Podcaster
Episoden
12.01.2026
25 Minuten
Der erste Beitrag beleuchtet den Alltag von Menschen mit ME/CFS
und die Herausforderungen beruflicher Teilhabe. Astrid
Edinger von der WUK-Arbeitsassistenz und Verena
Hackl von der Medizinischen Universität Wien erklären,
wie die chronische Erkrankung erkannt wird, welche Symptome
typisch sind und warum ME/CFS oft unsichtbar bleibt. Ein
zentraler Ansatz im Umgang mit der Erkrankung ist das sogenannte
Pacing – ein bewusstes Energiemanagement, das Überlastung
vermeiden soll. Psychotherapie und arbeitsbezogene
Unterstützungsangebote können Betroffene dabei begleiten, ihre
Belastungsgrenzen einzuhalten und Arbeit – wenn möglich – zu
erhalten. Gleichzeitig machen die Expertinnen deutlich, dass es
in Österreich nach wie vor an ausreichenden
Versorgungsstrukturen, Forschung und Aufklärung fehlt.
Der zweite Beitrag zeigt, wie Künstliche Intelligenz neue
inklusive Arbeitsmöglichkeiten schafft. Am Beispiel der
Datenannotation bei KapschTrafficCom wird
deutlich, wie Menschen – insbesondere aus dem Autismus-Spektrum
oder mit anderen Beeinträchtigungen – ihre Stärken in Präzision,
Detailgenauigkeit und Ausdauer in den KI-Trainingsprozess
einbringen. Die Arbeit besteht darin, Bilddaten zu markieren und
zu prüfen, um KI-Systeme zuverlässig zu trainieren. Der Verein
„Responsible Annotation“ ist aus einem Pilotprojekt
hervorgegangen und verfolgt das Ziel, nachhaltige Arbeitsplätze
im KI-Umfeld zu schaffen. Neben klaren Strukturen, verständlichen
Regeln und einem reizarmen Arbeitsumfeld zeigt der Beitrag vor
allem: Wenn Arbeitsbedingungen angepasst werden, entstehen neue
berufliche Chancen – und ein Gewinn für Menschen wie für
Unternehmen.
Foto: meine Gesprächspartner vom Annotation-Team
von Kapsch-TrafficCom
v.l. Martin, Angelo, Daniel, Julian, Kadir und mit dem Mikrofon
Sandra
Copyright: Kapsch TrafficCom AG
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20.10.2025
29 Minuten
Meine Gesprächspartnerin in dieser Episode ist eine Frau, die
regelmäßig in Gefängnissen mit Jugendlichen und jungen
Erwachsenen spricht und eine Schreibwerkstatt mitinitiiert hat.
Sie ist mit Workshops zu Demokratie und Extremismusprävention an
Schulen unterwegs und ihr ist es wichtig Gespräche zu führen, um
den anderen auch ein Stück weit zu verstehen. Maynat Kurbanova
sagt:
"Von den sozialen Medien alleine wird man nicht extremistisch.
Die liefern gewisse Inhalte, ein gewisses Weltbild. Selbst wenn
ich mich auf TikTok radikalisiere und diese Inhalten inhaliere
und so weit in meinem in meinem Weltbild bin, trotzdem brauche
ich offline dann Verbündete, offline Menschen, die diese
Weltbilder dann auch diese Einstellungen teilen, wo ich mich
austauschen kann."
Mit Menschen ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen, gehört
für sie als Journalistin lange zum Berufsalltag von Maynat
Kurbanova. Geboren wurde sie in Grosny, der Hauptstadt
Tschetscheniens. Sie arbeitete nach dem Studium für verschiedene
russische Medien – und war seit Beginn des zweiten
Tschetschenienkrieges im Jahr 1999 Korrespondentin der Moskauer
Zeitung Nowaja Gaseta. 2004 ging sie ins Exil – zunächst nach
Deutschland - wegen ihrer kritischen Berichte musste sie
das Land verlassen. Seit 2010 lebt sie in Wien.
Kurbanova: Also ich habe über Kriege
geschrieben. Nachdem ich nach Österreich gekommen bin, habe ich
auch Islamische Religionspädagogik studiert an der Uni Wien, habe
mich immer mit dem Thema Islam und Extremismus befasst, weil dort
wo Kriege sind. Oder große gesellschaftliche Krisen, da kommt es
in der Regel auch zur Radikalisierung der Teile der Gesellschaft
und das bricht die Gesellschaften auch und das hat mich immer
interessiert. Dann war die Zeit des IS, des Krieges in Syrien und
Irak und das Phänomen, dass viele junge Menschen, überwiegend
waren das junge Menschen natürlich nicht nur. Nach Syrien
gegangen sind und sich den IS oder anderen kämpfenden
Gruppierungen anschließen wollten und diese Frage hat mich auch
sehr interessiert, was ist die Anziehungskraft der
Brutalität.
In dieser Folge geht es um den Unterschied zwischen Extremismus
und Radikalismus, um den Einfluss von sozialen Medien - wie
TikTok und wie sich Gespräche auf
Augenhöhe mit jungen Menschen führen lassen.
dabei-austria.at
zur Website: Maynat Kurbanova – Trainerin
Bücher zu Radikalismus und Extremismus:
Eşim Karakuyu, Christopher Glanzl, Fabian Reicher, Die
Alternative Held:innenreise - Digital Storytelling von Unten,
mandelbaum Verlag 2025
Edith Meinhart, Cop und Che. Wie ein Tschetschene und ein
Polizist zu TikTok-Stars wurden, mandelbaum Verlag 2024
Fabian Reicher, Die Wütenden: Warum wir im Umgang mit
dschihadistischem Terror radikal umdenken müssen, Westend
2022
Julia Ebner, Radikalisierungsmaschinen: Wie Extremisten die neuen
Technologien nutzen und uns manipulieren, Suhrkamp nova
2019
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09.10.2025
32 Minuten
Wer erzählt eigentlich Geschichten im Netz und was wird geteilt?
Lange Zeit waren es vor allem laute Stimmen – populistisch,
radikal, hasserfüllt, die sich Gehör im Netz verschafften. Rechte
und extremistische Bewegungen entdeckten das Storytelling für
sich: Sie erzählen Geschichten von Angst, Bedrohung, von wir
gegen die anderen. Doch was passiert, wenn progressive Kräfte das
Erzählen im Netz zurückerobern? Wenn Jugendliche selbst zu
Erzählerinnen und Erzählern werden von Geschichten, die Mut
machen, Solidarität ausdrücken und Gemeinsames statt Trennendes
in den Vordergrund stellen? Wie solche Projekte gemeinsam mit
Jugendlichen gestaltet werden können, darum geht es im Buch „Die
Alternative Held:innenreise – Digitalstorytelling von Unten“, das
am 8. Oktober im Mandelbaum Verlag erschienen ist. Bei mir
zu Gast ist heute einer der drei Autoren, Fabian Reicher.
Copyright zum Buchcover: mandelbaum Verlag
Buchtipps:
Eşim Karakuyu, Christopher Glanzl, Fabian Reicher, Die
Alternative Held:innenreise - Digital Storytelling von Unten,
mandelbaum Verlag 2025
Edith Meinhart, Cop und Che. Wie ein Tschetschene und ein
Polizist zu TikTok-Stars wurden, mandelbaum Verlag 2024
Fabian Reicher, Die Wütenden: Warum wir im Umgang mit
dschihadistischem Terror radikal umdenken müssen, Westend
2022
Einige Socialmedia-Projekte:
Cop und Che: Cop Und Che | TikTok bzw. Cop & Che (@copundche)
• Instagram-Fotos und -Videos
Im Schatten von Wien: Instagram
NISA - gemeinsam: NISA (@nisa_gemeinsam) • Instagram-Fotos und
-Videos
JAMAL AL-KHATIB | TURN
Jamal al-Khatib X NISA | bpb.de
die Wütenden (@diewuetenden) • Instagram-Fotos und -Videos
Premiere: “Mein Kopf – mein Tuch – meine Entscheidung” |
Beratungsstelle Extremismus
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28.07.2025
26 Minuten
Im dabei-austria-Podcast zu Gast ist diesmal Harald
Koberg, Digitalexperte aus der Steiermark. Der studierte
Philosoph und Kulturanthropologe forscht seit vielen Jahren
zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung.
Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind digitale Spiele – beim
Grazer-Verein Ludovico leitet er dazu einen eigenen Fachbereich.
Außerdem leitet er beim Land Steiermark die Kompetenzstelle
„Digitale Gesellschaft“ , diese beschäftigt sich unter
anderem mit einem verantwortungsvollen Umgang
mit digitalen Medien und Technologien. Koberg, geboren 1984
in Graz, ist es als Medienpädagoge wichtig digitale
Kommunikations- und Lebenswelten zu vermitteln und zu verstehen.
Mit ihm habe ich über die Skills gesprochen, die Jugendliche im
Netz entwickeln – und Erwachsene oft unterschätzen und über
Online-Persönlichkeiten, die junge Menschen sich selbst
erschaffen. Es geht aber auch um die Schattenseiten der ständigen
Online-Verfügbarkeit – wie den Druck zur Selbstinszenierung oder
Schlafmangel und Suchtpotenzial. Hören Sie ein Gespräch über
Chancen und Risiken – und darüber, wie wir gemeinsam lernen
können, digitale Welten ernst zu nehmen.
Buchtipps:
Streitpunkt Games. Warum die Kritik an digitalen Sielen zu kurz
greift, 2024 Büchner-Verlag
Freies Spiel – Digitales Spielen und die Sehnsucht nach
Wirkmächtigkeit, 2021 Büchner-Verlag
Links:
dabei-austria.at
Ludovico - Verein zur Förderung der Spielkultur, des Spielens und
der Spielpädagogik
Kompetenzstelle Digitale Gesellschaft - Verwaltung - Land
Steiermark
Home - Saferinternet.at
147 Rat auf Draht - Notrufnummer & Beratung - 147 Rat auf
Draht
Internet Ombudsstelle | Kostenlose Streitschlichtung &
Beratung in Österreich
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30.06.2025
41 Minuten
Übergänge gehören zum Leben, aber sie sind oft schwer zu
bewältigen. Besonders der Schritt von der Schule in einer
Ausbildung oder ins Berufsleben bringt viele Herausforderungen
mit sich, und das gilt umso mehr für junge Menschen mit
Behinderungen. Studien zeigen, dass der Übergang von der
Sekundarstufe I in die Sekundarrstufe II, also etwa von der
Mittelschule in eine Lehre oder in eine weiterführende Schule,
oft schwer schaffen ist. Woran liegt das? Welche
Unterstützungsangebote gibt es, damit Übergänge wirklich inklusiv
gemanagt werden können? In dieser Sendung widmen wir uns dem
Thema Übergänger aus zwei Perspektiven. Wir werfen mit
Bildungsforscherin Helga Fasching von der
Universität Wien einen Blick auf die Übergängen aus
wissenschaftlicher Sicht. Was brauchen junge Menschen, um diese
Übergang gut zu bewältigen, und was können wir alle daraus
lernen? Doch zuvor spreche ich mit Jasna
Puskaric, eine von drei Vorstanden der WAG
Assistenzgenossenschaft. Puskaric erklärt, wie persönliche
Assistenz dabei helfen kann, Übergänge zu gestalten. Dazu zählt
etwa Schulassistenz oder Assistenzen in der Berufsschule, dem Weg
zum Vorstellungsgespräch oder beim Schreiben von Bewerbungen.
Doch zunächst möchte ich von ihr wissen, was es für sie bedeutet,
selbstbestimmt zu leben.
Foto: WAG Assistenzgenossenschaft/Martin Datzinger
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Über diesen Podcast
Der Podcast „dabei sein im Arbeitsleben-Chancen für alle“ zeigt
auf, wie ein inklusiver Arbeitsmarkt funktionieren kann. Der
Dachverband dabei-austria vertritt derzeit bundesweit knapp 200
Projekte, die von 90 Organisationen umgesetzt werden. In unseren
Podcast-Episoden blicken wir hinter die Kulissen der dabei-austria
Mitgliedsorganisationen in ganz Österreich, die es sich zum Ziel
gesetzt haben Menschen mit Behinderungen und
Vermittlungseinschränkungen beim Einstieg ins Berufsleben zu
begleiten und zu unterstützen. In unseren Audiobeiträgen erzählen
unterschiedlichste Menschen ihre Geschichte. Bei uns geht es darum
zu zeigen, wozu sie mit gezielter Förderung in der Lage sind, warum
ein fairer Job für alle Menschen wichtig ist – und wie es möglich
ist seine Kindheitsträume wahr zu machen.
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