext anwenden kannst. Wir zeigen, wie du pragmatisch und wirkungsvoll Veränderung gestalten kannst – auch mit begrenzten Ressourcen. Und: Wir sprechen offen über Fehler, die auch uns in Projekten passiert sind – damit du sie nicht wiederholen musst. Denn gerade im Mittelstand zählt jeder Schritt. Nahbar. Authentisch. Relevant für dich. Mit unserer authentischen Art lernst du uns nach und nach kennen, bekommst ein Gefühl dafür, wie wir bei Kraus & Partner ticken – und tauchst in unseren Beratungskosmos ein. Wenn du am Ende sagst: „Das probiere ich in meinem Unternehmen aus!“, dann hat unser Podcast sein Ziel erreicht. Wenn du eine spannende Transformation kennst oder vielleicht selbst in einer Transformation steckst und über deine Erfahrungen sprechen möchtest, dann melde dich gerne bei uns unter: podcast@krauspartner.de
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