Antifragil in der VUKA-Welt: ChaosHacker-Talk für digitales Mindset in Pharma und Biotech🔥
Podcaster
Episoden
09.01.2026
56 Minuten
2026 startet nicht mit neuen Tools.
Sondern mit alten Problemen - nur lauter, sichtbarer und teurer.
In dieser Sondersendung zum Jahresauftakt spreche ich mit vier
erfahrenen Stimmen aus Data, IT und Leadership darüber, was
Entscheider im regulierten Lifescience-Umfeld jetzt wirklich
beschäftigt - und was sie 2026 nicht länger ignorieren können.
Kein Hype-Talk.
Kein Buzzword-Bingo.
Sondern ehrlicher Austausch aus der Praxis.
Wir sprechen u. a. über:
Warum KI-Projekte nicht an Modellen scheitern, sondern an
Organisation, Kultur und Verantwortung
Data Maturity als echte Voraussetzung für Wertschöpfung -
nicht als PowerPoint-Konzept
Silos: Warum sie selten ein technisches Problem sind
Schatten-IT, Security und Vertrauen - und warum einfache
Antworten gefährlich sind
Führung in regulierten, komplexen Umfeldern zwischen
Innovation und Compliance
Warum 2026 weniger Vision und mehr Umsetzung braucht
Diese Folge richtet sich an IT-Führungskräfte,
Data-Verantwortliche und Entscheider in Pharma, Biotech und
MedTech, die nicht nur über Transformation sprechen wollen -
sondern sie verantworten.
Teilnehmer auf LinkedIn:
Julia Werra
https://www.linkedin.com/in/julia-werra/
Dr. Christian Krug
https://www.linkedin.com/in/christian-krug/
Reinhold Nawroth
https://www.linkedin.com/in/itsocializer/
Dr. Tim Wiegels
https://www.linkedin.com/in/timwiegels/
AI Readiness & Data Maturity im regulierten Umfeld
Leadership & digitale Verantwortung
Schatten-IT, Governance & Security
IT als Wertschöpfung, nicht als Support-Funktion
DSlam Night Shift - IT-Slam & RealTalk
https://www.linkedin.com/company/dslam-event
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18.12.2025
1 Stunde 4 Minuten
Der Start in die regulierte Welt ist nicht immer einfach: Die
ersten Regeln, Gesetze und Aufsichtsbehörden kommen auf einen zu.
Doch es gibt unendlich viel zu lernen.
Darüber spricht Christof Layher in seiner neuen Folge vom
ChaosHacker-Talk mit Conny Dethloff.
Conny war bei Ordo Novus, davor bei OTTO und hat sich immer mit
Daten, Wertschöpfung und BI beschäftigt. Ursprünglich ist
erDiplommathematiker.
Vor einiger Zeit hat er ein Jobupdate gepostet: Jetzt ist er IT-
und Organisationsleitung bei der Sparkasse. Das war für Christof
der Auslöser: Er will rauskriegen, was Conny in den ersten 100
Tagen des Jobs gelernt hat!
Conny erklärt, dass die Idee hinter Regulatorik grundsätzlich gut
ist. Es soll mit Daten und Prozessen kein Schindluder getrieben
werden, sondern Menschen sollen geschützt werden.
Die Idee ist in seinen Augen, dass es interne Referenzen
gibt,beispielsweise die Dokumentation. Durch die Summe der
internen Referenzen sollen dann die externen bedient werden.
Dadurch entsteht aber oft auch ein Überangebot: Man macht viele
interne Referenzen und es entsteht eine Eigendynamik. Dadurch
verliert man den Überblick darübe, ob die internen Referenzen nun
auf dieexternen Referenzen einzahlen.
Christof erklärt deswegen den Intended Use – mit diesem kann man
immer abchecken, ob man richtig liegt.
Um damit umzugehen, geht es auch um den Blickwinkel. Man kann
genervt sein von den Regularien oder man kann sich fragen, an
welchen Stellen die Regulatorik für einen selbst, das Team und
die Organisation einen Nutzen schafft.
Dokumentation um der Dokumentation willen lohnt sich nicht.
Und deswegen sind auch Prüfungen oder Inspektionen gar nichts
Schlimmes:Sie können dabei helfen, besser zu arbeiten und decken
manchmal Denkmuster auf, die uns helfen, besser zu werden.
In dem Zusammenhang bringt Conny das Wort Konstruktivismus auf,
in seinen Augen ein Zusammenspiel zwischen Intention und
Emergenz.
Als radikaler Konstruktivist glaubt Conny daran, dass jeder
Mensch sich seine eigene Erfahrungswelt aufbaut, mit dieser
blicken wir auf die große Welt.
Unsere kulturelle Prägung hat einen großen Impact darauf, wie wir
miteinander arbeiten und welche Bedeutungen wir in den Dingen
sehen.
Dazu kommen dann noch Ethik und Moral: Ethik ist auf einen
selbstgerichtet, Moral nach außen. Ethik ist aber wichtiger, denn
wirmüssen Verantwortung für uns selbst übernehmen. Conny
erklärt:Wenn Regulatorik dich nervt, dann schau doch mal darauf,
was in dir selbst sich dagegen sträubt.
Christof erzählt, dass ihm erst während der Pandemie klar wurde,
wie wichtig es ist, sich mit dem Team über Werte auszutauschen.
Er hatte sich mit dem frisch vor Covid aufgebauten Team über
diese Werte unterhalten und so haben sie die Zeit räumlich
getrennt voneinander gut durchgehalten.
Auch das Thema Wertschätzung wird von den beiden diskutiert.
Ein gemeinsames Zielbild sieht Christof dabei als
Hauptverantwortung für Führung.
Wenn Menschen gemeinsam Wert kreieren, dann ist fehlende
Wertschätzung gegeneinander oder von oben oft kein Problem mehr.
Das Fazit der beiden: Regulatorik ist da, davon kommen wir nicht
los. In unserer Verantwortung liegt allerdings, wie wir damit
umgehen. Mach es nicht immer zum Gespräch, sondern konzentriere
dich auf die Wertgenerierung.
00:00:00 Vorstellung Conny Dethloff
00:04:12 Erster Eindruck: Regularien
00:08:52 Intended Use
00:13:26 Mindset zu Systemen
00:22:25 Systeme verändern
00:23:40 Prüfung und Inspektion
00:26:35 Konstruktivismus
00:40:30 Loyalität und Werte
00:45:05 Wertschätzung
00:55:14 Positiv arbeiten
00:58:28 Regulatorik für Wertschöpfung
01:00:04 Zwei Fragen an Conny
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11.12.2025
56 Minuten
Die meisten Unternehmen haben schonmal was mit Daten gemacht,
oder sogar mit AI. Die meisten kennen auch das Wort Governance,
und manche haben sogar eine Data- oder AI-Strategie.
Wie das alles zusammenpasst, darum geht es in der neuen Folge vom
ChaosHacker-Talk, in der Host Christof Layher mit Laura Hinsch
spricht.
Sie ist Solution Architekt bei der DB Systel und beschäftigt sich
dort u.a. mit den Themen Data Intelligence und Strategy. Ihr
Background ist die Mathematik.
Governance ist oft ein ungeliebtes Thema in Unternehmen, doch es
ist die Basis für das Arbeiten, vor allem im regulierten Umfeld.
Ein Teil davon sind Definitionen. Denn Begrifflichkeiten sind oft
nicht klar. Man spricht über ein Wort und jedes Team hat eine
andere Definition - einfach weil man unterschiedliche „Sprachen“
spricht: DataScience, Biologie, Genetik, IT, AI und
Entwicklung...
Bei der Definitionssuche kann übrigens auch entschieden werden,
dass es unterschiedliche Definitionen gibt!
Christof möchte von Laura wissen: Wie und warum sollte man Data
Intelligence, Governance und Strategy zusammenbringen?
Die Grundlage für alle Entscheidungen, die wir treffen, sind
Daten. Data Intelligence beschreibt, dass man darüber lernt,
Wissen generiert und Dinge aus Daten erzeugt.
Das wollen wir nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft
ermöglichen.
Ein guter Punkt: Er zeigt nämlich, wie wichtig es ist, dass
dieDatenstrategie auch an der Geschäftsstrategie hängt.
Aus dieser wird dann abgeleitet, welche Projekte umgesetzt werden
sollten.
Das Wort Governance heißt eigentlich Steuerung.
Eine Analogie hierfür:
Die Strategie ist der Fahrplan und die Steuerung sind die
Signale, die gewährleisten, dass der Fahrplan auch so passiert.
Als Christof in die Pharma-Welt kam, war er begeistert davon,
dass vom Gesetzgeber vorgegeben ist, was möglich ist und was
nicht.
Das vergleicht er mit Governance: Auch die gibt Regelungen vor,
was überhaupt passieren darf.
Zur Governance gehört auch die Dokumentation.
Christof gibt den Tipp, lieber am Anfang mehr zu dokumentieren.
Denn das sind Informationen, die man besonders braucht, wenn es
Richtung Go-Live geht.
Dabei betont er, dass man auch Annahmen dokumentieren sollte, um
„Fehler“ im Nachhinein festzustellen. Je nach Reichweite der
Entscheidung sollte mehr oder weniger dokumentiert werden.
Wir haben jetzt verstanden: Governance ist super wichtig! Doch
wie startet man mit AI-Governance?
Laura möchte, dass wir uns folgende Fragen stellen:
Welche Governance-Systeme gibt es schon? Kann ich bestehende
Dinge weiter nutzen? Wie passen die neuen Themen in die
bestehenden Systeme?
In so einem Projekt und auch im laufenden Betrieb braucht
manverschiedene Rollen. Laura empfiehlt:
Model-Owner - diese veranworten die Modelle
Eine Verantwortliche Person für die Systeme, in denen man die
Modelle verwendet
Eine Steward-Rolle, welche die Schnittstellen verantwortet
AI-Officer-Rolle - diese kümmert sich um Compliance und
Governance.
Die Abgrenzung der Rollen würde Christof am System festmachen.
Vom Gesetzgeber ist allerdings nicht definiert, was zu einem
System gehört. Für Christof ist dies ein Satz an Software, der
gemeinsam administriert wird.
Das Fazit der beiden: In einer perfect world hilft Governance
mir, dass ich die wichtigen Dinge richtig tue zur richtigen Zeit.
00:00:00 Vorstellung Laura Hinsch
00:02:49 Definitionen
00:07:52 Data Intelligence
00:12:47 Strategie
00:22:11 AI-Governance
00:29:22 Nachteile von Governance
00:30:58 Dokumentation
00:39:55 Entscheidungen und Rollen
00:51:20 Zwei Fragen an Laura
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04.12.2025
14 Minuten
75 bis 85% aller Digitalisierungsprojekte scheitern. Warum das so
ist, erklärt Christof Layher in seiner neuen Folge vom
ChaosHacker-Talk.
Denn wenn er sich von extern gescheiterte
Digitalisierungs-Projekte anschaut, dann sieht er immer wieder
die gleichen Muster:
Unternehmen wollen schneller, effizienter, sicherer und
wettbewerbsfähigerwerden. Das Ergebnis ist oft ein Pilot, der im
Pilotstatus bleibt.Oder aber das Projekt wird stillschweigend
begraben.
Die Fehlannahme ist dabei oft, dass man nur an einer
Stellschraube arbeiten kann oder muss. Wichtig ist aber das
Verständnis, dass das Umfeld komplex ist: Wir arbeiten nicht nur
mit Technologie, Menschen, Leadership, Accountability, Prozessen
und Daten, sondern all diesem zusammen.
Christof sieht dabei 5 Dimensionen:
Dimension 1: Der Mensch
Auch wenn es vorrangig um Technik geht, muss der Mensch diese
nachher benutzen. Oft fehlt aber die Zeit, um sich damit
auseinanderzusetzen.Wenn dann noch die Fehlerkultur so ist, dass
man sich nicht traut, Probleme anzusprechen, dann kann es ja nix
werden.
Dadurch entstehen Silos: Man will sich selbst und seinen Bereich
schützen.
Dimension 2: Prozesse und Daten
Das Thema wird oft übersehen. Viele Unternehmen haben irgendeine
Art von Prozessmanagement, kennen und verstehen aber nicht, wann,
wo und wie Daten fließen.
Aus analogem Crap wird somit digitaler Crap – die analogen
Prozesse werden einfach digitalisiert.
Wir müssen also verstehen: Was sind meine echten Prozesse, wo
sind meine Daten, was sind relevante Daten?
Dimension 3: Technologie und Architektur
Oft sieht man veraltete IT-Landschaften, die seit Jahren nicht
gepflegt wurden. Es gibt ein altes ERP oder DMS und es wird außen
herum gearbeitet.
Wenn wir nicht bereit sind, die Technologie und Architektur
grundsätzlich zu hinterfragen, wird es immer nur ein „Pflaster
kleben“ sein.
Dimension 4: Die Ausführung
Digitalisierungsprojekte werden oft mit einem starken Kick-off
gestartet und danach passiert gar nix mehr. Wenn die
Mitarbeitenden keine Ressourcen dafür haben (Zeit und Budget),
dann kann das Projekt nicht vorangehen.
Ein weiteres Problem ist, dass das Digitalisierungsprojekt zwar
geplant wird, aber nicht, wie später der Betrieb laufen soll.
Dimension 5: Leadership und Accountability (Verbindlichkeit)
In den Teams ist oft nicht klar, was die Führung
möchte.Unterschiedliche Bereiche haben unterschiedliche
Prioritäten.Dadurch entsteht vor allem eins: Verwirrung!
Leadership alleine kann das aber auch nicht lösen.
Wichtig ist: Die Dimensionen müssen alle beachtet und gemeinsam
bearbeitet werden.
00:00:00 Wie viele Digitalisierungsprojekte scheitern
00:01:44 Probleme bei der Digitalisierung
00:02:52 Mensch
00:04:18 Prozesse und Daten
00:06:12 Technologie und Architektur
00:08:02 Ausführung
00:10:29 Leadership
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27.11.2025
1 Stunde 5 Minuten
In einem pharmazeutischen Unternehmen ist es eine echte
Challenge, den Spagat zwischen Innovation und Regulierung
hinzubekommen.
Wenn man das Ganze noch in einem Klinikum machen will, dann wird
das noch wilder: Viele persönliche Daten, externe
Einflussfaktoren undAufsichtbehörden kommen hinzu.
Darüber spricht Christof Layher in seiner neuen Folge vom
ChaosHacker-Talk mit Michael Pfeil.
Dieser ist IT-Abteilungsleiter für SAP im Uniklinikum Bonn. Dort
leitet er die Abteilung betriebswirtschaftliche Anwendung,
zusätzlich ist er Sprecher an der DSAG Health Care, der
deutschenSAP-Anwender-Vertretung.
Für Christof war die SAP lange eine Art „Molloch“, das sich quasi
nicht bewegt. Mittlerweile hat er aber gemerkt, dass er damit
falsch lag, vor allem durch die DSAG.
Digitalisierung im Health Care-Bereich ist eine riesige Challenge
und geprägt durch Gesetze, Auflagen, Studien und Datenvorhaltung.
Dazu kommen die Patientendaten.
Dadurch wird es auch mit der Cloud komplex, denn die Daten müssen
geschützt abgelegt werden. Allein die Infos „Vorname, Nachname,
Geburtsdatum“ sind in Kombination damit, dass ein Krankenhaus sie
speichert, besonders schützenswert.
Mittlerweile dürfen Daten auch in der Cloud gespeichert werden,
allerdings wird’s dann nochmal schwieriger, wenn die
Rechenzentren nicht in Deutschland stehen. Die wichtigsten Daten
bleiben somit nur im Krankenhaus.
Krankenhäuser werden zudem als Kritis eingestuft, als kritische
und für das Land besonders wichtige Infrastruktur. Das sorgt für
weitere Auflagen. Michael wünscht sich vom
Bundesgesundheitsministerium, dass mehr ermöglicht wird.
Auch die Logistik im Krankenhaus ist spannend, denn es gibt
unglaublich viele Produkte, die benötigt werden und einen
ständigen Prozess in der Beschaffung. Michael versucht deshalb
mit seinem Team, durch neue Technologien End-to-End-Prozesse zu
betrachten.
Sein Tipp für die IT-Verantwortlichen: Nimm die Menschen mit! Gib
nicht einfach neue Werkzeuge vor, sondern mach interdisziplinäre
Workshops mit allen Bereichen, um herauszubekommen, was die Ziele
der Anwendungen sein sollen.
Es braucht einen homogenen Prozess, der gemeinsam entwickelt wird
– so entstehen starke Synergien.
Auch als Führungskraft muss man sich hier mitentwickeln.
Und dann ist es manchmal auch an der Zeit, ungenutzte Software zu
eliminieren.
Denn viele machen den dritten Schritt vor dem ersten und dann
sprechen die Systeme nicht miteinander, besonders deutlich wird
das leider an der ePA, der elektronischen Patientenakte. Michael
hofft darauf, dass diese noch besser zu bedienen wird, bevor die
Akzeptanz für dieses Tool völlig verloren ist.
Zum Schluss gibt er noch Tipps für den Start mit einer
Datenstrategie:
Ihr braucht ein klares Commitment zu einer Datenwahrheit!
Und ihr müsst sowohl Self Service als auch spezialisierte Teams
aufbauen.
00:00:00 Vorstellung Michael Pfeil
00:03:24 Die SAP-Landschaft
00:05:52 Digitalisierung im Healthcare
00:13:45 Einstufung als kritis
00:17:45 Logistik und Materialfluss
00:23:27 Tipps für die IT
00:32:28 Veränderung als Führungskraft
00:35:06 Mapping von Prozessen
00:41:49 Elektronische Patientenakte
00:45:18 F13 Baden-Württemberg
00:47:54 Mit Daten skalieren
00:50:08 Datenstrategie
01:01:53 Zwei Fragen an Michael
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Über diesen Podcast
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