Gedankensprünge

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Ganz Ohr für Forschung, Kultur und Gesellschaft

Episoden

#58 | Zeitgeist: Wie wollen wir alt werden?
18.02.2026
1 Stunde 6 Minuten
Wir werden jeden Tag ein bisschen älter – und doch beginnt das Nachdenken über das Alter für viele erst, wenn Pflegebedürftigkeit oder Abschied im Raum stehen. Aber wie wollen wir eigentlich alt werden? Aktiv und selbstbestimmt? In vertrauter Umgebung oder noch einmal ganz neu? Und was braucht es persönlich – und gesellschaftlich –, damit das gelingt? In dieser Folge sprechen wir mit drei Expert*innen der drei Lübecker Hochschulen darüber, welche Bilder vom Altern uns prägen und wie wir die Jahre jenseits der Erwerbsarbeit gestalten können. Prof. Dr. Katrin Balzer (UzL), Professorin für Forschung und Lehre in der Pflege sowie Leiterin der Pflegestudiengänge an der an der Universität zu Lübeck, richtet den Blick auf Selbstbestimmung und Zufriedenheit im Alter. Entscheidend ist, diese Jahre ohne Bitterkeit und mit realistischen, positiven Vorstellungen zu gestalten. So kann auch dann noch Sinn erlebt werden, wenn die eigene Autarkie abnimmt. Mit Projekten wie »together at home«, bei dem ältere Menschen Wohnraum mit Jüngeren teilen, zeigt sie auf, wie neue Wohnformen soziale Teilhabe ermöglichen können. Zugleich kritisiert sie unübersichtliche Beratungs- und Förderstrukturen in Deutschland. Prof. Dr. Marcus Menzl (TH), Professor für die Soziologie der gebauten Umwelt Studiengangsleiter Stadtplanung an der Technischen Hochschule Lübeck, betont: Wir werden nicht erst mit 75 alt. Übergänge wie der Auszug der Kinder oder das Ende der Erwerbsarbeit markieren neue Lebensphasen – doch passende Wohnkonzepte für die Zeit zwischen »Empty Nest« und Pflegebedürftigkeit fehlen oft. In seinem Forschungsprojekt zum Generationenwechsel im Einfamilienhaus untersucht er, wann Menschen bereit sind, ihr Zuhause zu verlassen – und warum dieser Schritt so schwerfällt. Volker Schmitz (MHL) engagiert sich ehrenamtlich am Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck und war bis zu seinem Ruhestand Musiker im NDR-Sinfonieorchester. Die Entscheidung, diese Position aus gesundheitlichen Gründen aufzugeben, empfand er zunächst als Glücks- und Befreiungsmoment. Doch nach einem halben Jahr genossener Freiheit wurde ihm klar, wie wichtig es ihm ist, weiterhin Teil eines kulturellen Umfelds zu sein, und er übernahm ein Ehrenamt. Gedanken an eine mögliche Pflegebedürftigkeit schiebt er noch beiseite. Stattdessen entdeckt er musikalisch immer wieder Neues und hält sich mit Sport fit. In dieser Folge unter der Moderation von Johanna Helbing, Kommunikationsreferentin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.
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#57 | Zeitgeist - Wie meistern wir Veränderung?
28.01.2026
1 Minute
Zum Jahresbeginn nehmen sich viele Menschen Veränderungen vor: neue Routinen, neue Vorsätze, ein anderer Umgang mit sich selbst und mit anderen. Doch wie nachhaltig sind solche Vorhaben wirklich? Und wie gehen wir mit Veränderungen um, die wir uns nicht ausgesucht haben? In dieser Folge unserer Zeitgeist-Reihe sprechen wir mit drei Expert*innen der drei Lübecker Hochschulen darüber, was Veränderung mit uns macht und was dabei hilft, ihr mit Offenheit und Zuversicht zu begegnen. Prof. Dr. Nico Bunzeck (UzL), Professor für Life-Span-Psychologie, betrachtet Veränderung aus entwicklungspsychologischer Perspektive: Wie verändern sich Verhalten und Erleben über die gesamte Lebensspanne hinweg? Während Kinder meist von Natur aus neugierig und offen für Neues sind, spielt diese Offenheit auch für Erwachsene eine zentrale Rolle für gesundes Altern. Neugier und Selbstwirksamkeit sind entscheidend, um Veränderungen aktiv zu gestalten und kognitivem Abbau entgegenzuwirken. Den Blick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse richtet Prof. Dr. Maximilian Schüler (TH), Professor für Umweltwissenschaften. Veränderung braucht Vorstellungskraft – und den Glauben daran, dass eine lebenswerte Zukunft gestaltbar ist. Aus seiner Arbeit zur Klimabilanzierung und zur postfossilen Mobilität weiß er, wie stark Beharrungskräfte in Wirtschaft und Gesellschaft wirken. Unsicherheit und offene Fragen gehören dazu – dennoch plädiert er für Mut zur Veränderung, auch wenn nicht alle Antworten bereits vorliegen. Aus musikpädagogischer Perspektive beschreibt Prof. Dr. Anna Unger-Rudroff (MHL), Professorin für Musikpädagogik und -didaktik an Grundschulen, wie Veränderung durch Musik erfahrbar wird – und wie Musik selbst Veränderungsprozesse anstoßen kann. Besonders die Grundschulzeit erlebt sie als Phase intensiver Entwicklung: Interessen, Ausdrucksformen und Musikgeschmack wandeln sich rasant, Kinder sind neugierig, begeisterungsfähig und »offenohrig«. In dieser Folge unter der Moderation von Johanna Helbing, Kommunikationsreferentin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.
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#56 | Zeitgeist - Religion oder Idiologie
17.12.2025
1 Stunde 2 Minuten
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#55 | Zeitgeist – Wie prägt KI unsere (Wissens-)Welt?
19.11.2025
1 Stunde 8 Minuten
Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie wir lernen, arbeiten und denken – und wie wir Wissen verstehen. Doch was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn KI für uns recherchiert, formuliert und komponiert? Wird KI zur neuen Kulturtechnik? Oder verlieren wir dabei die Fähigkeit, kritisch zu prüfen, was wahr und was relevant ist? Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge unseres Podcasts mit drei Expert*innen der drei Lübecker Hochschulen. Prof. Dr. Sebastian Hobert (TH), Professor für KI und Bildung an der Technischen Hochschule Lübeck, beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie KI Lernprozesse unterstützen kann. Für ihn dabei unverzichtbar ist »AI Literacy« – die Fähigkeit, Ergebnisse einzuordnen und die Qualität von Informationen zu beurteilen. Hobert warnt davor, Lernaufgaben vollständig an KI auszulagern: Schnelle Information ist nicht gleichzusetzen mit echtem Kompetenzgewinn. Der eigentliche Wert liege darin, auf KI-Antworten aufzubauen, sie kritisch zu reflektieren und so zu wirklich herausragenden Ergebnissen zu gelangen. Die künstlerische Perspektive bringt Kris Kuldkepp (MHL) in die Diskussion ein, technische Leiterin des Elektronischen Studios an der Musikhochschule Lübeck und Musikerin. Sie denkt KI als kollaboratives Werkzeug, das für das Komponieren und Erzeugen von Musik nutzbar gemacht werden kann. Gleichzeitig sieht sie auch Grenzen der Technologie: Kreative Tools wie der kostenfreie KI-Musik-Generator »Suno« sind qualitativ noch nicht gut genug. Mit Spiellust, aber auch Verantwortungsbewusstsein muss entschieden werden, wie KI in kreativen Prozessen Platz findet. Roman Spendler (UzL), Start-up-Coach, Unternehmer und Projektverantwortlicher für KI in der Verwaltung an der Universität zu Lübeck, erhielt bereits im August 2022 einen Beta-Zugang zu ChatGPT. Seitdem begleitet ihn KI in Gründungsprozessen ebenso wie in Weiterbildungen für Verwaltungsmitarbeiter*innen. In der Lehre beobachtet er: Studierende nutzen KI zwar ständig, aber selten gut. Prompting wird zur Schlüsselkompetenz – und im Berufsleben werden klassische Junior-Aufgaben wie Recherchieren oder das Erstellen von Präsentationen zunehmend von der KI übernommen, was entsprechende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. In dieser Folge unter der Moderation von Johanna Helbing, Kommunikationsreferentin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.
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Über diesen Podcast

Gedankensprünge ist ein Podcast von Lübeck hoch 3, einem gemeinsamen Projekt der Musikhochschule Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck. In jeder Folge sprechen Expert:innen verschiedener Disziplinen über ein Thema. Ob Forschung, Gesellschaft oder Kultur – unsere Gäste kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Sie bereichern sich gegenseitig, dürfen sich aber auch gern widersprechen. Der kostenlose Audio-Podcast Gedankensprünge erscheint immer in der Mitte eines jeden Monats.

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