Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Zettel und Zeilen Podcast

Episoden

2 Minuten
In meinen Lungen warten noch so viele Worte, 

die wichtig sind auf ihren Auftritt,

Doch das Zugfenster zwischen 

uns lässt nur Lippenbewegungen zu.

So zufrieden wie nie und gleichzeitig 

hätte ich von allem, 

gerne noch mehr gehabt.

Noch eine Zigarette am 

Küchentisch vor dem  Schlafengehen.

Noch einmal jede deiner Bewegungen 

in der zu engen Badewanne spüren, 

während das Plätschern des Wassers 

von den Badezimmer-Kacheln hallt.

Noch einmal dein verschlafenes Gesicht 

nach dem Aufwachen sehen 

und nicht sicher sein, 

ob du im Schlaf sprichst, 

oder bereits mit mir.

Noch einmal spüren, 

wie sich unsere Hände in meiner 

Manteltasche 

berühren, während der Schnee unter 

unseren Schuhen knirscht und 

Hundegebell übers Feld klingt.

Noch einmal auf den Lehnen einer Parkbank 

sitzen, weil die Sitzfläche selbst 

voller Eis ist.

Eine Woche, war so lang 

und viel zu kurz zu gleich.

Dein Lächeln fühlt sich an wie Trost, 

deine Arme wie ein Heim.

Meine Schultern schmerzen weniger von dem Gepäck, 

das ich mitnehme und mehr von dem, 

das ich zurücklasse.

Ich versuche mir vorzustellen, 

wie ich deine Hand wieder halte, 

diesmal nicht in einer Manteltasche, 

weil es dann wärmer ist und der Wind sich 

mehr nach Lachen anfühlt, als nach Winter 

und nach Sonnencreme und Sommer riecht.  
60 Sekunden
Gedanken, so verschwommen

Wie weiße Hunde in sibirischem Schnee.

Die Luft undurchsichtig vom Regen, 

der die Nähe meines Körpers sucht,

Wie Meteoriten den Einschlag:

Ein stürmisches Spiegelbild 

der Unruhe in meinem Kopf.

Und zwischen der Unruhe, 

Inseln der Konzentration:

Deine Haut, die die Kälte fernhält,

Wie ein Feuer am Waldrand.

Mein Bewusstsein, das mit allen Sinnen 

Nach dir tastet, wie mit unterschiedlichen Händen,

Wie nach Bedeutung mit unterschiedlichen Sprachen,

Nach schlichten Wahrheiten, wie dem Moos

Auf den Küstenfelsen und dem Gras auf den Dünen,

Dem salzigen Wind, der deine Worte,

Jedoch nicht dein Lächeln verschluckt,

Während deine Füße unter den hochgekrempelten Hosenbeinen,

Zentimeter tief im Watt versinken. 

Lampenfieber

61 Sekunden
Eine kurze Vorstellung

bis die Scheinwerfer 

des vorbeifahrenden Wagens, 

mich für Momente blind 

in die Nacht entlassen.

Aus dem Lärm des Sturmes,

in die Stille unter den Wellen.

in die Stille, 

in der Entscheidungen entstehen,

wie es anderswo Gefühle tun. 

wie es anderswo Gedichte tun.

Die ein bereits zum Scheitern 

verurteilter,

doch gerade deshalb schöner, 

Versuch sind,

die verletzliche Oberfläche 

der Wahrheit zu enthüllen,

auf eine Art, wie es die 

zögerliche Sprache 

eigentlich nicht kann:

konsequent wie es Autoscheinwerfer 

tun:

zu hell, als dass, 

Augen es sehen könnten

und zu schnell, 

als dass es irgendwer verstünde.
67 Sekunden
Ehe vom Tag ein blasses Rosa bleibt,

Ehe der ausblutende Himmel blaugrau und

Dann Dunkel wird:

Die letzte richtige Glut des Jahres,

Die im gleichen Rot schimmert,

Wie jene Fragmente von Tagen,

Als die Sommersonne hinter den nur leicht

Geschlossenen Lidern

Leuchtete.

Und diese Ähnlichkeit,

Spannt eine Brücke aus Assoziationen

über die Zeit,

Zu den verschwommenen Umrissen,

Eines nur wenig jüngeren,

Doch so ganz anderen Selbsts,

Die man wie ein unscheinbares Fossil

Am Straßenrand aufliest,

In der Klarheit eines fragilen Moments.

Ehe der Tag in sich zusammenstürzt,

Weil der Himmel zu leicht ist, ihn zu halten,

Und die Straßenlaternen,

Welten mit viel kleinerem Radius auf das

Pflaster zeichnen,

So, dass zwischen Schritten,

Kontinente liegen.
77 Sekunden
Zeit verstehen können nur die Uhren, 

doch dem Menschen ist sie fremd,

der sich in ihr bewegt wie auf einem Jahrmarkt:

Der Abend ist jung, alles ist einfach.

Aber was deutlich war, verschwimmt zu

Einer Welt im Vorübergehen.

Zuckerwatte knistert lauter 

als Auto-Scooter zusammenstoßen 

und 

Gebrannte Mandeln, die nach Karamell schmecken,

Lebkuchen, der nach Honig riecht,

Sägespäne, die unter den Schuhsohlen wispern,

das alles ist eins und doch für sich,

so wie das Gefühl, 

dass es in den nächsten Tagen noch regnen wird.

Erleichterung für unsere Seelen

die vor den Küsten in der Luft baumeln, 

dort mit den Triebwerken der Flugzeuge tanzen.

Die Welt nimmt unsere Farbe an, 

unseren Geruch und unseren Klang 

und wo die Wellen an den Küsten brechen 

finden sich im Rauschen unsere Stimmen.

Die unverständliche Zeit ist alles was wir haben

und der Himmel, der an Regentagen blutet,

damit wir nicht in ihm ertrinken.
In Podcasts werben
Schalte jetzt Werbung in Podcasts.

Über diesen Podcast

Vertonte Gedichte und Kurzgeschichten.
Podcast melden

„Zettel und Zeilen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz