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Episoden

1 Stunde 10 Minuten
Eine Kaffeetasse kann zur Figur werden. Entscheidend ist für Marius Kob, dass er selbst an ihr Leben glaubt – und das Publikum mit ihm. Der Figurenspieler und Figurenbauer bringt einen Gorilla aus Peddigrohr mit ins Studio und zeigt, wie schon eine kleine Bewegung den Eindruck wecken kann, eine Figur denke und fühle. Aufgewachsen ist Kob in Magdeburg. Zum Theater kam er als Jugendlicher durch eine Kabarettgruppe an seiner Schule. Sein erster Auftritt begann mit Jubel und endete damit, dass kaum noch jemand zuhörte. Die Frage, wie auf der Bühne ein Austausch mit dem Publikum entsteht, beschäftigt ihn bis heute. Später entdeckte er das Figurentheater und wusste: das ist mein Weg. Kob baut und spielt Figuren, arbeitet mit Schulklassen und kuratiert für das internationale Basler Figurentheaterfestival. Ihn interessiert, was Theater bei Menschen auslösen kann. Ein Stück soll für ihn mehr bieten als einen überraschenden Effekt: Es soll berühren. Auch die Frage nach Heimat begleitet seine Arbeit. Ein eigenes Stück entstand aus dem Blick auf das Magdeburger Viertel, in dem er aufgewachsen war und aus dem nach der Wende viele Menschen wegzogen. In «Musik für einen Gast» erzählt Marius Kob von seinen Anfängen auf der Bühne, vom Leben, das er Gegenständen einhaucht, und davon, weshalb eine gelungene Szene Raum für das Unvorhergesehene braucht. Dazu hört er Musik, die ihn seit seiner Jugend begleitet – von Ella Fitzgerald über Nirvana und Bach bis zu Miles Davis. Dessen Spiel erinnert ihn an etwas, das er auch im Figurentheater sucht: Kontrolle und zugleich die Offenheit für den Moment.
1 Stunde
Jean-Martin Büttner studiert an der Universität Zürich klinische Psychologie, Psychopathologie und Anglistik. Bald erkennt er: Psychologe wird er nicht. Musik und Schreiben faszinieren ihn mehr. Sein erster Artikel entsteht aus einem erbosten Leserbrief an eine Musikzeitschrift. Der Chefredakteur fordert ihn auf: «Mach es besser.» Büttner nimmt die Herausforderung an, schreibt besser und arbeitet später Jahrzehnte für den «Tages-Anzeiger» – als Bundeshauskorrespondent, Westschweizkorrespondent, Inlandredaktor und Musikkritiker. Seine Dissertation, mehrere hundert Seiten stark, widmet sich der Rockmusik als Erzählweise. Kurz vor der Pensionierung verändert ein Unfall sein Leben. Büttner verbrüht sich die linke Hand, die Finger müssen amputiert werden. Ein Stumpf bleibt. Nach sechs Operationen und einer langen Zeit der Ungewissheit beginnt sein Leben mit Prothese. Wie er mit seiner Versehrung lebt, warum er gerne Vater wäre und wieso er seit seiner Kindheit der Musik verfallen ist, erzählt Jean-Martin Büttner in «Musik für einen Gast» bei Simon Leu. Die Musiktitel: - Lou Reed: Walk on the Wild Side - The Beatles: Things We Said Today - The Rolling Stones: Gimme Shelter - Dave Brubeck Quartet: Take Five - The Specials: Ghost Town
57 Minuten
Bei aller Liebe zur Literatur: Am liebsten wäre Elke Heidenreich Musikerin geworden. Schon als Kind sass sie stundenlang vor dem Radio. Klavierstunden konnte sie sich erst viel später leisten. Welche Werke sie durch ihr Leben begleiten, erzählte die Autorin und Kritikerin im Hotel Waldhaus in Sils. Noch heute kann Elke Heidenreich jedes Wort mitsingen, wenn «Jamaica Farewell» mit Harry Belafonte läuft - ein Sehnsuchtsstück in ihrer Kindheit im Ruhrgebiet der Nachkriegszeit. Dank ihrer Mutter, die begeistert Wunschkonzerte hörte, entdeckte sie früh ihre Leidenschaft für Musik. Später, als sie als Pflegekind bei einer Pastorenfamilie lebte, sang sie im Bach-Chor mit. Und dort übte sie sich auch erstmals als Literaturkritikerin: «Samstags hat der Pfarrer uns immer seine Predigt vorgelesen, und wir durften sagen, wie wir das finden. Und er hat tatsächlich Dinge eingearbeitet, die ich als 15jähriges Mädchen gesagt habe.» In «Musik für einen Gast» erzählt Elke Heidenreich im Gespräch mit Irene Grüter, warum sie sich erst spät getraut hat, literarisch zu schreiben, weshalb wir der Kunst trauen sollten, und warum sie dem Alter ohne Ängste entgegenblickt. Die Musiktitel: - Harry Belafonte: Jamaica Farewell - Felix Mendelssohn-Bartholdy: Zion streckt ihre Hände aus, Duett aus dem Oratorium «Elias» (Soile Isokoski, Sopran; Monica Groop, Alt; La Chapelle Royale; Philippe Herreweghe, Leitung) - Christoph Willibald Gluck: «Que farò senza Euridice» aus der Oper «Orpheus ed Euridice» (Luciano Pavarotti, Tenor; Philharmonia Orchestra; Piero Gamba, Leitung) - Henry Purcell: Cold Song (Sting & Ensemble) - Franz Schubert: Ungarische Melodie D 817 (Alfred Brendel, Klavier)
1 Stunde
Sollte Sie bei der neuen SRF-Krimiserie «Blind» ein Schauer überkommen, liegt das womöglich an Mirjam Skal. Und an den beiden Eieruhren, die sie sich gekauft hat. Mit knapp 30 ist Skal bereits eine der gefragtesten Filmkomponistinnen der Schweiz – und bedient sich gern ungewöhnlicher Instrumente. Barbie und Schwanensee. Eine eher überraschende Verbindung. Und auch nicht unbedingt eine, bei der man an musikalische Frühbildung denkt. Das sagt auch Mirjam Skal. Doch damals, in den frühen Nullerjahren, als sie als kleines Mädchen mit ihrer Schwester und ihrer Cousine vor dem Fernseher sass und «Barbie of Swan Lake» schaute, sei der Moment gewesen, in dem Filmmusik ihr zum ersten Mal bewusst aufgefallen sei. Heute ist sie Mirjam Skals Beruf. Am diesjährigen Zürich Film Festival ist die Zürcher Komponistin gleich mit drei Produktionen vertreten, darunter «Blind», die neue SRF-Krimiserie, die dort am 27. September Premiere feiert. Doch auch an internationalen Projekten war Mirjam Skal bereits beteiligt, etwa am Soundtrack zum Hollywood-Film «Der Gesang der Flusskrebse». Im Gespräch mit Melanie Pfändler erzählt Mirjam Skal von ihrem Arbeitsprozess und ihrer Liebe zu kreativen, virtuellen Instrumenten. Sie beschreibt, wie eng verknüpft Klänge und Farben in ihrer Wahrnehmung sind. Und sie spricht über den Wert von weiblichen Vorbildern in einer Branche, in der die grossen Namen lange Zeit ausschliesslich Männer waren. «Blind» feiert am Sonntag 27. September Premiere am Zürich Film Festival. Ab 17 Uhr desselben Tages sind alle sechs Folgen der Serie als Stream auf Play SRF verfügbar. Die Musiktitel: - Mirjam Skal: BLIND –Opener / Main Theme - Tschaikowsky: Schwanensee (London Symphony Orchestra; André Previn, Leitung) - Jerry Goldsmith: Alien – The Alien Planet (Filmmusik) - Hildur Guðnadóttir: Bridge of Death (Filmmusik: Chernobyl) - Anúna: An Raibh Tú ag an gCarraig - Illumishade: Cyclone
1 Stunde 6 Minuten
In ihrem aktuellen Roman «Luft nach unten» beschreibt die Schriftstellerin, Musikerin und Performerin Tamara Štajner eine Frau, die so richtig schön wütend werden kann. Etwas, was ihr in der sonstigen Literatur immer gefehlt hat. Tamara Štajner stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, ist aber zu jung, um wirklich noch Erinnerungen daran zu haben. Auch der Jugoslawienkrieg ist an ihr vorbeigegangen, denn sie wuchs in Slowenien auf, wo der Krieg glücklicherweise nur wenige Tage gedauert hat. Trotzdem ist sie von der jugoslawischen Geschichte geprägt, hatte sie doch einen Grossvater, der Zwangsarbeit bei den Deutschen, den Kampf der Partisanen und die Gefangeneninsel Goli Otok er- und überlebt und trotzdem nie den Glauben ans Gute verloren hat. Sie selbst zieht als junge Frau nach Wien um Viola zu studieren. Sie wird Musikerin, Performerin und Schriftstellerin und gewinnt mit Auszügen aus ihrem aktuellen autobiografisch motivierten Roman «Luft nach unten» den «Kelag-Preis» beim Wettlesen am Ingeborg-Bachmann-Preis 2024. Von ihrer Prägung durch die Familie und der Bedeutung der Kunst schon als Kind, von ihrem Wechsel nach Wien und ihrem Leben mit drei Berufen, von ihrer Musik und auch von den «Illyrischen Furien», wie sie die kämpferischen und oftmals wütenden jugoslawischen Frauen bezeichnet und beschreibt, erzählt Tamata Štajner im Gespräch mit Gastgeber Michael Luisier. Die Musiktitel: - Elis Regina und Antonio Carlos Jobim: Aguas de Março - Arnold Schönberg: Verklärte Nacht, 4. Satz (Janine Jansen, Boris Brovtsyn, Amihai Grosz, Maxim Rysanov, Torleif Thedéen, Jens-Peter Maintz) - Anna Anderluh: Improvistation I - «Casta Diva» aus der Oper «Norma» von Vincenzo Bellini (Maria Callas, Sopran; Orchestra del Teatro alla Scala; Tullio Serafin, Leitung) - Clara Iannotta: The purple fuchsia bled upon the ground (Ausschnitt) (Pierre-Laurent Aimard, Klavier; WDR Sinfonieorchester; Elena Schwarz, Leitung)
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Über diesen Podcast

«Musik für einen Gast» – die besondere Talkshow auf SRF 2 Kultur: Ein Mensch und seine Musik. Persönlichkeiten – ob aus Kultur, Wissenschaft, Sport, Politik oder Wirtschaft – erzählen über ihr Leben, ihren Beruf, ihre Träume und Visionen und vor allem über die Musik, die sie geprägt hat und ihnen wichtig ist.
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„Musik für einen Gast“

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