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1 Stunde 6 Minuten
Was passiert, wenn plötzlich ein*e Mitschüler*in fehlt, weil eine Abschiebung droht? Niusha ist Lehrerin an einem Schulzentrum in Köln und Marianne Seelsorgerin und Vorsitzende des Vereins Mosaik Köln-Mülheim. Die beiden erzählen von einem Fall, der eine ganze Schulgemeinschaft bewegt hat: Eine seit acht Jahren in DE lebende Familie soll nach Sri Lanka abgeschoben werden, die Tochter kurz vor dem Abi, der Sohn kurz vor dem Realschulabschluss. Sie berichten, wie ein „Fantasiepapier" der Behörden die Lage verschärft hat und wie innerhalb weniger Tage die Aktion „Bildung statt Abschiebung" entstand: in einer Mittagspause, inklusive Presse, Petition und Härtefallantrag. Die GEW schreibt, dass viele Lehrkräfte und Schulleitungen verunsichert seien, was sie bei einer drohenden Abschiebung tun können. Die erklärte Absicht der Bundespolitik, die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen, hat zuletzt wieder dazu geführt, dass junge Menschen auch aus Schulen zur Abschiebung abgeholt wurden. Schulleitungen und Lehrkräfte werden dabei zur Kooperation mit der Polizei aufgefordert. Die Reaktionen von Lehrkräften reichen von Fassungslosigkeit oder Ohnmacht über Gleichgültigkeit, und die Verunsicherung über den eigenen Handlungsspielraum ist groß. Was lässt sich in dieser Situation tun, wenn man eine Abschiebung nicht unterstützen oder sogar verhindern möchte? Wichtig sind früh eingeschaltete Anwält*innen, ein Unterstützungsnetzwerk, Öffentlichkeit und Bleiberechtsoptionen wie § 25a AufenthG für gut integrierte Jugendliche. Dazu kommt die Frage, wie Schule für betroffene Kinder ein sicherer Ort bleiben kann. Die Regelungen unterscheiden sich teils je nach Bundesland, aber das Thema ist für alle Schulen relevant. Fotocredits: Niusha Zakerfathi & EVKK 2026
1 Stunde 25 Minuten
Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, ist in Potsdam aufgewachsen. Die Schriftstellerin hat die Romane „Familie der geflügelten Tiger" und „Weltalltage" geschrieben. Mit „Niewiedervereinigung. 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit" legt sie nun einen politischen Essay vor, der mal wütend, mal zärtlich, mal nachdenklich und auch witzig ist. Entlang ihrer Biografie erzählt sie von den Leerstellen der Einheitserzählung. Ins Gespräch steigen wir über einen Blick ins Buch ein und fragen, warum das mit den Gefühlen im Kontext Schule so eine Sache ist. Paula erzählt, wie die DDR in ihrem Unterricht fast (!!) keine Rolle spielte. Sie berichtet auch, wie sie die rechte Gewalt der "Baseballschlägerjahre" (oder sind es die "Schwarzerblockjahre"?) lange aus ihrer eigenen Geschichte herausgeschrieben hat. Sie erklärt, was sie unter politischer Depression versteht und warum man Ost und West nicht so getrennt denken sollte, wie es oft passiert. Wir sprechen über Schulen und Kultur, die in Sachsen-Anhalt unter Druck geraten, und über die Frage, die uns alle betrifft: Was tun wir gegen die Faschisierung des in der "Niewiedervereinigung" geeinten Deutschlands? Fotocredits: Sophie Kirchner
58 Minuten
Maoz Inon is an Israeli peace activist, entrepreneur and co-CEO of InterAct International, a nonprofit dedicated to peacebuilding in the Middle East. After losing both of his parents in the Hamas attack of October 7, he decided to dedicate his work to achieving a lasting and just peace between Israelis and Palestinians. Together with Aziz Abu Sarah, a Palestinian peacebuilder, writer, cultural educator and entrepreneur, Maoz is the author of "The Future Is Peace". Aziz lost his brother after he was arrested and tortured in an Israeli prison. His experiences eventually led him towards peacebuilding and conflict transformation. Today, Maoz and Aziz work together to promote dialogue, reconciliation and a shared future. In this conversation, Maoz talks about grief, friendship and the partnership that developed between the two of them. He reflects on why education begins at home, why peacebuilding requires listening to competing narratives, and how shared values such as equality, dignity and recognition can create the foundation for difficult conversations. He also discusses the role of Germany, the dangers of political polarization, the responsibility of governments and the agency individuals have to shape the future. The conversation explores how trauma can be transformed into healing, despair into hope and revenge into reconciliation and what each of us can do to help make peace possible. The German edition, "Die Zukunft ist Frieden. Eine palästinensisch-israelische Reise durch ein versehrtes Land", translated by Ursula Kömen, is now available. It is published in German by Altneuland Press.
1 Stunde 7 Minuten
Christina Feist ist promovierte Historikerin und Philosophin, freie Journalistin und Überlebende des antisemitischen, rassistischen und misogynen Attentats vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) und Wiedersdorf. Seither engagiert sie sich für die Rechte von Betroffenen, besseren Opferschutz und eine betroffenenzentrierte Gedenk- und Erinnerungskultur. Im Gespräch geht es um Schule als politischen Raum, die Bedeutung politischer Bildung und darum, warum Jugendliche viel häufiger ernst genommen und beteiligt werden müssen. Christina erzählt von ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und andere Formen von Menschenfeindlichkeit, von Erfahrungsexpertise und davon, warum Überlebende nicht auf ihre traumatischen Erfahrungen reduziert werden dürfen. Als Journalistin und Referentin beschäftigt sie sich außerdem mit der Frage, wie Medien verantwortungsvoll und traumasensibel über Terror und Gewalt berichten können. Ein Gespräch über Verantwortung, Gerechtigkeit, Respekt, Selbstreflexion und auch Hoffnung darauf, dass Veränderung möglich ist, wenn wir bei uns selbst anfangen.
46 Minuten
Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger ist Autor und lebt in Karlsruhe. Mit „Vielleicht im Sommer" hat er seinen Debütroman veröffentlicht, der aktuell auch als Schullektüre lizenziert wird. In seiner Masterarbeit hat er sich intensiv mit Armut und Klassismus in Deutschland auseinandergesetzt. In der Folge geht es darum, warum Klassismus gesellschaftlich noch immer so unterbeleuchtet ist und wem das eigentlich nützt: um hartnäckige Vorurteile wie „Faulheit" und „Selbstschuld", von denen Medien, Politik und Wirtschaft profitieren, und um Mechanismen, die sich wie Spiralen immer weiter drehen. Es geht außerdem um seinen Roman und die Geschichte der Jugendlichen Kian und Marco, die aus einem Heim ausbrechen und sich auf den Weg ans Meer machen, auf der Suche nach Freiheit, Zugehörigkeit und Familie und Freundschaft. Dabei spielen auch Männlichkeit und Verletzlichkeit zwischen den beiden Figuren eine Rolle sowie die Frage, wie aus zwei völlig unterschiedlichen Jungen Vertraute werden. Lukas berichtet auch von seiner Schulzeit und ihren Einfluss auf das Verhältnis zum Schreiben sowie darum, was es bedeutet, wenn das eigene Buch nun im Klassenzimmer gelesen wird.
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Über diesen Podcast

Raum schaffen für's: Miteinander sprechen, (Ver)lernen, Zuhören, Diskutieren & Schule neu denken. Kontakt: @kleinepause_podcast oder kleinepausepodcast@gmail.com Impressum Verantwortlich für den Inhalt (gem. § 55 Abs. 2 RStV):  seit 06/23 Nicole Schweiß kleinepausepodcast@gmail.com Kontaktdaten und Anschrift auf Anfrage über Mail
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„Kleine Pause“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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