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Angelesen! Audio-Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Archiv

99 Episoden
17 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir Ihnen das Buch das von Anja Seiffert und Julius Heß: "Leben nach Afghanistan. Die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr" vor. Das Werk erschien im Jahr 2020 am ZMSBw.

Dr. Anja Seiffert studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Göttingen und Berlin. Promotion in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. an der Freien Universität Berlin, am SOWI und wissenschaftliche Referentin und Büroleiterin im Bundestag. Danach war sie im ZMSBw als Projektbereichsleiterin in der Abteilung Einsatz tätig und ist heute koordinierende Referentin der Enquete-Kommission Afghanistan für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag.

Dr. Julius Heß studierte Soziologie, Geschichte und Philosophie in Hamburg und Paris. Abgeschlossenes Promotionsprojekt zur quantitativen Gewaltursachenforschung. Von 2012 bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projektbereich "Einsatzbegleitung und Einsatzdokumentation" am ZMSBw. Danach war er Referent im Auswärtigen Amt und ist heute im Bereich der Datengewinnung zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik im Bundeskanzleramt tätig.

Das ZMSBw begleitete und befragte die Angehörigen des 22. Kontingents ISAF über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren – vor dem Einsatz, während des Einsatzes in Afghanistan, etwa sechs Wochen nach der Rückkehr und dann nochmals drei Jahre später.

Fazit

Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild des Einsatzes und der Lebensrealität von (Einsatz-)Soldaten und Veteranen. Die Einsatzrückkehrer haben die Erfahrungen des Einsatzes überwiegend positiv in ihr Selbstbild integriert. Viele sagen, an dem Einsatz gewachsen zu sein, fühlen sich gelassener, psychisch belastbarer und wissen das Leben in Deutschland jetzt mehr zu schätzen. Das gilt aber nicht für alle Soldaten und Veteranen des Kontingents. Ein kleinerer Teil berichtet von anhaltenden körperlichen oder seelischen Verletzungen sowie von Fremdheitsgefühlen im Alltag. Die Kontingentangehörigen haben eine der intensivsten Phasen des Engagements der Bundeswehr in Afghanistan erlebt. Das ist an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen. Vielen fällt es schwer, außerhalb des Kameradenkreis über ihre Erfahrungen zu sprechen. 

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl

Sprecher und Produktion: Christoph Jan Longen
24 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Philipp Münch, "Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Konflikten" vor. Das Werk erschien im Jahr 2015 im Rombach Verlag. 

Sowohl für die NATO als auch für die Bundeswehr stellte die International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan den intensivsten und verlustreichsten Einsatz ihrer Geschichte dar. Über die genaue Praxis dieser vielfach als problematisch gesehenen militärischen Mission ist jedoch wenig bekannt. In seinem Buch "Die Bundeswehr in Afghanistan. Militärische Handlungslogik in internationalen Konflikten" untersucht Philipp Münch erstmals auf breiter Quellenbasis und in historischer Perspektive die Handlungslogik der Bundeswehr in Afghanistan, ebenso die relevanten politischen Entscheidungen.

Münch analysiert eingehend, wie die Verantwortlichen den Auslandseinsatz strategisch und operativ planten, wie sie mit afghanischen Machthabern umgingen, wie das Nachrichtenwesen funktionierte und wie die Bundeswehr Gewalt anwendete. Die Ergebnisse werden eingebettet in eine Untersuchung der lokalen afghanischen Verhältnisse, unter denen die Bundeswehr agierte. Das Buch erschien 2015 im Rombach-Verlag in Freiburg.

Dr. Philipp Münch ist Projektbereichsleiter Deutsche Sicherheitspolitik und Bundeswehr im Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Heiner Bröckermann

Sprecher und Produktion: Dr. Heiner Möllers
14 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Tahmina Sadat Hadjer: "Die Bundeswehr in Afghanistan: Zivil-militärische Zusammenarbeit" vor. Es erschien 2010 im Bouvier Verlag.

In dem Buch "Die Bundeswehr in Afghanistan: Zivil-militärische Zusammenarbeit" unt ersucht Tahmina Sadat Hadjer das Konzept der Bundeswehr zur zivil-militärischen Zusammenarbeit. Am Beispiel des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr geht sie der Frage nach, inwieweit die praktische Umsetzung dieses Konzepts den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Sie nimmt dabei die von der Bundeswehr geführten Provincial#en Reconstruction#en Teams und deren Verhältnis zur afghanischen Bevölkerung sowie zu Nichtregierungsorganisationen und Internationalen Organisationen in den Blickpunkt. 

Fazit

In diesem Zusammenhang beleuchtet die Autorin kritisch die deutschen Besonderheiten in der Praxis der vernetzten Sicherheit. Sie berücksichtigt dabei beide Sichtweisen – sowohl die zivile als auch die militärische. Hadjers Prognose, der Afghanistaneinsatz würde die Institutionalisierung der zivil-militärischen Zusammenarbeit stärken, hat sich allerdings in der Praxis nicht bewahrheitet. Dr. Tahmina Sadat Hadjer ist eine Politikwissenschaftlerin, die 2013 an der Universität Konstanz zum Thema: Spoiler or#en Stabilizer? Assessing the Role of Private Military and#en Security Companies in Armed Conflicts promoviert hat.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl

Sprecher und Produktion: Christoph Jan Longen
23 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Markus Götz, "Hier ist Krieg." Afghanistan-Tagebuch 2010, hrsg. von Christian Hartmann vor.Das Werk erschien im Jahr 2021 im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht.

Diese Buchreihe des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr befasst sich mit ausgewählten Aspekten zur Einsatzgeschichte der Bundeswehr seit 1991.

Der Herausgeber dieser Quelle, Dr. Christian Hartmann, ehemaliger Leiter der Abteilung Einsatz am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr ist in der zeit- und militärgeschichtlichen Forschung kein Unbekannter. Er hat viele Bücher zur Geschichte der Wehrmacht und des Zweiten Weltkriegs publiziert und gilt als Experte für historische Editionen; seine bekannteste ist eine Kritische Edition von Hitlers Schrift „Mein Kampf“.

Markus Götz ist Stabsfeldwebel, Angehöriger der Panzertruppe bei der Bundeswehr und privater Buchautor.

Fazit

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist nicht gut ausgegangen – nicht gut für uns, nicht gut für viele Afghanen und nicht gut für die Afghaninnen. Das wirft viele Fragen auf. Inzwischen richtet sich die öffentliche Wahrnehmung auf den Krieg in der Ukraine, während sich die Bundeswehr wieder auf die Bündnis- und Landesverteidigung fokussiert. 

Der Einsatz in Afghanistan scheint dahinter zurückzutreten. Doch kommen wir auch in diesem Fall nicht darum, uns dieser Vergangenheit zu stellen – sie zu beschreiben, darüber nachzudenken und unsere Lehren daraus zu ziehen. Aber wie? Ein erster Schritt ist auch hier eine Sammlung und Sichtung der

historischen Quellen und eine Befragung der Zeitzeugen. Genau das tut das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam. Im September 2021, unmittelbar nach dem Abzug aus Afghanistan, hat es ein umfangreiches persönliches Tagebuch aus diesem Einsatz veröffentlicht. Diese Aufzeichnungen sind ein Glücksfall. Entstanden sind sie im Frühjahr 2010, im dramatischsten Jahr dieses Einsatzes, während des Karfreitagsgefechts. Der Autor war gewissermaßen „mittendrin“. Als Gruppenführer in einer Kampfkompanie hat Hauptfeldwebel Markus Götz seine Erlebnisse Tag für Tag mitprotokolliert. Dass zudem gerade sein Kontingent, das 22. Kontingent ISAF, wissenschaftlich umfassend erforscht wurde, macht diese Quelle noch interessanter. Hier handelt es sich nicht um nachträgliche Einsichten oder geschönte Erinnerungen, sondern um ein authentisches Zeugnis mitten aus dem Geschehen des Jahres 2010.

Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann

Sprecher und Produktion: Christoph Jan Longen
18 Minuten
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch „Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“ vor. Es wurde 2021 von Jochen Maurer und Martin Rink herausgegeben.

Das Buch „Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan war in vielerlei Hinsicht paradox. Dessen politische Ziele und die Kommunikation darüber passten einfach nicht zusammen. Aber auch das Handeln der Truppe vor Ort war durchaus widersprüchlich. Der Sammelband arbeitet die wesentlichen Defizite des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan heraus. Deutlich wird: Interventionen produzieren Paradoxien. Das Gute zu wollen kann dazu führen, das Böse zu schaffen. Das passiert umso eher, wenn die politischen Ziele nicht klar und verständlich kommuniziert werden und die grundsätzliche Kontingenz von Krieg ausgeblendet wird.

Fazit

Die Autoren des Sammelbandes „Einsatz ohne Krieg? Die Bundeswehr nach 1990 zwischen politischem Auftrag und militärischer Wirklichkeit“ kommen zu Ergebnissen, welche die laufende Evaluation des Afghanistaneinsatzes der Enquetekommission des Deutschen Bundestages beeinflussen dürften. Bis dahin bleibt der Sammelband die wohl wichtigste Quelle für dessen kritische Analyse. Zu dieser komplexen Einsatzgeschichte der Bundeswehr eröffnet der vorliegende Band Zugänge aus der Perspektive der Militärgeschichte, der Sozialwissenschaften sowie aus der Sicht von ausgewählten Zeitzeugen.

Artikeltext und Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann

Sprecher und Produktion: Christoph Jan Longen
17 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das von Bernhard R. Kroener geschriebene 2-bändige Buch „Lebensscherben – Hoffnungsspuren. Eine Familie aus Schlesien in den Stürmen des 20. Jahrhunderts. Eine dokumentarische Erzählung“ vor. Das Werk erschien 2023 im Carola Hartmann Miles-Verlag in Berlin.

„Bernhard R. Kroener, vormals Professor für Militärgeschichte – Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam, hat die Geschichte seiner aus Schlesien stammenden Familie niedergeschrieben. Im Mittelpunkt stehen die drei Brüder Werner, Johannes und Bernhard, einer davon der Vater von Kroener, die den krieg miterleben und erleiden mussten. Zwei von ihnen haben den Krieg nicht überlebt. Die Rest-Familie fand schließlich nach dem Krieg in Vallendar am Rhein wieder zusammen. Ihre Heimat in Breslau gab sie auf. Diese Familiengeschichte gibt einen tiefen Einblick in das von den Wirren der Zeit beeinflusste Leben einer bürgerlichen katholischen Familie.

Fazit

Das gut lesbare und hier und da durchaus humorige Buch "Lebensscherben – Hoffnungsspuren. Eine Familie aus Schlesien in den Stürmen des 20. Jahrhunderts. Eine dokumentarische Erzählung" gewinnt angesichts des Leidens ukrainischer Familien im Krieg eine besondere Aktualität. Es ist mehr als nur eine Familiengeschichte. Jetzt, wo der Krieg in Europa wieder angekommen ist und Fernsehbilder die Wohnzimmer fluten, manche der Zuschauer schon wieder abstumpfen und selbst bei der Bild andere Themen wichtiger scheinen, ist es ratsam, sich den Lebensverhältnissen von Menschen in Diktatur und Krieg zuzuwenden.

Produktion: Bundeswehr/Heiner Möllers
17 Minuten
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das von Torsten Konopka „Deutsche Blauhelme in Afrika. Die Bundesrepublik Deutschland und die Missionen der Vereinten Nationen Anfang der 1990er Jahre“ vor.

Seit Ende der 1980er Jahre nimmt die Bundesrepublik Deutschland mit Polizisten und Soldaten an Missionen der Vereinten Nationen teil. Der Weg in die ersten Beteiligungen war jedoch weder gradlinig, noch waren die ersten Beteiligungen vorhersehbar und unumgänglich. Die ersten Beteiligungen der Bundesrepublik Deutschland an Missionen der Vereinten Nationen gingen auf einen meist sehr komplexen Aushandlungsprozess zwischen den verschiedenen, am Prozess beteiligten Bundesministerien zurück. Dies waren in erster Linie das Auswärtige Amt, das Bundesministerium der Verteidigung, das Bundesministerium des Innern sowie das Bundeskanzleramt. Durch eine umfangreiche Auswertung von Ministerialakten arbeitet der Autor die unterschiedlichen Standpunkte dieser Ministerien heraus. Dabei wird deutlich, dass es Anfang der 1990er Jahre in der Bundesregierung keine einheitliche Linie in Bezug auf die Entsendung der Bundeswehr oder des Bundesgrenzschutzes in Missionen der Vereinten Nationen gab. Vielmehr verfolgte jedes Ressort eigene Interessen, sodass Beteiligungen letzten Endes immer auf einen Kompromiss zurückgingen, der nicht unbedingt mit dem Bedarf der Vereinten Nationen übereinstimmte. 

Fazit

Der Autor, Torsten Konopka, gibt wichtige Informationen zum Verständnis der ersten Auslandsentsendungen des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehr in Missionen der Vereinten Nationen. Diese bieten eine wichtige Grundlage zum Verständnis jüngerer Auslandseinsätze wie im Kosovo, in Afghanistan oder in Mali. Das Buch „Deutsche Blauhelme in Afrika. Die Bundesrepublik Deutschland und die Missionen der Vereinten Nationen Anfang der 1990er Jahre“ wurde 2023 veröffentlicht. Das Buch trägt zur politischen und militärgeschichtlichen Analyse der Ursprünge der frühen Auslandsmissionen der Bundeswehr bei.

Artikeltext und Sprechtext: ZMSBw Autorenteam

Sprecher: Andreas Eichner

Produktion: Andrea Nimpsch
18 Minuten
In dieser Folge von „Angelesen“, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das vom Zentrum Innere Führung im November 2023 neu herausgegebene Handbuch Innere Führung vor.

Das Zentrum Innere Führung setzt sich als national anerkannte und international vernetzte Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr mit Leitfunktion für die Weiterentwicklung, Gestaltung und Vermittlung der Inneren Führung ein. Seine Expertise, seine Kompetenzen und sein Leistungsangebot bilden den Rahmen für Bildung und Zertifizierung aller Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr in allen Fragen und Handlungsfeldern der werteorientierten Führungs- und Organisationskultur. Gleichzeitig ist das Zentrum Innere Führung die zentrale Bildungsinstitution zur Weiterentwicklung individueller Führungskompetenzen.

Im Kern zielen die Grundsätze der Inneren Führung auf die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Der Wille zur Eigeninitiative und zur Übernahme von Verantwortung bleibt trotz der enormen Technologisierung unabdingbar für den Erfolg in Krieg und Einsatz. Zudem wächst mit der Erfahrung die eigene Resilienz und die der Gruppe. Herausfordernde Aufgaben können so selbstbestimmt gemeistert werden. Die Gestaltung des militärischen Dienstes orientiert sich an aus der Kriegswirklichkeit abgeleiteten erzieherischen Zielen, 365 Tage im Jahr. Zur Ungewissheit des Krieges gehört, dass Informationen widersprüchlich oder lückenhaft sind. In solchen Situationen helfen die Werte des Grundgesetzes und die Grundsätze der Inneren Führung. Sie sind ein verlässlicher Kompass, an dem die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr jederzeit ihr Handeln vertrauensvoll ausrichten können.

Fazit

Die Innere Führung ist, das zeigen die Themen dieses Handbuchs, eine umfassende Konzeption. Sicherheitspolitische Analysen, Kriegs- und Konfliktbilder, die Beziehungen zwischen Politik, Gesellschaft und Militär und schließlich die Menschenführung in der Bundeswehr wie auch das Selbstverständnis ihrer Angehörigen – all dies bindet die Innere Führung zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Der Gedankenreichtum vieler Generationen in der Bundeswehr, aber auch in Politik und Gesellschaft, spiegelt sich darin wider. Dabei ist die Innere Führung weder Dogma noch unverbindliche geistige Spielerei. Sie ist eine überaus praxisnahe Konzeption, die zur Weiterentwicklung einlädt. In diesem Handbuch finden sich viele individuelle Angebote zur Befassung mit den wirklich wichtigen Fragen für alle Angehörigen der Bundeswehr. Es soll ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Innere Führung bedarf der verständlichen und beispielhaften Darstellung und der Erläuterung aus der Praxis heraus. Zum Verständnis der Grundprinzipien und ihrer Anwendung ist dieses Handbuch hilfreich, eben um die Inhalte der Konzeption der Inneren Führung für alle Angehörigen der Bundeswehr fassbar zu machen und die Einsatzbereitschaft der Führungs- und Organisationskultur der Bundeswehr zu verdeutlichen. Jeder und jede Interessierte findet in diesem Buch neben einer Klärung der Begrifflichkeiten Anregungen und individuelle Beschreibungen der Schlüsselbegriffe der Inneren Führung aus dem Leben für das Leben.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl

Sprecher und Produktion: Christoph Jan Longen
18 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Kai Uwe Bormann: "Erziehung in der Bundeswehr. Konzeption und Implementierung militärischer Erziehungsgrundsätze in der Aufbauphase der Bundeswehr 1950 bis 1965" vor. Es erschien 2021 im De Gruyter Verlag.

Die Stimmen, die einen Mentalitätswandel deutscher Soldatinnen und Soldaten und Mut zur Erziehung fordern, werden immer lauter. Was ist aber mit Erziehung eigentlich gemeint? Hierüber scheint nur wenig Klarheit zu bestehen. Daher ist Kai Uwe Bormanns Buch über "Erziehung in der Bundeswehr" so wichtig. Der Autor rekonstruiert die Bemühungen der Gründergeneration der Bundeswehr, ein angemessenes Erziehungsverständnis für eine möglichst schlagkräftige Bundeswehr zu finden. Nicht zuletzt durch die Hinzuziehung der bekanntesten Universitätspädagogen der damaligen Zeit war das Ergebnis beeindruckend. Soviel sei an dieser Stelle bereits verraten: Soldatische Erziehung ist Erwachsenenerziehung. Sie erkennt die Persönlichkeit von Soldatinnen und Soldaten an und hilft ihnen dabei, Einstellungen und Tugenden zu entwickeln, die für die Erfüllung ihres Auftrags wichtig sind. Tradierte Vorstellungen einer Entpersönlichung mit einem anschließenden Neuaufbau einer Person haben hier keinen Platz. Ganz im Gegenteil: Erziehung ist begrenzt auf eine "indirekte Erziehung". Vorgesetzte sollen die äußeren Rahmenbedingungen des Dienstes so gestalten und dabei so führen und ausbilden, dass Soldatinnen und Soldaten ihr Verantwortungsbewusstsein schärfen und selbständiges Handeln einüben können.

Fazit

Dr. Kai Uwe Bormann ist Militärhistoriker am ZMSBw in Potsdam. In seinem Buch "Erziehung in der Bundeswehr, Konzeption und Implementierung militärischer Erziehungsgrundsätze in der Aufbauphase der Bundeswehr 1950-1965" geht er auch auf ministerielle Gedankenspiele über die Aufstellung von Sonderbataillonen für renitente Soldaten sowie die damaligen Erwartungen der westdeutschen Bevölkerung ein. Vielen Deutschen war die Erziehung "missratener Söhne" wichtiger als der Verteidigungsauftrag. Das Buch erschien 2021 im De Gruyter Verlag.
19 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Julia Katharina Nordmann: „Das vergessene Gedenken. Die Trauer- und Gedenkkultur der Bundeswehr“ vor. Es erschien 2022 im De Gruyter Oldenbourg Verlag.

Julia Katharina Nordmann stellt in ihrer Dissertation die Entwicklung der Trauer- und Gedenkkultur in der Bundeswehr von deren Anfängen bis zur Gegenwart dar. Sie untersucht die Gründe dafür, dass das Gedenken an im Dienst ums Leben gekommene Soldaten jahrzehntelang ausschließlich bundeswehrintern und abseits der breiten Öffentlichkeit stattfand und hebt die entscheidende Rolle hervor, die die Auslandseinsätze für den Wandel des Gedenkens und seine Verlagerung in die Öffentlichkeit spielten. In den Auslandseinsätzen starben Bundeswehrsoldaten erstmals nicht bei Unfällen, sondern durch Feindeinwirkung. Seit 2008 wurde dieser Kameraden in öffentlichen Zeremonien gedacht. 2009 wurde das öffentlich zugängliche zentrale Ehrenmal der Bundeswehr eingeweiht, das das Gedenken an alle im Dienst ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen ebenso wachhält wie der 2014 eröffnete „Wald der Erinnerung“ in Potsdam-Schwielowsee.

Fazit

Das Thema des Buches: „Das vergessene Gedenken. Die Trauer- und Gedenkkultur der Bundeswehr“ richtet sich an ein breites an militärischen Fragen interessiertes Publikum. Der Autorin ist es gelungen, mit reichhaltigen Quellen, eine überzeugende Studie darzustellen die souverän die verschiedenen systematischen Linien und Verflechtungen der Trauer- und Gedenkkultur in der Bundeswehr aufzeigt. Außerdem zeigt das Buch den langen und mühsamen Prozess, der Einführung des öffentlichen Gedenkens und wie heute in vielfältiger Weise die Toten der Bundeswehr gewürdigt werden.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl

Sprecher: Andreas Eichner

Produktion: Andrea Nimpsch
19 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen" dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Marcel Bohnert: "Innere Führung auf dem Prüfstand. Lehren aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr" vor.

Marcel Bohnert, Dipl.-Päd., M.A., Jahrgang 1979, ist Oberstleutnant im Generalstabsdienst der Bundeswehr. Er war als Gruppenführer im Kosovo, als Kompaniechef in Afghanistan und als Militärberater im Irak eingesetzt. Bohnert hat über 100 Aufsätze zu militärischen Themen verfasst, die u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Spiegel, der Österreichischen Militärischen Zeitschrift oder der Europäischen Sicherheit & Technik veröffentlicht wurden. Zu seinen vieldiskutierten Schriften zählen u.a. "Innere Führung auf dem Prüfstand", "Armee im Aufbruch" und "Die unsichtbaren Veteranen".

Ist die Innere Führung, die ursprünglich für die Landes- und Bündnisverteidigungsarmee des Kalten Krieges konzipiert wurde, auch die passende Führungs- und Organisationskultur für die Einsatzarmee, die unter ganz anderen Rahmenbedingungen fernab von Heimat und Bündnisgebiet operiert? Mit dieser Frage befasst sich im vorliegenden Werk Marcel Bohnert, Oberstleutnant i. G., Afghanistanveteran und seit 2021 zweiter stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes. 

Fazit

Marcel Bohnert versucht in seinem Buch die Diskussion über die Innere Führung zu starten: Wo hat sie sich bewährt? Was sind die Probleme? Dabei will Bohnert das Prinzip nicht abschaffen, im Gegenteil. Für ihn ist es elementarer Bestandteil der deutschen Führungskultur. Dementsprechend übt der Autor zwar Kritik an der derzeitigen Umsetzung der Inneren Führung, liefert aber auch neue Denkanstöße, die u.a. nach der Zeitenwende von 2022 hilfreich sein können. Das Buch "Innere Führung auf dem Prüfstand. Lehren aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr“ erschien 2017 im GermanVeteransPublishing (GVP).

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Christoph Kuhl

Sprecher und Produktion: Christoph Jan Longen
20 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Thomas Wanninger: "Kritik der Inneren Führung. Eine Konzeption der Wehrhaftigkeit in der Demokratie" vor. Es erschien 2023 im Miles-Verlag.

In der Aufbauphase der Bundeswehr wurde die Innere Führung als Konzept bezeichnet. Dies deutete darauf hin, dass die Arbeit daran noch längst nicht abgeschlossen war. Zudem gab es scharfe Kontroversen über ihre inhaltliche Ausgestaltung. Erst viele Jahre später war es üblich, von einer Konzeption der Inneren Führung zu sprechen. Thomas Wanninger zeigt in seinem Buch „Kritik der Inneren Führung“ auf, dass die Innere Führung noch längst keine Konzeption ist. Sie sei nur ein Konvolut an Grundsätzen, denen der innere Zusammenhang und eine tiefere Begründung fehle. Hinzu käme: Wie bei einer Bad Bank wurden unangenehme Themen an die Innere Führung ausgelagert. Kein Wunder also, dass ihre Akzeptanz in den Streitkräften unzureichend ist. Thomas Wanninger möchte die Innere Führung auf wenige Axiome begrenzen, die aus sich heraus einsichtig sind und den Soldatinnen und Soldaten eine klare Orientierung ermöglichen.

Fazit

Dr. phil. Thomas Wanninger (Jahrgang 1971) ist Oberstleutnant d.R. und kommt aus Regensburg. Bei der Bundeswehr diente er unter anderem bei der Gebirgsjägertruppe, als Kompaniechef, am Zentrum Innere Führung sowie als Referent in Höheren Kommandobehörden. Er engagiert sich auch in den sozialen Medien für die Innere Führung. Der Autor entwirft zuerst eine Systematik, aus der heraus fünf Axiome der Inneren Führung benannt werden. Es geht um ein Gesellschaftsprinzip, Demokratieprinzip und Personalitätsprinzip. Hinzu kommen ein Komplementärprinzip und Identitätsprinzip, wo die Einheit des Gegensätzlichen thematisiert wird. Für das Spezifische des Soldatenberufs, in dem mit der Waffe in der Hand die Freiheit verteidigt werden muss, ist das entscheidend. Aus diesen Überlegungen folgen Ansätze zu einer Vereinfachung der Bundeswehr. Man wird nicht umhinkommen, dem in demokratischer Haltung geübten Vorgesetzen Vertrauen und Gestaltungsfreiheit entgegenzubringen.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann

Sprecher: Andreas Eichner

Produktion: Andrea Nimpsch
16 Minuten
In dieser Folge von Angelesen, dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellen wir das Buch von Christian Göbel: "Glücksgarant Bundeswehr? Ethische Schlaglichter auf einige neuere Studien des ZMSBw im Kontext von Sinn und Glück des Soldatenberufs, Innerer Führung und Einsatz-Ethos" vor.

Prof. Dr. Dr. Christian Göbel studierte Philosophie und Theologie in Paderborn, München, Cambridge, Rom und Leiden. Nach Lehr- und Forschungstätigkeiten in Rom, Sonada (Indien) und Boston ist er seit 2008 Professor für Philosophie am Assumption College in Worcester (USA), wo er auch im Studiengang "Peace and#en Conflict Studies" lehrt. Seit 2015 ist Prof. Göbel Direktor des Rom-Campus der Hochschule. Weiterhin ist er Oberstleutnant der Reserve in der Bundeswehr.

Die Bundeswehr hat zuletzt der Zufriedenheit ihrer Angehörigen erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Die vorliegende Untersuchung begleitet dieses Vorgehen mit philosohischen Reflexionen und beleuchtet Gründe, die in der Personalwerbung, aber auch in der ethischen Verantwortung des Dienstgebers für die Soldatinnen und Soldaten liegen. Zugleich zeigt sich, dass die empirische Bestandsaufnahme von Zufriedenheitsfaktoren in Bildungsanstrengungen überführt werden sollte, die die Sinnhaftigkeit des Soldat seins verdeutlichen. Der Soldatenberuf bietet extrinsische wie intrinsische Motivation; er kann Zufriedenheit und Glück bereiten und darin attraktiv sein.

Fazit

Das Buch "Glücksgarant Bundeswehr? Ethische Schlaglichter auf einige neuere Studien des ZMSBw im Kontext von Sinn und Glück des Soldatenberufs, Innerer Führung und Einsatz-Ethos" erschien im Jahr 2016 im Miles-Verlag. Der Soldatenberuf bietet extrinsische wie intrinsische Motivation; er kann Zufriedenheit und Glück bereiten und darin attraktiv sein. Die Studie liefert Argumente für eine Intensivierung der ethisch-politischen und menschlich-geistigen Bildung in der Bundeswehr. Inhaltlich schöpft diese aus dem Wertekontext der Inneren Führung, deren Relevanz auch für die "Generation Einsatz" unterstrichen wird.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann

Sprecher/Produktion: Christoph Jan Longen
16 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Angela Dörfler-Diercken und Robert Kramer: "Innere Führung in Zahlen: Streitkräftebefragung 2013" vor. Es erschien 2014 im Miles-Verlag.

Angelika Dörfler-Dierken, Ev. Theologin, war Projektbereichsleiterin für Innere Führung, Ethik und Militärseelsorge im Forschungsbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte am ZMSBw in Potsdam und apl. Prof. am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg. Sie befindet sich seit 2021 im Ruhestand.

Dipl.-Kfm. Hauptmann Dr.  Robert Kramer war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projektbereich „Personalgewinnung und Personalbindung“‘ im Forschungsbereich „Militärsoziologie“ des ZMSBw. Zuvor war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Institut für Marketing) sowie am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr in Strausberg tätig. Sein Arbeitsschwerpunkt lag auf der Durchführung empirischer Studien, die Fragen der Arbeitgeberattraktivität, der Berufs- und Arbeitgeberwahl sowie der Unternehmenskommunikation untersuchen. Heute ist Kramer Market Insight Manager bei der Berlin-Chemie AG.

In der Bundeswehrumfrage des Jahres 2013 wurden erstmals die Soldatinnen und Soldaten nach ihrer Kenntnis der ZDv 10/1 Innere Führung (2008), nach ihren Einstellungen gegenüber der Inneren Führung und nach ihren Erfahrungen mit der Umsetzung dieser Vorschrift in der Bundeswehr gefragt. Die repräsentativen Ergebnisse lassen die breite Zustimmung zur ZDv 10/1 Innere Führung (2008) ebenso erkennen wie Nachsteuerungsbedarf und Desiderate. Die vorliegende Untersuchung ist die erste empirisch gestützte Studie zur Inneren Führung.

Fazit

Angelika Dörfler-Dierken und Robert Kramer haben Bekanntheit, Akzeptanz und Umsetzung der Inneren Führung in der Bundeswehr untersucht. Auf der Basis der Streitkräftebefragung 2013 haben die Autoren die erste empirisch-quantitative Analyse zur Inneren Führung vorgelegt. Die Untersuchung bietet neue Perspektiven für die Wahrnehmung der in der Zentralen Dienstvorschrift zur Inneren Führung festgeschriebenen Grundsätze und Normen. Sie regt in viel-fältiger Weise zu Austausch und Diskussion über die Umsetzung der Inneren Führung und zu deren Weiterentwicklung an.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext: Dr. Uwe Hartmann

Sprecher: Esther Geiger

Produktion: Andrea Nimpsch
16 Minuten
In dieser Folge von "Angelesen", dem Buchjournal des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr stellen wir das Buch von Frank Nägler: "Der gewollte Soldat und sein Wandel". Personelle Rüstung und Innere Führung in den Aufbaujahren der Bundeswehr 1956 bis 1964/65 vor. Es erschien 2010 im De Gruyter Oldenbourg Verlag.

Fregattenkapitän a. D. Dr. Frank Nägler ist Marineoffizier, Historikerstabsoffizier im Ruhestand und ehemaliger Wissenschaftler des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Nägler wurde veröffentlichte u. a. zur Geschichte der Bundeswehr, zur Marinegeschichte, zum Liberalismus und zum Thema „Deutsche Jüdische Soldaten“.

Das Projekt untersucht zunächst das bei Aufstellungsbeginn der Bundeswehr konzipierte Bild des Staatsbürgers in Uniform. Frank Nägler stellt hierbei konkurrierende Lesarten dieses Leitbildes vor und betrachtet sodann dessen Ausprägungen, wie sie in den einschlägigen Gesetzen, Vorschriften und Publikationen ihren Niederschlag gefunden haben. Schließlich wendet sich die Studie der bis 1964 vorgenommenen Aufstellung zu. Analysiert werden dabei die Folgen, welche die Rekrutierung und die damit einhergehenden Krisen für das Binnengefüge der Streitkräfte und für das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform gehabt haben.

Fazit

Die Reihe Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland schließt nahtlos an das vierbändige Werk Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik an und schreibt die Geschichte der Bundeswehr fort.

Für den interessierten Laien sind die umfangreiche Buch-Einleitung und die jeweiligen Kapiteleinführungen in Verbindung mit der präzisen Zusammenfassung bereits ausreichend, um die Materie weitgehend zu erfassen. Für den forschenden Kenner dagegen ist diese Neuerscheinung eine kaum versiegende Informationsquelle und Fundus eigener Fragestellungen.

Artikeltext: Dr. Stefan Brenner

Sprechtext/Sprecher: Dr. Uwe Hartmann

Produktion: Andrea Nimpsch