Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Archiv
99 Episoden
22 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das "Handbuch Innere Führung" in seiner Ursprungsfassung vor. Das Werk erschien im Jahr 1957. Es wurde letztmalig 1972 in fünfter unveränderter Auflage in der Bundeswehr verteilt.
Die Entstehungsbedingungen des „gelben Buchs“ (Koller) waren 1956/57 nicht einfach, die gestellte Aufgabe nicht weniger. Für den Aufbau der Bundeswehr war ein Tempo angesetzt, das die Zeit der Heeresvermehrung in den 30er Jahren noch übertraf. Alles geschah gleichzeitig – Wehrgesetzgebung, Organisationsaufbau und Aufstellung. Was man glaubte entbehren zu können, wurde gekürzt und vertagt. Dazu gehörte, trotz anderslautender Bekenntnisse, die Gründlichkeit der Führerausbildung, die Ausgestaltung der Inneren Ordnung und damit die Über- und Umsetzung der Leitvorstellungen der neuen Konzeption Innere Führung, die im Amt Blank entwickelt worden war. Vorschriften und Ausbildungshilfen waren Mangelware.
Hier sprang das „Handbuch“ ein. Darin waren Texte versammelt, die auf Referate der ersten Offizierlehrgänge zurückgriffen oder noch ausstehende Vorschriften erläuterten. Mit Beiträgen über den Eid, das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform, die soldatische Tradition und den 20. Juli 1944 steuerte Graf Baudissin knapp die Hälfte des Bandes bei. Andere Beiträge befassten sich mit den Leitsätzen für Menschenführer, Gruppenselbstarbeit, Truppen-Information und Truppen-Betreuung. Heraus kam – so der Untertitel – eine „Hilfe zur Klärung der Begriffe“, die sich im Grundsätzlichen bewegte, aber auch handfeste Handlungsanweisungen, Führungshilfen und Erfahrungswissen anbot.
Fazit
Nicht nur die Form des „Handbuchs“ war anders als gewohnt, auch der Inhalt barg seinerzeit Sprengstoff. Der Denk- und Handlungsanleitung, die die Militärreformer den Soldaten vorlegten, lag eine Kernthese zugrunde: Militärische Schlagkraft, soldatische Professionalität und demokratische Lebensform sind vereinbar: „Verteidigungswert ist, was lebenswert ist.“ Damit war der Rechtsstatus des Soldaten als Staatsbürger gemeint, aber auch die Ausgestaltung des militärischen Erfahrungsraums, die Dienstgestaltung und das Vorgesetztenverhältnis, die Kräftigung von Teamgeist und Mitwirkung. Ziel war ein „freiheitliches Binnengefüge“ der neuen Armee, in der sich Rechte und Pflichten, Hierarchie und Partnerschaft die Waage halten. Beflügelt wurde dieser Ansatz von der Überzeugung, dass parlamentarische Demokratie, industrielle Arbeitsbeziehungen, liberale Gesellschaft und eine moderne Militärverfassung einander nicht ausschließen. Das „Handbuch“ sprach eine deutliche Sprache, wenn es unterstrich, dass „sittliche, geistige und seelische Kräfte mehr noch als fachliches Können den Wert des Soldaten in Frieden und Krieg bestimmen.“ Der Soldat konnte „eingebürgert“ werden, ohne an „abwehrbereiter Kriegstüchtigkeit“ zu verlieren. Es wäre eine lohnende Herausforderung, die heute zwischen Gesellschaft, Politik und Militär bestehenden Synergien mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu entfalten!
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
Die Entstehungsbedingungen des „gelben Buchs“ (Koller) waren 1956/57 nicht einfach, die gestellte Aufgabe nicht weniger. Für den Aufbau der Bundeswehr war ein Tempo angesetzt, das die Zeit der Heeresvermehrung in den 30er Jahren noch übertraf. Alles geschah gleichzeitig – Wehrgesetzgebung, Organisationsaufbau und Aufstellung. Was man glaubte entbehren zu können, wurde gekürzt und vertagt. Dazu gehörte, trotz anderslautender Bekenntnisse, die Gründlichkeit der Führerausbildung, die Ausgestaltung der Inneren Ordnung und damit die Über- und Umsetzung der Leitvorstellungen der neuen Konzeption Innere Führung, die im Amt Blank entwickelt worden war. Vorschriften und Ausbildungshilfen waren Mangelware.
Hier sprang das „Handbuch“ ein. Darin waren Texte versammelt, die auf Referate der ersten Offizierlehrgänge zurückgriffen oder noch ausstehende Vorschriften erläuterten. Mit Beiträgen über den Eid, das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform, die soldatische Tradition und den 20. Juli 1944 steuerte Graf Baudissin knapp die Hälfte des Bandes bei. Andere Beiträge befassten sich mit den Leitsätzen für Menschenführer, Gruppenselbstarbeit, Truppen-Information und Truppen-Betreuung. Heraus kam – so der Untertitel – eine „Hilfe zur Klärung der Begriffe“, die sich im Grundsätzlichen bewegte, aber auch handfeste Handlungsanweisungen, Führungshilfen und Erfahrungswissen anbot.
Fazit
Nicht nur die Form des „Handbuchs“ war anders als gewohnt, auch der Inhalt barg seinerzeit Sprengstoff. Der Denk- und Handlungsanleitung, die die Militärreformer den Soldaten vorlegten, lag eine Kernthese zugrunde: Militärische Schlagkraft, soldatische Professionalität und demokratische Lebensform sind vereinbar: „Verteidigungswert ist, was lebenswert ist.“ Damit war der Rechtsstatus des Soldaten als Staatsbürger gemeint, aber auch die Ausgestaltung des militärischen Erfahrungsraums, die Dienstgestaltung und das Vorgesetztenverhältnis, die Kräftigung von Teamgeist und Mitwirkung. Ziel war ein „freiheitliches Binnengefüge“ der neuen Armee, in der sich Rechte und Pflichten, Hierarchie und Partnerschaft die Waage halten. Beflügelt wurde dieser Ansatz von der Überzeugung, dass parlamentarische Demokratie, industrielle Arbeitsbeziehungen, liberale Gesellschaft und eine moderne Militärverfassung einander nicht ausschließen. Das „Handbuch“ sprach eine deutliche Sprache, wenn es unterstrich, dass „sittliche, geistige und seelische Kräfte mehr noch als fachliches Können den Wert des Soldaten in Frieden und Krieg bestimmen.“ Der Soldat konnte „eingebürgert“ werden, ohne an „abwehrbereiter Kriegstüchtigkeit“ zu verlieren. Es wäre eine lohnende Herausforderung, die heute zwischen Gesellschaft, Politik und Militär bestehenden Synergien mit der gleichen Ernsthaftigkeit zu entfalten!
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
14 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir den historischen Roman von Hans Pleschinski, Der Flakon vor. Das Werk erschien im Jahr 2023 im C.H. Beck-Verlag.
Deutsche Geschichte und heimliche Heldinnen
Im August 1756 überfällt Friedrich der Große ohne Kriegserklärung Sachsen. Vor der hochgerüsteten preußischen Armee flüchtet Friedrich August, Herrscher über Sachsen und Polen, zusammen mit seinem Premierminister Heinrich von Brühl, nach Warschau. Aber die Reichsgräfin von Brühl bleibt in Dresden und kapituliert nicht, während das Land geplündert wird. Sie schmiedet einen Plan...
Getarnt durch ein Pseudonym, macht sie sich mit ihrer Kammerzofe auf den mühevollen Weg nach Leipzig, wo Friedrich der Große seine Audienzen hält. Kann man durch eine beherzte Tat die Geschichte verändern, einen barbarischen Krieg beenden?
In seinem neuen ebenso unterhaltsamen wie kenntnisreichen Roman erzählt Hans Pleschinski von einem wenig bekannten Ereignis der deutschen Geschichte und von heimlichen Heldinnen.
Der Autor
Hans Pleschinski lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte u.a. die Romane "Ludwigshöhe" (2008), "Königsallee" (2013), der ein Bestseller wurde, "Wiesenstein" (2018) und "Am Götterbaum" (2021), den Band "Verbot der Nüchternheit. Kleines Brevier für ein besseres Leben" (2007), gab die Briefe der Madame de Pompadour, den Briefwechsel Voltaire-Friedrich der Große, eine Auswahl aus dem Tagebuch des Herzogs von Croÿ und die Lebenserinnerungen der Else Sohn-Rethel heraus. Er erhielt u.a. den Hannelore-Greve-Preis (2006), denNicolas-Born-Preis (2008), den Literaturpreis der Stadt München (2014) und den Literaturpreis der Konrad Adenauer-Stiftung (2020). Er wurde 2012 zum Chevalier dans L’Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. Hans Pleschinski ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Harald Potempa
Sprecher: Leo Döring
Produktion: Andrea Nimpsch
Deutsche Geschichte und heimliche Heldinnen
Im August 1756 überfällt Friedrich der Große ohne Kriegserklärung Sachsen. Vor der hochgerüsteten preußischen Armee flüchtet Friedrich August, Herrscher über Sachsen und Polen, zusammen mit seinem Premierminister Heinrich von Brühl, nach Warschau. Aber die Reichsgräfin von Brühl bleibt in Dresden und kapituliert nicht, während das Land geplündert wird. Sie schmiedet einen Plan...
Getarnt durch ein Pseudonym, macht sie sich mit ihrer Kammerzofe auf den mühevollen Weg nach Leipzig, wo Friedrich der Große seine Audienzen hält. Kann man durch eine beherzte Tat die Geschichte verändern, einen barbarischen Krieg beenden?
In seinem neuen ebenso unterhaltsamen wie kenntnisreichen Roman erzählt Hans Pleschinski von einem wenig bekannten Ereignis der deutschen Geschichte und von heimlichen Heldinnen.
Der Autor
Hans Pleschinski lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte u.a. die Romane "Ludwigshöhe" (2008), "Königsallee" (2013), der ein Bestseller wurde, "Wiesenstein" (2018) und "Am Götterbaum" (2021), den Band "Verbot der Nüchternheit. Kleines Brevier für ein besseres Leben" (2007), gab die Briefe der Madame de Pompadour, den Briefwechsel Voltaire-Friedrich der Große, eine Auswahl aus dem Tagebuch des Herzogs von Croÿ und die Lebenserinnerungen der Else Sohn-Rethel heraus. Er erhielt u.a. den Hannelore-Greve-Preis (2006), denNicolas-Born-Preis (2008), den Literaturpreis der Stadt München (2014) und den Literaturpreis der Konrad Adenauer-Stiftung (2020). Er wurde 2012 zum Chevalier dans L’Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. Hans Pleschinski ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Harald Potempa
Sprecher: Leo Döring
Produktion: Andrea Nimpsch
15 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Dennis Werberg: "Der Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten. Eine Veteranenorganisation und ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus" aus der Reihe "Zeitalter der Weltkriege" vor.
Major Dr. Dennis Werberg ist Historikerstabsoffizier im Forschungsbereich Deutsche Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam.
Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung.
Fazit
Als eine der großen Veteranenorganisationen und rechte Sammlungsbewegung war der "Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten" ein bedeutender politischer Akteur der Weimarer Republik. Er stand in einem äußerst ambivalenten Verhältnis zum aufstrebenden Nationalsozialismus. Einerseits konkurrierten sie um die Vorherrschaft innerhalb des nationalen Lagers, andererseits erkannten beide Seiten den Nutzen einer Kooperation. Insbesondere den einfachen Stahlhelm-Mitgliedern erschien die NS-Bewegung als attraktive Alternative, die ihre Ziele zu erreichen schien. Die Konkurrenz steigerte sich 1931/32 zur erbitterten Feindschaft. Nach der Eingliederung eines Großteils der Bundesmitglieder in die SA im Jahr 1933 sah sich der Rest-Bund immer heftigeren Repressalien ausgesetzt, bevor er 1935 aufgelöst wurde. 1951 neu gegründet, konnte er nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen. Mehrere Spaltungen beschleunigten den Niedergang der Organisation.
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Winfried Heinemann
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
Major Dr. Dennis Werberg ist Historikerstabsoffizier im Forschungsbereich Deutsche Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam.
Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung.
Fazit
Als eine der großen Veteranenorganisationen und rechte Sammlungsbewegung war der "Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten" ein bedeutender politischer Akteur der Weimarer Republik. Er stand in einem äußerst ambivalenten Verhältnis zum aufstrebenden Nationalsozialismus. Einerseits konkurrierten sie um die Vorherrschaft innerhalb des nationalen Lagers, andererseits erkannten beide Seiten den Nutzen einer Kooperation. Insbesondere den einfachen Stahlhelm-Mitgliedern erschien die NS-Bewegung als attraktive Alternative, die ihre Ziele zu erreichen schien. Die Konkurrenz steigerte sich 1931/32 zur erbitterten Feindschaft. Nach der Eingliederung eines Großteils der Bundesmitglieder in die SA im Jahr 1933 sah sich der Rest-Bund immer heftigeren Repressalien ausgesetzt, bevor er 1935 aufgelöst wurde. 1951 neu gegründet, konnte er nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen. Mehrere Spaltungen beschleunigten den Niedergang der Organisation.
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Winfried Heinemann
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
17 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Martin Elbe und Frank Reichherzer: "Der Sport des Militärs. Perspektiven aus Forschung, Lehre und Praxis" vor. Es erschien 2023 im De Gruyter Oldenbourg Verlag.
Prof. Dr. Martin Elbe ist Projektleiter im Forschungsbereich Militärsoziologie am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Vorsitzender des Arbeitskreises Militär und Sozialwissenschaften e. V..
Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Frank Reichherzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Projektleiter des Leitthemas „Militär und Gewalt“ im Rahmen der Agenda 2028 des ZMSBw.
Dieses Buch ist das erste umfassende Werk, das sich dem Zusammenhang von Sport und Militär aus verschiedenen Blickwinkeln nähert: sozialwissenschaftlich, historisch, sportwissenschaftlich und psychologisch. Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf dem 20. Jahrhundert.
Fazit
Sport hatte im Militär seit je einen hohen Stellenwert. Seine Bedeutung geht über körperliche Ertüchtigung weit hinaus. Dieser Sammelband, in dem neben Sozialwissenschaftlern und Historikern auch Sportmediziner und -Psychologen zu Wort kommen, geht sowohl den aktuellen Bezügen als auch der historischen Dimension des Themas nach. Bei der Darstellung des aktuellen Beziehungsgeflechts zwischen Sport und Militär steht die Bundeswehr im Vordergrund. Die historische Relevanz des Themas wird anhand von Beiträgen deutlich, die sich schwerpunktmäßig mit dem 20. Jahrhundert beschäftigen.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. ChristophKuhl
Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
Prof. Dr. Martin Elbe ist Projektleiter im Forschungsbereich Militärsoziologie am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Vorsitzender des Arbeitskreises Militär und Sozialwissenschaften e. V..
Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Frank Reichherzer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr und Projektleiter des Leitthemas „Militär und Gewalt“ im Rahmen der Agenda 2028 des ZMSBw.
Dieses Buch ist das erste umfassende Werk, das sich dem Zusammenhang von Sport und Militär aus verschiedenen Blickwinkeln nähert: sozialwissenschaftlich, historisch, sportwissenschaftlich und psychologisch. Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf dem 20. Jahrhundert.
Fazit
Sport hatte im Militär seit je einen hohen Stellenwert. Seine Bedeutung geht über körperliche Ertüchtigung weit hinaus. Dieser Sammelband, in dem neben Sozialwissenschaftlern und Historikern auch Sportmediziner und -Psychologen zu Wort kommen, geht sowohl den aktuellen Bezügen als auch der historischen Dimension des Themas nach. Bei der Darstellung des aktuellen Beziehungsgeflechts zwischen Sport und Militär steht die Bundeswehr im Vordergrund. Die historische Relevanz des Themas wird anhand von Beiträgen deutlich, die sich schwerpunktmäßig mit dem 20. Jahrhundert beschäftigen.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. ChristophKuhl
Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
17 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Gerhard P. Groß, "Das Große Hauptquartier im Ersten Weltkrieg" aus der Reihe "Zeitalter der Weltkriege" vor. Das Werk erschien im Jahr 2022 im De Gruyter-Oldenbourg Verlag.
Gerhard P. Groß ist Historiker und Oberst a. D. der Bundeswehr. Er war langjährig in leitenden Funktionen im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr und am ZMSBw wissenschaftlich tätig. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung.
Fazit
1914 trat Deutschland mit dem Großen Hauptquartier als zentralem Führungsinstrument in den Krieg ein. In ihm versammelten sich neben Kaiser Wilhelm II. die wichtigsten politischen und militärischen Entscheidungsträger des Kaiserreichs. Diese Studie fragt nicht nur danach, was das Große Hauptquartier war, sondern wie man dort Führung organisierte, wie Entscheidungsprozesse abliefen und wie zeitgemäß es war. Die Studie von Gerhard P. Groß geht weit über eine Organisationsgeschichte hinaus. Sie ist zugleich ein institutionelles Psychogramm, das die Lebensrealität im Großen Hauptquartier abbildet und untersucht, welche Einflüsse der Alltag auf Führungsentscheidungen hatte – kurz: wie dieser militärische Stab funktionierte.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl
Sprecher: Dr. Heiner Möllers
Produktion: Andrea Nimpsch
Gerhard P. Groß ist Historiker und Oberst a. D. der Bundeswehr. Er war langjährig in leitenden Funktionen im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr und am ZMSBw wissenschaftlich tätig. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung.
Fazit
1914 trat Deutschland mit dem Großen Hauptquartier als zentralem Führungsinstrument in den Krieg ein. In ihm versammelten sich neben Kaiser Wilhelm II. die wichtigsten politischen und militärischen Entscheidungsträger des Kaiserreichs. Diese Studie fragt nicht nur danach, was das Große Hauptquartier war, sondern wie man dort Führung organisierte, wie Entscheidungsprozesse abliefen und wie zeitgemäß es war. Die Studie von Gerhard P. Groß geht weit über eine Organisationsgeschichte hinaus. Sie ist zugleich ein institutionelles Psychogramm, das die Lebensrealität im Großen Hauptquartier abbildet und untersucht, welche Einflüsse der Alltag auf Führungsentscheidungen hatte – kurz: wie dieser militärische Stab funktionierte.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl
Sprecher: Dr. Heiner Möllers
Produktion: Andrea Nimpsch
16 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Christian Jentzsch "Vom Kadetten bis zum Admiral. Das britische und deutsche Seeoffizierkorps 1871-1914" vor. Das Werk erschien im Jahr 2018 im De Gruyter-Oldenborg Verlag.
Fregattenkapitän Christian Jentzsch ist Historikeroffizier und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung im Bereich Einsatzgeschichte am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung.
Fazit
Die Royal Navy und die Kaiserliche Marine erlebten seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einen grundlegenden Wandel. Prägten anfangs Segelschiffhybride als Hauptkampfmittel die beiden Flotten, dominierten sie Großkampfschiffe vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Aber auch U-Boote und Seeflugzeuge spielten eine zunehmende Rolle. Vor allem die drastischen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wirkten sich auf die Aufgaben, Rekrutierung und Ausbildung der Offiziere aus. Christian Jentzsch untersucht, wie das Seeoffizierkorps der Kaiserlichen Marine und das Executive Officer Corps der Royal Navy auf die Herausforderungen reagierten.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Leonie Hieck
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
Fregattenkapitän Christian Jentzsch ist Historikeroffizier und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung im Bereich Einsatzgeschichte am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Das 20. Jahrhundert ist entscheidend durch die beiden Weltkriege 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 geprägt worden. Sie veränderten die politische Landkarte der Welt, forderten Millionen und Abermillionen Opfer und prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis ein. Die Reihe "Zeitalter der Weltkriege" des ZMSBw widmet sich diesen grundstürzenden Ereignissen. Sie versteht den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Zwischenkriegszeit als Einheit und operiert mit den Methoden der modernen Militärgeschichtsschreibung.
Fazit
Die Royal Navy und die Kaiserliche Marine erlebten seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einen grundlegenden Wandel. Prägten anfangs Segelschiffhybride als Hauptkampfmittel die beiden Flotten, dominierten sie Großkampfschiffe vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Aber auch U-Boote und Seeflugzeuge spielten eine zunehmende Rolle. Vor allem die drastischen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wirkten sich auf die Aufgaben, Rekrutierung und Ausbildung der Offiziere aus. Christian Jentzsch untersucht, wie das Seeoffizierkorps der Kaiserlichen Marine und das Executive Officer Corps der Royal Navy auf die Herausforderungen reagierten.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Leonie Hieck
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
14 Minuten
19 Biographien von Generalen der anderen deutschen Armee stellen Hans Ehlert und Armin Wagner in ihrem Buch "Genosse General! Die Militärelite der DDR in biographischen Skizzen" vor. Der Sammelband erschien im Jahr 2002 im Christoph Links-Verlag Berlin.
Am Aufbau der NVA wirkten rund 220 frühere Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands oder der SPD vor 1933 nun in Uniform mit, aber nicht alle als Offizier oder gar General. Mit ihnen dienten knapp 500 frühere Wehrmachoffiziere, darunter neun Generale. So sehr die ehemaligen Wehrmachtoffiziere mit ihrem Fachwissen in der NVA gebraucht wurden, so sehr begegneten der Staat und sein Überwachungsapparat ihnen mit Misstrauen. Exemplarisch werden hier die militärischen Lebenswege zweier NVA-Generale vorgestellt, die zuvor schon in der Wehrmacht Generale waren.
Vincenz Müller, 1944 als Generalleutnant und Kommandierender General des XII. Armeekorps in sowjetische Kriegsgefangenschaft gegangen, erhielt 1952 seinen alten Dienstgrad und wurde später Chef des Hauptstabs der NVA.
Arno von Lenski, 1943 in Stalingrad als Generalleutnant und Divisionskommandeur in sowjetische Kriegsgefangenschaft gegangen, baute ab 1952 als Generalmajor der Kasernierten Volkspolizei die Panzertruppe der späteren NVA auf.
Fazit
Das Buch Genosse General! Die Militärelite der DDR in biographischen Skizzen erschien 2002 im Christoph Links-Verlag Berlin. Dr. Hans Ehlert (Oberst und später Amtschef des damaligen MGFA) und Dr. Armin Wagner (heute ebenfalls Oberst und ehemaliger Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden) stellen darin 19 weithin unbekannte Biographien von Generalen und Admiralen der DDR-Streitkräfte vor. Auch für nicht übermäßig an der NVA-Geschichte, sondern mehr an der der Reichswehr und Wehrmacht Interessierte, bietet der Sammelband spannende Lektüre.
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Klaus Storkmann
Sprecher: Andreas Eichner
Produktion: Andrea Nimpsch
Am Aufbau der NVA wirkten rund 220 frühere Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands oder der SPD vor 1933 nun in Uniform mit, aber nicht alle als Offizier oder gar General. Mit ihnen dienten knapp 500 frühere Wehrmachoffiziere, darunter neun Generale. So sehr die ehemaligen Wehrmachtoffiziere mit ihrem Fachwissen in der NVA gebraucht wurden, so sehr begegneten der Staat und sein Überwachungsapparat ihnen mit Misstrauen. Exemplarisch werden hier die militärischen Lebenswege zweier NVA-Generale vorgestellt, die zuvor schon in der Wehrmacht Generale waren.
Vincenz Müller, 1944 als Generalleutnant und Kommandierender General des XII. Armeekorps in sowjetische Kriegsgefangenschaft gegangen, erhielt 1952 seinen alten Dienstgrad und wurde später Chef des Hauptstabs der NVA.
Arno von Lenski, 1943 in Stalingrad als Generalleutnant und Divisionskommandeur in sowjetische Kriegsgefangenschaft gegangen, baute ab 1952 als Generalmajor der Kasernierten Volkspolizei die Panzertruppe der späteren NVA auf.
Fazit
Das Buch Genosse General! Die Militärelite der DDR in biographischen Skizzen erschien 2002 im Christoph Links-Verlag Berlin. Dr. Hans Ehlert (Oberst und später Amtschef des damaligen MGFA) und Dr. Armin Wagner (heute ebenfalls Oberst und ehemaliger Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden) stellen darin 19 weithin unbekannte Biographien von Generalen und Admiralen der DDR-Streitkräfte vor. Auch für nicht übermäßig an der NVA-Geschichte, sondern mehr an der der Reichswehr und Wehrmacht Interessierte, bietet der Sammelband spannende Lektüre.
Artikeltext und Sprechtext: Dr. Klaus Storkmann
Sprecher: Andreas Eichner
Produktion: Andrea Nimpsch
15 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Hauke Friederichs: "Spielball der Politik. Eine kurze Geschichte der Bundeswehr" vor. Das Werk erschien im Jahr 2023 im dtv Verlag.
Dr. Hauke Friederichs ist Journalist und Bestseller-Autor. Der promovierte Historiker schreibt u.a. für ZEIT, SPIEGEL Geschichte und P.M. History. Er bereitet mit Leidenschaft Zeitgeschichte für ein breites Publikum auf. Er gilt als Bestsellerautor. Dieses Prädikat hat er sich mit seinem Buch „Funkenflug“ erworben, welches die Atmosphäre kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges im heißen August 1939 zusammenfasst. In der „Welt am Sonntag“ hieß es dazu: „Hauke Friederichs hat aus allerlei Quellen ein faszinierendes und instruktives Panorama zusammengetragen.“ Hauke Friederichs beschreibt in einer sehr anschaulichen Weise die Geschichte der Bundeswehr von ihren Anfängen bis zur Zeitenwende. Es gelingt ihm, den Lesern wichtige Ereignisse der Bundeswehrgeschichte miterleben zu lassen, indem er Einblicke in die Motive der handelnden Personen gibt und ein stimmiges Abbild der damaligen Zeit entwirft. Im Mittelpunkt stehen dabei der Kampf um die Innere Führung, der Umgang der Politik mit der Bundeswehr sowie deren Auslandseinsätze nach Ende des Kalten Krieges. Deutlich wird dabei, dass die Bundeswehr von Voraussetzungen lebt, die sie selbst nicht schaffen kann. Sie ist auf den politischen Willen und das gesellschaftliche Umfeld angewiesen.
Fazit
Hauke Friederichs‘ Spielball der Politik ist ein guter und fundierter Grundkurs Bundeswehr. Ein kurzweiliges Geschichtsbuch und Geschenk an alle Staatsbürger in und vor allem ohne Uniform, die einen Blick in die Kaserne und in das Wesen der Bundeswehr riskieren wollen. Und dies gut erzählt, exemplarisch passend herausgearbeitet und auf Augenhöhe vom Autor dargeboten bekommen. Das Panorama der Bundeswehr ist das aktuelle Projekt des Autors, denn seine historischen Miniaturen über annähernd 70 Jahre Bundeswehr sind ebenfalls ein Panorama geworden. So lässt sich die Intension des Autors und zugleich die Stärke des Buches beschreiben. Ein solches Projekt ist nicht einfach zu stemmen, das griechische Wort „Pan-horama“ bringt es auf den Punkt: Es geht um die Zusammenschau von allem in einem Bild. Friederichs lädt uns also in eine Galerie der Bundeswehr ein, Bild folgt auf Bild. Es geht in den meisten Teilen um die konkreten und mit Namen zugeordneten Personen, deren Handeln und Denken, um daraus das historisch Essenzielle zu gewinnen. Die Stärke des Buches liegt dementsprechend nicht darin, bahnbrechende neue Forschungsergebnisse zu publizieren, sondern Bilder zu entwerfen, die Einblick in die Zeit und die handelnden Personen gewähren. Die wahre Kunst eines Historikers ist es, den Leser in eine Zeit mitzunehmen und darüber ein stimmiges Abbild zu entwerfen. Damit ist das Buch im besten Sinne populärwissenschaftlich.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Thomas Wanninger
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
Dr. Hauke Friederichs ist Journalist und Bestseller-Autor. Der promovierte Historiker schreibt u.a. für ZEIT, SPIEGEL Geschichte und P.M. History. Er bereitet mit Leidenschaft Zeitgeschichte für ein breites Publikum auf. Er gilt als Bestsellerautor. Dieses Prädikat hat er sich mit seinem Buch „Funkenflug“ erworben, welches die Atmosphäre kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges im heißen August 1939 zusammenfasst. In der „Welt am Sonntag“ hieß es dazu: „Hauke Friederichs hat aus allerlei Quellen ein faszinierendes und instruktives Panorama zusammengetragen.“ Hauke Friederichs beschreibt in einer sehr anschaulichen Weise die Geschichte der Bundeswehr von ihren Anfängen bis zur Zeitenwende. Es gelingt ihm, den Lesern wichtige Ereignisse der Bundeswehrgeschichte miterleben zu lassen, indem er Einblicke in die Motive der handelnden Personen gibt und ein stimmiges Abbild der damaligen Zeit entwirft. Im Mittelpunkt stehen dabei der Kampf um die Innere Führung, der Umgang der Politik mit der Bundeswehr sowie deren Auslandseinsätze nach Ende des Kalten Krieges. Deutlich wird dabei, dass die Bundeswehr von Voraussetzungen lebt, die sie selbst nicht schaffen kann. Sie ist auf den politischen Willen und das gesellschaftliche Umfeld angewiesen.
Fazit
Hauke Friederichs‘ Spielball der Politik ist ein guter und fundierter Grundkurs Bundeswehr. Ein kurzweiliges Geschichtsbuch und Geschenk an alle Staatsbürger in und vor allem ohne Uniform, die einen Blick in die Kaserne und in das Wesen der Bundeswehr riskieren wollen. Und dies gut erzählt, exemplarisch passend herausgearbeitet und auf Augenhöhe vom Autor dargeboten bekommen. Das Panorama der Bundeswehr ist das aktuelle Projekt des Autors, denn seine historischen Miniaturen über annähernd 70 Jahre Bundeswehr sind ebenfalls ein Panorama geworden. So lässt sich die Intension des Autors und zugleich die Stärke des Buches beschreiben. Ein solches Projekt ist nicht einfach zu stemmen, das griechische Wort „Pan-horama“ bringt es auf den Punkt: Es geht um die Zusammenschau von allem in einem Bild. Friederichs lädt uns also in eine Galerie der Bundeswehr ein, Bild folgt auf Bild. Es geht in den meisten Teilen um die konkreten und mit Namen zugeordneten Personen, deren Handeln und Denken, um daraus das historisch Essenzielle zu gewinnen. Die Stärke des Buches liegt dementsprechend nicht darin, bahnbrechende neue Forschungsergebnisse zu publizieren, sondern Bilder zu entwerfen, die Einblick in die Zeit und die handelnden Personen gewähren. Die wahre Kunst eines Historikers ist es, den Leser in eine Zeit mitzunehmen und darüber ein stimmiges Abbild zu entwerfen. Damit ist das Buch im besten Sinne populärwissenschaftlich.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Thomas Wanninger
Sprecher: Michael Gutzeit
Produktion: Andrea Nimpsch
16 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Jörg Echternkamp und Christoph Nübel: "Deutsche Militärgeschichte 1945-1990. Repräsentation, Organisation und Tradition von Streitkräften in Demokratie und Diktatur" vor. Das Werk erschien im Jahr 2022 im C.H. Links-Verlag.
Wissenschaftlicher Direktor Professor Dr. Jörg Echternkamp ist Historiker und leitet den Projektbereich Militärgeschichte den Projektbereich Internationale Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Christoph Nübel ist Historiker im Forschungsbereich Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Mit der Buchreihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte" betreibt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ein weiteres Großprojekt, dessen bisherige Erträge unser Wissen über die Geschichte der beiden deutschen Staaten in ihrem Wechselverhältnis zwischen 1949 und 1990 auf vielerlei Weise bereichern. Keiner näheren Begründung bedarf, dass in Zeiten der Staaten‑ und Blockkonfrontation dem Militär ein besonderer Stellenwert zukommt. Jörg Echternkamps und Christoph Nübels Band betrachtet - wie auch der 2021 erschienene Band zu Militär und Gesellschaft - erstmals die Militärgeschichte beider deutscher Staaten in der Nachkriegszeit gemeinsam und liefert zudem einen wichtigen methodischen Beitrag zur Militärgeschichte als Zeitgeschichte.
Fazit
Die Streitkräfte spielten im Kalten Krieg eine Schlüsselrolle. Doch selbst neuere Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 blenden sie weitgehend aus. In diesem Band nehmen renommierte Fachleute aus Europa und den USA erstmals die DDR und die Bundesrepublik gemeinsam in den Blick. Wie waren Nationale Volksarmee und Bundeswehr organisiert? Auf welche Weise nutzten sie die "geteilte" Vergangenheit zur Traditionsstiftung? Wie stellten sich die beiden Seiten dar, und wie wurden sie wahrgenommen? Vergleich und Verflechtung einerseits, internationale Einordnung andererseits - dieses Vorgehen eint die 20 Beiträge. Thema und Methode sorgen für einen innovativen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte im Ost-West-Konflikt.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl
Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
Wissenschaftlicher Direktor Professor Dr. Jörg Echternkamp ist Historiker und leitet den Projektbereich Militärgeschichte den Projektbereich Internationale Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Wissenschaftlicher Oberrat Dr. Christoph Nübel ist Historiker im Forschungsbereich Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Mit der Buchreihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte" betreibt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ein weiteres Großprojekt, dessen bisherige Erträge unser Wissen über die Geschichte der beiden deutschen Staaten in ihrem Wechselverhältnis zwischen 1949 und 1990 auf vielerlei Weise bereichern. Keiner näheren Begründung bedarf, dass in Zeiten der Staaten‑ und Blockkonfrontation dem Militär ein besonderer Stellenwert zukommt. Jörg Echternkamps und Christoph Nübels Band betrachtet - wie auch der 2021 erschienene Band zu Militär und Gesellschaft - erstmals die Militärgeschichte beider deutscher Staaten in der Nachkriegszeit gemeinsam und liefert zudem einen wichtigen methodischen Beitrag zur Militärgeschichte als Zeitgeschichte.
Fazit
Die Streitkräfte spielten im Kalten Krieg eine Schlüsselrolle. Doch selbst neuere Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 blenden sie weitgehend aus. In diesem Band nehmen renommierte Fachleute aus Europa und den USA erstmals die DDR und die Bundesrepublik gemeinsam in den Blick. Wie waren Nationale Volksarmee und Bundeswehr organisiert? Auf welche Weise nutzten sie die "geteilte" Vergangenheit zur Traditionsstiftung? Wie stellten sich die beiden Seiten dar, und wie wurden sie wahrgenommen? Vergleich und Verflechtung einerseits, internationale Einordnung andererseits - dieses Vorgehen eint die 20 Beiträge. Thema und Methode sorgen für einen innovativen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte im Ost-West-Konflikt.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl
Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
17 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Jörg Echternkamp "Militär und Gesellschaft in Ost- und Westdeutschland 1970-1990" vor. Das Werk erschien im Jahr 2021 im C.H. Links-Verlag.
Wissenschaftlicher Direktor Professor Dr. Jörg Echternkamp ist Historiker und leitet den Projektbereich Militärgeschichte den Projektbereich Internationale Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Mit der Buchreihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte" betreibt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) ein weiteres Großprojekt, dessen bisherige Erträge unser Wissen über die Geschichte der beiden deutschen Staaten in ihrem Wechselverhältnis zwischen 1949 und 1990 auf vielerlei Weise bereichern. Keiner näheren Begründung bedarf, dass in Zeiten der Staaten‑ und Blockkonfrontation dem Militär ein besonderer Stellenwert zukommt. Jörg Echternkamps Band betrachtet erstmals die Militärgeschichte beider deutscher Staaten in der Nachkriegszeit gemeinsam und liefert zudem einen wichtigen methodischen Beitrag zur Militärgeschichte als Zeitgeschichte.
Fazit
Die Streitkräfte spielten im Kalten Krieg eine Schlüsselrolle. Doch selbst neuere Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 blenden sie weitgehend aus. In diesem Band nehmen renommierte Fachleute aus Europa und den USA erstmals die DDR und die Bundesrepublik gemeinsam in den Blick. Wie waren Nationale Volksarmee und Bundeswehr organisiert? Auf welche Weise nutzten sie die "geteilte" Vergangenheit zur Traditionsstiftung? Wie stellten sich die beiden Seiten dar, und wie wurden sie wahrgenommen? Vergleich und Verflechtung einerseits, internationale Einordnung andererseits - dieses Vorgehen eint die 20 Beiträge. Thema und Methode sorgen für einen innovativen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte im Ost-West-Konflikt.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl
Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
Wissenschaftlicher Direktor Professor Dr. Jörg Echternkamp ist Historiker und leitet den Projektbereich Militärgeschichte den Projektbereich Internationale Militärgeschichte nach 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Mit der Buchreihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte" betreibt das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) ein weiteres Großprojekt, dessen bisherige Erträge unser Wissen über die Geschichte der beiden deutschen Staaten in ihrem Wechselverhältnis zwischen 1949 und 1990 auf vielerlei Weise bereichern. Keiner näheren Begründung bedarf, dass in Zeiten der Staaten‑ und Blockkonfrontation dem Militär ein besonderer Stellenwert zukommt. Jörg Echternkamps Band betrachtet erstmals die Militärgeschichte beider deutscher Staaten in der Nachkriegszeit gemeinsam und liefert zudem einen wichtigen methodischen Beitrag zur Militärgeschichte als Zeitgeschichte.
Fazit
Die Streitkräfte spielten im Kalten Krieg eine Schlüsselrolle. Doch selbst neuere Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte zwischen 1945 und 1990 blenden sie weitgehend aus. In diesem Band nehmen renommierte Fachleute aus Europa und den USA erstmals die DDR und die Bundesrepublik gemeinsam in den Blick. Wie waren Nationale Volksarmee und Bundeswehr organisiert? Auf welche Weise nutzten sie die "geteilte" Vergangenheit zur Traditionsstiftung? Wie stellten sich die beiden Seiten dar, und wie wurden sie wahrgenommen? Vergleich und Verflechtung einerseits, internationale Einordnung andererseits - dieses Vorgehen eint die 20 Beiträge. Thema und Methode sorgen für einen innovativen Beitrag zur deutschen Zeitgeschichte im Ost-West-Konflikt.
Artikeltext: Dr. Stefan Brenner
Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl
Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
17 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Daniel Schilling, "Die Rudel-Affäre 1976. Genese, Wirkung und Folgen eines politischen Skandals" vor. Das Werk erschien im Jahr 2020 im Miles#de-Verlag.
Die Frage nach dem richtigen Traditionsverständnis für die Bundeswehr wurde nicht selten im Nachgang von Skandalen beantwortet. Dazu gehört beispielsweise die sogenannte „Rudel-Affäre“. Im Herbst 1976 wurde Oberst a.D. Hans-Ulrich Rudel zu einem Traditionstreffen auf einen Fliegerhorst der Luftwaffe eingeladen. Dieser hatte in der jungen Bundesrepublik Deutschland mehrfach seine rechtsextremistische Gesinnung geäußert. Wie es zu der Einladung kam, wie Generale der Bundeswehr diese rechtfertigten, welche Konflikte dadurch mit der politischen Leitung des BMVg entstanden und wie dieser Skandal parteipolitisch genutzt wurde, schildert der Autor Daniel Schilling in seinem Buch.
Fazit
Regierungsinspektor Daniel Schilling M.A. ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Referat Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.
Er beschreibt in seinem Buch eine der Zäsuren der Bundeswehrgeschichte auf dem Weg hin zu einem in der Demokratie verankerten Traditionsverständnis. War es bis zur „Rudel-Affäre“ des Jahres 1976 noch möglich, ungeniert Altnazis in die Kasernen der Bundeswehr einzuladen, so hat sich das danach völlig geändert. Die Beschwörung unpolitischer soldatischer Tugenden hat mit dieser Affäre ihren ersten spürbaren Endpunkt erreicht. Sie führte dazu, dass künftig die Bande zu sich unpolitisch gebenden Wehrmachtveteranen schärfer beobachtet und damit schrittweise abgeschafft wurden.
Die Frage nach dem richtigen Traditionsverständnis für die Bundeswehr wurde nicht selten im Nachgang von Skandalen beantwortet. Dazu gehört beispielsweise die sogenannte „Rudel-Affäre“. Im Herbst 1976 wurde Oberst a.D. Hans-Ulrich Rudel zu einem Traditionstreffen auf einen Fliegerhorst der Luftwaffe eingeladen. Dieser hatte in der jungen Bundesrepublik Deutschland mehrfach seine rechtsextremistische Gesinnung geäußert. Wie es zu der Einladung kam, wie Generale der Bundeswehr diese rechtfertigten, welche Konflikte dadurch mit der politischen Leitung des BMVg entstanden und wie dieser Skandal parteipolitisch genutzt wurde, schildert der Autor Daniel Schilling in seinem Buch.
Fazit
Regierungsinspektor Daniel Schilling M.A. ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Referat Museums- und Sammlungswesen der Bundeswehr am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.
Er beschreibt in seinem Buch eine der Zäsuren der Bundeswehrgeschichte auf dem Weg hin zu einem in der Demokratie verankerten Traditionsverständnis. War es bis zur „Rudel-Affäre“ des Jahres 1976 noch möglich, ungeniert Altnazis in die Kasernen der Bundeswehr einzuladen, so hat sich das danach völlig geändert. Die Beschwörung unpolitischer soldatischer Tugenden hat mit dieser Affäre ihren ersten spürbaren Endpunkt erreicht. Sie führte dazu, dass künftig die Bande zu sich unpolitisch gebenden Wehrmachtveteranen schärfer beobachtet und damit schrittweise abgeschafft wurden.
18 Minuten
Der Politikwissenschaftler Wilfried von Bredow liefert eine kompakte Geschichte der Bundeswehr. Der Titel seines 2023 erschienenen Buches lautet „Die Bundeswehr – von der Gründung bis zur Zeitenwende“. Prof. Dr. Wilfried von Bredow lehrte an der Universität Marburg. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel zu sicherheits- und militärpolitischen Fragen sowie zur Bundeswehr veröffentlicht.
Wilfried von Bredow, ein exzellenter Kenner der Bundeswehr und kritischer Beobachter der Sicherheitspolitik Deutschland, beschreibt die Geschichte der Bundeswehr von ihren historischen Wurzeln in ihren Vorgängerarmeen bis hin zu den Herausforderungen, vor denen sie heute im Zuge der Zeitenwende steht. Er beschreibt sie als eine Armee, die in Bündnisstrukturen eingebettet und stark von gesellschaftspolitischen Entwicklungen beeinflusst ist. Kritisch weist er auf Phänomene wie überambitionierte Ziele bereits in ihrer Aufbauphase und unterfinanzierten Reformen vor allem der „Armee im Einsatz“ hin. Trotz aller Ungewissheit über die Zukunft sei klar, dass es keinen „Abschied vom Soldaten“ geben werde. Streitkräfte werden gebraucht und zwar mehr denn je.
Fazit
Das Buch „Die Bundeswehr – von der Gründung bis zur Zeitenwende“ von Wilfried von Bredow ist 2023 im BeBra Verlag erschienen und bietet eine spannend geschriebene und auf 240 Seiten kompakte Darstellung der Geschichte der Bundeswehr von ihren historischen Wurzeln bis hin zu den Herausforderungen, vor denen sie heute als weltweit agierende Truppe steht. Wilfried von Bredow bettet die Entwicklungen in den gesellschaftlichen Kontext der jeweiligen Zeit ein und spart dabei auch Kritisches nicht aus. Für aktive und ehemalige Soldaten, für den militärpolitisch interessierten Leser, aber auch für Träger von Erziehung und Bildung ist dieses Buch besonders zu empfehlen.
Wilfried von Bredow, ein exzellenter Kenner der Bundeswehr und kritischer Beobachter der Sicherheitspolitik Deutschland, beschreibt die Geschichte der Bundeswehr von ihren historischen Wurzeln in ihren Vorgängerarmeen bis hin zu den Herausforderungen, vor denen sie heute im Zuge der Zeitenwende steht. Er beschreibt sie als eine Armee, die in Bündnisstrukturen eingebettet und stark von gesellschaftspolitischen Entwicklungen beeinflusst ist. Kritisch weist er auf Phänomene wie überambitionierte Ziele bereits in ihrer Aufbauphase und unterfinanzierten Reformen vor allem der „Armee im Einsatz“ hin. Trotz aller Ungewissheit über die Zukunft sei klar, dass es keinen „Abschied vom Soldaten“ geben werde. Streitkräfte werden gebraucht und zwar mehr denn je.
Fazit
Das Buch „Die Bundeswehr – von der Gründung bis zur Zeitenwende“ von Wilfried von Bredow ist 2023 im BeBra Verlag erschienen und bietet eine spannend geschriebene und auf 240 Seiten kompakte Darstellung der Geschichte der Bundeswehr von ihren historischen Wurzeln bis hin zu den Herausforderungen, vor denen sie heute als weltweit agierende Truppe steht. Wilfried von Bredow bettet die Entwicklungen in den gesellschaftlichen Kontext der jeweiligen Zeit ein und spart dabei auch Kritisches nicht aus. Für aktive und ehemalige Soldaten, für den militärpolitisch interessierten Leser, aber auch für Träger von Erziehung und Bildung ist dieses Buch besonders zu empfehlen.
14 Minuten
"Besuch im Soldatenhimmel. Ein wissenschaftlicher Reisebericht aus einer anderen Welt" – so lautet der Titel des von Martin Kutz verfassten und 2022 im Miles#en-Verlag erschienenen Buches. Es ist eine amüsante Allegorie auf das Traditionsverständnis der Bundeswehr.
Tradition in der Bundeswehr ist ein Auswahlprozess. Nur Personen aus der Militärgeschichte, die bestimmte, für uns heute wichtige Kriterien erfüllen, haben eine Chance, als Namensgeber beispielsweise von Kasernen ausgewählt oder jungen Soldatinnen und Soldaten als Vorbild empfohlen zu werden. In seinem Reisebericht in den Soldatenhimmel schildert Martin Kutz anschaulich, warum Soldaten in der Hölle schmoren und wie sie unter dem ständigen Nacherleben ihrer Missetaten leiden müssen. Es gibt allerdings einen Ausweg aus der Hölle; er führt über das Fegefeuer in den Himmel. Detailliert beschreibt der Autor die Mitglieder und Aufgaben der Prüfungskommission, die über die Neuaufnahme in den Soldatenhimmel entscheidet.
Fazit
Wer sich mit dem Traditionsverständnis der Bundeswehr beschäftigen will, hat mit dem „Besuch im Soldatenhimmel“ eine vergnügliche Ergänzung zum Traditionserlass von 2018. Martin Kutz gelingt damit eine unterhaltsame Antwort auf die wichtige Frage, welche Persönlichkeiten aus der deutschen Militärgeschichte traditionsstiftend für uns sind. Er selbst ist 1939 geboren und war bis zu seiner Pensionierung wissenschaftlicher Direktor im Fachbereich Sozialwissenschaften der Führungsakademie der Bundeswehr. 2022 erschien das von Martin Kutz verfasste Buch im Miles#de-Verlag
Tradition in der Bundeswehr ist ein Auswahlprozess. Nur Personen aus der Militärgeschichte, die bestimmte, für uns heute wichtige Kriterien erfüllen, haben eine Chance, als Namensgeber beispielsweise von Kasernen ausgewählt oder jungen Soldatinnen und Soldaten als Vorbild empfohlen zu werden. In seinem Reisebericht in den Soldatenhimmel schildert Martin Kutz anschaulich, warum Soldaten in der Hölle schmoren und wie sie unter dem ständigen Nacherleben ihrer Missetaten leiden müssen. Es gibt allerdings einen Ausweg aus der Hölle; er führt über das Fegefeuer in den Himmel. Detailliert beschreibt der Autor die Mitglieder und Aufgaben der Prüfungskommission, die über die Neuaufnahme in den Soldatenhimmel entscheidet.
Fazit
Wer sich mit dem Traditionsverständnis der Bundeswehr beschäftigen will, hat mit dem „Besuch im Soldatenhimmel“ eine vergnügliche Ergänzung zum Traditionserlass von 2018. Martin Kutz gelingt damit eine unterhaltsame Antwort auf die wichtige Frage, welche Persönlichkeiten aus der deutschen Militärgeschichte traditionsstiftend für uns sind. Er selbst ist 1939 geboren und war bis zu seiner Pensionierung wissenschaftlicher Direktor im Fachbereich Sozialwissenschaften der Führungsakademie der Bundeswehr. 2022 erschien das von Martin Kutz verfasste Buch im Miles#de-Verlag
10 Minuten
Die Reihe zur Gründergeneration der Bundeswehr wird fortgesetzt mit Oberst Reinhard Hauschild. In dieser Folge von Angelesen dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir den Sammelband „Oberst Reinhard Hauschild 1921 – 2005. Traditionsstifter für die Bundeswehr? Gedenkschrift zum 100. Geburtstag“ vor.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Oberst Reinhard Hauschild (1921-2005) gedenkt die Truppe für Operative Kommunikation der Bundeswehr (OpKomBw) einem ihrer Gründerväter und Kommandeur des PSK-Senderbataillons 701. Die Herausgeber des Buches fragen im Untertitel, ob Oberst Hauschild als Traditionsstifter der Bundeswehr gelten könne. Dieser hatte sich zwar große Verdienste beim Aufbau der neuen deutschen Streitkräfte und ihrer Integration in die Gesellschaft erworben; im II. Weltkrieg diente er allerdings loyal bis zum Schluss. Er war, wie der Militärhistoriker Sönke Neitzel in seinem Großwort schreibt, von der Richtigkeit des Krieges überzeugt und zeigte wenig Verständnis für die Widerstandskämpfer um Stauffenberg. Die offene und mutige Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nahm Hauschild ab 1945 vor, auch in Form von Veröffentlichungen. Die Verschwörer des 20. Juli wurden nun sein Vorbild. In der Betrachtung seiner Gesamtpersönlichkeit zeigt sich, dass er als Vorbild für die gesamte Bundeswehr dienen kann.
FAZIT
Der Sammelband "Oberst Reinhard Hauschild 1921 – 2005. Traditionsstifter für die Bundeswehr? Gedenkschrift zum 100. Geburtstag" ist ein Beispiel dafür, wie sich Truppenteile und Verbände auf hohem Niveau mit ihren Vorbildern aus der Geschichte der Bundeswehr auseinandersetzen können. Die einzelnen Beiträge bieten darüber hinaus Anknüpfungspunkte für die militärhistorische Forschung zur Bundeswehr im Kalten Krieg. Der Sammelband erschien im Jahr 2021 im Berliner Miles#en-Verlag. Die Herausgeber des Bandes sind Dirk Drews und Stefan Gruhl.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Oberst Reinhard Hauschild (1921-2005) gedenkt die Truppe für Operative Kommunikation der Bundeswehr (OpKomBw) einem ihrer Gründerväter und Kommandeur des PSK-Senderbataillons 701. Die Herausgeber des Buches fragen im Untertitel, ob Oberst Hauschild als Traditionsstifter der Bundeswehr gelten könne. Dieser hatte sich zwar große Verdienste beim Aufbau der neuen deutschen Streitkräfte und ihrer Integration in die Gesellschaft erworben; im II. Weltkrieg diente er allerdings loyal bis zum Schluss. Er war, wie der Militärhistoriker Sönke Neitzel in seinem Großwort schreibt, von der Richtigkeit des Krieges überzeugt und zeigte wenig Verständnis für die Widerstandskämpfer um Stauffenberg. Die offene und mutige Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nahm Hauschild ab 1945 vor, auch in Form von Veröffentlichungen. Die Verschwörer des 20. Juli wurden nun sein Vorbild. In der Betrachtung seiner Gesamtpersönlichkeit zeigt sich, dass er als Vorbild für die gesamte Bundeswehr dienen kann.
FAZIT
Der Sammelband "Oberst Reinhard Hauschild 1921 – 2005. Traditionsstifter für die Bundeswehr? Gedenkschrift zum 100. Geburtstag" ist ein Beispiel dafür, wie sich Truppenteile und Verbände auf hohem Niveau mit ihren Vorbildern aus der Geschichte der Bundeswehr auseinandersetzen können. Die einzelnen Beiträge bieten darüber hinaus Anknüpfungspunkte für die militärhistorische Forschung zur Bundeswehr im Kalten Krieg. Der Sammelband erschien im Jahr 2021 im Berliner Miles#en-Verlag. Die Herausgeber des Bandes sind Dirk Drews und Stefan Gruhl.
15 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Johannes Steinhoff: Wohin treibt die NATO? Probleme der Verteidigung Westeuropas“ vor. Es erschien 1976 im Verlag Hoffmann und Campe in Hamburg sowie 1978 im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv).
Zwei Jahre nach seinem Abschied vom Militär veröffentlichte General Johannes Steinhoff 1976 sein Buch „Wohin treibt die NATO?“ Der deutsche General, der zuletzt Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, und damit höchster Soldat der Nordatlantischen Allianz war, setzt sich darin überaus kritisch mit dem damaligen Zustand des Bündnisses auseinander. Wenngleich es unter dem Eindruck der damaligen Blockkonfrontation mit dem Warschauer Pakt entstanden ist, beschreibt es immer noch vielfältige Probleme, die das einzige Militärbündnis der Welt auch heute noch hat.
Der Autor
Johannes Steinhoff (1913-1994) selbst war eine bemerkenswerte Persönlichkeit: Im Zweiten Weltkrieg ausschließlich in „Frontverwendungen“ als Jagdflieger eingesetzt, ist er vielen durch seine Brandverletzungen infolge eines Flugzeugabsturzes kurz vor Kriegsende in Erinnerung. Seit 1952 als Referent im Amt Blank stieg er ab 1956 in wenigen Jahren in Spitzenverwendungen in der Luftwaffe und in der NATO auf. Früh gewann er hohe Anerkennung bei den neuen Alliierten. Dass er dabei Konflikte nicht scheute zeigt sein Verhalten in der Starfighter-Krise 1966, als er gegen den Widerstand im Bundesverteidigungsministerium Kompetenzgewinne für sich als Inspekteur der Luftwaffe errang. Nach seiner aktiven Militärdienstzeit war er auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte zwei Bücher zu seinen Jahren in der Wehrmacht sowie einen Sammelband zu den Erfahrungen, die Deutsche im Zweiten Weltkrieg machten.
Zwei Jahre nach seinem Abschied vom Militär veröffentlichte General Johannes Steinhoff 1976 sein Buch „Wohin treibt die NATO?“ Der deutsche General, der zuletzt Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, und damit höchster Soldat der Nordatlantischen Allianz war, setzt sich darin überaus kritisch mit dem damaligen Zustand des Bündnisses auseinander. Wenngleich es unter dem Eindruck der damaligen Blockkonfrontation mit dem Warschauer Pakt entstanden ist, beschreibt es immer noch vielfältige Probleme, die das einzige Militärbündnis der Welt auch heute noch hat.
Der Autor
Johannes Steinhoff (1913-1994) selbst war eine bemerkenswerte Persönlichkeit: Im Zweiten Weltkrieg ausschließlich in „Frontverwendungen“ als Jagdflieger eingesetzt, ist er vielen durch seine Brandverletzungen infolge eines Flugzeugabsturzes kurz vor Kriegsende in Erinnerung. Seit 1952 als Referent im Amt Blank stieg er ab 1956 in wenigen Jahren in Spitzenverwendungen in der Luftwaffe und in der NATO auf. Früh gewann er hohe Anerkennung bei den neuen Alliierten. Dass er dabei Konflikte nicht scheute zeigt sein Verhalten in der Starfighter-Krise 1966, als er gegen den Widerstand im Bundesverteidigungsministerium Kompetenzgewinne für sich als Inspekteur der Luftwaffe errang. Nach seiner aktiven Militärdienstzeit war er auch schriftstellerisch tätig und veröffentlichte zwei Bücher zu seinen Jahren in der Wehrmacht sowie einen Sammelband zu den Erfahrungen, die Deutsche im Zweiten Weltkrieg machten.
Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Das ZMSBw stellt Bücher zur (Militär-)Geschichte vor