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Episoden
25.02.2026
26 Minuten
1,3 Millionen Menschen wohnen in Charkiw, das in Reichweite der
russischen Artillerie liegt. Die Stadt überlebt vor allem durch das
Engagement der Zivilgesellschaft und eine enge Verzahnung von
Behörden und privaten NGOs. Der ukrainische Ansatz gilt als Modell
weltweit. Als Russland vor vier Jahren versuchte, die Ukraine mit
einem raschen Angriff zu überwältigen, drangen russische Truppen
bis in die Stadt Charkiw vor und konnten erst nach heftigen
Strassenkämpfen zurückgeschlagen werden. Von den rund 2 Millionen
Einwohnern blieben zunächst nur 300 000 Zivilisten in der Stadt
zurück. Inzwischen sind wieder 1,3 Millionen Menschen in Charkiw.
Wie überlebt eine Millionenstadt in Frontnähe? Das ukrainische
Rezept beruht auf einer engen Vernetzung von Behörden und
Zivilgesellschaft. Zahlreiche NGOs übernehmen Aufgaben, die
eigentlich staatlich sind. Das NGO «Relief Coordination Centre»
beispielsweise organisiert die Evakuierung von Flüchtlingen und
ihre Unterbringung in der Stadt. Es hat eine interaktive Karte der
Region erstellt, die Auskunft über Bevölkerung, Infrastruktur,
Nahrungsmittel gibt und eine zielgenaue Hilfe ermöglicht. In der
Region Charkiw sind dreitausend private NGOs registriert, in der
Ukraine sogar über zehntausend. Charkiw gilt als Vorbild für die
Ukraine und die Ukraine als Modell weltweit. Experten sagen, der
Ukrainekrieg habe nicht nur die Kriegsführung grundlegend
verändert, sondern auch die Art der humanitären Hilfe.
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21.02.2026
10 Minuten
Die Mittelmeer-Insel Malta hat nur 550'000 Einwohnerinnen und
Einwohner. Gesprochen wird Englisch und Maltesisch. Wie letzteres
klingt, und wie facettenreich Sprache und Insel sind, erklärt
Korrespondent Franco Battel im Gespräch.
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18.02.2026
27 Minuten
Keine europäische Wirtschaft wuchs in den letzten Jahren so
beständig und schnell wie jene Maltas. Treiber sind der Tourismus,
das online-Glücksspiel, die Finanzdienstleister oder der Verkauf
maltesischer Pässe an Ausländer. Getrübt wird der Erfolg allerdings
durch die weit verbreitete Korruption. Malta versteht es bestens,
seine Kleinstaatlichkeit in wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen. Als
kleiner Staat kann es Gesetze erlassen und damit in lukrativen
Nischen hohe Gewinne erzielen. Ein Beispiel dafür ist das
online-Glücksspiel. In diesem aufstrebenden Sektor ist Malta einer
der Marktführer. Rund 10 Prozent der maltesischen
Wirtschaftsleistung stammen aus dem sogenannten online-Gambling.
Malta wurde 1964 von Grossbritannien unabhängig und ist seit 2004
Teil der EU. Die Teilhabe am Binnenmarkt, die englische Sprache
oder die gut ausgebildete Bevölkerung sind weitere Faktoren, die
den Boom begünstigen. Im kleinen Inselstaat entstanden in den
letzten Jahren hunderttausende neue Stellen. Viele sind nur über
die massive Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu besetzen.
Was zunehmend Widerstand weckt. Schwere Korruptionsfälle
überschatten den Erfolg. In diese sind auch Exponenten aus Politik,
Wirtschaft und Verwaltung involviert. Augenfällig wurde dies durch
den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia im Jahr 2017.
Sie hatte zu Korruptionsskandalen recherchiert und bezahlte dies
mit ihrem Leben.
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14.02.2026
11 Minuten
Jesus würde seine Heimatstadt Nazareth heute wohl nicht
wiedererkennen: 80 Prozent Muslime, 20 Prozent Christen und ein
jüdischer Bürgermeister. Christen verlassen die Stadt und stehen
auch anderswo im Heiligen Land unter Druck. Wer sind die
einheimischen Christen überhaupt?
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11.02.2026
29 Minuten
Die Christinnen und Christen im Land von Jesus von Nazareth sind
unter Druck: Angriffe und Abwanderung machen ihnen zu schaffen,
ebenso fundamentalistische Gruppierungen und die eigene
Gespaltenheit. Die christliche Minderheit im Heiligen Land ringt
ums Überleben und um Hoffnung. Nur noch ein bis zwei Prozent der
Bevölkerung im Heimatland von Jesus von Nazareth sind Christinnen
und Christen: schätzungsweise 180'000 in Israel, 40'000 im
Westjordanland, und einige Hundert im Gazastreifen. Besonders
bedrängt sind die einheimischen Christen in den von Israel
besetzten palästinensischen Gebieten. Taybeh, das letzte
christliche Dorf im israelisch besetzten Westjordanland, erlebt
stetig mehr Angriffe von radikalen Siedlern. Wer diese Gewalt nicht
klar verurteile, mache sich mitschuldig am Leiden und der
Vertreibung der Palästinenser, und damit auch palästinensischer
Christen, sagt ein einheimischer Pfarrer. Einflussreiche
christliche Fundamentalisten widersprechen: Israel besetze kein
Land. Gott habe das ganze Land dem jüdischen Volk gegeben, und
damit verbunden sei ein messianisches Versprechen: das Wiederkommen
von Jesus Christus. Wer sich gegen Gottes Willen wehre, werde
bestraft: auch einheimische Christen. Solche Gruppierungen
beeinflussten zwar die Politik im Heiligen Land. Aber seine grösste
Sorge seien diese nicht, sagt ein christlicher Politologe. «Wir
sind einfach sehr schlecht organisiert.»
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Über diesen Podcast
Internationale Reportagen und Hintergrundgespräche aus aller Welt.
Von und mit den Auslandkorrespondentinnen und -Korrespondenten von
Radio SRF. Das «International» bildet weltweite Politik und
gesellschaftliche Zusammenhänge ab. Wir sind vor Ort und
analysieren aus nächster Nähe. In Talks und Hintergrundgesprächen
wird das Geschehene und die journalistische Arbeit vertieft und
reflektiert.
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