Podcaster
Episoden
04.06.2026
1 Stunde 31 Minuten
Muss das sein? Ja, muss es. Das Buch der Historikerin Ute Daniel zeigt, wie erhellend ein neuer Blick auf die Geschichte der Weimarer Republik 1918 bis 1933 ist. Ein Blick, der Zusammenhänge herstellt zwischen Anfang, Mitte und Ende der Republik und so die Geschichte erzählbar macht. Und eine Herangehensweise, die zwischen übergreifenden gesellschaftspolitischen Tendenzen und konkretem Handeln politischer, wirtschaftlicher oder militärischer Akteure vermittelt. Eine zentrale These des Buchs ist, dass eine andere Zukunft als die, die im Januar 1933 anbrach, möglich gewesen wäre. Doch betrachtete die weit überwiegende Mehrheit der alten und oft auch neuen Eliten die Republik als vorübergehende Erscheinung. Nicht das Kaiserreich war allerdings das Ziel der Sehnsucht, sondern der schlanke Staat, der wenig kostete und nicht nach unten umverteilte. Ute Daniel ist Professorin em. für Neuere Geschichte an der TU Braunschweig. Wolfram Pyta, Univ.-Prof. Dr., Leiter der Abteilung Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart und Direktor der Forschungsstelle Ludwigsburg. Wolfgang Knöbl, Prof. Dr., Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. In Kooperation mit der Hamburger Edition
Mehr
08.05.2026
1 Stunde 33 Minuten
Klaus Schlichte im Gespräch mit Ulrich Schneckener Moderation: Wolfgang Knöbl Das Wort »Geopolitik« hat in den letzten Jahren eine steile Konjunktur erlebt. Eine Auffassung internationaler Politik entlang der Kategorien und Denkweisen der »Geopolitik« ist jedoch ein intellektuelles Elend. Es wird den Strukturen und Herausforderungen internationaler Politik der Gegenwart nicht gerecht. Hinter dem Begriff, wie er gegenwärtig genutzt wird, verbirgt sich bloßes Machtstaatsdenken. Zwar wird der Vorwurf der Machtstaatspolitik vor allem der russischen und US-amerikanischen Regierung gemacht, aber viele andere Regierungen folgen den Figuren eines neuen Souveränitätsdiskurses. So vermindern sie nicht nur die Chancen internationaler Zusammenarbeit, sondern gefährden den Frieden und die Möglichkeiten einer besseren Zukunft. Ob, und wenn ja, welche Alternativen es hierzu gibt, diskutieren Klaus Schlichte und Ulrich Schneckener. Klaus Schlichte ist Professor für Internationale Beziehungen und Weltgesellschaft an der Universität Bremen. Ulrich Schneckener ist Professor für Internationale Beziehungen & Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Osnabrück und Sprecher des Center for the Study of Conflict & Peace (CeCoP). Wolfgang Knöbl, Prof. Dr., Soziologe und Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. In Kooperation mit der Hamburger Edition
Mehr
07.05.2026
1 Stunde 57 Minuten
Streit.Bar will eingreifen – in die städtische Öffentlichkeit, den politischen Diskurs, die gesellschaftliche Debatte darüber, was das Neue an den derzeitigen Problemen ist und wie es weitergehen soll. Der politische wie sozialwissenschaftliche Diskurs über den wachsenden Einfluss des Rechtspopulismus läuft nun schon einige Jahrzehnte, so dass man in der Flut der mittlerweile erschienenen Literatur zu diesem Thema schier zu ertrinken droht. Vieles wiederholt sich, die Diagnosen sind einigermaßen ähnlich, nicht selten schwammig, und Rezepte gegen den Rechtsruck sind nicht wirklich in Sicht. Einigermaßen neu ist immerhin die zunehmend diskutierte Frage, ob man nicht besser über einen neuen Faschismus reden sollte. Genau dies wollen wir in der Streit.Bar tun und dabei auch fragen, ob diese Redeweise mit Blick auf die heutige Situation wirklich angemessen ist. Es diskutieren: Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung) und Hilal Sezgin (Freie Journalistin und Buchautorin). Die Bücher: Eva von Redecker, Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus (S. Fischer) Mark Terkessidis, Gewalt am Denken. Wann beginnt Faschismus? (Matthes&Seitz) Moshe Zimmermann, People Gone Mad. Wie die Demokratie sich selbst zerstört (Propyläen) Und ein Roman.
Mehr
29.04.2026
1 Stunde 44 Minuten
In der krisengeschüttelten Gegenwart erfreut sich Preppen immer größerer Popularität. Doch wer preppt eigentlich und warum? Wie ist Preppen von einer Randerscheinung zu einem Massenphänomen geworden? Wie verhält sich Preppen zu den Empfehlungen der Behörden, die die Bevölkerung zum Anlegen eines Notvorrats motivieren sollen? Wie politisch ist Preppen und was hat es mit rechtsterroristischen Prepper-Gruppen auf sich? Was bedeutet es, wenn für immer mehr Menschen die einzig vorstellbare (und wünschbare) Zukunft der Zusammenbruch ist? In ihren empirischen Studien zeigen Mischa Luy und Julian Genner, wie Abstiegsängste, biografische Erfahrungsbestände, ein verändertes Zukunftsverhältnis, Männlichkeitsbilder und tradierte Mangelerfahrungen die Popularität von Preppen befeuern – und damit die gesellschaftliche Entsolidarisierun und den Rechtsrutsch in der Mitte der Gesellschaft beschleunigen. Julian Genner, Dr. phil., Kulturwissenschaftler an der Uni Basel. Forschungsschwerpunkte sind u.a. die politische Anthropologie sowie die gesellschaftliche Problematisierung von (Un-)Sicherheit. Mischa Luy; Dr. ist Sozialwissenschaftler und lebt in Berlin. Er arbeitet als politischer Bildner im Bereich der Antisemitismusbekämpfung. Jürgen Straub, Prof. Dr. phil., Inhaber des Lehrstuhls für »Sozialtheorie und Sozialpsychologie« an der Ruhr Universität Bochum. Diese Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Psychosozial Verlag und unserem Verlag Hamburger Edition.
Mehr
31.03.2026
1 Stunde 32 Minuten
Machiavelli zwischen Republikanismus und Radikalismus Die philosophische und historische Diskussion über Leben, Werk und Wirkung des Florentiner Theoretikers der Fortuna und des richtigen Zeitpunkts, des Renaissancemenschen, Politikers und Philosophen Niccolò Machiavelli (1469–1527), hat in den letzten Jahren eine neue Blüte erlebt. Über Jahrhunderte dominierte das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen« (Leo Strauss), berühmt und berüchtigt für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, die unter dem Namen »Machiavellismus« heute in aller Welt geläufig ist. Dagegen wird in der aktuellen ideengeschichtlichen und politiktheoretischen Diskussion entweder der Republikaner Machiavelli in den Mittelpunkt gerückt oder sogar der radikale, protomarxistische Demokrat und Klassentheoretiker: der Denker der Freiheit. Das ist eine gleichermaßen verblüffende wie aufregende Wendung der Auseinandersetzung um Machiavelli, die nachgezeichnet und im Gespräch diskutiert werden soll. Philip Hölzing, Philosoph, Ideenhistoriker und Lektor im Wissenschaftslektoratdes Suhrkamp Verlags. Er beschäftigt sich mit der Geschichte des politischen Denkens, insbesondere der des Republikanismus, und mit Leben und Werk Machiavellis. Achatz von Müller, Prof. em. für Geschichte an der Universität Basel. Bis 2023 Co-Direktor des »Zentrums für Theorie und Geschichte der Moderne« am Hamburger Institut für Sozialforschung Wolfgang Knöbl, Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Verlag Matthes & Seitz Berlin.
Mehr
Über diesen Podcast
Podcast by Hamburger Institut für Sozialforschung
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.