HIS Mediathek

HIS Mediathek

Podcast by Hamburger Institut für Sozialforschung

Episoden

17. Februar 2026. Bücher am HIS: FRANCO 1936-1975
17.02.2026
1 Stunde 6 Minuten
Eine Neuvermessung des Diktators und seiner Herrschaft Der Spanier Francisco Franco zählt zu den prägenden Diktatoren der jüngeren Vergangenheit. Anders als seine Verbündeten Hitler und Mussolini konnte er sich über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis 1975 an der Macht halten. Die Einordnung seiner Person und seiner beinahe 40-jährigen Herrschaft in die europäische Zeitgeschichte ist dabei auch heute noch umstritten. Nach 1945 galt Franco vielen als ewiger Faschist, der nicht mehr in das neue demokratische Europa passte. Und doch diente er sich der westlichen Welt erfolgreich als Partner an und genoss bis zu seinem Tod 1975 eine beträchtliche Popularität in der spanischen Bevölkerung. Er kultivierte ein Image als effizienter Modernisierer und ließ sich von westlichen Experten beraten, doch beruhte seine Herrschaft auch auf der massenhaften Verfolgung Andersdenkender und zeichnete sich durch extreme soziale Gegensätze, verbreitete Korruption und Mangelwirtschaft aus. Auf der Grundlage der aktuellen Forschung unternimmt der Vortrag eine historische Neuvermessung Francos und seiner Herrschaft. Till Kössler ist Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. die Geschichte von Gewalt und Gewaltüberwindung sowie die Geschichte autoritärer Regime nach 1945 Philipp Müller, PD Dr., Historiker, Sprecher der Forschungsgruppe Demokratie und Staatlichkeit am HIS In Kooperation mit dem Instituto Cervantes Hamburg und dem Verlag C.H.Beck
Mehr
4. Februar 2026. Bücher am HIS. Im Sog der totalen Subkultur
06.02.2026
1 Stunde 40 Minuten
Wie junge Menschen zu Dschihadisten werden. Im letzten Jahrzehnt zogen rund 5.000 junge Europäerinnen und Europäer nach Syrien, um sich dschihadistischen Gruppierungen wie dem sog. Islamischen Staat anzuschließen. Die meisten von ihnen wuchsen in Europa auf und fanden erst in ihrer Jugend zum Islam. Auf ihren Wegen brachen sie mit ihrem bisherigen Alltag, suchten nach einem religiösen Leben, verschrieben sich dem riskanten Aktivismus und teils sogar einem bewaffneten Kampf, der ihnen als Dschihad galt. Warum schlagen junge Menschen solche Wege ein, die auf ideologische Unterwerfung zielen und von Brüchen, Konflikten und Risiken geprägt sind? Ist es religiöser Fanatismus, Spaß an der Gewalt oder politische Strategie? Auf Basis seiner empirischen Studie zu militant-salafistischen Werdegängen junger Männer aus dem deutschsprachigen Raum argumentiert Felix Roßmeißl, dass Wege in den Dschihadismus als Karrieren in einer totalen Subkultur begriffen werden müssen. Schritt für Schritt versuchen die jungen Männer, sich an den Ansprüchen einer total-religiösen Welt- und Selbstdeutung zu bewähren, und geraten dadurch in einen destruktiven Sog, der in manchen Fällen sogar tödlich endet. Felix Roßmeißl, Dr., wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsimpuls »SaFe. Shaping Future Societies« an der Hochschule Fulda. Stefan Malthaner ist kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen, für ihn nahm Prof. Dr. Wolfgang Knöbl teil, der Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Moderation: Eddie Hartmann, Privatdozent an der Universität Potsdam und ehemaliger Projektleiter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Verlag Hamburger Edition statt . Aufgrund eines technischen Problems gibt es in der Mitte der Aufzeichnung leider einen kurzen inhaltlichen Sprung, wir bitten dafür um Ihr Verständnis und Nachsicht.
Mehr
10. November 2025. Streit.Bar im November: Brüche – Krisen – Apokalypse
08.01.2026
2 Stunden 1 Minute
Streit.Bar will eingreifen – in die städtische Öffentlichkeit, den politischen Diskurs, die gesellschaftliche Debatte darüber, was das Neue an den derzeitigen Problemen ist und wie es weitergehen soll.  Auch wenn gerade in der Politik vermeintlich immer Krise ist, so kann man sich momentan nicht des Eindrucks erwehren, dass wir nun aber tatsächlich in besonderen Zeiten leben, in denen es von Berichten über biographische Brüche bis hin zu solchen über apokalyptische Zukunftsszenarien nur so wimmelt. Es ist schwierig bei all dem den Überblick und damit eine klare Orientierung zu behalten. Was ist dran am Krisendiskurs und über welche Brüche reden wir eigentlich?  Darüber wollen wir in der nächsten Streit.Bar diskutieren – und zwar in folgender Besetzung: Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung) und Hilal Sezgin (Freie Journalistin und Buchautorin). Die Bücher: Wolfgang Engler, Brüche: Ein ostdeutsches Leben (Aufbau) Hartmut Lehmann, Apokalypsen: Lektionen aus vergangenen Katastrophen (Wallstein) Barbara Schmitz, Offenheit und Berührbarkeit. Neue Wege zu Verletzbarkeiten und Resilienz (Reclam) Octavia E. Butler, Die Parabel vom Sämann (Heyne) Veranstaltungsort: Nachtasyl im Thalia Theater, Alstertor 1-5, Hamburg Eine Veranstaltung des Thalia Theaters und des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Mehr
10. Dezember 2025. Laura Wolters: Notfalllibertäre, Postliberale, Verfassungspatrioten?
11.12.2025
1 Stunde 31 Minuten
Die radikale Rechte und ihr Verhältnis zur Freiheit Wie hält es die radikale Rechte mit der Freiheit? Üblicherweise wird das Verhältnis zwischen beiden als Gegensatzpaar gedacht, gar als offene Feindschaft: Zu ausdrücklich autoritär der Kern der rechten Ideologie, zu erklärtermaßen illiberal insbesondere die europäischen (Vor )Denker. Die Vorstellung vom Liberalismus als »Hauptfeind« zieht sich durch das rechte Denken des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Allerdings – spätestens seit der Pandemie und den Erfolgen des Trumpismus ist offensichtlich, dass sich die Freiheit vom rechten Unwort zum Kampfbegriff gewandelt hat. Die Inanspruchnahme von Freiheitsrechten, etwa von Meinungsfreiheit und dem Schutz vor staatlichen Zugriffen auf die Lebensführung, hat sich zum Herzstück rechter Agitation und Mobilisierung entwickelt. Dabei handelt es sich um eine ideelle Transformation, die nicht ohne Spannungen und Brüche vonstattengeht. Ideologie oder theorieproduzierende Akteure müssen die so neu entdeckte Freiheit entweder in ihr bestehendes Koordinatensystem rechter Ideen einpassen oder sich ihr verwehren, sie müssen sich selbst und anderen plausibel machen, warum sie nun Verfechter vormals verhasster Ideen sind und sie müssen darüber reflektieren, was sie damit eigentlich aufgeben. Diese sozialen Prozesse sind alles andere als nebensächlich, baut die rechtspopulistische Erfolgswelle der letzten Jahre doch genau auf jene Anpassungsfähigkeit rechter Ideen. Dr. Laura Wolters, Sozialwissenschaftlerin, Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe »Demokratie und Staatlichkeit« Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Soziologe, Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
Mehr
28. Oktober 2025. Bücher am HIS: Versteuern, Verschulden, Vergesellschaften
17.11.2025
1 Stunde 46 Minuten
Der Staatshaushalt als Herrschaftsordnung Vorstellung des 43. Sonderbandes der Zeitschrift Leviathan: Politische Theorien öffentlicher Finanzen. Zur (De-)Politisierung von Geld, Eigentum und Steuern (Nomos, 2025) Kaum ein politischer Konflikt ist uns so vertraut wie der Streit um die öffentlichen Finanzen. Wem sollten größere Steuerlasten für den Betrieb des Gemeinwesens zugemutet werden, wem stehen staatliche Zuwendungen zu, wie viele und welche Schulden vertragen der Bundeshaushalt und kommende Generationen? Antworten, wenigstens intuitive, dürften viele Menschen rasch bei der Hand haben. Das theoretische Fundament des Politikfeldes der Staatsfinanzen ist der Forschung allerdings brüchig geworden: Einstmals vertraute Begriffe wie Geld, Eigentum oder Steuern werden aufgearbeitet, eingeschriebene Macht und Ungleichheitsverhältnisse kommen zum Vorschein, vermeintliche Sachzwänge werden mit Alternativen konfrontiert. Zurück bleiben Leerstellen im öffentlichen Sprechen über die Finanzierung unseres Gemeinwesens, ihre Verfahren, Mittel und Grenzen – kurz: es braucht Arbeit an den politischen Theorien öffentliche Finanzen, sowohl akademisch wie auch gesellschaftlich. David Hengsbach, Soziologe, forscht und lehrt als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Wirtschaftssoziologie der Goethe- Universität Frankfurt am Main. Prof. Dr. Sebastian Huhnholz, Politikwissenschaftler und Ideenhistoriker, Privatdozent der LMU München und Gastwissenschaftler am HIS, vertritt derzeit die Professur Political and Legal Theory an der FU Berlin. Dr. Martyna Linartas, Politikwissenschaftlerin; forscht und lehrt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin sowie an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz Dr. Eva Weiler, Philosophin, Akademische Rätin a. Z. an der Professur für Praktische Philosophie der Universität Duisburg-Essen. Moderation: Dr. Aaron Sahr, Wirtschaftssoziologe und Leiter der Forschungsgruppe »Monetäre Souveränität« am HIS. Eine Fortsetzung der Diskussion des Bandes wird – in anderer Besetzung – im Frühjahr 2026 am WZB stattfinden.
Mehr

Über diesen Podcast

Podcast by Hamburger Institut für Sozialforschung

Kommentare (0)

Lade Inhalte...

Abonnenten

15
15