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Episoden

46 Minuten
Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger ist Autor und lebt in Karlsruhe. Mit „Vielleicht im Sommer" hat er seinen Debütroman veröffentlicht, der aktuell auch als Schullektüre lizenziert wird. In seiner Masterarbeit hat er sich intensiv mit Armut und Klassismus in Deutschland auseinandergesetzt. In der Folge geht es darum, warum Klassismus gesellschaftlich noch immer so unterbeleuchtet ist und wem das eigentlich nützt: um hartnäckige Vorurteile wie „Faulheit" und „Selbstschuld", von denen Medien, Politik und Wirtschaft profitieren, und um Mechanismen, die sich wie Spiralen immer weiter drehen. Es geht außerdem um seinen Roman und die Geschichte der Jugendlichen Kian und Marco, die aus einem Heim ausbrechen und sich auf den Weg ans Meer machen, auf der Suche nach Freiheit, Zugehörigkeit und Familie und Freundschaft. Dabei spielen auch Männlichkeit und Verletzlichkeit zwischen den beiden Figuren eine Rolle sowie die Frage, wie aus zwei völlig unterschiedlichen Jungen Vertraute werden. Lukas berichtet auch von seiner Schulzeit und ihren Einfluss auf das Verhältnis zum Schreiben sowie darum, was es bedeutet, wenn das eigene Buch nun im Klassenzimmer gelesen wird.
54 Minuten
Joana Osman, geboren 1982 als Tochter eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter, ist Autorin, Dozentin und Storytelling-Coach. 2012 gründete sie die Friedensbewegung The Peace Factory mit, die Menschen aus Konfliktregionen miteinander verbindet. Mit ihren Romanen "Am Boden des Himmels" (2019) und "Wo die Geister tanzen" (2023), für den sie 2024 den Bayerischen Kunstförderpreis erhielt, sowie dem Essay "Frieden, eine reale Utopie" (2025) hat sie sich als wichtige literarische Stimme etabliert. Im Gespräch erzählt sie von ihrer Schulzeit und davon, wie eine philosophisch denkende Clique mit 16 einen der Grundsteine für ihr späteres Schreiben legte. Im Mittelpunkt steht ihr neuer Roman "Wenn wir vom Fliegen träumen" eine Geschichte über drei Jugendliche, die ihre spießige Kleinstadt mit Streichen, philosophischen Graffitis und einem Einsatz für den Naturschutz verändern wollen. Außerdem sprechen wir über das Festzurren von Identitätsperspektiven im Literaturbetrieb und das Schreiben von Jugendlichen Figuren als Erwachsene, über den Einfluss von Philosophie auf Joanas Schreiben und damit verbunden über die Bedeutung des Fragen-Stellens. Fotocredits: Mica Zeiz
1 Stunde 1 Minute
Stella Gaitano is a South Sudanese writer and human rights activist. Her debut novel Edo's Souls (Eddos goldenes Lächeln, 2018), the first South Sudanese novel to receive a PEN Translates Award, has recently been published in German translation at Kiwi Verlag. Since 2022, she has been living in Germany, currently seeking asylum. In this episode, we speak about literature, identity, language and exile, trying to form bridges to the question which part school plays in all that. The conversation moves from school as a site of possible trauma and structural inequality, where language policies in Sudan systematically excluded South Sudanese students from higher education to Stella's multilingual biography and her decision to write in Arabic. Central to the episode is the gap between how Sudan is portrayed in Western media and what Sudanese life and culture actually contain. Literature, Stella argues, builds empathy and asks the questions that news cycles never raise. Her novel follows characters navigating gender, class, religion, and the north-south divide, rooted in Sudan, but telling a story that is universally human.
60 Minuten
In dieser Folge sprechen wir live im Rahmen des Mitmachtags „UNDER CONSTRUCTION - Baustelle Demokratie" im NS-Dokumentationszentrum Köln am 27. Juni 2026 über Alice Hasters’ neues Buch “Anti Opfer”. Alice Hasters ist Autorin und Publizistin, bekannt durch ihre Bücher „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" und “Identitätskrise”. Alice erklärt, warum sie dem Viktimismus nicht den Täter gegenüberstellt, sondern das Anti-Opfer: eine Figur, die sich als Opfer der Opfer versteht, die Gleichberechtigung als Bedrohung erlebt und Dominanz als gerechten Normalzustand verteidigt. Wir sprechen über die paradoxe Dynamik, dass ausgerechnet diejenigen, die am lautesten über Opfer klagen, häufig selbst am meisten im Opfermodus agieren und über die politische Funktion solcher Strategien, verbunden mit einer bürgerlichen Kälte und eine neuer Härte, die zusammenhängt mit dem Aufstieg autoritärer Positionen und dem Angriff auf demokratische Kultur. Wie kommt man aus der Empörungsspirale hinaus? Wie nutzt man Analysewerkzeuge , ohne sich darin zu verheddern? Wie kann Solidarität unter Druck funktionieren? Und was braucht es, um handlungsfähig zu bleiben, auch, wenn die Baustellen mehr werden, nicht weniger? Fotocredits: Joanna C. Schröder
1 Stunde 4 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Rechtsextremismus an Schulen und darüber, was passiert, wenn Lehrkräfte nicht mehr schweigen. Laura Nickel, Schulleiterin und Co-Autorin des Buches "Rechtsruck im Klassenzimmer", erzählt von dem Brandbrief, den sie 2023 gemeinsam mit ihrem Kollegen Max Teske schrieb: ein Hilferuf aus einer Schule in Burg im Spreewald, in der Hakenkreuze an Spinden, Verschwörungserzählungen im Unterricht und die Ausgrenzung von Mitschüler*innen zum Alltag gehörten. Was folgte, war eine bundesweite Debatte, Solidarität von ganz oben und massive Anfeindungen direkt vor Ort. Im Gespräch geht es um rechte Strategien, die gezielt auf Verunsicherung und Zermürbung setzen, um die Frage, ab wann Demokratiebildung ansetzen muss (Spoiler: viel früher als gedacht), und darum, warum Vernetzung und gemeinsame Haltung keine Kür sind, sondern notwendige Bedingungen für eine wehrhafte Demokratie und das Mindeste, was wir tun können.
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Über diesen Podcast

Raum schaffen für's: Miteinander sprechen, (Ver)lernen, Zuhören, Diskutieren & Schule neu denken. Kontakt: @kleinepause_podcast oder kleinepausepodcast@gmail.com Impressum Verantwortlich für den Inhalt (gem. § 55 Abs. 2 RStV):  seit 06/23 Nicole Schweiß kleinepausepodcast@gmail.com Kontaktdaten und Anschrift auf Anfrage über Mail
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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