Dmitrij Gawrisch: «Solange wir lachen, sind wir am Leben»
Geburtskiewer, Herzberner, Wahlberliner: So beschreibt Dmitrij
Gawrisch sich selbst. Und Schreiben ist auch, was er beruflich tut.
Etwa darüber, wie er durch den russischen Angriff auf die Ukraine
seine Muttersprache verlor.
1 Stunde 6 Minuten
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Beschreibung
vor 3 Tagen
Geburtskiewer, Herzberner, Wahlberliner: So beschreibt Dmitrij
Gawrisch sich selbst. Und Schreiben ist auch, was er beruflich tut.
Etwa darüber, wie er durch den russischen Angriff auf die Ukraine
seine Muttersprache verlor. Wie kommt es zu einem Text? Was steht
ganz am Anfang? Ein Gedanke, ein Bild, ein aufgeschnappter
Gesprächsfetzen? Dmitrij Gawrisch weiss das auch nicht so genau.
«Etwas passiert, ich verstehe dieses Etwas nicht, merke aber, dass
da ein Konflikt, eine Fallhöhe ist – und vor allem ein grosses
Rätsel.» Er verstehe das Schreiben als eine Möglichkeit, sich die
Welt anzueignen, sagt Gawrisch, dem Unscharfen, dem Uneindeutigen
nachzugehen. Dmitrij Gawrisch wurde 1982 in Kiew geboren und kam
mit 11 Jahren in die Schweiz, nach Bern. Bern: Die Stadt, in der er
schwimmen gelernt, das Gymnasium besucht, studiert, die ersten
Texte geschrieben und über eine Verkettung von Zufällen zum Theater
gefunden habe. Heute schreibt Gawrisch vor allem für die Bühne – in
der Spielzeit 2022/2023 war er Hausautor der Bühnen Bern – und
arbeitet neben seiner Theatertätigkeit für das Magazin
«Reportagen». Seit dem russischen Grossangriff auf die Ukraine hat
er zahlreiche Texte zum Krieg verfasst. Diese Aktualität
literarisch einzufangen sei ihm jedoch bis heute unmöglich. «Ich
habe gemerkt, dass der Nachrichtenstrom mich mitreisst und
ertränkt.» Er sei ein langsamer Schreiber, sagt Gawrisch von sich
selbst. «Ich suche ewig lang nach dem neuen Ansatz, einer neuen
Sprache, einem neuen Anknüpfungspunkt.» Im Gespräch mit Melanie
Pfändler erzählt Dmitrij Gawrisch von seinem Suchen, dem Ringen um
Worte; und davon, warum es gerade in diesen Zeiten wichtig sei,
zwar die Welt ernst zu nehmen, aber sich selbst nicht allzu sehr.
Die Musiktitel: - Igor Belkin: Goluboj wagon - Nils Althaus: Dr
Verluscht - Sophie Hunger: Le vent nous portera - Okean Elzy: Bez
Boyu - Herbert Grönemeyer: Mensch
Gawrisch sich selbst. Und Schreiben ist auch, was er beruflich tut.
Etwa darüber, wie er durch den russischen Angriff auf die Ukraine
seine Muttersprache verlor. Wie kommt es zu einem Text? Was steht
ganz am Anfang? Ein Gedanke, ein Bild, ein aufgeschnappter
Gesprächsfetzen? Dmitrij Gawrisch weiss das auch nicht so genau.
«Etwas passiert, ich verstehe dieses Etwas nicht, merke aber, dass
da ein Konflikt, eine Fallhöhe ist – und vor allem ein grosses
Rätsel.» Er verstehe das Schreiben als eine Möglichkeit, sich die
Welt anzueignen, sagt Gawrisch, dem Unscharfen, dem Uneindeutigen
nachzugehen. Dmitrij Gawrisch wurde 1982 in Kiew geboren und kam
mit 11 Jahren in die Schweiz, nach Bern. Bern: Die Stadt, in der er
schwimmen gelernt, das Gymnasium besucht, studiert, die ersten
Texte geschrieben und über eine Verkettung von Zufällen zum Theater
gefunden habe. Heute schreibt Gawrisch vor allem für die Bühne – in
der Spielzeit 2022/2023 war er Hausautor der Bühnen Bern – und
arbeitet neben seiner Theatertätigkeit für das Magazin
«Reportagen». Seit dem russischen Grossangriff auf die Ukraine hat
er zahlreiche Texte zum Krieg verfasst. Diese Aktualität
literarisch einzufangen sei ihm jedoch bis heute unmöglich. «Ich
habe gemerkt, dass der Nachrichtenstrom mich mitreisst und
ertränkt.» Er sei ein langsamer Schreiber, sagt Gawrisch von sich
selbst. «Ich suche ewig lang nach dem neuen Ansatz, einer neuen
Sprache, einem neuen Anknüpfungspunkt.» Im Gespräch mit Melanie
Pfändler erzählt Dmitrij Gawrisch von seinem Suchen, dem Ringen um
Worte; und davon, warum es gerade in diesen Zeiten wichtig sei,
zwar die Welt ernst zu nehmen, aber sich selbst nicht allzu sehr.
Die Musiktitel: - Igor Belkin: Goluboj wagon - Nils Althaus: Dr
Verluscht - Sophie Hunger: Le vent nous portera - Okean Elzy: Bez
Boyu - Herbert Grönemeyer: Mensch
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