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Podcast by Hamburger Institut für Sozialforschung
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27. April 2026. Bücher am HIS: Vor der Apokalypse? — Preppen in der Mitte der Gesellschaft
29.04.2026
1 Stunde 44 Minuten
In der krisengeschüttelten Gegenwart erfreut sich Preppen immer größerer Popularität. Doch wer preppt eigentlich und warum? Wie ist Preppen von einer Randerscheinung zu einem Massenphänomen geworden? Wie verhält sich Preppen zu den Empfehlungen der Behörden, die die Bevölkerung zum Anlegen eines Notvorrats motivieren sollen? Wie politisch ist Preppen und was hat es mit rechtsterroristischen Prepper-Gruppen auf sich? Was bedeutet es, wenn für immer mehr Menschen die einzig vorstellbare (und wünschbare) Zukunft der Zusammenbruch ist? In ihren empirischen Studien zeigen Mischa Luy und Julian Genner, wie Abstiegsängste, biografische Erfahrungsbestände, ein verändertes Zukunftsverhältnis, Männlichkeitsbilder und tradierte Mangelerfahrungen die Popularität von Preppen befeuern – und damit die gesellschaftliche Entsolidarisierun und den Rechtsrutsch in der Mitte der Gesellschaft beschleunigen. Julian Genner, Dr. phil., Kulturwissenschaftler an der Uni Basel. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die politische Anthropologie sowie die gesellschaftliche Problematisierung von (Un-)Sicherheit. Mischa Luy; Dr. ist Sozialwissenschaftler und lebt in Berlin. Er arbeitet als politischer Bildner im Bereich der Antisemitismusbekämpfung. Jürgen Straub, Prof. Dr. phil., Inhaber des Lehrstuhls für »Sozialtheorie und Sozialpsychologie« an der Ruhr Universität Bochum. Diese Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Psychosozial Verlag und unserem Verlag Hamburger Edition.
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31. März 2026. Bücher am HIS: Lehrer des Bösen oder Denker der Freiheit?
31.03.2026
1 Stunde 32 Minuten
Machiavelli zwischen Republikanismus und Radikalismus Die philosophische und historische Diskussion über Leben, Werk und Wirkung des Florentiner Theoretikers der Fortuna und des richtigen Zeitpunkts, des Renaissancemenschen, Politikers und Philosophen Niccolò Machiavelli (1469–1527), hat in den letzten Jahren eine neue Blüte erlebt. Über Jahrhunderte dominierte das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen« (Leo Strauss), berühmt und berüchtigt für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, die unter dem Namen »Machiavellismus« heute in aller Welt geläufig ist. Dagegen wird in der aktuellen ideengeschichtlichen und politiktheoretischen Diskussion entweder der Republikaner Machiavelli in den Mittelpunkt gerückt oder sogar der radikale, protomarxistische Demokrat und Klassentheoretiker: der Denker der Freiheit. Das ist eine gleichermaßen verblüffende wie aufregende Wendung der Auseinandersetzung um Machiavelli, die nachgezeichnet und im Gespräch diskutiert werden soll. Philip Hölzing, Philosoph, Ideenhistoriker und Lektor im Wissenschaftslektoratdes Suhrkamp Verlags. Er beschäftigt sich mit der Geschichte des politischen Denkens, insbesondere der des Republikanismus, und mit Leben und Werk Machiavellis. Achatz von Müller, Prof. em. für Geschichte an der Universität Basel. Bis 2023 Co-Direktor des »Zentrums für Theorie und Geschichte der Moderne« am Hamburger Institut für Sozialforschung Wolfgang Knöbl, Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Verlag Matthes & Seitz Berlin.
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12. März 2026. Andreas Wirsching: Democracy and violence - a historical perspective
13.03.2026
1 Stunde 12 Minuten
From a historical vantage point, democracy denotes a system of government founded on constitutional statutes and institutionalized frameworks of civic participation. Yet, beyond its formal structures, democracy has always been associated with movement, hope and promise — and all too often, disappointment. Consequently, a persistent tension has emerged between »formal democracy« and the ideals of democratic justice, equality and freedom. Violence, in this context, assumes a multifaceted role within modern democracies. It emerges during crises of democratic revolution or consolidation as well as periods of state repression. On the other hand, it stems from the democratic state itself—whether in the enforcement of law and order or the preservation of entrenched power hierarchies, which may entail systemic forms of coercion. This lecture will explore historical dimensions of the topic through concrete examples, examining the tension between democratic government and persistent ideals and promises of democratic equality. Andreas Wirsching, Historiker, Professor emeritus; von 2011 bis 2025 Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München Moderation: Dieter Gosewinkel, Historiker und Rechtswissenschaftler; Senior Research Fellow des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Professor für Neuere Geschichte, FU Berlin
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17. Februar 2026. Bücher am HIS: FRANCO 1936-1975
17.02.2026
1 Stunde 6 Minuten
Eine Neuvermessung des Diktators und seiner Herrschaft Der Spanier Francisco Franco zählt zu den prägenden Diktatoren der jüngeren Vergangenheit. Anders als seine Verbündeten Hitler und Mussolini konnte er sich über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis 1975 an der Macht halten. Die Einordnung seiner Person und seiner beinahe 40-jährigen Herrschaft in die europäische Zeitgeschichte ist dabei auch heute noch umstritten. Nach 1945 galt Franco vielen als ewiger Faschist, der nicht mehr in das neue demokratische Europa passte. Und doch diente er sich der westlichen Welt erfolgreich als Partner an und genoss bis zu seinem Tod 1975 eine beträchtliche Popularität in der spanischen Bevölkerung. Er kultivierte ein Image als effizienter Modernisierer und ließ sich von westlichen Experten beraten, doch beruhte seine Herrschaft auch auf der massenhaften Verfolgung Andersdenkender und zeichnete sich durch extreme soziale Gegensätze, verbreitete Korruption und Mangelwirtschaft aus. Auf der Grundlage der aktuellen Forschung unternimmt der Vortrag eine historische Neuvermessung Francos und seiner Herrschaft. Till Kössler ist Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. die Geschichte von Gewalt und Gewaltüberwindung sowie die Geschichte autoritärer Regime nach 1945 Philipp Müller, PD Dr., Historiker, Sprecher der Forschungsgruppe Demokratie und Staatlichkeit am HIS In Kooperation mit dem Instituto Cervantes Hamburg und dem Verlag C.H.Beck
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4. Februar 2026. Bücher am HIS. Im Sog der totalen Subkultur
06.02.2026
1 Stunde 40 Minuten
Wie junge Menschen zu Dschihadisten werden. Im letzten Jahrzehnt zogen rund 5.000 junge Europäerinnen und Europäer nach Syrien, um sich dschihadistischen Gruppierungen wie dem sog. Islamischen Staat anzuschließen. Die meisten von ihnen wuchsen in Europa auf und fanden erst in ihrer Jugend zum Islam. Auf ihren Wegen brachen sie mit ihrem bisherigen Alltag, suchten nach einem religiösen Leben, verschrieben sich dem riskanten Aktivismus und teils sogar einem bewaffneten Kampf, der ihnen als Dschihad galt. Warum schlagen junge Menschen solche Wege ein, die auf ideologische Unterwerfung zielen und von Brüchen, Konflikten und Risiken geprägt sind? Ist es religiöser Fanatismus, Spaß an der Gewalt oder politische Strategie? Auf Basis seiner empirischen Studie zu militant-salafistischen Werdegängen junger Männer aus dem deutschsprachigen Raum argumentiert Felix Roßmeißl, dass Wege in den Dschihadismus als Karrieren in einer totalen Subkultur begriffen werden müssen. Schritt für Schritt versuchen die jungen Männer, sich an den Ansprüchen einer total-religiösen Welt- und Selbstdeutung zu bewähren, und geraten dadurch in einen destruktiven Sog, der in manchen Fällen sogar tödlich endet. Felix Roßmeißl, Dr., wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsimpuls »SaFe. Shaping Future Societies« an der Hochschule Fulda. Stefan Malthaner ist kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen, für ihn nahm Prof. Dr. Wolfgang Knöbl teil, der Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Moderation: Eddie Hartmann, Privatdozent an der Universität Potsdam und ehemaliger Projektleiter der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Verlag Hamburger Edition statt . Aufgrund eines technischen Problems gibt es in der Mitte der Aufzeichnung leider einen kurzen inhaltlichen Sprung, wir bitten dafür um Ihr Verständnis und Nachsicht.
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