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Episoden
29.01.2026
55 Minuten
In dieser m.next Podcast-Folge mit dem Philosophen Markus Gabriel
geht es um Moral und die Verantwortung wirtschaftlichen Handelns.
Ausgangspunkt ist die Frage, warum Moral für viele Menschen heute
ein Reizwort ist. „Du bist immer so moralisch“ ist meist
vorwurfsvoll, selten anerkennend gemeint. Und doch können wir auf
moralische Orientierung nicht verzichten. Aber wann kippt Moral ins
Moralisieren? Und was heißt es überhaupt, moralisch zu handeln?
Gabriel spricht über universelle moralische Tatsachen, die
Antworten darauf geben, was wir tun sollten und was moralisch
richtig oder falsch ist. Sie existieren auf Basis unseres
gemeinsamen Menschseins und gelten allgemein und objektiv,
unabhängig von individuellen Meinungen oder Prägungen. Moralische
Neutralität ist nicht möglich, so Gabriel. Gabriel fordert einen
„ethischen Kapitalismus“, eine moralische, humane Marktwirtschaft,
die nicht auf unendliches Wachstum ausgerichtet ist. Kann das
realistisch sein? Diskutiert wird das Modell des Grünen Wachstums
und die Grenzen zwischen ökonomischen Anforderungen und moralischer
Verantwortung, etwa mit Blick auf Klimawandel, Wettbewerbsdruck und
den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Überfordern sich Unternehmen,
wenn sie öffentlich Haltung zu politischen oder gesellschaftlichen
Fragen zeigen, oder kann das sogar ein wirtschaftlicher Vorteil
sein? Welche Rolle kommt Unternehmen für die Stabilität von
Demokratie und Gesellschaft zu? Ist Zuversicht eine moralische
Pflicht? Markus Gabriel zählt zu den bekanntesten und
einflussreichsten deutschen Philosophen der Gegenwart. Mit nur 29
Jahren wurde er zum jüngsten Philosophieprofessor Deutschlands
berufen. Heute ist er Professor für Erkenntnistheorie und
Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn sowie Direktor des
Internationalen Zentrums für Philosophie. In seinen Büchern, unter
anderem „Moralische Tatsachen, Gutes tun – Wie der ethische
Kapitalismus die Demokratie retten kann“ und „Moralischer
Fortschritt in dunklen Zeiten“ beschäftigt er sich seit Jahren mit
Fragen der Moral.
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06.11.2025
54 Minuten
„Zuhören ist vielleicht die elementarste Kraft von Kommunikation“,
sagt Bernhard Pörksen in dieser Podcast-Folge und betont, dass
Zuhören ein aktiver, kein passiver Akt ist. Für Pörksen bedeutet
echtes Zuhören, „überraschungs- und irritationsfähig“ zu sein,
damit wir wirklich etwas Neues und nicht nur Bestätigung erfahren.
Er kritisiert das „Sprungbretthören“, wie er es nennt: das
vermeintliche Zuhören, während man nur auf eine Pause oder ein
Stichwort wartet, um wieder von sich selbst zu sprechen oder den
anderen gleich mitten im Satz zu unterbrechen. Zuhören ist für
Pörksen eine Kunst, doch er warnt zugleich davor, ihre Wirkung zu
überschätzen. Dialog bedeutet verstehen zu wollen, nicht
automatisch Verständnis oder gar Einverständnis, denn auch die
Anerkennung von Differenzen gehört zum Verstehen wollen und führt
nicht zwangsläufig zur Auflösung von Differenzen. Wie hat sich
Kommunikation durch digitale Medien verändert? Wie unser Zuhören im
Speziellen? Welche Folgen hat das für unsere Sehnsucht nach
Resonanz? Sollten wir wirklich jedem Menschen Gehör schenken?
Welche Bedeutung misst Pörksen dem Schweigen bei? Das alles und
noch viel mehr beantwortet Bernhard Pörksen im Gespräch mit Detlef
Altenbeck. Zuhören lohnt sich. Bernhard Pörksen ist Professor für
Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Seine Schwerpunkte
sind gelingende Kommunikation, Krisenkommunikation,
Skandalforschung und die gesellschaftlichen Folgen der
Digitalisierung. Zudem schreibt er mit großem Erfolg Bücher. Sein
aktuelles Werk „Zuhören – Die Kunst, sich der Welt zu öffnen“ ist
ein SPIEGEL-Bestseller.
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29.09.2025
1 Stunde 4 Minuten
„Wir haben alle Verantwortung dafür, wie gute Debatten gelingen
können“, sagt Julia Reuschenbach in dieser Podcast-Folge. Wir
sprechen über die Grundlagen einer funktionierenden Debattenkultur,
als Grundlage einer lebendigen Demokratie. Was haben soziale Medien
bei unseren Debatten zum Schlechten, aber auch zum Guten verändert?
Wie könnten notwendige Regulierungen sozialer Plattformen aussehen?
Wäre eine Klarnamenpflicht eine Gefahr für die Meinungsfreiheit?
Debatten brauchen einen Wertekompass, dazu gehört das Anerkennen
von Fakten und die Verständigung auf eine Wahrheit. Mit Deepfakes
stellt sich radikal die Frage nach Echtheit. Welche Regeln braucht
es hier? Wie können wir besser streiten, damit der Streit nicht nur
Energie entlädt, sondern auch Erkenntnis erzeugt? Gibt es heute
verstärkt einen „Bekenntniszwang“, also den Druck, sich immer
sofort eindeutig zu positionieren, entweder für oder gegen etwas zu
sein? Gehört zur Meinungsfreiheit auch das Recht auf Schweigen? Es
geht außerdem um Cancel Culture und die Frage, warum woke sein,
also wachsam und achtsam gegenüber Verletzungen und
Diskriminierung, immer häufiger als Schimpfwort benutzt wird. Was
sind die wichtigsten Schritte hin zu einer besseren Debattenkultur?
Antworten darauf und viele Denkanstöße gibt Julia Reuschenbach in
dieser Podcast-Folge. Julia Reuschenbach ist
Politikwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und
forscht zu Parteien und politischer Kommunikation. Gemeinsam mit
Korbinian Frenzel, Journalist und Moderator beim Deutschlandfunk,
hat sie das Buch „Defekte Debatten – Warum wir als Gesellschaft
besser streiten müssen“ geschrieben.
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24.07.2025
1 Minute
Mangelnde Wertschätzung ist eine der häufigsten Formen von
Kränkung, im Privaten wie im Berufsleben. Wenn Kränkung Beziehungen
zerstört, kann Wertschätzung wie ein Gegengift wirken, sagt Prof.
Dr. Reinhard Haller in der dritten Folge unseres Sommergesprächs.
Doch was genau ist Wertschätzung? Wie hängt sie mit Selbstwert und
persönlichen Werten zusammen? Und warum sieht Haller unsere
Gesellschaft in einer Art Wertschätzungsblockade? Reinhard Haller
erklärt, warum Wertschätzung für ihn ein Führungsprinzip ist, er
viele Führungskräfte aber für emotionale Analphabeten hält, die
emotionale Grundkompetenzen erst noch erlernen müssten, etwa durch
Empathie- und Feedbackunterricht. Welche Folgen hat es, wenn
Mitarbeitende dauerhaft das Gefühl haben, ihre Arbeit werde nicht
gesehen und nicht wertgeschätzt? Haller warnt zugleich vor
inflationärem oder falsch eingesetztem Lob und erzählt die
Geschichte eines Mitarbeitenden, der durch Lob sogar krank wurde.
Haller sieht das Problem der fehlenden Wertschätzung aber nicht nur
von oben nach unten, sondern auch in umgekehrter Richtung und
beklagt, dass auch Führungskräfte häufig nicht ausreichend
wertgeschätzt werden. Was braucht es also für eine gesunde
Feedbackkultur? Wie gelingt echte Wertschätzung im Berufsalltag,
jenseits von bloßer Freundlichkeit, Nettigkeit und höflichem Dank?
Und wie lässt sich der schmale Grat wahren zwischen Anerkennung und
übertriebener Kuschelkultur? Gibt es allgemeine Regeln, echte
Wertschätzung zu zeigen? Kann auch Kritik wertschätzend sein?
Antworten darauf und viele Denkanstöße gibt Reinhard Haller in
dieser Podcast-Folge. Prof. Dr. Reinhard Haller ist Psychiater,
Psychotherapeut und Neurologe. Seine Bücher „Das Böse“, „Die
Narzissmusfalle“, „Die Macht der Kränkung“ und „Das Wunder der
Wertschätzung“ wurden zu internationalen Bestsellern. Als einer der
renommiertesten Gerichtsgutachter Europas war er an zahlreichen
aufsehenerregenden Kriminalfällen beteiligt.
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17.07.2025
55 Minuten
Kränkung ist der Schwerpunkt der zweiten Folge unseres dreiteiligen
Sommergesprächs mit Prof. Dr. Reinhard Haller. Kränkungen sind
alltäglich, oft subtil, manchmal dramatisch und sie wirken lange
nach. Sie beeinflussen Biografien, Beziehungen, Karrieren. Und doch
ist „Kränkung“ kein wissenschaftlich klar definierter Begriff. Wir
fragen Reinhard Haller: Was genau ist eine Kränkung? Was gilt als
solche und worin liegt ihre „Macht“? Können wir uns gegen
Kränkungen wehren? Können wir verhindern, andere zu kränken? Haller
macht deutlich: Sowohl eine Unterversorgung mit Zuwendung und
Aufmerksamkeit als auch eine Überbehütung in der Kindheit können
dazu führen, dass Menschen kränkungsanfälliger und -bereiter
werden. Ein schwaches Selbstwertgefühl, Dünnhäutigkeit und
verletzbare Egos sind oft die Folge. Wir sprechen außerdem über
zentrale Fragen wie: Lassen sich frühkindliche Prägungen im
späteren Leben aufbrechen? Was passiert nach Kränkungen und wie
gefährlich sind sie? Können Kränkungen Unternehmen krank machen?
Welche Rolle spielen Kränken und Gekränktsein für Menschen in
Führungspositionen und bei Mitarbeitenden? Welche Kränkungen
begegnen uns speziell im Berufsleben? Und kann ein Burn-out auch
die Folge mangelnder Wertschätzung oder ständiger Kränkung sein?
Kränkungen können zu Rückzug, Schweigen, Wut, Rache oder sogar zu
Gewalt führen. Sie können aber auch kreative Energien freisetzen.
Reinhard Haller erzählt in dieser Podcast-Folge, wie Künstler
Kränkungen produktiv kompensieren und wie wir alle lernen können,
Kränkungen mit Neugier zu begegnen und sie als Chance zu nutzen.
Prof. Dr. Reinhard Haller ist Psychiater, Psychotherapeut und
Neurologe. Seine Bücher „Das Böse. Die Psychologie der menschlichen
Destruktivität“, „Die Narzissmusfalle“, „Die Macht der Kränkung“
und „Das Wunder der Wertschätzung“ wurden zu internationalen
Bestsellern. Als einer der renommiertesten Gerichtsgutachter
Europas war er in zahlreichen aufsehenerregenden Kriminalfällen
tätig, darunter schwere Gewalt- und Tötungsdelikte.
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Über diesen Podcast
m.next ist eine Denkwerkstatt, die Resonanz schafft. In unserem
Podcast sprechen wir über relevante Themen der Zeit aus den
Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur,
immer in Bezug zur Kommunikation. Wir sprechen mit renommierten
Experten und Expertinnen, persönlich und auf Augenhöhe und möchten
zum Mitdenken anregen. Gute Unterhaltung und viel Spaß bei der
Gewinnung neuer Erkenntnisse. Auf Kritik, Anregungen und Kommentare
freuen wir uns.
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